Liebe Wanderfreunde,

wenn gute Freunde Lust auf eine Wanderung haben, dann schreckt man auch vor MĂ€nnertag nicht zurĂŒck, denn bis zum Start unserer SĂ€chsischen Naturistentage verbleiben nur noch knapp zwei Monate und es gab noch die ein oder andere Route zu erkunden. Zusammen mit Christian, Erik und Mario fuhren wir in Richtung des Parkplatzes in Ostrau, um den Schrammsteinen und der Hohen Liebe einen Besuch abzustatten â€Š

So starteten wir am gut gefĂŒllten Parkplatz wenige hundert Meter vor Ostrau, um ĂŒber die Falkensteinstraße in Richtung des Oberen Liebenweges zu gelangen. An den Falkenstein-HĂŒtten, einer Ferienanlage, angekommen, stellten wir fest, dass zahllose Wanderer und Camper den Parkplatz fĂŒr sich in Anspruch nahmen, um direkt unweit des Falkensteins zu ihrer Wanderung aufzubrechen. Unser Weg hingegen sollte uns entlang einiger GĂ€rten zur ersten Kreuzung geleiten â€Š doch wenn man ins GesprĂ€ch vertieft ist und von einigen Textilwanderern begleitet wird, geschieht es schnell, dass man einen Abzweig verpasst und so fanden wir uns auf dem Liebenweg und dem spĂ€teren Steinbrecherweg wieder. Nun galt es den bekannten Teil des Malerwegs am Liebentor zurĂŒck in Richtung der Hohen Liebe zu finden.

Nach wenigen Minuten befanden wir uns auf dem Oberen Liebenweg, welcher uns steil hinauf zur Hohen Liebe fĂŒhrte. Der Anstieg war dabei durchaus nicht ohne, so dass Erik mal wieder die “FĂŒĂŸe weh taten”, doch am Ende gab es eine wunderschöne Aussicht als Belohnung fĂŒr die Strapazen. WĂ€hrend Erik mit seiner Kamera und seinem Polarisationsfilter – kurz Polfilter – spielte, warf ich einen Blick in das Buch der verunglĂŒckten SĂ€chsischen Kletterfreunde â€Š

Nach kurzer Pause und einem freundlichen Plausch mit zwei Paaren, brachen wir zum Abstieg auf. NatĂŒrlich war Erik wieder aufs Geocachen fixiert, so dass wir ihm wĂ€hrend des Abstiegs plötzlich in den Wald folgten, Mario und meine Wenigkeit entschieden sich allerdings auf dem Weg zu verbleiben, doch nachdem Erik einfach nicht fĂŒndig wurde, entschied ich mich ihm zu helfen, doch auch mit vereinten KrĂ€ften war es nicht möglich, den Cache zu finden – er bleibt also weiterhin versteckt und wird vielleicht zu den Naturistentagen gefunden đŸ˜ƒ.

Da die Route in Übereinstimmung mit der offiziellen Wanderkarte von Sachsen Kartographie entstand, sollte der weitere Weg kein Problem darstellen, doch bereits an der nĂ€chsten Kreuzung schien es etwas schwierig zu werden, so schien der Obere Liebenweg zwar einen leichten Knick zu nehmen, doch der Abzweig zum Oberen Steinbruchweg wollte sich einfach nicht finden lassen, daher entschieden wir uns, den ersten Weg in Richtung Wildwiese zu nehmen und einem kleinen Weg auf den Oberen Steinbruchweg einzuschlagen. Das nĂ€chste Ziel war somit die Wildwiese, auf der wir eine erste grĂ¶ĂŸere Pause einlegen sollten und die Sonne genießen konnten â€Š

Von der Wildwiese konnten wir unser nĂ€chstes Ziel erspĂ€hen: Die Schrammsteine. Nach erfolgter Pause und dem Beifall einiger Textilwanderer zogen wir ĂŒber die Wildwiese in Richtung des Mittelwinkels von dannen, um an jenem Zustieg auf die Schrammsteine, das Highlight des Tages zu werden. So war unteranderem von einem Kind zu hören: “Die sind mit nackig” oder auch die – hĂ€ufig gestellte – Frage: “Habt ihr eine Wetter verloren ?”. Verloren haben wir sicherlich keine, doch die Kommentare waren auch an jenem MĂ€nnertag zu ĂŒberwiegend 95% positiv, was ich ehrlich so nicht erwartet hĂ€tte. An der ersten Leiter hieß es allerdings etwas Zeit einplanen, denn eine Gruppe entschied sich zuerst fĂŒr den Abstieg, gefolgt von weiteren einzelnen Personen, bevor wir uns an den weiteren Aufstieg machen konnten.

Der Mittelwinkel endet genau da, wo der Gratweg beginnt, so dass wir hier auf die meisten Wandergruppen des gesamten Tages stießen – bis zur Schrammsteinaussicht, vorbei am WildschĂŒtzensteig, sollte es natĂŒrlich nicht besser werden. Aber ehrlich gesagt: Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit kann es nicht geben, denn der Großteil der Wanderer war erstaunt von den drei Nacktwanderern plus ihrem – wie Andreas es immer nennt – “Stoffhund”, denn Mario entschied sich am Mittelwinkel die Klamotten wieder anzuziehen, da es ihm etwas zu frisch war.

FĂŒr den Rest von uns ging es so in Richtung des Aufstiegs zur Schrammsteinaussicht, alternativ bestand die Möglichkeit, zuvor den FrĂŒhstĂŒcksplatz zu besuchen, doch die Mehrheit unserer kleinen Wandergruppe entschied sich gegen diesen Abstecher, so dass wir zu einer kleinen geheimen Aussicht mit Blick auf die Schrammsteine aufbrachen – persönlich kannte ich diesen alten Weg auch noch nicht. Unterhalb der Aussicht legten wir eine kurze Fotopause ein, wofĂŒr es zunĂ€chst nötig war, auf einen benachbarten Stein zu klettern. Dabei fiel uns auch ein “Hund” aus Sandstein auf, der zu Eriks Linken sitzt â€Š

Nach dieser kleinen – unfreiwilligen – Pause entschieden wir uns, der Leiter hinauf zur eigentlichen Aussicht zu folgen. Christian hingegen nahm den Weg “todesmutig” durch die schmalen Spalten im Stein. Auf der Aussicht angekommen, entstand auch das folgende Panorama, mit der Schrammsteinaussicht zur Rechten und Blick auf das linkselbische Gebiet der Hinteren SĂ€chsischen Schweiz – darunter auch das Wanderziel der morgigen Wanderung â€Š

FĂŒr einige Minuten genossen wir so Sonne und Aussicht, bevor es wieder zurĂŒck zum JĂ€gersteig, vorbei am WildschĂŒtzensteig und einem Teil des Gratweges gehen sollte. Am Gratweg gab es eine amĂŒsante Szene zu bewundern, denn eine krĂ€ftige Wanderin aus Bayern, steckte plötzlich an der Engstelle wie ein Pfropfen zwischen den Sandsteinen fest, doch beherzt ging sie ihren Weg weiter und so war auch dieser vermeintlich enge Weg gemeistert. Wie gut, dass Erik einen kurzen Blick nach hinten warf und uns so an diesem Erlebnis teilhaben lieߠ😄. Einigen Jugendlichen schien der ĂŒbermĂ€ĂŸige Alkoholgenuss weniger zu bekommen, doch lassen wir ihnen ihren Spaß.

Am JĂ€gersteig entschieden wir uns diesen in Richtung des Schrammsteinweges zu folgen, doch im Verlauf des JĂ€gersteigs blieb uns nichts anderes ĂŒbrig, als mehrmals zu warten, bis es mal weiter geht. Es war echt voll an dem Tag, doch auch als wir am Schrammsteinweg ankamen, begegneten uns viele Familien, die uns in Begleitung ihrer Sprösslinge freundlich grĂŒĂŸten. Über den Schrammsteinweg gelangten wir in Richtung der Torsteine, wo wir am SĂŒdlichen Osterturm einem Kletterer im Beisein zahlreicher Textilwanderer bei seinem Hobby zuschauen konnten.

Das Schrammtor passierend, nĂ€herten wir uns dem Obrigensteig, welcher uns ĂŒber knapp 900 Meter in Richtung der Aussicht an der Königsnase fĂŒhrte, zunĂ€chst schien diese Aussicht nicht besonders vielversprechend zu wirken, da eine Gruppe Rentner den weiteren Weg zur Aussicht als ihren Pausenplatz auserkor. Ich entschied mich den verbleibenden Weg zu folgen, so dass wir die eigentliche Aussicht schließlich doch noch erreichten 
 

Auf dieser Aussicht entstand dann auch noch ein weiteres Panorama bzw. – je nachdem ob ihr euch angemeldet habt – ein Foto unserer kleinen Gruppe. Von der Königsnase verlief unser Weg den Obrigensteig hinab in Richtung der Straße im Zahnsgrund, der auf allen Karten eingezeichnete – parallel zur Straße verlaufende – Weg entpuppte sich jedoch recht schnell als Weg, der fĂŒr wenige hundert Meter der Straße folgte, bevor es wieder in den Wald hinein ging. Oberhalb der Schrammsteinbaude folgten die letzten Höhenmeter des Tages, bevor wir am KlĂŒftelweg ankamen â€Š

Mit dem Ende der Wanderung bereits im Blick, entschieden wir uns noch zu einer kleinen Geocaching-Pause, bevor wir den Weg zurĂŒck zum Parkplatz fanden. Auch wenn die Wanderwege zum Teil recht ĂŒberlaufen waren, so konnten wir doch ein positives Fazit unserer Begegnungen mit den unzĂ€hligen Textilwanderern ziehen.

Ich hoffe, dass euch dieser Wanderbericht gefallen hat,
euer Martin

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Über Martin

NatĂŒrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg fĂŒr mich geprĂ€gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder BekleidungsgeschĂ€ften zu finden, nur um sie nach meiner nĂ€chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer MĂŒtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung wĂ€hrend einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schĂŒtzen. FĂŒr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschĂŒtzt wird 


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