Das Elbsandsteingebirge teilt sich in zwei verschiedene Regionen auf: Die Sächsische und die Böhmische Schweiz. Wir wollen euch in den nächsten Abschnitten unser Wandergebiet – die Sächsische Schweiz – etwas näher bringen …

Doch bevor wir dazu kommen, wollen wir zunächst einmal auf den Namen eingehen. Wie wurde aus der “Heide über Schandau” die “Sächsische Schweiz” ?

Verantwortlich dafür sind die beiden Schweizer ( wer hätte es gedacht 😁 ) Künstler Adrian Zingg und Anton Graff, die 1766 an die Kunstakademie in Dresden berufen wurden. Nach Lothar Kempe, dem Autor des 1974 erschienenen Buches “Sächsische Schweiz und Ausflüge in die Böhmische Schweiz” trug es sich in etwa so zu:

Von ihrer neuen Wahlheimat aus sahen sie ostwärts, etwa einen Tagesmarsch entfernt, ein Gebirge liegen. Es zeigte ein merkwürdig abgeflachtes Panorama, ohne eigentliche Gipfel.

Die beiden Zugereisten fühlten sich an ihre Heimat, den Schweizer Jura erinnert und berichteten in ihrem Briefwechsel zur Unterscheidung von ihrer Heimat von der “Sächsischen Schweiz”. Zuvor wurde der sächsische Teil des Elbsandsteingebirges lediglich als Meißner Hochland, Meißnisches Oberland oder als Heide über Schandau bezeichnet. Richtig populär wurde der Begriff aber erst durch die Veröffentlichungen von Wilhelm Leberecht Götzinger, in der er die Sächsische Schweiz beschrieb.

Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte, wollen wir euch nun ein paar kleine Highlights vorstellen, die wir während unserer Wanderungen erkunden werden.

Die Schrammsteine

Den Schrammsteinen werden wir innerhalb der Sächsischen Nacktwanderwoche garantiert einen Besuch abstatten. Da es hier am Wochenende recht voll werden kann, werden wir diese Tour sicher irgendwann innerhalb der Woche begehen. Aber auch außerhalb der Wanderwoche zählt diese Tour zu einer unserer absoluten Lieblinge, da hier Fotografen voll auf ihre Kosten kommen und die Route durch ihre vielen kleinen Kletterpartien und einfachen Stiegen stets ein hohes Maß an Abwechslung bietet …

Egal ob Kletterfreund oder einfacher Wanderer: Die Schrammsteine bieten für jeden Naturisten etwas.

Das Kletterparadies Bielatal

Wenn es nach Wolfgang und Martin geht ( letzterer hat diese Zeilen verfasst ), dann würden wir das Bielatal nicht nur zweimal im Jahr besuchen. Das Bielatal wird nicht umsonst als das Kletterparadies der Sächsischen Schweiz bezeichnet, denn hier findet sich mit 249 Klettergipfeln das größte Klettergebiet auf der deutschen Seite des Elbsandsteingebirges. Besonders Anfänger und Familien kommen hier auf ihre (Kletter-)kosten, denn die vielen Gipfel weisen eine eher geringe Höhe auf, ebenso finden sich hier auch entsprechend viele leichte Routen …

Doch auch für uns Wanderer bietet das Bielatal eine ganze Menge: Von einfachen Wanderwegen, geht es über kleine Kletterpartien von einer Aussicht zur anderen. Wir erleben dabei nicht nur die Idylle der Natur, sondern auch Geschichte: So kommen wir an einem Denkmal zur Ehre der gefallenen Soldaten des Deutsch-Französischen Krieges und des Ersten Weltkrieges vorbei, erkunden ein altes Amphitheater oder bestaunen die Folgen einer “Stammtischwette” aus dem Jahre 1880.

Über Stiegen musst du gehen

Willst du Freiheit erleben ? Dann erklimme die Häntzschelstiege ! Diese Worte könnte man unserem Besucher aus Berlin in den Mund legen, von dem 2016 dieses Foto entstanden ist …

… und damit hat er auch irgendwie recht. Denn während unserer Wanderwoche wird auch eine Stiegentour auf dem Programm stehen, bei der ihr Klettern müsst ( warten wir kurz den Schock ab … na noch ein bisschen 😆 … es gibt auch eine Alternative, für diejenigen, die nicht so gern klettern ). Dabei werden wir – je nach Geschwindigkeit – drei verschiedene Stiegen mit wechselndem Schwierigkeitsgrad erklimmen. Während die Zwillings- und die Häntzschelstiege zu den leichteren Stiegen zählen, wird die Rübezahlstiege euch etwas mehr herausfordern. Aber keine Sorge, bisher hat es jeder geschafft …

Das zumindest wird der Plan für die Sächsische Nacktwanderwoche sein. Aber auch außerhalb der Wanderwoche erkunden wir die Steine unserer Heimat. Sei es entlang der Rahmhanke unterhalb der Basteiaussicht oder die Starke Stiege. Wir lieben diese besondere Herausforderung, die uns diese natürliche Umgebung bietet. Allen Strapazen zum Trotz wird man nach jeder Aussicht mit einem wunderschönen Panorama und dem besonderen “Ich hab’s geschafft”-Gefühl belohnt.

Über Gamrig und Honigsteine

Den Gamrig werden wir in der Wanderwoche bestimmt auch zu Gesicht bekommen, ob wir uns allerdings auch auf ihn wagen hängt davon ab, ob wir auch in die Honigsteine klettern und der Lokomotive einen Besuch abstatten ( wenn sie nicht abgefahren ist; Sommerfahrplan folgt 😂 ). Denn während der Gamrig recht einfach zu erklimmen ist, benötigt ihr für die Honigsteine vor allem ein gesundes Maß an Höhentauglichkeit …

Dafür werdet ihr aber auch an beiden Enden mit einer umwerfenden Aussicht belohnt. Das obige Foto zum Beispiel haben wir auf dem Gamrig aufgenommen, der durch seine Position eine 360-Grad-Sicht ermöglicht: Die Elbe, Kurort Rathen, der Lilienstein, Festung Königstein oder die Bastei. Vom Gamrig hat man auf jeden Fall den besten Blick auf die Höhepunkte der Sächsischen Schweiz.

Die Honigsteine laden hier weniger mit einer 360-Grad-Ansicht, als vielmehr der imposanten Felsformation ein: Die Lokomotive heißt nicht umsonst so. Doch bevor wir zu viel erzählen, möchten wir euch eher die Chance geben, diese Wanderroute live zu erleben.

Die Schweden kommen !

Nun gut, inzwischen sind die Schweden dank ihrer Möbel fast überall ( 😂 ), aber während unserer Wanderung kommen wir häufig an den sogenannten Schwedenlöchern vorbei – zwar gibt es in der Sächsischen Schweiz viele von diesen, doch wir besuchen die Größten ihrer Art. Hier brachten sich die Bauern der Gegend mit ihrem Hab und Gut in Sicherheit, als die Schweden das Dorf Rathewalde im August 1639 – während des Dreißigjährigen Krieges – zerstörten. Auch in späteren Kriegszeiten dienten die Schwedenlöcher als Zufluchtsort, so auch während dem Großen Nordischen Krieg, den Befreiungskriegen und den letzten Tagen des Großen Vaterländischen Krieges.

Wir werden hier auch an der Amselfallbaude – einem kleinen Restaurant mit angrenzendem Wasserfall vorbeikommen, in dem wir uns etwas stärken können. Während unserer Wanderungen greifen wir jedoch stets auf Selbstverpflegung zurück. Die Einkehr in ein Restaurant ist eher eine Ausnahme.

NacktiCachers – Geocaching der besonderen Art

Zugegebenermaßen diese Idee ist neu: Aber warum sollte man Nacktwandern nicht mit Geocaching verbinden ? Beides findet immerhin in der Natur statt und die Sächsische Schweiz lädt mit ihren vielen abwechslungsreichen Geocaches auch dazu ein, den ein oder anderen Cache mal “schnell zu heben”. Martin aus unserer Wandergruppe ist selbst seit einigen Jahren Cacher und wird euch in der Wanderwoche eine spezielle Caching-Route anbieten, bei der ihr nicht nur eine abwechslungsreiche Wanderroute erlebt, sondern auch ganz unterschiedliche Caches findet. Von D1 bis D2 und T2 bis T4 ist hier alles vertreten.

PS: Das Bild des obigen Caches findet ihr nicht in der Sächsischen Schweiz, wir haben hier ein Foto des Geocaching-Presse-Kits verwendet.

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