Von Martin|31. MĂ€rz 2017|Wanderberichte|5 Kommentare

Liebe Wanderfreunde,

wenn es nach dem Wettergott Petrus geht, scheint er es dieses Jahr echt gut mit den Naturisten und Nudisten in Sachsen zu meinen. Auf zwei Tage Wolken folgten erneut vier Tage Sonne ( das gute Wetter hĂ€lt tatsĂ€chlich an, auch wĂ€hrend ich diesen Bericht schreibe ). FĂŒr Ende MĂ€rz und Anfang April ist das kein schlechter Ausgangspunkt â€Š

So wurde es an der Zeit, dass wir unsere Sachen packen und in die wildromantische SĂ€chsische Schweiz aufbrachen – diesmal mit Ziel Schrammsteine und der Falkenstein. Nachdem wir mit ein paar Minuten VerspĂ€tung am Parkplatz hinter der Schrammsteinbaude angekommen waren, ging es nach einer kurzen BegrĂŒĂŸung zwischen Roberto und Andrea, sowie uns auch schon los.

Anders als bei der Wanderung zum Gamrig und den Honigsteinen, begann M. ( dazu spĂ€ter mehr ) und ich die Tour angezogen, es war eben doch noch etwas zu kĂŒhl. Nach kurzer Zeit entschied ich mich allerdings doch, mich von meinen Sachen zu befreien – M. ( wie gesagt spĂ€ter mehr dazu đŸ˜„ ) wartete hier noch etwas lĂ€nger. Nach ein paar Metern immer dem Waldweg folgend, kamen wir an der Nassen Tilke vorbei, die wir aufgrund des Wetters allerdings diesmal nicht erkunden werden. Denn die Nasse Tilke heißt nicht umsonst „Nass“, hier ist es in jeder Jahreszeit irgendwie immer feucht. Siggi war die ganze Zeit der Wanderung auch immer davon ausgegangen, dass wir uns in der Kernzone – einem besonders geschĂŒtzten Bereich der SĂ€chsischen Schweiz, bei dem die Wanderwege nicht verlassen werden dĂŒrfen – befinden. Wir haben allerdings nirgendwo ein Schild dazu gesehen. Dennoch entschlossen wir uns, die Nasse Tilke rechts liegen zu lassen und wanderten den Waldweg weiter in Richtung des Schrammsteintors. Hier gab es zwei Möglichkeiten, wie wir dieses passieren konnten: Einmal die leichte Tour, die nur ĂŒber Treppen fĂŒhrte oder die anspruchsvollere Tour, die ĂŒber die Steine fĂŒhrte. Da wir alle recht guter Kondition und – vor allem schwindelfrei – waren, entschieden wir uns fĂŒr die letzte Route.

Nach einigen Metern bergauf, entstand auch dieses Foto von mir, wie Roberto gerade dabei war mich von der anderen Seite zu fotografieren â€Š

Nachdem wir die enge Stelle des Lochs passiert haben, ging ein paar Höhenmeter hinunter. GefĂŒhlt kam es mir so vor, dass wir dieselben Meter wieder hinuntergestiegen sind. Als ich plötzlich an einem Stein ankam, wusste Roberto nicht so richtig, wie er diesen „akrobatisch“ nach unten klettern sollte – knapp 50 Zentimeter können schon eine Herausforderung sein und so schoss ich erstmal ein Foto von ihm, bevor wir uns dieser Herausforderung annahmen đŸ˜„ â€Š

Mit einer Herausforderung weniger auf dem Tagesplan, ging es weiter durch den Wald – schließlich wollten wir am FrĂŒhstĂŒcksplatz eine Mittagspause einlegen. So liefen wir den Waldweg entlang und kamen an eine kleine Kreuzung, wo Andrea und Roberto einen Stein der Schwierigkeit Null erklommen. Andreas fragte Siggi, was dieser Stein fĂŒr eine Schwierigkeit haben könnte, worauf Siggi nur erwiderte: „Wahrscheinlich gar keine“. Das ist ein Wort und so schnell waren Andrea und Roberto auch schon oben und es entstand dieses Foto, wofĂŒr ich mich halb verrenken durfte, nur damit keine Zweige vor der Linse zu sehen waren. Manchmal wĂ€re eine KettensĂ€ge angebracht đŸ˜‚ â€Š

Aber Andreas wollte weiter und so nĂ€herten wir uns auch schon einer Stiege, die uns in Richtung Schrammsteinaussicht brachte. Viele Stufen und einige erklommene Steine spĂ€ter und standen wir an einer weiteren Kreuzung, die wir an diesem Tag noch einmal wiedersehen werden. Von hier aus ging es nun nach links zur Schrammsteinaussicht – diese war fĂŒr uns zunĂ€chst uninteressant, denn uns interessierte der Weg geradeaus: In Richtung FrĂŒhstĂŒcksplatz. So gingen wir geradeaus, wo die ganzen „Stoffhunde“, wie Andreas sie nennt, rechts abbogen zur Schrammsteinaussicht. Naturisten sind eben keine Stöckelschuhtouristen đŸ˜†. So klettern wir ein paar Meter hinab, wo Andreas sich entschied die schwierigere, statt der leichten Passage vorzuziehen – sonst sucht er immer ( der Allgemeinheit zuliebe ) den leichteren Weg heraus. DafĂŒr bin ich diesen gegangen. Da Andrea barfuß nicht die Schnellste war und Andreas etwas um sie besorgt war, fand sich plötzlich Siggi an der Spitze der Wanderung wieder und gab ordentlich Gas – wahrscheinlich hat ihn der Hunger getrieben.

Als wir letztendlich alle wieder beisammen waren, hieß es erneut auf zu einer Kletterpartie, doch nicht ohne vorher den Weg zu fotografieren, den wir gekommen sind und auch wieder zurĂŒckgehen werden â€Š

So klettern wir gut sieben Meter hinab, um dann wieder acht Meter hinauf zu klettern. Alles nur, um eine kleine Stelle von einer Breite von knapp zehn Metern zu ĂŒberwinden. Aber das ist eben das Besondere an der SĂ€chsischen Schweiz: Es geht nicht einfach nur geradeaus, sondern ĂŒber Stein und Tal â€Š

Von nun an war es ein Leichtes den FrĂŒhstĂŒcksplatz zu erreichen, denn es blieben nur noch zwei kleine Kletterpartien aus. Eine davon erfolgte den Stein rauf und eines schmalen Pfades den Abgrund entlang, sowie die andere an den Wurzeln eines Baumes hinauf – hier hatte die Erosion etwas zugeschlagen. Andreas bot uns hier zwei Möglichkeiten an, wo wir unsere Mittagspause und die Sonne genießen konnten: Vorn oder etwas weiter hinten. Und Gentlemen wie er ist, ĂŒberließ er Andrea die Entscheidung, die allerdings auch nicht so richtig wusste, was denn nun besser wĂ€re. Also entschieden wir uns fĂŒr den hinteren Platz.

Doch ich wollte wieder einmal mehr und suchte nach einer Möglichkeit ein Panoramafoto zu machen und so erkundete ich die Gegend hinter dem „Hinten“ und entdeckte eine neue kleine Stelle, an der wir unsere Ruhe hatten und genug Sonne tanken konnten â€Š

UrsprĂŒnglich wollte ich hier auch ein Gruppenfoto machen, habe mich aber vorerst nicht getraut dazu auf einen anderen Stein zu springen, doch ehe ich mich versah, sah ich Roberto schon auf jenem Stein seine Kamera in Position bringen, um besagtes Gruppenfoto zu machen. So leicht kann das also sein ? Na das kann ich aber ganz sicher auch und wenige Augenblicke spĂ€ter entstand dieses Gruppenfoto von uns â€Š

Mit dabei waren ( von links nach rechts ) ĂŒbrigens eine Person, dessen Name nicht genannt werden darf, nennen wir sie einfach M. ( nicht zu verwechseln mit dem M. aus James Bond 😂 ), Siggi, Martin, Andreas, Roberto und Andrea. Als ich ein zweites Gruppenfoto machen wollte, hat Roberto plötzlich die Idee gehabt, er könnte doch mal etwas von meinem Paprikasalat stibitzen, aber lieb und artig wie er ist, hat er es nur angedeutet, obwohl ich ihm angeboten habe, dass er gern davon kosten kann.

Da ich in letzter Zeit etwas fotoverrĂŒckt bin, habe ich mich wieder auf gemacht, ein besonderes Foto zu knipsen, dazu sprang ich ein bisschen zwischen den Steinen hin und her, bis ich am Ende eine Stelle etwas hinter meiner Wandergruppe mit einer richtig tollen Aussicht gefunden habe. Hier kann man es wirklich aushalten â€Š

Roberto nutzt dies aus und machte am Ende der Mittagspause noch ein Foto von mir, wie ich auf dem Stein sitze, nur eben von vorn und nicht von der Seite. Ich habe mich hierbei entschieden lieber mein Foto zu verwenden ( wĂŒrde aber trotzdem gern das von dir sehen, Roberto đŸ˜‰ ).

Doch genug Pause gemacht, der Weg war schließlich noch lang und wir wollten ja auch noch auf die Schrammsteinaussicht. So ging es den Weg, den wir gekommen sind wieder zurĂŒck, nur mussten wir diesmal an der Spalte ein bisschen warten, da hier eine Gruppe von Textilwanderern die gleiche Idee hatte wie wir, nur waren die nicht so gut beim Klettern und wir mussten ein paar Minuten Auszeit nehmen. Aber alle Zeit des Wartens vergeht und wir nĂ€herten uns dem Aufstieg fĂŒr die Schrammsteinaussicht, da wir vom FrĂŒhstĂŒcksplatz kamen, konnten wir die erste Leiter ignorieren und uns ganz gemĂŒtlich in Richtung Aussicht begeben. Hier Ă€ußerte ich den Wunsch, gern einmal auf den Vorsprung zu gehen, der etwas tiefer von der eigentlichen Aussicht liegt, aber auch diesmal waren hier wieder zu viele Menschen, um ein Foto zu machen. So entschieden wir uns lieber ein weiteres Gruppenfoto auf der Aussicht selber zu machen – an einer Stelle, die eigentlich als Nadelöhr gilt, aber so mĂŒssen die lieben Damen und Herren in ihrer FunktionswĂ€sche eben mal warten 😎 â€Š

Diesmal haben wir aber drauf geachtet, dass M. ( nach wie vor kein James Bond đŸ˜„ ) nicht mit auf dem Foto zu sehen war. So langsam war es an der Zeit, dass wir unsere Wanderung fortsetzen, also runter von der Schrammsteinaussicht und weiter in Richtung „Breite Kluft“. Dazu wanderten wir erneut ein paar Meter durch den Wald, bis wir wieder zu ein paar Treppen kamen, die wir hinunter mussten – kein Problem und so einfach das Hinunter auch war, ging es prompt wieder hinauf. Da kann man schon das ein oder andere Deja’Vu bekommen, zumal das Erlebnis vom FrĂŒhstĂŒcksplatz keine Stunde her ist.

Da wir auch hier etwas warten mussten, entschied ich mich zuvor noch ein kleines Foto von den Torsteinen zu machen – dort hinten waren wir heute Mittag gewesen â€Š

Als wir kurz vor der Breiten-Kluft-Aussicht standen, war er wieder: Dieser Kletterzugangspfad, der mich schon immer interessierte, wo er denn hinfĂŒhrte. Nach einer kurzen Diskussion entschieden wir uns diesen zu erkunden – Siggi ging voraus, da er der Meinung war, dass dieser Weg in Richtung „Teufelsturm“ fĂŒhren mĂŒsse, er sollte am Ende recht behalten. So entschieden wir uns auf dem Teufelsturm eine weitere Pause einzulegen, bei der ich mich allerdings entschied nur einen kurzen Schluck Wasser zu mir zu nehmen und anschließend auf den Steinen etwas herumzuklettern. Selbiges tat ĂŒbrigens Roberto – das mit dem Klettern meine ich. So mutig bin ich dann nun doch wieder nicht â€Š noch nicht đŸ˜‰ â€Š

Ich habe allerdings nach kurzer Zeit eine kleine Aussicht gefunden, wo ich ein paar Fotos gemacht habe. Diese möchte ich nicht an diesen Beitrag anhĂ€ngen, da ich im Moment schon bei 14 Fotos bin und sonst die Übersicht verloren geht. Daher könnt ihr diese auf meinem Koken ansehen.

Doch zurĂŒck zur Wanderung.

Nachdem wir auch diese Pause beendet hatten, ging es wieder zurĂŒck in Richtung Breite-Kluft-Aussicht, die wir allerdings – aufgrund des aufkommenden Windes – liegen ließen und so den Weg in Richtung Wildwiese antraten. Mitten auf dem Weg zeigte die Sonne noch einmal ihre volle Kraft und Roberto konnte so noch ein paar Minuten der Nachmittagssonne genießen â€Š

An der Wildwiese angekommen, entschied ich mich, es mir nochmal richtig gemĂŒtlich zu machen und da war ich auch nicht allein mit dem Gedanken – Andrea tat dasselbe, genauso wie Andreas, Siggi und M. ( Ja wirklich, es geht nicht um James Bond, oder doch đŸ€” ? ). Nur Roberto wollte die Zeit etwas aktiver verbringen und machte ein paar Fotos von gelben Blumen ( so nenne ich sie jetzt einfach mal đŸ˜‰ ).

Hoffen wir, dass der liebe Petrus es das ganze Jahr ĂŒber mit uns so gut meint â€Š

Von der Wildwiese war es schließlich nur noch einen Steinwurf, bis zum letzten Ziel unserer Wanderung: Dem Falkenstein. Als wir am Falkenstein ankamen, hatten wir die Möglichkeit, unsere Sachen in einer Spalte zu deponieren, aber aufgrund dass wir bereits einige Sachen vorfanden, haben wir uns entschieden, unsere RucksĂ€cke doch lieber mitzunehmen – Siggis Geschichte vom 28. MĂ€rz blieb uns wohl doch in Erinnerung.

Auf den ersten Metern konnte man den Falkenstein auf mehreren Routen erleben, bis diese zu einer Treppe fĂŒhrten. Ich entschied mich hier fĂŒr den schwierigsten Weg: Direkt ĂŒber die Steine, denn wenn ich einmal in meinem Element bin, will ich auch noch mehr und dieser 31. MĂ€rz war irgendwie ein besonderer Tag. Also ging es ĂŒber die Steine, wĂ€hrend Andreas und alle anderen sich auf die anderen beiden Pfade aufteilten. Er sagte noch zu Andrea, dass „hier jeder lĂ€uft, wie er will“. Offenbar war er darĂŒber nicht so amĂŒsiert, wie wir unseren Spaß dabei hatten.

Am Falkenstein war ich sowieso die grĂ¶ĂŸte Zeit der Truppe ein paar Meter voraus, so sehr habe ich die Kletterpartie am Anfang genossen und so bin ich mit Andrea noch ein weiteres StĂŒck geklettert, wo wir an einer weiteren möglichen Raststelle vorbeigekommen sind. Wir legten hier kurz unsere RucksĂ€cke ab und warteten auf den Rest, der sich ein paar Meter tiefer dann auch nach einigen Minuten einfand. Ich nutzte die Zeit und setzte Andrea etwas in Szene bei der spĂ€ten Nachmittagsssonne â€Š

Tja und das war es dann auch schon wieder von der Wanderung. Von nun an folgten wie bei unserer letzten Wanderung nur noch Waldwege, der erzÀhlenswerte Teil liegt damit hinter uns.

Ich hoffe, dass euch dieser Wanderbericht gefallen hat,
euer Martin

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Über Martin

NatĂŒrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg fĂŒr mich geprĂ€gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder BekleidungsgeschĂ€ften zu finden, nur um sie nach meiner nĂ€chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer MĂŒtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung wĂ€hrend einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schĂŒtzen. FĂŒr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschĂŒtzt wird 


5 Kommentare

  1. Wie immer Klasse Fotos!
    Heute nun muss ich wieder nach B., verschied. Dinge klÀren.
    Bleibt schön aktiv! Ich wĂŒnsche Euch allzeit gutes Wetter und viele schöne Stunden im SĂ€chsischen Sandstein.

  2. Wow, was fĂŒr ein toller Bericht. So ist eben unser lieber Martin. Schade das ich bei dieser Wanderung nicht dabei sein konnte.

    1. Danke dir, Torsten 😊 


  3. Wieder einmal ein toller Bericht aus den Hause M.N. Darfst Du denn denjenigen, dessen Name nicht genannt werden darf, unverpixelt herzeigen?
    Schade das ich dieses mal nicht dabei war. Aber man muss eben PrioritÀten setzen.

    1. Danke dir Wolfgang. Ich hoffe er hat damit kein Problem und VerstĂ€ndnis, dass er nur auf dem einen Gruppenfoto kurz erkennbar ist. Konnte ihn leider nicht raus retuschieren und verpixeln sieht auch etwas doof aus. So bleibt er wenigstens ungenannt, da kann es wirklich M. aus James Bond sein 😂 â€Š

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