Liebe Wanderfreunde,

wir bewegen uns gern abseits der Heimat. Im Zittauer Gebirge, dem kleinsten Mittelgebirge Europas, das aus Sandsteinfelsen und vulkanischem Eruptivgestein besteht, wollen wir uns auf abenteuerlichen Pfaden entlang der Geschichte der Jonsdorfer MĂŒhlsteinbrĂŒche begeben. Wir wollen durch die Felsengasse zum „Schwarzen Loch“, der Steinbruchschmiede und dem Nonnenfelsen. Der Denkmal- und Naturlehrpfad „MĂŒhlsteinbrĂŒche“ ist mehr als nur Wandern â€Š

Sammelparkplatz

Der Parkplatz an der WaldbĂŒhne Jonsdorf bietet Platz fĂŒr 80 Autos. Alternativ besteht auch – nach Absprache – die Möglichkeit, dass wir uns am Parkplatz vor dem Eingang des Waldcampingplatzes in Pirna-Copitz an der Äußeren Pillnitzer Straße 18 in 01796 Pirna treffen.

Treffpunkt Parkplatz an der WaldbĂŒhne Jonsdorf
Koordinaten N50.850070° E14.691724°
  N50° 51.004200′ E14° 41.503440′
  N50° 51′ 0.2520″ E14° 41′ 30.2064″
Adresse Großschönauer Straße 41, 02796 Jonsdorf
‌ ‌5:00 ‌7,46 km ‌358 m ‌358 m

Verlauf der Wanderung

Wir starten unsere Wanderung im beschaulichen Jonsdorf – einem staatlich anerkannten Luftkurort. Vom Parkplatz unterhalb der WaldbĂŒhne und nicht weit entfernt von der Gondelfahrt, begeben wir uns in den Wald hinein, doch schon nach knapp 15 Metern halten wir uns links und treffen in 170 Metern auf SchĂ€fer Jonas. Er war nicht nur Mönch vom Cölestinerkloster auf dem Berg Oybin, sondern auch GrĂŒnder des Ortes.

Der Sage nach verlor SchĂ€fer Jonas, nach dem der Ort Jonsdorf benannt wurde, einst beim Schafe hĂŒten ein SchĂ€fchen seiner Herde.

Genau an dieser Stelle begann er mit seinem treuen Hund die Suche. Er hat es bis heute nicht gefunden.

Wer findet das SchĂ€fchen im Wald ? Wir haben es nicht gefunden, wollen jedoch auch weiter, denn die Aufgabe richtet sich an kleine ( oder vielleicht doch auch grĂ¶ĂŸere ? ) Kinder. Der erste Teil des Weges verlĂ€uft teilweise ĂŒber geschotterte Wege, doch hin-und-wieder kommt auch Waldboden zum Vorschein. Keine 150 Meter entfernt, treffen wir auf den Eingang zur WaldbĂŒhne Jonsdorf – im Sommer kann es hier durchaus voll werden, doch wir passieren die Kreuzung recht schnell und folgen dem Wald hinein in Richtung der BĂ€rgasse. Weitestgehend eben verlĂ€uft der Wanderweg so bis zum nĂ€chsten Abzweig zur Rechten, auf die wir nach weiteren 140 Metern treffen. Wir halten uns rechts und folgen der Ausschilderung zum „Alten Sportplatz“. Wenige Augenblicke spĂ€ter erreichen wir den ehemaligen Sportplatz – hier befindet sich heute ein Pumptrack fĂŒr Radfahrer.

Etwas verborgen finden wir am Ende des Sportplatzes einen Abzweig zur Rechten, er fĂŒhrt uns auf einem schmalen Pfad in den Wald hinein und zu den ersten Höhenmetern des Tages. Wir gelangen in das Gebiet der Jonsdorfer MĂŒhlsteinbrĂŒche – ĂŒber 350 Jahre wurde hier in mehreren SteinbrĂŒchen gefritteter Sandstein ( eine Aufschmelzung von Mineralkörnern an ihren Korngrenzen, der Sandstein behielt seine PorositĂ€t, verstĂ€rkte dessen Festigkeit im KorngefĂŒge und dadurch seine Abriebfestigkeit ) fĂŒr die MĂŒhlsteinproduktion gebrochen. Der erste MĂŒhlsteinbruch entstand hier schon im Jahre 1560 im BĂ€rloch. Bevor wir jedoch das BĂ€rloch betreten, wollen wir uns zunĂ€chst dem Gipfel „Drei Tische“ widmen, um zu ihm zu gelangen, geht es die Treppen zur BĂ€rwand hinauf. Im Verlauf des Weges erblicken wir die Reste einer Rutsche, welche mit Sandsteinplatten glatt ausgelegt wurde, um die grob zugeschlagenen MĂŒhlsteinrohlinge zur Endfertigung zu Tale zu befördern.

In direkter NĂ€he befindet sich auch die Mausefalle – haltet die Augen offen, dann wisst ihr, was hier gemeint ist.

Unter den Blicken eines alten Steinbrechers wollen wir uns durch das BĂ€rloch begeben. Wir treffen auf die Kreuzung zum Carolafelsen – diese ignorieren wir vorerst, denn wir wollen uns den Bruch am Weißen Felsen etwas genauer ansehen. Einen weiteren MĂŒhlsteinbruch, der um das Jahr 1600 zusammen mit den BrĂŒchen „Kellerberg“ und „Schwarzes Loch“ erschlossen wurde. Rund 100 Meter nach diesem Abzweig gelangen wir in den Bruch am Weißen Felsen, es wird etwas steinig, und wir bahnen uns einen Weg entlang von MĂŒhlsteinrohlingen, einem Spaltenkreuz ( hier durchstießen vor ca. 30 Millionen Jahren Magmen den Sandstein und es entstanden zwei sich kreuzende Phonolith-GĂ€nge ) und schmalen Pfaden, bis wir vor der mĂ€chtigen Wand des Weißen Bruchs angelangt sind. Der 1917 aufgelassene Steinbruch mit PhonolithgĂ€ngen, bietet uns einen ersten Vorgeschmack auf das was, wir im Schwarzen Loch erleben. 1999 wurde hier ein MĂŒhlsteinrohling im Zuge des WiederzugĂ€nglichmachens fĂŒr den Tourismus, als eines der letzten Zeugnisse schwerster Handarbeit, unter Abbruchresten entdeckt – etwas vom Moos bedeckt, kann der Rohling so besichtigt werden. Aber bitte nicht ins Rollen bringen đŸ˜‰.

Gut 100 Jahre ist es inzwischen her, seitdem hier das letzte Mal Steine gebrochen wurden – fĂŒr die Natur mehr als genug Zeit, sich den verlorenen Lebensraum wieder zu Eigen zu machen und so bedarf es heute eines guten Auges, um die Weiße Wand etwa 20 Meter vor uns zwischen den BĂ€umen zu erkennen.

Zur Linken zweigt noch ein schmaler Weg ab – wir können ihn hinaufsteigen, um eine ehemalige Pulverkammer zu besichtigen. Hier – im Sandstein – wurde das Schwarzpulver fĂŒr die benötigten Sprengungen im Steinbruch gelagert. Über uns befindet sich das „Felsengebilde Taube“, mit etwas Phantasie lĂ€sst sich sogar die Taube erkennen. Eine Aussicht etwas weiter vorn ist in den vergangenen Jahren leider zugewachsen, so dass ein Blick auf die umgebende Landschaft verwehrt bleibt. Direkt neben der Pulverkammer findet sich eine kleine Wanderrast, die wir nutzen können, bevor es wieder zurĂŒck geht in Richtung des Abzweigs zum Carolafelsen.

Wir wollen den Carolafelsen besteigen – benannt nach Carola, Prinzessin von Wasa, die durch spĂ€tere Heirat mit Albert von Wettin, einem Sohn von „König Johann von Sachsen“, letzte Königin Sachsens wurde. Keine 90 Meter sind es bis zum Fuße der Aussicht, der Weg verlĂ€uft teilweise ĂŒber schmale Waldwege und zu Beginn mĂŒssen wir einige Stufen nehmen. Auf die Aussicht geht es dank eines GelĂ€nders recht unbeschwerlich, so dass wir einen wunderschönen Blick auf Jonsdorf genießen können â€Š

Von der Aussicht geht es die Stufen hinab und dies gleich in doppelter Hinsicht, denn wir wollen die „Steenbruch-Schmiede“ besichtigen, hier wurden einst die Werkzeuge der Steinbrecher repariert und nur durch den Schmied erhielten die Steinbrecher als Ausgleich fĂŒr den schĂ€dlichen Gesteinsstaub Schnaps als Medizin – das Schnapslager, der wir diese Information entnahmen, befindet sich etwas vor der Schmiede im Wald versteckt. Heute findet sich hier noch das Fundament jenes Schnapslagers, die Schmiede hingegen wurde 1825 erbaut und 1945 zerstört. Schon 1951 wurde sie wieder aufgebaut und 1980 letztmalig renoviert. Die Natur- und Heimatfreunde Jonsdorf bieten FĂŒhrungen durch die alte Schmiede an â€Š

Etwa 175 Meter von der Steenbruch-Schmiede entfernt, findet sich links ein Abzweig, er fĂŒhrt uns auf kurzem Abstecher zum Pulverhaus. Eine Informationstafel weißt darauf hin, dass an dieser Stelle einst das Schwarzpulver zur Verteilung fĂŒr die SteinbrĂŒche gelagert wurde. GlĂŒcklicherweise kam es hier nie zu einem Blitzschlag. Wir folgen dem Weg zurĂŒck zum Hauptweg und gelangen – nun linker Hand – in Richtung der GedenkstĂ€tte zu Ehren Dr. Heinkes und Kantor Bauers, den Erforschern des MĂŒhlsteingebietes. Eine Plakette am Stein erinnert an die Beiden, ohne deren das Wirken der Steinbrecher in diesem Gebiet wohl einfach verblasst wĂ€re, denn MĂŒhlsteine, die in Jonsdorf gebrochen wurden, fanden ihren Weg bis ins weit entfernte England oder gar nach Russland. Wer möchte, kann bereits hier einen ersten Blick auf das Schwarze Loch riskieren: Ein Wanderweg zweigt hinter dem Rastplatz ab und fĂŒhrt euch durch eine Felsspalte, an deren Ende ihr in die Tiefen des Steinbruchs blickt. Wir begeben uns zurĂŒck zur GedenkstĂ€tte und nehmen den Weg links, vorbei an einer kleinen Aussicht, um zum Eingang des Schwarzen Lochs zu gelangen. Betrieben wurde der Steinbruch ĂŒbrigens von 1600 bis ins Jahr 1915 – heute bietet der Jonsdorfer Gebirgsverein 1880 e.V. gefĂŒhrte Wanderungen durch das Schaubergwerk an. Schon der Eingang zum Schwarzen Loch ist erstaunlich, denn auch hier mĂŒssen wir durch eine Felsspalte hindurch.

Nach einer kurzen Besichtigung des Steinbruchs, wollen wir dem GelĂ€nder folgen und begeben uns in Richtung des letzten engen Weges. Unser Ziel ist der Orgelsteig, vom Ausgang des Schaubergwerks nur etwas mehr als 110 Meter entfernt. Wir biegen rechts ab und gelangen nach wenigen Metern zur Sicht auf die Gipfel von Nashorn und Bernhardiner – nicht nur in der Region um Oybin wird es tierisch. Ein etwas versteckter Weg fĂŒhrt uns am Bernhardiner vorbei und wir gelangen an ein kleines Plateau mit einer sehr interessanten Aussicht. Wir klettern hinab und es geht den Orgelsteig weiter in Richtung der Orgelpfeifensteine – namentlich Große und Kleine Orgel 


Warum die Steine ausgerechnet diesen Namen tragen ? Heute geologisches Naturdenkmal – erhitzte glĂŒhender Lavafluss den Sandstein und durch AbkĂŒhlung zersprang dieser in SĂ€ulenform. Von hier erhĂ€lt man ĂŒbrigens erneut eine wunderschöne Sicht auf Jonsdorf, sowie den Nonnenfelsen. In der Ferne lĂ€sst sich bei gutem Wetter sogar das Großkraftwerk TurĂłw in Polen erkennen. GegenĂŒber – auf dem Nonnenfelsen – indes wagen sich zahlreiche Kletterer entlang des Klettersteigs „Nonnensteig“, bewertet mit einem KS4 – zum Vergleich: Die HĂ€ntzschelstiege und RĂŒbezahlstiege in unserer Heimat stehen mit einer KS2 – im KletterfĂŒhrer ĂŒber die Gipfel „Nonnenturm“, „Kleine BĂ€rbel“, „Barbarine“ und die „Schluchtwand“. Wer hier unbedingt mal rauf will, dem empfehlen wir einen Klettergurt, Helm und sicheres Schuhwerk ( am besten Kletterschuhe ) einzupacken – wir gehen davon aus, dass ihr ein Mindestmaß an Trittsicherheit und Klettererfahrung besitzt.

Wir folgen dem Orgelsteig weiter, vorbei geht es am Alpenpfad, bis der Orgelsteig nach rund 270 Metern in den Orgelweg ĂŒbergeht. Nach rund 370 Metern erreichen wir eine Kreuzung – wir folgen weder dem Linken, noch dem rechten Weg, sondern entscheiden uns fĂŒr den kleinen Namenlosen, der uns direkt zur deutsch-tschechischen Grenze und dem Bornweg fĂŒhrt. Von nun an geht es abwechselnd einige Meter auf deutschen und tschechischem Boden entlang – der Weg wird hier ab und an etwas steinig, dennoch lĂ€sst sich dieser Teil der Wanderung recht gut auch barfuß zurĂŒcklegen. Über 540 Meter, in denen wir gut 40 Höhenmeter absteigen, erreichen wir so den Falkenstein – auch im Zittauer Gebirge ein beliebter Klettergipfel. In der Vergangenheit – bis ins Jahr 1922 und noch einmal von 1938 bis 1946 gab es auf dem Felsen einen Aussichtspunkt, welcher durch eine Steiganlage erreichbar war. Die Reste der in den Felsen eingehauenen Stufen sind heute noch sichtbar. Seit 1922 bzw. 1946 dient er als Kletterfelsen fĂŒr Sportkletterer – in ĂŒber 20 Kletterrouten in den Schwierigkeitsstufen II bis VIIIa findet sich so ein Weg auf den Gipfel â€Š

Direkt neben dem Falkenstein – auf tschechischer Seite – befinden sich die Rabensteine: Erstmalig erwĂ€hnt wurden die „Krkavčí kameny“ im 14. Jahrhundert. Aufgrund ihrer Lage an der Staatsgrenze in nĂ€chster NĂ€he einer alten Handelsstrasse wurden sie auch schon frĂŒhzeitig besucht. Im preussisch-österreichischen Krieg besetzten 1778 österreichische Soldaten den Felsen und umgaben ihn mit einem Palisadenzaun, am 30. Juli desselben Jahres kam es hier zu einem GeplĂ€nkel mit den Preussen. In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts entfaltete sich der Tourismus und die Besucherzahl wuchs schnell. Adolf Clemens FĂ€hnrich aus DolnĂ­ SvětlĂĄ baute im Jahre 1877 am SĂŒdfuße des Felsturmes eine GaststĂ€tte, die er in den folgenden Jahren allmĂ€hlich erweiterte. Durch eine hölzerne Treppe erschloss er so im Jahre 1880 auch den Gipfel des Felsens und versah ihn mit einer Aussichtsplattform, welchen er „Ritterstein“ nannte. Noch im selben Jahr baute er eine Aussichtsplattform auf dem benachbarten deutschen Felsen. Diese Aussicht wurde unter Beteiligung von Vertretern verschiedener Vereine aus Sachsen und Böhmen am 1. September 1880 feierlich eröffnet und der bisher namenlose Felsenturm „Falkenstein“ benannt. 1882 entstand neben der GaststĂ€tte eine grosse Terrasse, aber am 19. August 1885 brach ein Feuer aus, welches das hölzerne Gasthaus völlig vernichtete. Binnen zwei Jahren erbaute man hier eine neue GaststĂ€tte. Diese wurde in den folgenden Jahren ausgebaut und im letzten Umbau in den 1920er Jahren zu einem Hotel mit ganzjĂ€hrigem Betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Hotel leer und wurde nicht mehr genutzt und in den 50er Jahren sollen slowakische Angehörige der Grenzwacht das Hotel zerlegt und das Holz als Baumaterial in die Slowakei weggefĂŒhrt haben. Vom Gasthaus blieben nur ĂŒberwachsene Reste der Grundmauern, der Keller und die teilweise untermauerte Terrasse mit der Zugangstreppe an der SĂŒdostseite ĂŒbrig.

Wir begeben uns zurĂŒck in Richtung des Grenzwegs – genauer gesagt dem Cotta-Weg, welcher unterhalb des Falkensteins verlĂ€uft. Ein letztes Mal werfen wir einen Blick auf den Falkenstein, bevor wir uns ĂŒber einen schmalen Wanderweg etwa 20 Höhenmeter hinab begeben. Der Weg verlĂ€uft teils ĂŒber Wurzeln und hölzerne, wie steinerne Stufen. Nach rund 260 Metern erreichen wir eine Kreuzung und entscheiden uns hier fĂŒr den rechten Weg. Es geht erneut vereinzelte Stufen hinauf und wir folgen dem leicht ansteigenden Waldweg fĂŒr 420 Meter, bevor wir erneut auf eine Kreuzung treffen – auch diesmal biegen wir rechter Hand ab. Kurz darauf – nach 170 Metern – gelangen wir zur GedenkstĂ€tte „Skibahnhof“. Skibahnhof ? Ihr habt richtig gehört, doch der Gedenkstein liefert etwas spĂ€rliche Informationen und auch eine weitergehende Recherche versprach keine weiteren Erkenntnisse zu tage zu fördern. Was es hiermit auf sich hat und ob hier wirklich mal ein „Bahnhof“ stand, bleibt also – vorerst – unbeantwortet.

Ihr ahnt es: Wir biegen erneut rechts ab und der geschotterte Hohlsteinweg wird fĂŒr etwas weniger als 350 Meter unser Begleiter sein. Zugleich geht es bergab, denn wir wollen den Aufstieg zum Nonnenfelsen voll mitnehmen. Wir folgen der Ausschilderung zum Mönch und nehmen den rechten Abzweig, es geht ĂŒber zahllose Stufen hinunter. Doch keine Sorge: Jeder Abstieg kennt ein Ende und bevor wir zu weit absteigen, erreichen wir auch schon den Zustieg zum Basaltgang am Nonnenfelsen, dieser vulkanisch entstandene basaltische Eruptivgang aus dem TertiĂ€r ist durch Verwitterung herausgetreten. Ein Schild mit der typisch sĂ€chsischen Formulierung „Ruff zu“, weeßt uns druff hi, dass mor hiar nuff mĂŒssen oder ebende ruff. Alles klar ? Dann kann es ja nuff – oder eben ruff – gehen. SpĂ€testens hier wird es auch Zeit, die Klamotten aus dem Rucksack zu holen, denn wir nĂ€hern uns dem Ende des Nonnensteigs und dem Berggasthof auf dem Nonnenfelsen. Hoch ĂŒber unseren Köpfen verlĂ€uft nach etwa 75 Metern vom Beginn des Basaltgangs die SeilbrĂŒcke des Nonnensteigs – wer hier nicht vorher ausgestiegen ist, der darf – gesichert durch drei Seile – ĂŒber eine BrĂŒcke balancieren. Um Verletzungen unter Kletterern zu vermeiden ist es ratsam daher die Klamotten anzulegen – im Bereich der gastronomischen Einrichtungen sowieso, denn auch die Aussicht auf dem Nonnenfelsen ist touristisch sehr gut erschlossen â€Š

Der Nonnenfelsen regte bereits vor hunderten Jahren die Phantasie der Bewohner an. So sahen viele darin die Umrisse menschlicher Wesen, wie etwa Nonnen mit Gewand und Habit, aber auch Mönche.

Man sieht â€Š zwey Nonnen dicht nebeneinander mit Schleyer und Habit.

- Christian August Pescheck -

Johann Friedrich Seidel, ein naturbegeisterter einfacher Jonsdorfer BĂŒrger begann im Jahre 1846, buchstĂ€blich mit Hacke, Spaten und Brecheisen die Gipfel der Nonnenfelsen erreichbar zu machen. Es entstanden erste BrĂŒcken, er machte die Felsgassen begehbar und stellte Hinweistafeln auf. Nicht alles war ohne finanzielle Mittel realisierbar und so kann man von einem glĂŒcklichen Umstand sprechen, dass sich spĂ€ter ein etwas wohlhabenderer BĂŒrger des armen Weberdorfes fand, der MĂŒller Sussig, welcher ihn unterstĂŒtzte. Nach Seidels Tod fand sich mit Karl Gotthelf Buttig ein weiterer Naturfreund, der im Jahre 1858 mit zusĂ€tzlichen Erschließungsarbeiten begann, und welcher als erster auf dem Gipfelplateau ein Gasthaus errichtete – Eröffnung war dereinst zu Pfingsten 1860 und schon bald wurde es einem beliebten Ausflugslokal. Da ist es nicht verwunderlich, dass hier am 13. August 1850 König Friedrich August auf dem Aussichtspunkt sowie am 2. Mai 1888 König Albert zur Auerhahnjagd weilten.

Nach einem Brand 1902 wurde das Haus in der noch heute bestehenden Form neu errichtet. Als besondere Attraktion kam damals eine Echokanone an der vorderen Plattform zum Einsatz, welche fĂŒr ein Entgelt einen Kanonenschuss mit siebenfachem Echo erzeugte.

Wir verlassen den Nonnenfelsen und seinen Berggasthof – ĂŒber eine Treppe und mehrere Serpentinen geht es hinunter zum Parkplatz des Gasthofs. Dem Weg rechter Hand folgend, begeben uns zum letzten Highlight unserer Wanderung: Der Kleinen Felsengasse und den Zigeunerstuben â€Š

Der Weg wird teilweise noch einmal abenteuerlich, so nehmen wir Kontakt mit dem Sandstein auf, steigen ĂŒber hölzerne Stufen hinauf, ĂŒber Wurzeln wieder hinab und gelangen schließlich in die Felsengasse. Von Höhenmetern wollen wir auf diesem kurzen StĂŒck nicht wirklich sprechen. Im Verlauf der Zigeunerstuben verlĂ€uft unser Weg weiter hinab, zur Linken und zur Rechten tĂŒrmen sich zwei SandsteinwĂ€nde empor – gelegentlich mĂŒssen wir einige hölzerne Stufen bewĂ€ltigen. Wir verlassen die Kleine Felsengasse ĂŒber Steinstufen, und folgen dem Weg in Richtung Großschönauer Straße. Im unteren Verlauf des Weges versperren uns einige umgestĂŒrzte BĂ€ume den Weg, so dass wir hier etwas links vom ursprĂŒnglichen Pfad laufen mĂŒssen. Am Zaun angekommen, folgen wir diesem hinunter in Richtung der – gut hörbaren – Großschönauer Straße. Mit Ankunft an dieser folgen wir dem Fußweg zur Rechten und gelangen so nach rund 300 Metern zurĂŒck zum Parkplatz.

Besonderheiten

WĂ€hrend dieser Wanderung haben wir die Möglichkeit – nach vorheriger Absprache – die Steinbruchschmiede und das Schaubergwerk „Schwarzes Loch“ zu besichtigen.

Beschaffenheit der Wege

Die gesamte Route ist fĂŒr Barfuß-Wanderer gut geeignet, da wir uns fast ausschließlich ĂŒber Waldwege bewegen. Teilweise kann es jedoch vorkommen, dass wir uns ĂŒber Sandstein, als auch ( im Bereich der SteinbrĂŒche ) Phonolith bewegen. Am Ende der Wanderung laufen wir ĂŒber asphaltierte Straßen in Jonsdorf.

Einkehrmöglichkeiten

Auf dem Nonnenfelsen befindet sich der gleichnamige Berggasthof, welcher nur darauf wartet von euch besucht zu werden. Die Preisgestaltung der einzelnen Einkehrmöglichkeiten kommt dabei auch Wanderern mit kleinem Geldbeutel entgegen.

Download der Routen

Wenn du ĂŒber ein GPS-GerĂ€t oder eine App auf deinem Smartphone besitzt, kannst du dir die Route herunterladen und uns bei der Wanderung unterstĂŒtzen. Je mehr Wanderer die Route besitzen, um so eher können die Fotografen unter uns sich die Zeit fĂŒr ein perfektes Foto nehmen.

„Sachsen_Z-12.gpx“
Vorschau & Herunterladen

Download der Routenbeschreibung

Du möchtest einmal unabhĂ€ngig von uns diese Wanderung unternehmen ? Kein Problem, lade dir dazu einfach die Routenbeschreibung herunter, welche den obigen Text, sowie die Daten zu Parkmöglichkeiten, Dauer und LĂ€nge der Wanderung enthĂ€lt.

„Sachsen_Z-12.pdf“
Herunterladen

Hinweis: Wenn du die Routenbeschreibung auf deinen Computer herunterladen möchtest, so klicke einfach mit der rechten Maustaste auf den Link und wĂ€hle „VerknĂŒpfte Datei laden“ bzw. einen vergleichbaren Eintrag aus.

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Über Martin

NatĂŒrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg fĂŒr mich geprĂ€gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder BekleidungsgeschĂ€ften zu finden, nur um sie nach meiner nĂ€chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mensch nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer MĂŒtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung wĂ€hrend einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schĂŒtzen. FĂŒr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschĂŒtzt wird