Liebe Wanderfreunde,

dass man auch zu Beginn des Monats November mal in Klamotten wandern kann, klingt für den ein oder anderen Textilwanderer, der sich auf diese Seite verirrt hat, sicherlich befremdlich, für einen Nacktwanderer geht es jedoch drum, dass er auch mal rauskommt. Und was bietet sich da an, einmal zum Carolafelsen zu laufen und sich anschließend von äußeren Einflüssen leiten zu lassen ? Denn es bleibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass wenn man allein unterwegs ist, auch eher mit Menschen ins Gespräch kommt. Diesen Aspekt wollte ich während meiner heutigen Tour nutzen, auf der ich viel gesehen und noch mehr erlebt habe …

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Doch von vorn: Start der Tour war in Sebnitz am Busbahnhof – bereits in aller Frühe fuhr der Bus kurz nach sieben Uhr, denn jedes bisschen Tageslicht wollte genutzt werden – und auf direktem Weg ging es in Richtung Lichtenhain. Die Haltestelle „Ulbersdorfer Weg“ ward nach wenigen Minuten erreicht und das Training auf der  Watch gestartet. Los geht’s. Das malerische Dörfchen entlang der Hohen Straße passierte ich recht schnell und auch, wenn der geplante Weg ein wenig anders verlief und entlang des Folgenwegs hinunter zum Beuthenfall führen sollte, so nahm ich dann doch den Weg, welcher oberhalb des Lichtenhainer Wasserfalls verläuft. Die asphaltierte Straße ging es durch den farbenfrohen Laubwald hinunter, ehe ich mich nach kurzer Zeit am Gasthaus des gleichnamigen Ortes wiederfand. Ein kurzer Blick aufs Frühstücksbüffet und schon ging es weiter – der Beuthenfall war nur knapp 10 Minuten strammen Fußmarschs entfernt. Auf meinem Weg kamen mir vereinzelte Autos der WEA entgegen – ein Sebnitzer Tiefbauunternehmen, die im kommenden Monat den Ausbau des Internets im Tal der Kirnitzsch vorantreiben ( über Sinn und Unsinn für sehr wenige Bewohner lässt sich streiten, doch es kommt vielleicht den Beherbergungsgästen entgegen ). Dass das Kirnitzschtal infolge dessen den ganzen Monat gesperrt sei, erfuhr ich bereits im Vorfeld von den Betreibern der Neumannmühle, doch was genau gesperrt sei und was kommuniziert wird, sind zwei paar (Wander-)schuhe: Zunächst ist erst einmal von Bad Schandau bis zum Forsthaus die Straße gesperrt, wahrscheinlich gibt es hierzu auch eine Ampelregelung, denn mir kam ein Transporter mit zwei Bauampeln in relativ zügigem Tempo entgegen. Auf jeden Fall kann man bis zum Lichtenhainer Wasserfall problemlos mit dem Auto fahren – die Neumannmühle, welche ab kommenden Montag nur an den Wochenenden bis zum 11. Dezember geöffnet hat, wird darüberhinaus noch länger erreichbar bleiben …

Eigentlich wollte ich ja auf direktem Weg zur Oberen Affensteinpromenade gelangen und tags zuvor war auch noch die Häntzschelstiege im Zwiegespräch, doch der nächtliche Regen beerdigte alle Vorfreude auf eine kleine Stiegentour, so dass es über die Wilde Hölle zum Carolafelsen ging. Dass dann aber auch noch (k)eine einsame Kettensäge den Weg hinauf in den Kroatenhau verbot, war etwas unschön, denn so durfte ich über den steinigen und ein wenig längeren Dietrichsgrund laufen, der nach einigen hundert Metern in den Vorderen Heideweg und die Untere Affensteinpromenade übergeht. Kettensägen habe ich keine vernommen, was aber auch einen ganz plausiblen Grund hatte: Es ist Mittwoch und der Tag, an dem Dienstberatung bei der Nationalparkverwaltung ist, wie ich später von Dr. Wobst in der Neumannmühle erfuhr – idealer Zeitpunkt, um mal ein paar verbotene Dinge anzustellen, bevor die lieben Ranger alle wieder ausschwärmen. Aber sowas machen wir ja nicht 😉 …

Wie leer die Sächsische Schweiz sein kann, das kenne ich bereits aus den Wintermonaten, wo eine gute alte Schwarz-Weiß-Kamera für die schönsten Fotos genügt, denn mehr sieht man ohnehin nicht. Doch auch an einem Herbsttag, wie diesem, war es recht leer und so kam mir lediglich ein Wanderer entgegen. In der Wilden Hölle, wie auch auf dem Carolafelsen – dem ersten Ziel der heutigen Tour – war ich ganz allein. Auf jener Aussicht, benannt nach Carola, Prinzessin von Wasa, die durch spätere Heirat mit Albert von Wettin, einem Sohn von „König Johann von Sachsen“, letzte Königin Sachsens wurde, hörte ich ein dumpfes Knallen. Verorten ließ sich dieser im Gebiet der Schrammsteine oder der Postelwitzer Steinbrüche, wenig später folgte erneut ein Knall, nur unterbrochen vom Feueralarm aus Richtung Sebnitz. Es mag doch hoffentlich nichts Schlimmes passiert sein ?

In den Medien findet sich jedenfalls kein Hinweis auf einen Unfall an der Bahnstrecke Děčín-Dresden-Neustadt und auch zwei Nationalparkwächter bekamen nichts von jenem Knall mit, als ich sie wenig später auf dem Langen Horn antraf. Wie ich denn plötzlich vom Carolafelsen zum Langen Horn – dem Ende der Oberen Häntzschelstiege – gelange ? Ganz einfach: Ein Sprung übers Holz.

Ein Blick auf die Uhr verrät, dass der Tag noch jung ist und dennoch schon Halbzeit der geplanten Wanderung über knapp 15 Kilometer. Was erwartet mich denn noch alles ?

  • Weg zur Wildnis
  • Weg zur Wildnis – Erweiterung zum Waldbrand 2022
  • Ein Besuch in der Neumannmühle

Kurz nach 10 ? Die Neumannmühle öffnet ihre Pforten für Tagesgäste erst halb Zwölf, also schauen wir mal auf der Karte, was noch in Reichweite liegt: Die Richterschlüchte … hmm keine schlechte Idee, der Große Winterberg … naja, die Aussichten entlang des Unteren Fremdenwegs … waren schon gar keine ernste Erwägung mehr wert, denn unweit der Richterschlüchte gab es einen weiteren Weg, der mich in den Monaten nach dem Waldbrandereignis faszinierte und welcher seit 1945 – so der Aussage eines Rangers nach – verboten und damit nie in die Wegekonzeption eingeflossen sei. Gerade jener Weg – der Fremdenweg – spaltet seit je her die Wanderschaft auf der einen und die Nationalparkverwaltung auf der anderen Seite: Von Verboten wolle man nix wissen, vielmehr liegt der Weg in einer rechtlichen Grauzone. Es kommt somit auf jeden Ranger an, ob ein Bußgeld erhebt bzw. eine Anzeige ausstellt oder nicht. Am Katzenstein erhielt ich die Möglichkeit, mit einem Ranger über dieses Thema zu sprechen – er selbst sei kein Fan mancher Entwicklungen im Nationalpark und gab mir den Tipp, in den Weberschlüchten vorbeizuschauen. Doch zunächst einmal verwies er auf die Population von Falke und Uhu, die an der Silberwand brüten und das Problem sei für die Tiere einfach, dass sie nur zwei Grundbedürfnisse hätten: Ruhe und Futter. Wir hingegen, mit einem ganzen Füllhorn an Bedürfnissen sind nicht mal in der Lage, diese zwei winzigen Wünsche der Tierwelt zu respektieren. Für die Tierwelt zählte es schließlich zur Gewohnheit, dass „die bunten Männel“ auf den Wegen rumrennen, doch „sobald diese in den Wald rennen, auch wenn es nur zum Pinkeln sei“, bedeute dies Stress. Sein Ansatz sei daher nicht Anzeigen auszustellen, sondern die Leute zum Nachdenken zu animieren, denn viele wissen einfach nicht, wie man sich im Wald verhält: Auf Wegen bleiben, seinen und auch mal den Müll Anderer mitnehmen, sowie unter keinen Umständen ein Feuer zu entzünden. Gerade letzterer Punkt lies mich zu jenen Hinweisschildern kommen, welche zu Beginn des Jahres allerorten aufgestellt wurden.

Was niemand kontrolliert, wird auch nicht befolgt.

Autofahrer geht in euch und seid ehrlich: Wie oft seit ihr in einer Tempo-30-Zone mal mit einer 50 durchgefahren, wohlwissend, dass diese eben über keinen Blitzer oder anderweitige Kontrollsysteme verfügt ? Und so bringe viele Autofahrer erst die Aufklärung der Polizei zum Nachdenken, wenn auf eine nahegelegene Schule verwiesen wird.

Neben all diesen Informationen gab es noch einen Verweis auf das Thema Wölfe in der Sächsischen Schweiz und „Nachrichten“ zu jenem Thema, die man so selten bis gar nicht zu hören bekommt. Vereinzelte Wölfe des Rudels aus dem böhmischen Kyjov und vom Rosenberg statten der südlichen Sächsischen Schweiz bis zur Kirnitzsch immer mal wieder einen Besuch ab, dazu lebten Wölfe mit einer Schafherde in friedlicher Koexistenz.

Gut eine Dreiviertel Stunde zog ins Land in der wir uns intensiv über wichtige und auch unwichtige Themen unterhielten. Der Ranger – samt Frau im Gepäck – wollte die geostationären Punkte auslesen, diesmal am Goldstein. Ich hingegen bog in Richtung Richterschlüchte ab, denn seinem Tipp, einmal den Zustand der Weberschlüchte zu dokumentieren, wollte ich unbedingt folgen.

Während der diesjährigen Ausgabe der Sächsischen Naturistentage – einen Wanderbericht wird es diesmal sicher nicht geben, vielleicht jedoch einen Rückblick – waren wir schon einmal an jenem Ort zu Gast, an dem die Kameraden der Feuerwehr mit der Unwegsamkeit des Geländes und immer wieder neu aufflammender Glutnester zu kämpfen hatte. Kein Wunder, liegt doch die Sächsisch-Böhmische Grenze keine 250 Meter entfernt. Man kann es nur immer wieder sagen: Wir hatten Glück, denn wäre der Wind nicht gen Südosten gedreht, müsste man die Waldbrandflächen diesseits und jenseits der Grenze einfach nur vertauschen – sehr zum Leidwesen der tschechischen Nachbarn, denn wie ich später in der Neumannmühle von zwei Gästen vernahm, erwägt die Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz im Zuge dessen, einige Wege zu sperren. Der Gabrielensteig nach Mezní Louka beispielsweise ist seit vergangenem Jahr – mit Verweis auf die erhöhte Baumbruchgefahr – für Wanderer, wie Kletterer gesperrt. Dass hier gar nichts mehr umfallen könne, beweisen zahlreiche Fotos im Internet, aber auch eigene Besichtigungen. Wer von euch eine „schlimme Kindheit“, wie die meine hatte, der weiß, dass man spätestens in der Grundschule oder im Kindergarten über die Gefahren des Waldes und ein Feuerverbot aufgeklärt wurde …

Vorbei am Krinitzgrab begab ich mich zur Richtergrotte und begegnete zwei weiteren Wanderern, womit das Verhältnis von Rangern und Wanderern doch tatsächlich bei 1:1 liegen würde. Ich war erstaunt, zugleich aber auch schockiert. Muss so eine „Traumquote“ erst zustande kommen, wenn das Kirnitzschtal gesperrt ist und sich das (Wander-)jahr dem Ende neigt ? Zumindest aus jener Sicht, dass heute kein Feuer entzündet wird bzw. erst durch wachsame Wanderer entdeckt wird.

Einfach nur stupide dem Weg durch die Richterschlüchte zu folgen, schien wenig einleuchtend zu sein, gab es doch noch einen Weg zu erkunden: Im Laufe des Jahres begaben wir uns bereits mehrmalig auf die Spuren Herbert Raacks, der sich seiner Einberufung in die Wehrmacht entzog, um in einem Krieg zu kämpfen, der ohnehin verloren war. Wer mehr zu einer ähnlichen Geschichte erfahren will, die sich in der Siebenschläferboofe im Kleinen Zschand ereignete, dem lege ich den Artikel von Hartmut Landgraf ans Herz …

Inzwischen standen übrigens gut 17 Kilometer zu Buche. Als ich unten in den Weberschlüchten ankam, erblickte ich jene zwei Wanderer, die ich erst fälschlicherweise für einen Nationalparkwächter hielt. Die Weberschlüchte fand ich zunächst wie gewohnt vor – zumindest auf den ersten Metern entdeckte ich keine Veränderungen, im Vergleich zur Wanderung mit Martin aus dem Schwabenländle, Ende September. Erst bei genauerem Hinsehen und einem weiteren Vergleich zur Wanderung mit Renée aus Magdeburg, stellte ich fest, dass der Weg tatsächlich auf gut drei Meter verbreitert und sämtliche Holzeinlagerungen, die während des Waldbrands eingebaut wurden, um die Passierbarkeit des Weges für die Einsatzkräfte zu verbessern, am Wegesrand lagen. Warum ausgerechnet ein Weg, mitten in der Kernzone gelegen, und auch nur bis zum Abzweig Kleine Webergrotte / Webergrotte derart ausgebaut wird, erschließt sich mir und jenem Nationalparkwächter nicht. Andere Wege im Großen Zschand bleiben unpassierbar, wie der Große Reitsteig, der vor zwei Jahren dann doch eine neue Chance bekam oder aber der Bärenfangwändesteig bzw. den Aufstieg zur Marienhöhle auf der anderen Seite des Bergrückens. Glücklicherweise bekam die Nationalparkverwaltung mit Uwe Borrmeister im April diesen Jahres einen neuen Chef, der die Probleme kennt und sicher auch eine ganz andere Sprache spricht, als Ulf Zimmermann, der lieber seiner Jagdleidenschaft frönte, weshalb so mancher Weg auch mal gesperrt blieb. Nachdem es sich bei uns im Wald „ausge-ulf-t“ hat, darf er nun im Müritz-Nationalpark jagen und klagen… ähh schalten und walten.

Je mehr Druck von außen kommt, um so eher müsse man etwas verändern.

An der Webergrotte angekommen, wurde es Zeit für eine ganz kurze Pause – inzwischen war es schon gegen 12 und der Bauch grummelte vor sich hin. Es wurde an der Zeit, nach einem kräftigen Schluck Wasser aus der Flasche, der Neumannmühle einen Besuch abzustatten. Mit jenen zwei Wanderern kam ich dann aber doch noch ins Gespräch: Er sei aus Leipzig und habe in Dresden studiert, bevor es ihn nach Düsseldorf verschlug – der Liebe wegen. Zeit fürs Wandern bleibe so kaum noch, denn das Ruhrgebiet sei eben eine Ansammlung von Städten, in denen Wandern keinen Spaß macht. Ein- bis zweimal in der Woche, wenn man zu Besuch bei Familie und Freunden ist, schaffen es beide dann aber doch in der Sächsischen Schweiz die Wanderschuhe zu benutzen. Unser Weg trennte sich am Ausgang der Weberschlüchte – für die Beiden ging es in Richtung Löfflerschlüchte oder wo einen die Füße hintragen, denn schließlich sei man ja spontan. Mein Weg führte zu Familie Galle, dem Betreibern der Neumannmühle und der Erzählung von einem „Rührei, von dem man satt werde“ …

Falls ihr in der Region zu Gast seid, schaut bei einfach bei Familie Galle vorbei – das Essen und die Gastfreundschaft sind auf jeden Fall erstklassig. Wer ein Zimmer sucht, um von hier aus über den Malerweg zu wandern, wird genauso fündig, wie Kletterer, die im Großen Zschand oder den Affensteinen die Gipfel erklimmen möchten.

Berghütte & Wirtshaus „Neumannmühle“
Kirnitzschtalstraße 4
01855 Sebnitz OT Ottendorf
Webseite

Ganz so einfache Kost, wie besagtes Rührei, sucht man heute dann doch auf der Speisekarte vergeblich, doch kleine Sonderwünsche erfüllt die Chefin des Hauses gern – wenn auch nicht für jeden 😄. Draußen erschien es mir dann doch etwas zu kühl und so begab ich mich in die gemütliche Gaststube, in der neben Fotos von Kletterern auch mal eine Karte der Sächsischen Schweiz zu finden ist, die vor fast 75 Jahren gedruckt wurde. Am hintersten Tisch entdeckte ich dann einen, durch die MDR-Sendung BIWAK häufig gesehenen, „alten Hasen“ vom Sächsischen Bergsteigerbund: Dr. Reinhard Wobst. Wir kamen ins Gespräch und wenig später erhielt ich einen Sitzplatz am Tisch der zwei Kletterer – heute allerdings als Wanderer unterwegs, um den Zustand des Lorenzwegs ( dazu bietet Dr. Wobst eine interaktive Karte auf seiner Webseite an ) zu dokumentieren. Doch bevor ich mich hinsetzen konnte, musste erstmal meine liebe Nadine geknuddelt werden 🤗 – sie ist nicht nur Tochter und Kellnerin, sondern eben auch immer erfreut mich zu sehen. Ich wollte wissen, woher diese Begeisterung kommt und erfuhr – am Ende meines fast dreistündigen Besuchs – dass ich der Einzige aus der großen Gruppe von Naturisten gewesen sei, der ihr während unseres ersten Besuchs 2020 half. Das wirkte dann auch nachhaltig und auf Dauer entstand so eine Freundschaft zwischen den Galles und „Martin, dem Nacktwanderer“. Mit Herrn Wobst und seinem Begleiter philosophierte ich nicht nur über Wanderwege, aktuelle Entwicklungen oder das vergangene Gesprächsforum, samt dem Tipp die Veranstaltung am 21. November in Bad Schandau im Kalender vorzumerken, sondern auch über unseren Umweltminister Herrn Günter. Auch fiel der Name eines ehemaligen Leiters der Nationalparkverwaltung, der in den frühen 2000er Jahren die Strippen zog und vermutlich bis heute die Fäden im Hintergrund nicht aus der Hand gibt. Vom SBB und Wanderverbänden hört man ja immer wieder Kritik an manch fragwürdigen Handlungen der Nationalparkverwaltung, doch spätestens bei der Landesdirektion versandet diese. Schade, doch je mehr Druck von außen kommt, um so eher müsse man etwas verändern, versicherte mir bereits jener Ranger am Katzenstein.

Irgendwann war dann auch der größte Salat mit gratiniertem Ziegenkäse ( ein echter Geheimtipp ist jedoch das Dressing auf Basis von Orange bzw. Blutorange ) verspeist und ich unterhielt mich mit den Galles über aktuelle – zumeist private – Themen, als auch die Zukunftsplanung. So stand auch im Raum, dass Tagesgeschäft einzuschränken und sich mehr auf die Hausgäste, sowie geladene Gruppen zu fokussieren, in Anbetracht dessen, dass es einem Wunder gleicht, dass Manu, Chefin und Mutter, überhaupt noch arbeiten kann. Ihr Ehemann, Markus ereilte im Laufe des Jahres das Pech, als er mit dem Rad stürzte und seitdem den Arm kaum noch bewegen kann, dennoch befindet er sich auf dem Weg der Besserung und ich hoffe für die ganze Familie, dass ihr im Winter genug Kraft tanken könnt 😃. Nadine hingegen wird in Zukunft in Lohmen beim Bio-Bäcker über die Theke schauen, für ihren beruflichen Neuanfang wünsche ich ihr ( und sicher auch viele weitere Naturisten aus nah und fern ) alles Gute 😊 …

Einen kleinen Tipp gab es dann aber doch noch: Wer nochmal Lust hat, bis 11. Dezember einzukehren, dem seien die Wochenenden ab kommenden Montag ans Herz gelegt, denn so lang wird die Neumannmühle noch dieses Jahr bewirtschaftet, bevor es in die Winterpause geht. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall, denn Gastfreundschaft und gutes ( regionales ) Essen werden hier ganz groß geschrieben und selbst den ein oder anderen Tipp für Wanderer gibt es noch obendrauf.

Drei Stunden … die Zeit vergeht wie im Fluge und über die Folgen, sowie die Ausläufer des Vogelbergs, würde es dann doch noch gut 45 Minuten ( so zumindest wollte es der Wegweiser ) dauern, bis ich die Bushaltestelle „Ottendorf, Ortsmitte“ erreiche. Dass ich jenen Weg in knapp 30 Minuten bewältigen könne, dabei aber auch einen Puls von gut 170 hatte, sei einmal dahingestellt, aber wenigstens konnte ich so die letzte Direktverbindung nach Sebnitz nutzen. Nach 24,56 Kilometern und 743 Höhenmetern kann ich mit Recht sagen: Viel gesehen und noch mehr erlebt. Es muss nicht immer nackt sein, wenn die Tage kürzer und die Temperaturen einstelliger werden, denn das nächste Abenteuer wartet ganz bestimmt schon.

Ich hoffe, dass euch dieser Wanderbericht gefallen hat,
euer Martin

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Über Martin

Natürlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg für mich geprägt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder Bekleidungsgeschäften zu finden, nur um sie nach meiner nächsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mensch nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer Mütze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung während einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schützen. Für mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschützt wird …

1 Kommentar

  1. Hallo Martin, schön mal wieder einen von deinen tollen Wanderberichten zu lesen. Vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr auch mal, zu den Naturistentagen in die sächsische Schweiz zu kommen. Bis dahin mache ich als einsamer Nacktwanderer mein schwäbisches Heimatland unsicher. Ich wünsche dir für die dunkle und kalte Jahreszeit trotzdem viele helle Stunden beim Wandern und bedanke mich auf diesem Wege für deine tolle Arbeit für das (Nackt-) Wandern und „deinen“ Naturpark.

    Viele Grüße aus dem herbstlichen Hohenlohe sendet die Ralf

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