Liebe Wanderfreunde,

nachdem Andreas und ich bereits an der Naked European Walking Tour ’19 teilgenommen, die SĂ€chsische Nacktwanderwoche ’19 ausgerichtet und Andreas zusammen mit Torsten, sowie vielen weiteren Freunden an den ThĂŒringer Naturistentagen ’19 teilgenommen haben, möchten wir mic und Rainer aus dem MĂŒnsterland einen Besuch abstatten und unsere Erlebnisse der WestfĂ€lischen Naturistentage mit euch teilen. Erlebt eine Wanderwoche der ganz besonderen Art, mit Freunden aus nah und fern â€Š

Wie gewohnt, aber dennoch anders â€Š

Da ich bereits im Jahr 2017 an den WestfĂ€lischen Naturistentagen teilgenommen habe, damals allerdings kein Bericht entstand, möchte ich euch dieses Jahr in – inzwischen – gewohnter Form auf dem Laufenden halten, so wird der Wanderbericht jeden Tag um die aktuelle Wanderung ergĂ€nzt, was wir am jeweiligen Tag erlebt haben â€Š

Inhaltsverzeichnis

3. Tag: Die, in der wir noch echte Wildtiere erleben konnten â€Š
4. Tag: Die, mit den 20,8 Kilometern und 34 Höhenmetern â€Š
5. Tag: Die, mit den 16,8 Kilometern und 351 ( !!! ) Höhenmetern â€Š
6. Tag: Die, mit den 15,5 Kilometern und 22 Höhenmetern â€Š
7. Tag: Die, mit den 14,9 Kilometern und 223 Höhenmetern â€Š
8. Tag: Die, in der die Kegel einfach nicht umfallen â€Š

Die, in der wir noch echte Wildtiere erleben konnten â€Š

Nachdem die Teilnehmer der WestfĂ€lischen Naturistentage bereits drei Wanderungen erleben durften, entschieden sich auch Torsten und Uwe, zusammen mit mir, den weiten Weg ins MĂŒnsterland auf sich zu nehmen, um diese besondere Wanderregion zu erkunden. So ging es fĂŒr uns zunĂ€chst ĂŒber 575 Kilometer und zahlreiche Autobahnen in Richtung des Sonnenhofs Marbeck, welcher von Torsten auserkoren wurde. Da es mir finanziell nicht ganz so gut ging, entschied ich mich bei meinem guten alten Freund Mic in Altenberge zu nĂ€chtigen.

Da die heutige Wanderung aufgrund der Anfahrt fĂŒr uns ausfiel, konnten wir so nur noch am Besuch der Wildpferde im Merfelder Bruch teilnehmen. Da uns dieses Event wichtig war, sollte die Vorfreude auch entsprechend groß sein. Nach einigen sehr informativen Worten, seitens der Försterin, welche sich bereit erklĂ€rte, unsere Gruppe ĂŒber die Weide zu fĂŒhren, konnten wir nach kurzer Zeit auch die ersten Wildpferde entdecken und vor die Linse bekommen â€Š

Ein entsprechendes Video werde ich euch zu gegebener Zeit nachreichen. Da wir der Försterin dankbar waren, entschieden sich Mic und Rainer ihr ein kleines Geschenk zu machen: So gab es fĂŒr sie einen Kalender mit Motiven von Vögeln unserer Heimat zu ĂŒberreichen.

Abschließend ging es noch ins Haus Waldfrieden, wo unsere Wanderfreunde einkehrten, wĂ€hrend ich zu einer kleinen Geocaching-Runde aufbrach.

Die, mit den 20,8 Kilometern und 34 Höhenmetern â€Š

Unsere heutige Wanderung sollte uns am vierten Tag der WNT entlang der Ems fĂŒhren, auf der wir erneut die Höhenunterschiede des MĂŒnsterlands kennenlernen sollten. Doch zunĂ€chst einmal starteten wir bei Mic in Altenberge, um Rainer’s Auto als Pausenauto einige Kilometer vom Startpunkt der Wanderung zu platzieren. Da wir fĂŒr diese Aktion grundsĂ€tzlich zwei Autos benötigen, begleiteten ihn Horst und ich, bevor Rainer sich in Horst’s Auto begab und wir gemeinsam zum Startpunkt fuhren, auf dem schon alle Freunde aus uns warteten.

So starteten wir mit Ziel Richtung â€Š ja genau, denn ein richtiges Ziel gab es irgendwie nicht, denn wir wanderten stets entlang der Ems, bis wir am Pausenauto ankommen sollten, fĂŒr eine erste Pause gegen Mittag. WĂ€hrend unserem Weg zur ersten Pause kamen wir nicht nur an einigen Bademöglichkeiten vorbei, sondern Rainer entschied sich zusammen mit drei weiteren Wanderern, die nĂ€chsten 800 Meter der Wanderstrecke schwimmend durch die renaturierte Ems zurĂŒckzulegen. Dabei kam es allerdings auch immer wieder vor, dass einige Stellen zu Fuß passiert werden mussten, da das Wasser recht flach war â€Š

Wenige Minuten spĂ€ter erblickten wir auf der anderen Seite der Ems einen Campingplatz, auf dem Pascal und seine Frau Clarisse nĂ€chtigen. Der Campingplatz war fĂŒr mich weniger interessant, denn das Panorama an dieser Stelle war einfach eine Augenweide, so dass ich beschloss, dieses auf digitalem Film festzuhalten â€Š

Von diesem Ems-Panorama ging es anschließend zur Pausenstelle, wo Rainer’s Auto auf uns und die Radler wartete. So genossen wir bei Äpfeln, KnĂ€ckebrot, KĂ€se, Mini-Cabanossi, MĂŒsli-Riegeln, Apfelschorle und Mineralwasser die lang ersehnte Pause – lag doch inzwischen gut die HĂ€lfte der Wanderung hinter uns â€Š mit etwa 13 Höhenmetern đŸ˜‚.

Nach einer knappen halben Stunde Pause begaben wir uns weiter in Richtung der Ems, bis wir nach gut einer Stunde an einem GrabhĂŒgel bei Telgte ankamen, welcher einst fĂŒr heidnische Prozessionen genutzt wurde. Kurze zeit spĂ€ter erblickten wir auch auf einem Schild den ursprĂŒnglichen Verlauf der Ems, welcher allerdings nicht als Basis fĂŒr die spĂ€tere Renaturierung genutzt wurde. Einer BrĂŒcke ĂŒber die Ems folgend, standen wir so wenige Momente spĂ€ter am anderen Ufer, an dem ich kurz Stellung fĂŒr ein Foto im Maisfeld bezog, welches Pascal fotografierte. Gut eine halbe Stunde spĂ€ter erblickten wir dann – in Erinnerung an den vorigen Tag – ein paar Pferde, welche auf einer naheliegenden Koppel die vorbeiziehenden Nacktwanderer beobachteten â€Š

Von den Pferden ging es weiter zur nĂ€chsten Badestelle – einem kleinen See. Dieser wurde von Rainer und einigen weiteren Freunden ( inklusive mir ) fĂŒr eine kleine AbkĂŒhlung genutzt. Ehe wir uns versahen, war Philipp auch schon am anderen Ufer des Sees angekommen, er sollte uns hier ein wenig voraus sein. Leider nĂŒtzte es nichts und so schwamm er binnen weniger Minuten wieder zurĂŒck zu uns und es konnte weiter gehen. Im Nachhinein hĂ€tte er einfach nur auf uns warten mĂŒssen, denn wenige Minuten spĂ€ter kamen wir zu Fuß an dieser Stelle an – er hĂ€tte nur auf uns warten mĂŒssen.

Zu Fuß ging es anschließend auf einem kleinen Fußweg entlang der Bundesstraße 64, um so wieder die Seite der Ems zu wechseln. Nach einer erneuten Pause begaben wir uns zurĂŒck in Richtung unseres Startpunktes, an welchem die Radler schon auf uns warteten.

Am Ende des Tages standen sagenhafte 20,78 Kilometer zu Buche â€Š bei gerade einmal 34 Höhenmetern. Es sollte erwĂ€hnt werden, dass gute sechs Höhenmeter durch das stete Auf-und-Ab an einer Plattform zustande gekommen sind, welche das Ergebnis “leicht” verfĂ€lschen könnte đŸ˜„.

Die, mit den 16,8 Kilometern und 351 ( !!! ) Höhenmetern â€Š

Am fĂŒnften Tag sollte es fĂŒr uns in den Teutoburger Wald gehen. Da die Wanderung grĂ¶ĂŸtenteils im Wald verlief und keine nennenswerten Ereignisse stattfanden, möchte ich euch heute mit einem Kurzbericht den spĂ€ten Abend versĂŒĂŸen. Starten sollten wir in der NĂ€he eines Botanischen Gartens, welcher vor etwa 100 Jahren durch den Aushub des Dortmund-Ems-Kanals und dem Pflanzenliebhaber Bernhard Loismann und seinem Sohn Karl Loismann entstanden ist.

Kurze Zeit spĂ€ter kamen wir am PrivatgelĂ€nde des Klettervereins IbbenbĂŒren vorbei, an welchem das folgende Foto entstanden ist â€Š

Laut Rainer besteht der Klettergarten grĂ¶ĂŸtenteils aus Sandstein, was mich allerdings etwas zweifeln ließ, sah doch der Stein nicht so aus, wie in meiner Heimat. Dennoch fanden sich auch hier die Ringe im Stein, bei knapp 45 Grad Steigung sollte dieser Klettergarten allerdings keine großen Herausforderungen bieten, auch wenn sich ein paar sehr interessante ÜberhĂ€nge fanden. Dennoch fehlte fĂŒr einen echten Sachsen am Ende der Kletterroute das gute und altbekannte sĂ€chsische Gipfelbuch. Vom Klettergarten sollte es weiter durch den Wald gehen, in Richtung unseres Pausenautos, bevor wir nach dem Ende der Pause an einem Friedhof zu Ehren der gefallenen deutschen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg vorbeikamen â€Š

Auf diesem Friedhof sind 130 deutsche Gefallene begraben, welche uns an die Schrecken eines Krieges erinnern sollen. Insgesamt gibt es in der Region um IbbenbĂŒren vier KriegsgrĂ€berstĂ€tten mit 319 Gefallenen.

Im weiteren Verlauf unserer Wanderung ging es so mal bergauf und wieder bergab, bevor wir nach gut 16,8 Kilometern und 351 Höhenmetern den Parkplatz erreichten, an dem wir heute morgen starteten. Vom Parkplatz aus sollte es am Ende der Wanderung als kleinen “Bonus” noch in den Garten Loismann gehen. Dazu fand sich auch eine Tafel zur Entstehung des Gartens:

Beim Bau des Dortmund-Ems-Kanals wurde der Aushub auf dem Land des Bauern Bernhard Loismann sen. zu einem HĂŒgel mit einer GrundflĂ€che von ca. 2 ha aufgeschĂŒttet.

Da dieses Land dadurch seine landwirtschaftliche Nutzbarkeit verlor und die zunĂ€chst angepflanzten ObstbĂ€ume nicht den gewĂŒnschten Ertrag erzielten, begann Pflanzenliebhaber Bernhard Loismann sen. und spĂ€ter sein Sohn Karl Loismann einheimische und fremdlĂ€ndische BĂ€ume und StrĂ€ucher anzupflanzen.

Um 1910 wurden die ersten aus Samen gezogenen BĂ€ume ausgepflanzt, einige stehen noch heute.

Auf unserem Weg durch den Botanischen Garten entstand so auch nach mĂŒhevoller Kleinarbeit das folgende Panorama, welches unsere kleine Gruppe am Fuße des Mammutbaums zeigt â€Š

Dabei ist der Amerikanische Mammutbaum noch klein, so reichte es aus, dass Heide und ich diesen umarmen konnten, in den USA gibt es da Exemplare, fĂŒr welche bis zu 12 Leute benötigt werden.

Die, mit den 15,5 Kilometern und 22 Höhenmetern â€Š

Der sechste Tag der WNT sollte uns in die Metelener Heide fĂŒhren, mit Ziel Kieferngrundsee. Nachdem wir uns am Parkplatz einfanden, konnte es auch nach kurzer Zeit losgehen, denn die Checkliste und ĂŒblichen Fragen, ob jemand an der Wanderung teilnimmt oder ins Restaurant einkehrt, durfte ich diesmal stellen. Dazu wurde auch von jedem Teilnehmer 3€ einkassiert, falls er sich aus dem Pausenauto verpflegen möchte.

Nach kurzer Zeit erreichten wir auch schon – wie ĂŒblich – den Rand des Waldes und es sollte ĂŒber Waldwege durch die Metelener Heide gehen. An sich nichts weltbewegendes, wĂ€re da nicht ein verirrter Bauer gewesen, der nicht so richtig wusste, wie er sein GĂŒlle-Faß ans Ziel bringen sollte â€Š

Also warteten wir kurz, bis er mit seinem Traktor den Weg frei machte, so dass wir unsere Wanderung fortsetzen konnten. Nach wenigen Minuten begegnete uns ein Mann auf einem Motorrad, der einfach mal schauen wollte, was denn da fĂŒr lustige Gestalten im Wald umherlaufen. Er informierte uns, dass am nahen Maisfeld Spuren von Wildschweinen gesichtet wurden und wir ein wenig Acht auf uns geben sollten. Im Verlaufe der Wanderung sammelten Andreas und ich noch einen Geocache ein, bevor wir wenige Minuten spĂ€ter am Pausenauto ankommen sollten.

Am Pausenauto sollte jedoch der Entschluss gefasst werden, dass wir uns mit samt GepĂ€ck in Richtung eines nahen Sees begeben wĂŒrden, so nahm ich den Korb mit den Fressalien und wir begaben uns zum Kieferngrundsee. Am Ufer genossen wir so bei einer ausgedehnten Pause das angenehme Wasser, auch wenn nur wenige unserer Wanderfreunde sich in das gut 20 Grad warme Nass trauten. WĂ€hrend der Pause entstand auch das folgende Panorama unserer Gruppe 
 

Da Rainer bereits zu Beginn der Wanderung und am Vorabend meinte, dass es doch eine gute Idee sei, den MĂŒll am Ufer des Sees einzusammeln, frei unter dem Motto “Naturisten fĂŒr einen sauberen Strand”. So kam innerhalb weniger Minuten ein beachtlicher Haufen an MĂŒll zusammen, doch erst spĂ€ter kam mir die Idee, dass man ein Video hĂ€tte drehen sollen â€Š

Von dieser Pause am Kieferngrundsee ging es anschließend ĂŒber die WĂ€lder zurĂŒck zum Startpunkt der Wanderung. Insgesamt kamen so gestern in 15,51 Kilometern sagenhafte 22 Höhenmeter zusammen, unsere durchschnittliche Pace lag bei 15 Minuten und 51 Sekunden – fĂŒr einen Kilometer.

Am Abend wollte ich dann Mic’s Wunsch erfĂŒllen und mit ihm eine Runde Siedler von Catan spielen, nachdem zunĂ€chst auch Rainer dabei war und sich spĂ€ter entschloss ins Bett zu gehen, war somit der Weg fĂŒr mich frei, um den Sieg zu kĂ€mpfen. Da Andreas aus ThĂŒringen mich anfangs unterstĂŒtzte und irgendwann selber auf dem Weg zum Sieg war, wurde er zum Ende hin ein harter Gegner, doch durch gute Taktik und den geschickten Einsatz einer Monopolkarte, der mir sĂ€mtlichen Lehm meiner Mitspieler einbrachte, konnte der Sieg gegen Mitternacht errungen werden. Nach dieser enttĂ€uschenden Niederlage verließ Mic den Raum, was aber nichts mit dem Ausgang des Spiels zu tun hatte đŸ˜‚ â€Š

Somit konnte ich meine erste Partie von “Die Siedler von Catan” gewinnen, nachdem ich bereits 2017 mit Freunden nur auf dem zweiten Platz gelandet bin.

Die, mit den 14,9 Kilometern und 223 Höhenmetern â€Š

Am siebten Tag sollte es nochmal hoch hinaus gehen, so stand laut Rainers Planung erneut eine Wanderung im Teutoburger Wald an. Er versprach uns am Start, dass heute das Maximum der Höhenmeter erreicht wĂŒrde – die Rede war zwischenzeitlich von 380 Höhenmetern, ob wir diese wirklich erreichen sollten ? Andreas und ich freuten sich auf jeden Fall schon drauf â€Š

Die erste Zeit sollte es wie immer durch den Wald gehen – kein Wunder, schließlich waren wir im Teutoburger Wald. Auf unserem Weg, entdeckten wir immer wieder Blindschleichen, welche gerade dabei waren, sich in den wenigen Sonnenstrahlen aufzuwĂ€rmen, die das dichte BlĂ€tterdach durchlieߠ


WÀhrend unserer Tour von Blindschleiche, zu Blindschleiche, entstand auch bei der zweiten obiges Foto, welches in wenigen Tagen durch ein Video ersetzt wird. Auf unserem weiteren Weg kamen wir auch an einer Erinnerungstafel zu Ehren Heinz Bredes vorbei, der im April 2010 verstorben ist. Um wen es sich dabei handelt, können wir leider nicht sagen, also vermuteten wir, dass es sich dabei um einen Waldarbeiter oder Wanderer handelte, dem der Teutoburger Wald zum VerhÀngnis wurde. Es wÀre nicht das erste Mal in seiner Geschichte, dass dieser Wald Menschenleben fordert: Im Jahre 9 ereignete sich die Varusschlacht zwischen Römern und Germanen, 1945 bekÀmpften sich erneut Deutsche und Alliierte wÀhrend dem Zweiten Weltkrieg.

Irgendwann wurde es Zeit, dass wir den Wald verließen, um an einem ehemaligen Kloster anzukommen, welches an diesem Tage als Ziel fĂŒr einige Hochzeiten auserkoren wurde: Erst begegnete uns eine alte Feuerwehr, wenig spĂ€ter dann auch noch ein Rolls-Royce, bei dem es sich sogar um ein JubilĂ€um handelte: 25 Jahre – oder silberne Hochzeit – feierte hier ein Paar â€Š

Unser Weg sollte uns fĂŒr die nĂ€chste halbe Stunde entlang des Mittellandkanals fĂŒhren, welcher mit 320 Kilometern der lĂ€ngste Kanal Deutschlands ist. Am Mittellandkanal legten wir auch eine Pause ein, bis kurz darauf die Polizei ankommen sollte: Nach unseren Erfahrungen des vorherigen Tages, gingen wir davon aus, dass diese ebenso locker reagieren wĂŒrden, doch da beide frisch von der Polizeischule kamen und sich noch “ihre Sporen verdienen” mussten, wie Horst es formulierte, waren die ersten Momente von einem gewissen UnverstĂ€ndnis der Beamten geprĂ€gt. Es war nicht verwunderlich, wenn da wieder das Argument ausgepackt wurde, dass sich kleine Kinder davon gestört fĂŒhlten – just in diesem Moment radelte eine Familie mit einem kleinen Kind an uns vorbei, was ĂŒberhaupt keine Probleme damit zu haben schien. Rainer entgegnete den Polizisten sogar, dass dieses kleine Kind vor Schreck eben nicht vom Rad gefallen sei, wie die Beamten es vermutlich darstellen wollten. Da Rainers Kenntnisse mancher Paragraphen, insbesondere des §118 OWiG besser zu sein schienen, als die der jungen Polizisten, verabschiedete sich der Fahrer fĂŒr einen lĂ€ngeren Moment ins Auto, um mit seinem Chef zu telefonieren, wĂ€hrend sein Kollege weiterhin fröhlich versuchte all unsere Personalien aufzunehmen – dies sollte ihm jedoch nicht vollstĂ€ndig gelingen, denn nach einigen Minuten erschien sein Kollege, um sich in aller Höflichkeit bei uns zu entschuldigen, dass er einen Fehler gemacht habe. Alsbald wurde das GesprĂ€chsklima wĂ€hrend diesem “ungewöhnlichen Einsatz” fĂŒr die Beamten besser, so dass sie uns am Ende einen schönen Tag wĂŒnschten – auch wenn sie sich wĂŒnschten, dass sie eine Info ihrer Kollegen vom Vortag erhalten hĂ€tten.

Unser Weg fĂŒhrte uns nach dieser Pause weiter entlang des Nassen Dreiecks, wo der Mittellandkanal in den Dortmund-Ems-Kanal mĂŒndet.

Inzwischen waren wir bei 70 Höhenmetern angekommen, wĂ€hrend der folgenden zwei bis drei Kilometer sollten fast 100 bis 120 Höhenmeter hinzukommen, denn Rainer entfĂŒhrte uns auf die “Schöne Aussicht”, einem Aussichtspunkt mit Blick ĂŒber das MĂŒnsterland â€Š

Es war fĂŒr Torsten und mich erschreckend, festzustellen, wieviele “BĂ€ume mit drei BlĂ€ttern” zu sehen waren – gemeint sind natĂŒrlich keine echten BĂ€ume, sondern die WindrĂ€der. 48 habe ich gezĂ€hlt, bis mich einige Wanderteilnehmer auf weitere WindrĂ€der hinwiesen, die von BĂ€umen verdeckt wurden.

WĂ€hrend unserer Wanderung kamen wir auch immer wieder an Geocaches vorbei – Grund genug fĂŒr Andreas und mich einen Halt einzulegen, um die Dosen in einen Smiley zu verwandeln. Sieben sollten es am Ende des Tages sein đŸ˜ƒ â€Š

Die letzten Meter der Wanderung waren gut bekannt, so wanderten wir auf diesem Weg bereits am Mittwoch in Richtung des Pausenautos. Abends wurde es dann Zeit fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Partie Siedler, bei der Mic auf eine Revanche von gestern hoffte, doch nachdem ich zum Ende hin feststellte, dass ich diesmal kein GlĂŒck haben sollte, entschied ich mich Andreas zu unterstĂŒtzen, so dass er seinen ersten Sieg erringen konnte đŸ˜Š.

Die, in der die Kegel einfach nicht umfallen â€Š

Sonnabend sollte unser letzter Tag sein, an dem wir an der WNT teilnehmen konnten, dies wussten auch Mic und Rainer und luden die ganze Gruppe zum Brunch in die NĂ€he von Altenberge ein. Mit den Besitzern wurde zuvor alles abgesprochen, so dass wir hier wĂ€hrend der WNT das ganze Restaurant fĂŒr uns hatten, um nicht nur nackt zu frĂŒhstĂŒcken, sondern auch nackt zu kegeln – fĂŒr mich das erste Mal, fĂŒr den Rest der Gruppe war es schon eher Gewohnheit.

Doch zunĂ€chst sollten wir in den Genuss der hervorragenden KĂŒche kommen, denn auch ein FrĂŒhstĂŒck sollte gut zubereitet sein – ich spreche dabei nicht nur vom RĂŒhrei, sondern auch vom guten alten “das Auge isst mit” 


So genossen wir in entspannter AtmosphĂ€re unser FrĂŒhstĂŒck, mit – wahlweise – Kaffee oder Tee. Nach dem FrĂŒhstĂŒck entschieden sich die Initiatoren der jeweiligen Wanderwochen fĂŒr einen ersten Erfahrungsaustausch und eine Planung fĂŒr das kommende Wanderjahr 2020. Da bisher noch nichts richtig fest ist und wir uns nach der NEWT richten, um so in den Genuss der internationalen GĂ€ste zu kommen, können wir euch bisher nur die letzten zwei Wochen im Juli nennen.

Nach dem FrĂŒhstĂŒck sollte es fĂŒr einige von uns nochmal auf die Kegelbahn gehen – nachdem meine Tante bereits Deutsche Meisterin im Seniorenkegeln wurde, hoffte ich darauf, dass auch bei mir davon etwas hĂ€ngen blieb, doch irgendwie hatte ich anfangs einige Probleme mit der Bahn klarzukommen und so fielen die Kegel nicht um, wie ich es wollte. Irgendwann hatte ich aber den Dreh raus ( mit einem Bohrer drei 14er Löcher zu bohren hilft echt eine Menge đŸ˜‚ ) und konnte im Team helfen, die Kegel fallen zu lassen.

Gegen 15 Uhr wurde es fĂŒr uns Zeit aufzubrechen, da Rainer zum Abschluss noch eine Wanderung von 10 Kilometer einplante. Die Wanderung fĂŒhrte uns erneut entlang des Dortmund-Ems-Kanals, dazu gab es die ein oder andere Badestelle, welche von Rainer, Manu und Heinrich ausgekostet werden wollte. Die Wanderung verlief an sich relativ ereignislos, so dass wir uns nach gut drei Stunden in Richtung unserer Autos begaben â€Š

WĂ€hrend dieser Wanderung kamen wir unteranderem an diesem Schild vorbei, an dem Rainer mich bat kurz Platz zu nehmen, bevor wir die Wanderung fortsetzen sollten.

Abschließende Worte

Was am Ende unserer Erlebnisse in Westfalen bleibt ist, dass wir eine Menge neuer Freunde kennengelernt haben. Dazu gesellten sich auch einige interessierte Wanderer, welche die SĂ€chsische Schweiz gern einmal erleben möchten, worauf ich mich schon ganz besonders freue. Leider war es Torsten und Uwe nicht möglich an jedem Tag der WNT teilzunehmen, da der – empfohlene – FKK-Campingplatz des Marbecker Bund viel zu weit von den Wanderstartpunkten entfernt war. FĂŒr mich bleibt zu sagen, dass sich die Wanderungen relativ Ă€hnelten, daher war es auch zum Teil echt schwierig diesen Wanderbericht zu verfassen: WĂ€hrend in Sachsen, ThĂŒringen oder bei der NEWT gewisse “Erinnerungshelfer” in Form besonderer Aussichten oder Steine bzw. Berge vorhanden sind, waren die Wanderungen im MĂŒnsterland eher von Feldern und WĂ€ldern geprĂ€gt – was aber eindeutig an der Region liegt und Menschen mit Höhenangst entgegenkommt đŸ˜„.

Ich hoffe dennoch, dass ich euch mit diesem Bericht das MĂŒnsterland nĂ€her bringen konnte und ihr vielleicht mal vorbeischaut – Mic und Rainer wĂŒrden sich ganz sicher freuen.

Ich danke Mic und Rainer fĂŒr diese außergewöhnlichen Tage,
euer Martin

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Über Martin

NatĂŒrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg fĂŒr mich geprĂ€gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder BekleidungsgeschĂ€ften zu finden, nur um sie nach meiner nĂ€chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer MĂŒtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung wĂ€hrend einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schĂŒtzen. FĂŒr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschĂŒtzt wird 


1 Kommentar

  1. Danke fĂŒr den Bericht zur WNT. Da Uwe und ich die Übernachtungen bzw die Abende auf dem “Sonnenhof Marbeck” verbrachten, möchte ich hiermit noch nachtrĂ€glich bei den Mitgliedern des FKK Vereins fĂŒr die schönen GesprĂ€che und die schöne Zeit miteinander bedanken.
    Das 50 jĂ€hrige JubilĂ€umsfest des Vereins war fĂŒr uns ein großerartiger Abschluss am letzten Tag unserer Wanderwoche.
    Danke & Gruß Torsten

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