Liebe Wanderfreunde,

einst suchte sie hier Schutz, die Bevölkerung von Rathewalde, als die Schweden im Dreißigjährigen krieg plündernd durch die Region zogen, heute sind die Schwedenlöcher ein beliebtes Ausflugsziel. Doch auch im Uttewalder Grund stecken viele Geheimnisse und versteckte Wege, die erkundet werden wollen …

Sammelparkplatz

Der Parkplatz an der Elbe in Stadt Wehlen ist recht groß, allerdings müsst ihr hier Parkgebühren ( aktuell 7€ ) bezahlen. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, dass wir uns am Parkplatz vor dem Eingang des Waldcampingplatzes in Pirna-Copitz an der Äußeren Pillnitzer Straße 18 in 01796 Pirna treffen.

Treffpunkt Parkplatz an der Elbe
Koordinaten N50.956129° E14.031904°
  N50° 57.369840′ E14° 1.918080′
  N50° 57′ 22.1904″ E14° 1′ 55.0848″
Adresse Elbufer 3C, 01829 Stadt Wehlen
Einfache Variante ( V-02A )
6:00 11,9 km 378 m 378 m
Schwierige Variante ( V-02B )
6:30 13,3 km 429 m 429 m

Verlauf der Wanderung

Vom Parkplatz in Stadt Wehlen geht es über den Marktplatz der Stadt in Richtung der Kirchstraße, der Mennickestraße folgend, nähern wir uns dem Schwarzberggrund, bevor wir auf den Haldenweg gelangen. Auf dem Haldenweg angekommen, bietet sich nach wenigen Metern die Möglichkeit eine Abkürzung – und die leichte Route – zum Steinernen Tisch zu nehmen oder der schweren Route weiter zu folgen …

( V-02A ) Ein „leichter“ Anstieg …

Auf dem Haldenweg nehmen wir die Treppenstufen nach oben zum Schanzenweg, welcher uns in Richtung der Schwarzbergaussicht führt. Von der Aussicht selbst, erhält man einen guten Blick auf die ersten Ausläufer von Kurort Rathen, die Stadt Wehlen und den Rauenstein, sowie weitere Steine, die sich im Rathener und Wehlener Gebiet befinden.

Doch wir wollen weiter. Den Schanzenweg folgen wir über Waldboden, bis wir an einer Kreuzung ankommen. Wir nehmen den Weg, der leicht nach rechts geht – den Schwarzberggrund – und folgen ihm für die nächsten 720 Meter, bis wir direkt an der Kreuzung am Steinernen Tisch ankommen. Unsere Freunde, welche durch den Hirschgrund laufen, werden in den nächsten Minuten ebenfalls ankommen.

( V-02B ) Zwischen den Steinen hinauf …

Der Haldenweg führt uns über Waldboden an alten verfallenen und zum Teil noch genutzten Gebäuden vorbei, bis wir etwa 450 Meter nach der Karl-Stein-Hütte, welche seit wenigen Jahren dem Deutschen Alpenverein gehört, in den Hirschgrund abbiegen. Im Hirschgrund müssen wir zunächst einige vereinzelte Stufen überwinden, bevor es am Hang hinauf geht. Der weitere Verlauf des Weges führt uns in ein weitläufiges Tal und wir folgen diesem immer weiter, bis wir uns letztendlich zwischen den Steinen einen Weg hinauf bahnen. Im hinteren Teil des Grundes müssen wir einige enge Stellen passieren, die kein großes Problem darstellen. Die letzten Meter des Hirschgrunds führen den Hang steil hinauf, wo wir an einigen Stellen größere Schritte machen müssen – ab und an muss auch um den ein oder anderen Baumstamm herumgeklettert werden.

Am oberen Ende des Hirschgrunds treffen wir auf den Fremdenweg, der direkt zur Bastei führt. Wir nehmen allerdings den Weg in Richtung des Steinernen Tischs, wo unsere Freunde sicherlich schon auf uns warten werden.

Vom Steinernen Tisch zu den Schweden …

Am Steinernen Tisch angekommen, geht es vorbei am gleichnamigen Gasthaus in Richtung des Steinrückenweges – unser Ziel sind die Schwedenlöcher im Bastei-Gebiet. Nach reichlich 440 Metern treffen wir auf einen Abzweig zu unserer Linken, wir queren die Basteistraße und begeben uns wieder in den Wald zu unserer Linken hinein. Wir folgen dem Gansweg rechts. Da wir uns im weitläufigen Basteigebiet befinden, kann es vorkommen, dass uns etliche Touristen über den Weg laufen – einen kurzen freundlichen Gruß wollen wir uns aber nicht verkneifen und so erreichen wir nach etwa 600 Metern einen Abzweig zu unserer Rechten: Optional können wir der Pavillonaussicht einen Besuch abstatten, sofern gewünscht, können wir die Aussicht aber auch ignorieren und begeben uns weiter über den Weg zum Eingang in die Schwedenlöcher …

Die Schwedenlöcher führen uns über unzählige Stufen, die mal aus Holz, Beton oder Metall gefertigt sind, bis wir nach gut 660 Metern im Amselgrund angelangen.

Der Name „Schwedenlöcher“ oder „Schwedenhöhlen“ ( wie sie ebenfalls in der Sächsischen Schweiz existieren ), wurden im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges von der umliegenden Bevölkerung genutzt, um Zuflucht vor den marodierenden Schweden zu suchen. So fanden die Bauern, als auch deren Vieh einen sicheren Zufluchtsort. In späteren Kriegen ( wie den Napoleonischen, aber auch den Weltkriegen ) wurden die meist verwinkelten Schluchten und Höhlen zum Schutz aufgesucht.

Ihr werdet es bestimmt erahnen: Nach diesem wunderschönen Abstieg geht es wieder hinauf. Die mit Sandsteinen gepflasterte Straße im Amselgrund führt uns hinauf zur ( inzwischen geschlossenen ) Amselfallbaude. Über 250 Meter überwinden wir hier gut 50 Höhenmeter. Die Amselfallbaude war bis 2019 ein beliebtes Ausflugslokal, landschaftlich herrlich gelegen und auch ohne große körperliche Anstrengung zu erreichen, wurde aber in Folge eines Felssturzes im Jahr 2018 geschlossen – den „Stein des Anstoßes“ kann man heute noch auf dem Grundstück unweit des einstigen Ausschanks entdecken. Legendär war der Gulasch, welcher hier gereicht wurde 😢.

Wir verlassen den Ort, in Erinnerungen schwelgend und begeben uns die Stufen hinauf zum „Oberen“ Amselfall, kurz zuvor erblicken wir noch eine hölzerne Bank am Stein, die wir für eine Pause nutzen können. Der „Obere“ Amselfall ist nur wenige Meter entfernt und kann für eine kurze Erfrischung genutzt werden. Es geht die letzten Stufen hinauf, bis uns der Amselgrund in Richtung Rathewalde geleitet – dabei verlassen wir auch den Nationalpark. An der Kreuzung zum Eugen-Biehn-Weg, welcher im Kriegsjahr 1914 errichtet wurde, folgen wir dem Weg hinauf, ehe dieser in den Basteiweg übergeht – dafür biegen wir rechts ab. Keine 150 Meter weiter, nehmen wir den Torwiesenweg, dieser erweckt den Eindruck, als würde er über privaten Grund verlaufen, doch keine Sorge, der Wanderweg ist ausgeschildert und so gelangen wir problemlos über die gepflasterte und später asphaltierte Straße zum nächsten Abzweig.

Der „Weg der Achtsamkeit“ führt zwischen zwei Feldern entlang, wir biegen rechts ab und folgen dem steinigen Feldweg für knapp 600 Meter, bis wir uns wieder an der Basteistraße einfinden. Für knappe 170 Meter bleibt der Fußweg an der Basteistraße unser Begleiter, bevor wir die Straße überqueren und auf den Sandweg abbiegen, welcher uns wieder in den Wald hinein führt.

Für einen reichlichen Kilometer wird der Weg unser Begleiter bleiben und allmählich bergab führen. An der Kreuzung zum Brückwaldweg, folgen wir dem Weg weiter geradeaus, in knapp 50 Metern Entfernung lässt sich auch schon der Eingang zum Knotenweg erkennen. Für genau 444 Meter folgen wir dem Knotenweg über zum Teil feuchten Untergrund, bis dieser in den Kluftsteig übergeht und uns über Stufen im Sandstein hinab in den Schleifgrund geleitet. Der Schleifgrund bildet den oberen Teil des Uttewalder Grunds, dem sich am Ende der Wehlener Grund anschließt – bekannt ist der Grund hauptsächlich durch das Uttewalder Felsentor, welches wir in gut 300 Metern Entfernung passieren …

Doch auch im Sommer bieten die Gründe eine willkommene Abwechslung, denn dank der geringen Sonneneinstrahlung bleibt es hier selbst an heißen Tagen immer kühl. Der Weg verläuft durch den Uttewalder Grund, über den Wettinweg in den Wehlener Grund. Gut 1,25 Kilometer werden wir unterwegs sein, bis wir auf eine größere Kreuzung treffen. Die Straße führt einmal hinab nach Stadt Wehlen und hinauf zum Steinrücken – einem Ortsteil von Wehlen. Der Weg über die Brücke des Grundbachs führt uns, linker Hand, vorbei an der Friedrich Märkel Gedenkstätte – 500 Meter parallel zur Straße – über den barfuß-freundlicheren Waldweg. Nichtsdestotrotz werden wir nach jenen 500 Metern erneut eine Brücke über den Grundbach nehmen und die letzten reichlichen 500 Meter über die asphaltierte Straße im Wehlener Grund zurücklegen.

Noch einmal geht es hinauf, der Schlossberg führt uns zur Burg Wehlen, den Aufstieg, geprägt von Sandsteinstufen, erkennen wir nach gut 80 Metern, bevor es auf der anderen Seite wieder hinab geht. Wir erreichen den Markt von Stadt Wehlen und können uns neben einem Eis auch ein Stück Kuchen gönnen – bis zum Parkplatz am Elbufer ist es auch nicht mehr weit.

Beschaffenheit der Wege

Die Route ist weitestgehend ideal für Barfuß-Wanderer, da wir uns hier lediglich auf Waldboden oder Sand bewegen. Lediglich zu Beginn und am Ende der Wanderung müssen wir durch Stadt Wehlen und über die Straße laufen. Am Ende der Wanderung durchqueren wir den Wehlener Grund, welcher asphaltiert ist. Der Marktplatz in Stadt Wehlen ist gepflastert.

Einkehrmöglichkeiten

In Stadt Wehlen gibt es auf dem Markt zahlreiche Restaurants und Cafés, welche nur darauf warten von euch besucht zu werden. Die Preisgestaltung der einzelnen Einkehrmöglichkeiten kommt dabei auch Wanderern mit kleinem Geldbeutel entgegen.

Download der Routen

Wenn du über ein GPS-Gerät oder eine App auf deinem Smartphone besitzt, kannst du dir die Route herunterladen und uns bei der Wanderung unterstützen. Je mehr Wanderer die Route besitzen, um so eher können die Fotografen unter uns sich die Zeit für ein perfektes Foto nehmen.

„Sachsen_V-02A.gpx“
Vorschau & Herunterladen

„Sachsen_V-02B.gpx“
Vorschau & Herunterladen

Download der Routenbeschreibung

Du möchtest einmal unabhängig von uns diese Wanderung unternehmen ? Kein Problem, lade dir dazu einfach die Routenbeschreibung herunter, welche den obigen Text, sowie die Daten zu Parkmöglichkeiten, Dauer und Länge der Wanderung enthält.

„Sachsen_V-02.pdf“
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Hinweis: Wenn du die Routenbeschreibung auf deinen Computer herunterladen möchtest, so klicke einfach mit der rechten Maustaste auf den Link und wähle „Verknüpfte Datei laden“ bzw. einen vergleichbaren Eintrag aus.

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Über Martin

Natürlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg für mich geprägt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder Bekleidungsgeschäften zu finden, nur um sie nach meiner nächsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer Mütze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung während einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schützen. Für mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschützt wird …

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