Von Martin|22. April 2018|Wanderberichte|0 Kommentare

Liebe Wanderfreunde,

2017 veröffentlichte Adel Tawil sein Album “So Schön Anders”, was dieses Album bzw. der zugehörige Titel mit der Wanderung vom 22. April gemeinsam haben, erfahrt ihr im Laufe dieses Wanderberichts, denn es kam alles ganz anders, wie geplant â€Š

Doch beginnen wir von vorn: Nachdem wir am leicht ĂŒberfĂŒllten Parkplatz am Beuthenfall im Kirnitzschtal ankamen, begaben wir uns in Richtung Zwillingsstiege – es sollte die erste von drei Stiegen werden, welche wir an diesem Tag erklimmen sollten. Ich sage mit Absicht “sollten”, denn an der Zwillingsstiege kam es dann zu unvorhersehbaren Problemen, bedingt durch ein paar “Kletterer”, die sich an jedem Eisen anseilen mussten, weckte dies eine gewisse Unsicherheit bei Annabell, was letztendlich dazu fĂŒhrte, dass ihre Angst uns dazu zwang umzudrehen – somit begingen wir die Zwillingsstiege zum ersten Mal nach unten ( da steht aber eigentlich: “Nur im Aufstieg zu begehen” đŸ˜„ ). Also hieß es einen Plan B ausarbeiten, den Andreas nach kurzem Blick auf die Wanderkarte und meinem Vorschlag das Loch am Ende der Oberen Affensteinpromenade ( siehe dazu auch unseren Wanderbericht vom 13. Juli 2017 ) zu besuchen, annahm.

So liefen wir zurĂŒck zum Unteren Affensteinweg, um letztendlich die Wilde Hölle zu erreichen, von wo aus wir zur Oberen Affensteinpromenade gelangen sollten. Doch auch dies klingt einfacher als gesagt, denn in der Wilden Hölle gibt es einige Leitern und Kletterpassagen zu bewĂ€ltigen – fĂŒr Annabell diesmal weniger ein Problem, dafĂŒr trafen wir auf zwei MĂ€dels, samt zugehörigem Sprössling, die an einer Leiter mit der Höhenangst zu kĂ€mpfen hatten. So entschied ich mich vorerst bei ihnen zu bleiben, wĂ€hrend Andreas unsere Truppe weiter durch die Wilde Hölle fĂŒhrte und die kleine “Kletterpassage” nahm. In den nĂ€chsten Minuten versuchte ich indessen Katrin – die einzige Frau der Gruppe mit Höhenangst – zu beruhigen und ihr das nötige Vertrauen zu geben, dass sie nicht abstĂŒrzen und diese Leiter bewĂ€ltigen wird. Als sie kurz vor dem Aufgeben war und schon kurz davor war, die Bergwacht zu rufen, lösten wohl die Worte “Vertrau mir”, das nötige Vertrauen aus und sie ĂŒberwand ihre Angst.

Nach dieser kleinen Hilfestellung, ging es fĂŒr uns weiter durch die Wilde Hölle â€Š

Irgendwann hat aber auch jede Hölle â€Š Ă€hhh jeder Wanderweg sein Ende und er trifft auf eine Gabelung. Kurz vor dem Bauernloch ging es fĂŒr uns weiter auf der Oberen Affensteinpromenade zum ersten Pausenplatz oberhalb der Zwillingsstiege. WĂ€hrend Andreas, Annabell, Mario und Wolfgang die Pause genossen, nahm ich mir die Zeit ein wenig die Gegend zu erkunden und ein paar Fotos zu machen.

Doch es sollte weitergehen. Als wir das obere Ende der Zwillingsstiege passierten und uns unaufhörlich dem MittelstĂŒck der HĂ€ntzschelstiege nĂ€herten, entschied sich Wolfgang noch kurz ein Bild der Zwillingsstiege einzufangen â€Š

Man beachte, dass Annabell hier gebĂŒhrenden Abstand zum Abgrund nimmt – damit wĂ€re die HĂ€ntzschelstiege nicht drin gewesen. Gut, dass die Angst bereits am leichtesten StĂŒck der Zwillingsstiege kam. Der Oberen Affensteinpromenade weiter folgend, ging es immer weiter in Richtung des Lochs im Stein, doch nicht ohne zuvor noch ein Panoramafoto auf der Wolfsnadel anzufertigen â€Š

Die Aussicht ist sogar so genial, dass man durchaus in Verlegenheit kommt, noch ein zweites Foto zu machen. Da ich allerdings so ein paar Probleme mit der Positionierung des iPhones hatte, kam Wolfgang mir zur Hilfe und drĂŒckte auf den Auslöser â€Š

Achtung Recyclinggefahr, denn diesen Satz kann ich sogar fast so aus dem Wanderbericht vom letzten Jahr ĂŒbernehmen: Von der Wolfsnadel sollte es nur noch ein grĂ¶ĂŸerer Katzensprung bis zum Satanskopf sein, wo uns unsere Alternativroute hinfĂŒhren sollte: Jenes Loch im Sandstein. Hier gibt es noch eine Randnotiz zu erwĂ€hnen, denn Andreas und Wolfgang sind vor einigen Jahren einen anderen Weg gelaufen: Um den Stein herum – dies geht auch, allerdings ist der Weg bedeutend gefĂ€hrlicher. Auf der Karte ist dieser auch eingezeichnet, so dass hier keine Ausreden zĂ€hlen đŸ˜œ â€Š ja â€Š im Gegensatz zu letztem Mal, als wir uns Siggi zu Liebe durch das Loch geschlichen haben, ging es fĂŒr mich und Mario diesmal außen um den Stein herum und ich muss sagen, dass ich mir diesen Weg bedeutend gefĂ€hrlicher vorgestellt habe â€Š

So mussten wir nur wenige Meter am Stein entlang klettern – die Rahmhanke lĂ€sst grĂŒĂŸen, wo dies ĂŒber mehrere hundert Meter der Fall ist.

Von hier aus ging es dann immer weiter in Richtung Frienstein, wo auch die Idagrotte zu finden ist – im Gegensatz zu letztem Jahr, sollten wir diesmal nicht zum Touristenmagneten abbiegen ( obwohl Annabell den Wunsch Ă€ußerte, noch einmal eine Grenzerfahrung erleben zu wollen đŸ˜„ ). Andreas lehnte Annabells Wunsch allerdings ab, da es nicht unser Ziel ist, dass wir auf einem PrĂ€sentierteller landen und so ging es am Kleinen Amboss den MittelwĂ€ndesteig entlang. Am Kleinen Amboss trafen wir dann erneut auf Katrin, der ich in der Wilden Hölle half ihre Höhenangst zu ĂŒberwinden.

Den MittelwĂ€ndesteig folgend, ging es immer weiter in Richtung des Bergfrieds, einem Stein, der hinter dem Siggi â€Š Ă€hh Siegfried steht – er hat ja nichts mit unserem Siggi zu tun đŸ˜‚. Da sich der Siegfried recht gut zum Klettern eignet, nutzte ich den Moment, kurz zu schauen, was es hier alles zu erkunden gab. Neben einer Boofe gab es unter anderem einen weiteren kleinen Aussichtspunkt, an dem man sich recht gut sonnen kann â€Š

Doch irgendwann musste es auch mal weitergehen, so dass ich den Moment nur fĂŒr ein paar Fotos nutzte, um mich anschließend wieder in Richtung Abstieg zu begeben. Hier entschied sich Wolfgang meinen Abstieg auf Video festzuhalten – keine leichte Aufgabe fĂŒr mich, denn rauf war es bedeutend einfacher als runter, doch aufgeben gibt es in meiner Welt nicht und wo ein Wille ist, da ist auch ein GebĂŒsch â€Š oder war es ein Weg đŸ˜† ?

Beim letzten StĂŒck wollte ich Wolfgang dann doch bitten, seine Videoaufnahme zu beenden, da ich mich sinnbildlich schon mit dem Kopf an der Wand gesehen habe, doch mit einem beherzten Sprung ging alles gut und ich landete auf dem Boden der Tatsachen – aber um eine Erfahrung reicher: Schau dir den RĂŒckweg genauer vor dem Aufstieg an.

Von dieser kleinen Klettererfahrung ging es weiter in Richtung eines Punktes, den ich euch letztes Jahr wĂ€hrend des Wanderberichts vom 13. Juli angekĂŒndigt habe: Die Winterbergspitzen. Einen Namen habe ich euch damals noch nicht genannt, aber ein Foto von Siggi als Beispiel gezeigt:

Übrigens: Es gibt im Gebiet der Affensteine noch einen weiteren Stein, der um einiges grĂ¶ĂŸer als dieser ist. Er wird eines unserer Ziele im Wanderjahr 2018 sein đŸ˜ƒ.

ZurĂŒckblickend muss man sagen, dass die AnkĂŒndigung etwas ĂŒbertrieben war, denn die Winterbergspitzen sind ein typisches Beispiel fĂŒr zwei Steine, die aus der Ferne wesentlich besser aussehen, als wenn man direkt vor ihnen steht. So ist das DoppeltĂŒrmchen ( die eigentliche Vase ) nicht direkt zu sehen und die untere Winterbergspitze Ă€hnelt mehr einer flachen Scheibe. Aber gut, wir haben die Winterbergspitzen mal gesehen und das zĂ€hlt.

Bevor wir zum Ende der Wanderung kommen, möchte ich euch noch den Aufmacher erklĂ€ren und warum mich diese Wanderung an Adel Tawil’s “So Schön Anders” erinnert: Die Wanderung war so nicht geplant und meist ist ein Plan B nicht ohne Grund ein “Plan B”, doch diese Alternativroute entpuppte sich dank Andreas’ Improvisationstalent zu einem kleinen Highlight, so dass wir auch eine AnkĂŒndigung in die Tat umsetzen konnten.

Über den Fremdenweg, ging es anschließend in Richtung Königsweg hinunter und zurĂŒck zum Bloßstock. Bis zum Parkplatz Beuthenfall sollte es nur noch wenige Minuten dauern, so dass auch diese Wanderung ein Ende fand und wir uns auf den Heimweg machen konnten.

Ich hoffe, dass euch dieser Wanderbericht gefallen hat,
euer Martin

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Über Martin

NatĂŒrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg fĂŒr mich geprĂ€gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder BekleidungsgeschĂ€ften zu finden, nur um sie nach meiner nĂ€chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer MĂŒtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung wĂ€hrend einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schĂŒtzen. FĂŒr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschĂŒtzt wird 


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