Liebe Wanderfreunde,

seit mehreren Jahren ist die S├Ąchsische Schweiz nicht nur Drehort vieler Hobbyfilmer und -fotografen, wie der Stativkarawane, sondern auch dem Mitteldeutschen Rundfunk – kurz MDR. So ist nicht nur die Sendung Biwak in unserer Heimat unterwegs, sondern seit etwas mehr als einem Jahr auch ein Team der ARD Degeto und dem MDR, welche f├╝r die Filme “Der Ranger – Paradies Heimat” verantwortlich sind. Nachdem bereits die ersten beiden Filme im vergangenen Jahr ausgestrahlt wurden, entschieden wir uns “Auf den Spuren des Rangers” zu wandeln und – nach langer Suche – einen Drehort aus den Filmen n├Ąher anzusehen ÔÇŽ

Dazu begaben wir uns in die Tiefen des Kirnitzschtals, bis weit hinter den Lichtenhainer Wasserfall, um genau zu sein bis zur Thorwalder Br├╝cke – so der Name einer kleinen Br├╝cke, welche ├╝ber den Saupsdorfer Bach f├╝hrt, bevor dieser in die nahe Kirnitzsch m├╝ndet. Am Eingang des Kirnitzschtals sollten wir uns hier befinden – so zumindest versprach es uns die Wanderkarte und tats├Ąchlich wanderten wir ein ganzes St├╝ck immer an der Kirnitzsch entlang, ├╝ber die gut geschotterte Kirnitzschtalstra├če. Etwa 1,4 Kilometer sollten wir diesem steinigen Weg folgen, bis es zum Dreisteigensteig gehen w├╝rde, der uns gute 80 H├Âhenmeter hinauf zum Fl├╝gel E f├╝hren sollte, welcher auch den Abzweig zum Teichstein markiert. Diesem Aussichtspunkt sollten wir sp├Ąter noch einen Besuch abstatten, doch zun├Ąchst hie├č es den Ort zu besuchen, der als “Ausgangsbasis” f├╝r so manche Ver├Ąnderungen und Modernisierungsma├čnahmen in der S├Ąchsischen Schweiz gesehen werden kann.

Die zuvor hinauf gestiegenen 80 H├Âhenmeter sollten wir fast wieder egalisieren, als es in Richtung Zeughaus ging. Wenige Schritte vom Zeughaus entfernt stand sie: Die H├╝tte, welche im Film als Posten der beiden Ranger Jonas und Christoph dient. Bei einer Wanderung im Jahr 2016 noch in bauf├Ąlligen Zustand, wunderten wir uns schon bei einer Begehung im vorletzten Jahr, dass dieses Haus, mitten im scheinbaren Nirgendwo vor dem weiteren Verfall gerettet wurde ÔÇŽ

Dieses beschauliche Haus in der N├Ąhe zum Zeughaus sollte dabei nur die Spitze des Eisbergs darstellen, denn in den letzten Monaten nahmen wir immer wieder umfangreiche Modernisierungs- und Instandhaltungsma├čnahmen an Treppen und Leitern in der S├Ąchsischen Schweiz wahr, seien es nun die Stufen auf den Gamrig, die Leitern am Rauenstein oder so manche h├Âlzerne Stufen an Kletterzugangswegen im Gebiet der Schrammsteine. Zumindest am Gamrig erhielten wir schon einen ersten Vorgeschmack, denn im zweiten Teil des Films, welcher letztes Jahr ausgestrahlt wurde, sahen wir die neuen Stufen, die uns fortan auf den Gamrig f├╝hren w├╝rden.

Am Zeughaus ging es f├╝r unsere kleine Gruppe vorbei, in Richtung des Gro├čen Hochh├╝belweges, welcher zwar als T1 ausgewiesen war, doch f├╝r einige unserer Wanderfreunde zur kleinen Herausforderung werden w├╝rde, in etwa 450 Metern galt es gute 120 H├Âhenmeter zu bew├Ąltigen – eine Steigung von knapp 26,7 Prozent, welche zum Gl├╝ck in Richtung Ende etwas flacher wurde. Es war f├╝r uns alle selbstverst├Ąndlich eine kurze Pause einzulegen. Wie gut, dass Andreas und Erik einen Geocache suchen wollten, so dass wir w├Ąhrend einer kurzen Pause gen├╝gend Kr├Ąfte sammeln konnten, f├╝r den Weg der noch vor uns lag.

├ťber den Gro├čen Reitsteig sollte es gehen, nicht zu verwechseln mit dem Reitsteig, den es unteranderem in den Affensteinen gibt – er sollte uns bis zum Thorwalder W├Ąchter f├╝hren, an dem es Zeit wurde, meine Kletterk├╝nste unter Beweis zu stellen ÔÇŽ

Sicher gibt es auf dem W├Ąchter ein Gipfelbuch, doch aller Anfang soll schwer sein und so schaute ich mir lieber erstmal die H├Âhle an, die sich unterhalb des W├Ąchters verbarg. Die Aussicht auf unsere Wandergruppe war jedenfalls die Klettereinlage wert – Roberto staunte nicht schlecht und dachte sogar an einen Weg, der mich an seiner Position zur Gruppe zur├╝ckf├╝hren k├Ânnte. Dennoch wollte ich unbekanntes Terrain nicht ohne einen Blick von unten kletternd erkunden und so entschied ich mich dieselbe Route zu nehmen, auf der ich auch gekommen war.

Kurz darauf entschieden wir uns am Reitsteig unsere erste Pause einzulegen – die Mittagsverpflegung wartete und die selbst gemachten Schnitzel wollten verspeist werden.

Wenig sp├Ąter in der N├Ąhe zu den Wei├čtannenschl├╝chte ging die Jagd nach den Caches weiter und die ganze Gruppe half Andreas und Erik, einen weiteren Cache, der sich hinter einem Sandstein verdeckt verbarg, zu heben. W├Ąhrend unserer Wanderung ├╝ber den Reitsteig kreuzten diesen zahlreiche Schl├╝chte, so auch die Br├╝cknerschl├╝chte, die Kurze Schl├╝chte, die Erlenschl├╝chte und die L├Âfflerschl├╝chte. Die vielen kleinen Wege ins Tal im Zschand interessierten uns jedoch wenig und wir schritten den Weg weiter, bis wir am Abzweig zum Klingermassiv ankamen ÔÇŽ

Hier galt es eine engere Stelle im Sandstein zu passieren, die f├╝r alle Beteiligten keine Probleme – sondern vielmehr Anreiz zu kleinen Sp├Ą├čen – darstellte. Unser Weg f├╝hrte uns schlie├člich bis zum Ende des Reitsteigs, bevor dieser in den Treppengrund ├╝bergehen sollte und den n├Ąchsten Hang wieder hinauff├╝hren w├╝rde. An der Hickelh├Âhle nahmen wir uns erneut eine kurze Auszeit, entweder f├╝r eine weitere Kletterpartie oder um einen weiteren Cache zu heben, bevor es durch die Hickelschl├╝chte gehen sollte.

├ťber gute 630 Meter und 120 H├Âhenmeter nahmen wir den Weg zur├╝ck ins Tal, unaufh├Ârlich in Richtung des Gro├čen Zschands – der gleichnamige Bach wurde unser steter Begleiter, wenn ihm auch stellenweise etwas Wasser fehlte.

Am Abzweig zu den Richterschl├╝chten stellte ich unserer Wandergruppe die Frage, ob wir die Route lieber in Richtung des Zeughaus fortf├╝hren oder in Richtung der Richterschl├╝chte zum Goldsteig abbiegen sollten. Nach etwas mehr als 9,1 Kilometern und noch gut f├╝nf verbleibenden Kilometern, entschieden wir uns, den Weg in Richtung des Zeughaus zu nehmen. Auf dem Weg zum Zeughaus erlebten wir schlie├člich die Bergwacht im Einsatz – folgte dem zun├Ąchst nur ein Fahrzeug, erblickten wir in der N├Ąhe vom Zeughaus einen vereinzelten H├Âhenretter, der auf die Abholung durch einen Helikopter wartete. Nach gut 10,3 Kilometern erreichten wir auch wieder jene H├╝tte des Rangers – zumindest im Film, bevor es den F├╝gel E in Richtung des Teichsteins hinauf gehen w├╝rde. Am Abzweig zum Gro├čen Teichstein wurde es Zeit f├╝r die n├Ąchste Gruppenentscheidung: W├╝rden wir dem Teichstein noch einen Besuch abstatten ?

Die Abenteuerlust und Neugier war einfach zu gro├č, als dass wir dem Dreisteigenweg einfach in Richtung des Parkplatzes folgen und so diese einmalige Aussicht ignorieren w├╝rden. W├Ąhrend der Besteigung des Teichsteins bemerkten wir, dass der erw├Ąhnte Helikopter ├╝ber unseren K├Âpfen zur Landung am Zeughaus ansetzte. Der Weg auf den Teichstein war gepr├Ągt von allerlei Abwechslung, so gab es neben typischen Wanderwegen auch einige kleinere Kletterpassagen zu bew├Ąltigen – mit einer Kette zur Sicherung wurden diese kleinen Hindernisse jedoch ohne Probleme von alle Beteiligten bew├Ąltigt. Zur Belohnung gab es f├╝r die Geocacher nicht nur einen weiteren Smiley auf der Karte, sondern einen Ausblick in das Gebiet des Zschands ÔÇŽ

Nach einer kurzen Klettereinlage entstand somit auch obiges Foto, mit Blick auf den Helikopter der Bergwacht, der f├╝r seinen Einsatz extra aus Bautzen gestartet ist. Die Aussicht vom Teichstein m├Âchte ich euch nat├╝rlich nicht vorenthalten, genossen wir doch den Moment f├╝r eine kurze Pause, bevor es Zeit f├╝r den Abstieg wurde ÔÇŽ

Was am Ende vom Teichstein bleibt ist, dass dieser einen wundersch├Ânen Ausblick auf die Hintere S├Ąchsische Schweiz bietet, warum wir ihm bisher noch nie einen Besuch abgestattet haben, kann ich euch leider nicht sagen. Er wird uns auf jeden Fall im kommenden Jahr w├Ąhrend der Wanderwoche wiedersehen – soviel steht jetzt schon fest ÔÇŽ

Wie bereits angek├╝ndigt, w├╝rde uns unser Weg zur├╝ck ├╝ber den Dreisteigenweg, gefolgt von einer kleinen Br├╝cke ├╝ber die Kirnitzsch, zur Kirnitzschtalstra├če f├╝hren. Am Ende der Br├╝cke verl├Ąuft ein schmaler Pfad hinab zum Fluss, der auch im Sommer selten die 15-Grad-Marke ├╝berschreitet – ideal f├╝r eine kurze Badepause, bei frischen 10 bis 12 Grad sicherlich nicht f├╝r jeden Teilnehmer unserer Gruppe etwas, auch wenn sich jeder einmal ins Wasser traute. Da Erik zun├Ąchst dachte, dass ich mich nicht ins Wasser trauen w├╝rde, zeigte ich ihm, wie einfach es sei und entschied mich am Ende sogar noch ein zweites Mal f├╝r eine Abk├╝hlung.

Wenige Minuten sp├Ąter erreichten wir auch schon den Parkplatz am Eingang des Kirnitzschtals.

Ich hoffe, dass euch dieser Wanderbericht gefallen hat,
euer Martin

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├ťber Martin

Nat├╝rlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg f├╝r mich gepr├Ągt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder Bekleidungsgesch├Ąften zu finden, nur um sie nach meiner n├Ąchsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu k├Ânnen. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer M├╝tze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung w├Ąhrend einer Wanderung tragen ? Schlie├člich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu sch├╝tzen. F├╝r mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen K├Ârper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum gesch├╝tzt wird ÔÇŽ

2 Kommentare

  1. Ich will ja nicht schleimen­čśť, doch es war wieder ein toller Tag mit vielen sch├Ânen Erlebnissen.

  2. Martin danke f├╝r diesen sch├Ânen Bericht mit bildern. Lg gerhard G├Âttler gunzenhausen

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