Liebe Wanderfreunde,

den Auftakt zu den internationalen Wanderwochen durften diesmal wir √ľbernehmen und zu unseren S√§chsischen Naturistentagen Freunde aus aller Welt Willkommen hei√üen. Erlebt eine Wanderwoche der ganz besonderen Art, mit Freunden aus nah und fern, auf Spurensuche in den Geschichtsb√ľchern und auf abenteuerlichen Pfaden in der S√§chsischen Schweiz ‚Ķ

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Thematisch m√∂chten wir uns auf die Spuren des b√∂hmischen Adelsgeschlechts der Berken von der Dub√° begeben, die einst √ľber verschiedene Burgen – ausgehend von der Herrschaft Wildenstein – in der S√§chsischen Schweiz herrschten. Dazu m√∂chten wir euch nach der Einleitung jeder Wanderung f√ľr einen kurzen Moment in die Geschichtsb√ľcher entf√ľhren.

Ein Blick in die Geschichtsb√ľcher ‚Ķ

  • Ahnherr war einst J√§germeister des Herzogs von B√∂hmen
  • W√§hrend einer Jagd gerieten beide in die H√§nde von Raubrittern und wurden nackt an eine Eiche gebunden
  • Aus Gnade lie√ü der Anf√ľhrer der Raubritter den J√§ger noch dreimal sein Leibst√ľckchen auf dem Horn blasen
  • Gefolge des Herzogs vernahm dies, rettete die Beiden und der Herzog √ľberh√§ufte den J√§ger mit Belohnungen

Inhaltsverzeichnis

1. Tag: Auf den Spuren der Berken von Dub√° ‚Ķ
2. Tag: Die Raubritter vom Frienstein ‚Ķ
3. Tag: Das Raubschloss zu Ottendorf ‚Ķ
4. Tag: Von Raubrittern und Wegelagerern ?
5. Tag: Zu Wasser oder zu Land ?
6. Tag: Kletterliebe an den Schrammsteinen ‚Ķ
7. Tag: Mit der IV K durch‚Äôs Schwarzbachtal ‚Ķ

Auf den Spuren der Berken von Dub√° ‚Ķ

W√§hrend unserer ersten Wanderung der diesj√§hrigen S√§chsischen Naturistentage sollten wir uns auf den Spuren der Berken von der Dub√° bewegen, einem alten b√∂hmischen Adelsgeschlecht, was einst in der S√§chsischen Schweiz diverse Felsenburgen errichtete. Was k√∂nnte passender zum Einstieg sein, als dem Herrschersitz auf dem Neuen Wildenstein einen Besuch abzustatten ?

Ein Blick in die Geschichtsb√ľcher ‚Ķ

  • Felsenburg wurde 1409 von Hinko II. von der Dub√° errichtet
  • Teil der Herrschaft Wildenstein, zu der neben Neustadt und Sebnitz, 18 weitere D√∂rfer z√§hlten
  • Durch Raubz√ľge wurde die Burg erstmalig 1425 belagert
  • Nach mehreren Belagerungen wurde die Burg 1439/40 endg√ľltig eingenommen
  • Ende der Herrschaft der von Dub√° am 8. April 1451, als die Herrschaft Wildenstein an die Wettiner √ľberging

Starten sollten wir unsere Wanderung – freudestrahlend, bedingt des guten Wetters und ( des kaputten Parkautomatens ūüėĄ ) – am Beuthenfall, unweit des Lichtenhainer Wasserfalls gegen 10 Uhr. Nachdem wir die letzten Tage noch am √úberlegen waren, ob wir den Start unserer Wanderungen verlegen sollten, einigten wir uns schlie√ülich darauf, die Startzeit bei dem urspr√ľnglich vereinbarten Zeitpunkt zu belassen – die Erfahrungen der vergangenen Tage waren dabei unheimlich hilfreich und cleveres Management beim Parken half ebenfalls die Anzahl der ben√∂tigten Parkpl√§tze gering zu halten.

Bereits wenige Minuten bevor sich unsere Gruppe versammelte, erhielt ich einen Anruf von Frank aus dem Erzgebirge, der in Pirna-Copitz am Campingplatz auf uns wartete – da er kein Internet hatte, wusste er nix von unserem neuen Sammelparkplatz, obwohl Pirna-Copitz weiterhin als ein m√∂glicher Startpunkt angegeben war. Doch der Vermerk im Programm “Wer nicht mit in Ottendorf √ľbernachtet, k√ľmmert sich bitte selbst um die Organisation einer eventuellen Mitfahrgelegenheit oder kommt direkt zum jeweiligen Startpunkt”, kann nur von jenen Leuten gelesen werden, die auch eine Kopie des Programms erhielten. Um diese Probleme im kommenden Jahr zu vermeiden, m√∂chte ich euch bitten, das Anmeldeformular zu den Naturistentagen auszuf√ľllen ūüėČ.

Doch zur√ľck zur Wanderung ‚Ķ

Nach einigen Minuten brachen wir zur Wanderung auf und es ging √ľber den Dietrichsgrund in Richtung des Abzweigs zum R√§umichtweg – die ersten H√∂henmeter hinter uns liegend, konnten wir an diesem Abzweig die √ľbliche Wanderbekleidung anlegen. Wolfgang war sich zun√§chst nicht sicher, ob es f√ľr ihn nicht doch noch etwas zu k√ľhl war, doch der √ľbliche “Gruppenzwang” lie√ü nicht locker und so hie√ü es am Ende: 25 Nacktwanderer erklommen die gut zwei Kilometer in Richtung des ersten Wanderziels: Dem Kuhstall. W√§hrend dieser zwei Kilometer kontaktierte ich immer wieder Frank, so dass wir nach rund 1,5 Kilometern eine Pause einlegten. Erik – als Schlussmann – und Andreas aus Th√ľringen wurden informiert, dass ich noch einmal den R√ľckweg zum Parkplatz antreten und Frank abholen w√ľrde, f√ľr den Rest der Gruppe ging es unterdessen weiter in Richtung des Kuhstalls.

In gro√üen Schritten n√§herte ich mich dem Parkplatz und wenige Meter vor dem Abzweig zum Dietrichsgrund kam mir auch schon Frank eiligen Schrittes entgegen. Ein kurzes “Hallo” und wir begaben uns zur√ľck zur Gruppe, die schon am Kuhstall auf uns wartete. Vom Kuhstall, der einst der umliegenden Bev√∂lkerung w√§hrend des Dreizigj√§hrigen Krieges als Unterschlupf f√ľr sich und ihr Vieh diente, ging es √ľber die Himmelsleiter auf den Neuen Wildenstein – unser zweites Wanderziel des heutigen Tages. Auch wenn sich hier seit gut 500 Jahren keine Felsenburg mehr findet, lassen sich auch heute noch vereinzelte Reste, wie Balkenlager, Mauerreste oder Stufen im Sandstein erkennen.

√úber die Steiganlage auf der Westseite des Neuen Wildensteins kamen wir schlie√ülich zum Abzweig in Richtung des Schneiderlochs – als “Tour Guide” war es f√ľr mich erstaunlich, wie selten man zum Fotografieren kommt, wenn man den teilnehmenden Wanderern die Umgebung erkl√§rt und die Ziele der n√§chsten Tage aufzeigt. Vorteilhaft war jedoch auch, dass ich so mit unseren internationalen G√§sten ins Gespr√§ch kommen konnte. Darunter auch Ed aus Prag, der nicht nur seine erste Wanderung mit uns unternahm, sondern diese auch gleich nackt vollzog ( wenn, dann schon richtig ūüėĄ ).

Einige Minuten sp√§ter fand sich unsere Gruppe wieder zusammen und wir kreuzten den Biergarten des Gasthaus “Am Kuhstall”, bevor es √ľber die Kuhstallstra√üe in Richtung der Alten Stra√üe gehen w√ľrde. Entlang des Wanderwegs, der uns zum Fl√∂√üersteig f√ľhrte, kamen uns immer wieder vereinzelte Textilwanderer entgegen, die von der Gr√∂√üe unserer Wandergruppe erstaunt waren. Zeit f√ľr kurze Gespr√§che mit den Teilnehmern unserer Gruppe blieben indes mir, so dass ich mit Nick und Jane aus Gro√übritannien, aber auch Ed aus Prag ( der ebenfalls Brite ist ) ins Gespr√§ch kam.

Der Fl√∂√üersteig versprach f√ľr unsere Barfu√üwanderer endlich etwas Besserung, waren doch die bisherigen Wege gut geschottert. Entlang des als “schwierig” eingestuften Weges kamen wir an den √úberresten einer alten M√ľhle vorbei, wie sie im Kirnitzschtal oft zu finden sind – im Falle der Felsenm√ľhle, der Neumannm√ľhle oder der Buschm√ľhle aber weitaus besser erhalten. Dennoch bot es sich an, die Kirnitzsch als Abk√ľhlung zu nutzen und diesen √úberresten einen Besuch abzustatten ‚Ķ

Auf der Suche nach einer geeigneten Pausenstelle  die Erkundungswanderung fand im April oder Mai bei wesentlich geringerer Vegetation statt – bot sich letztendlich ein Platz unterhalb der Kirnitzschtalstra√üe direkt am Fl√∂√üersteig gelegen an. F√ľr einige Wanderer ein willkommener Moment, das Lunch-Paket aus dem Rucksack zu holen, die Sonne, Ruhe ( trotz der nahen Stra√üe, gab es kaum Verkehr ) und das k√ľhle Nass zu genie√üen.

Nachdem Rainer aus Dortmund uns bewies, dass das Wasser der Kirnitzsch mit gut 15 Grad auf keinen Fall als “kalt” einzustufen sei, begaben sich immer mehr ins Wasser. Torsten aus Mannheim “√ľberbot” Rainers Zeit dabei um einiges, doch auch Clarisse aus Frankreich traute sich ins Wasser – war sie doch in √Ėsterreich bisher immer etwas zur√ľckhaltend gewesen. Nach gut einer halben Stunde entschieden wir uns aufzubrechen, auch wenn unser Weg entlang des Fl√∂√üersteigs nicht mehr sonderlich lang war. An der Felsenm√ľhle angelangt, welche auch heute noch ein aktives S√§gewerk im Kirnitzschtal betreibt, bogen wir ab in Richtung der Stra√üe des Kleinen Zschands – nicht ohne zuvor die entscheidende Frage in Deutsch und Englisch zu stellen, wer denn alles zur Einkehr am Ende der Wanderung mitkommen m√∂chte.

Es bleibt auf jeden Fall zu erw√§hnen, dass der Weg am Kleinen Zschandbach nicht f√ľr Barfu√üwanderer geeignet ist, zu gro√ü und spitz sind hier einfach manche Steine, doch nachdem mein rechter Schuh in der Kirnitzsch ein unfreiwilliges Bad nahm ( womit dieser kein Problem hatte, nur die Einlagen verkraften dies nicht ganz so sehr ), blieb mir nichts anderes √ľbrig. Auch die nach 1,2 Kilometern erreichte Zeughausstra√üe versprach keine Besserung ūüė£.

Erst mit Ankunft an der Queenswiese, gab es die M√∂glichkeit einer kurzen Pause. Da ich nur beil√§ufig etwas zum Ursprung des Namens gelesen hatte und mich nicht mehr vollst√§ndig erinnerte, wollte ich zun√§chst Horst’s Sprachkenntnisse bem√ľhen, doch auch er konnte mit dem Wort “Queen” nichts anfangen, dass hier keineswegs die englische K√∂nigin meint. F√ľr Rainer in den folgenden Tagen Anlass genug, seinen Bekannten Guido aus Westfalen zu fragen, der eigentlich Niederl√§nder ist und Germanistik studiert hat. Herauskam die Vermutung, dass das Wort “qu√ģnen” aus dem niederdeutschen Sprachraum stammt und so viel bedeutet, wie “dahinschwinden”, da hier weitgehend viele Wasserl√§ufe verschwinden. Nach einiger Recherche stellt sich jedoch die Frage, wie dieses niederdeutsche Wort, eine Sprachregion, die eher n√∂rdlich von Leipzig anzutreffen ist, in die Tiefe der S√§chsischen Schweiz gelangen konnte ?

Von der Queenswiese blieben uns noch gute 2,5 Kilometer bis zum Dietrichsgrund, √ľber den wir zur√ľck in Richtung des Parkplatzes am Beuthenfall gelangen sollten. Am Ende der eigentlichen Wanderung stellte ich jedoch fest, dass wir noch gute zwei Stunden zur Verf√ľgung hatten, bis wir einkehren sollten – Grund war die fehlende Pause auf dem Neuen Wildenstein und ein etwas zu gering bemessenes Tempo f√ľr die Wanderung w√§hrend der Planung. Doch so blieb uns noch etwas Zeit am Beuthenfall, um ein erneutes Bad in der Kirnitzsch zu nehmen. Nach kurzer Beratung entschieden wir uns einfach kurzerhand einen kleinen Abstecher zu unternehmen und so brachen wir nach unserer Badepause in Richtung des Aufstiegs am Beuthenfall auf, der uns zum Rundweg in Richtung des Lichtenhainer Wasserfalls f√ľhren w√ľrde. Doch auch f√ľr diesen Weg ben√∂tigten wir keine 90 Minuten, so dass ein Teil der Gruppe in Richtung des Talblicks am Folgenweg unter der Leitung unseres Geocachers Andreas aufbrach, w√§hrend ich den kleineren Teil der Gruppe zum kalten Bier am Lichtenhainer Wasserfall geleitete.

Am Lichtenhainer Wasserfall genossen wir zun√§chst unser Bier und warfen einen Blick in die Speisekarte, bevor der Rest unserer Gruppe – p√ľnktlich – zum geplanten Zeitpunkt der Einkehr wieder vor Ort war. Der Sauerbraten sollte f√ľr mich in den n√§chsten Tagen das Qualit√§tsmerkmal der jeweiligen Restaurants werden. Auch wenn die Wanderung nicht sonderlich fordernd war, so bot sich f√ľr jeden Wanderer ein Bild, was ihn in den kommenden Tagen erwarten sollte.

Die Raubritter vom Frienstein ‚Ķ

Der zweite Tag unserer Entdeckungsreise auf Spuren der “Ritter, Raubritter und Wegelagerer der S√§chsischen Schweiz”, entf√ľhrte uns auf den Frienstein ‚Ķ wobei, so richtig auf den Frienstein hinauf sollten wir nicht kommen, doch die Idagrotte zu F√ľ√üen des Friensteins war schon eher ein erreichbares Ziel.

Ein Blick in die Geschichtsb√ľcher ‚Ķ

  • Um 1410 wurde eine Burgwarte als Signalstation eingerichtet
  • 1451 gelangte der Frienstein an die Wettiner
  • In der Folgezeit nisteten sich Raubritter ein, noch 1479 gestand einer, dass ‚Äěitem beym Freynstein ist eyn loch ‚Ķ, do man die gefangen eynfurt zu peynigen‚Äú
  • Junger Adliger soll einst hier eingekerkert gewesen sein, dieser besa√ü einen zahmen Affen, der n√§chtens den steilen Felsen mit einem Seil erklomm, um den Adligen zu befreien

Auf den Kenntnissen des Vortages ( und die g√ľnstige Parksituation am Beuthenfall ) aufbauend, entschieden wir uns die Wanderung minimal zu verl√§ngern und starteten so an jenem Parkplatz, den wir schon am Vortag nutzten. Die ersten gut 1,3 Kilometer wanderten wir entlang des Fl√∂√üersteigs – Andreas und Erik lie√üen dabei sogar ihre Stoppuhren mitlaufen, so dass wir wussten, wieviel Zeit uns dieser zus√§tzliche Weg kosten w√ľrde. Zu Beginn der Wanderung war diese Angst, dass wir zu sp√§t am Beuthenfall ankommen w√ľrden irrelevant, denn f√ľr den Notfall gab es schlie√ülich noch einen Plan B in der Hinterhand.

Nach einer knappen halben Stunde erreichten wir den urspr√ľnglichen Parkplatz und auch diesmal k√ľndigte sich ein Wanderer aus Pirna-Copitz an: Wilfried aus dem Erzgebirge. Anders als am Vortag war es uns diesmal nicht m√∂glich zu warten, so dass wir Wilfried zu einem Tag Pause √ľberreden mussten. Die Lehre daraus ist, dass ab n√§chsten Jahr der Sammelparkplatz Pirna-Copitz gestrichen wird. Es sei denn die Fahrer rechnen mit einer guten Stunde Anfahrtszeit, denn in einer halben Stunde ist die Strecke Pirna – Mittleres Kirnitzschtal nicht zu schaffen.

W√§hrend dieser Wanderung wurden wir von Norbert Sander und Dirk Koch begleitet, dem Fotografen bzw. Autor der Buchreihe “Nackedei“. Im vierten Band, der vermutlich im Jahr 2021 oder 2022 erscheint, soll nun endlich auch die S√§chsische Schweiz ihren Platz finden – da war es auch nicht verwunderlich, wenn die ersten Fotos beim Abzweig in die Eulentilke auf die Speicherkarte geschrieben wurden. Die Eulentilke f√ľhrte uns √ľber zahllose Stufen und hinauf in Richtung des Abzweigs zur Wilden H√∂lle, der Borkenk√§fer und die St√ľrme der vergangenen Jahre haben hier einiges an Schaden angerichtet, so dass wir einen freien Blick auf die Klettergipfel rund um die Wilde Zinne erhielten ‚Ķ

An der Kreuzung Unterer Affensteinweg / Wilde H√∂lle angekommen, entschied sich ein kleiner Teil unserer Gruppe unter der F√ľhrung von Erik, den leichten Weg in Richtung des Friensteins zu nehmen, w√§hrend ich die gr√∂√üere Gruppe durch die Wilde H√∂lle f√ľhren sollte.

Die ersten knapp 300 Meter der Wilden H√∂lle versprachen den Barfu√üwanderern unter uns nicht nur sandigen Boden, sondern auch die ersten Steine, welche erklommen werden sollten. In der Zwischenzeit kam ich sowohl mit Norbert, als auch mit Dirk ins Gespr√§ch, da der Weg relativ eindeutig zu erkennen war, nutzte ich die Gelegenheit mit unserem Neu-Nacktwanderer Ed zu sprechen, der nicht nur in unserem Ferienhaus als mein √úbersetzer fungierte ( hin und wieder ist es eben nicht schlecht ein Ass im √Ąrmel zu haben ). Nach einiger Zeit erreichten wir so recht schnell die erste “Kletterpassage” an der Wilden H√∂lle, gefolgt von einer Treppe, bis wir an der Kreuzung zur Oberen Affensteinpromenade ankamen. Da sich unsere Gruppe im Verlauf der Wilden H√∂lle etwas auseinanderzog, entschieden wir uns an der erreichten Kreuzung eine erste kleinere Pause einzulegen. F√ľr Marek aus der Slowakei Anlass, einen gr√∂√üeren Stein zu erklimmen – unter den wachsamen Augen von Norberts Kamera.

Richtig interessant wird die Obere Affensteinpromenade erst, nachdem man das Ende der Zwillingsstiege passiert hat, dennoch bot sich gegen√ľber vom H√§rtelturm und dem Hauptdrilling die Chance, den Ausl√∂ser zu bet√§tigen und so einen kleinen Teil der Nachz√ľgler unserer Gruppe auf digitalem Film festzuhalten ‚Ķ

Unweit des Vorderen und Hinteren Leuchterweibchens entschieden sich pl√∂tzlich Andrea, Andy, Torsten aus Mannheim und einige weitere Wanderer eine kleine “Abk√ľrzung” zu nehmen, die etwa zwei Meter oberhalb unseres Weges verlief. Eine Abk√ľrzung versprach der Weg am Ende vielleicht nicht zu sein, aber schlie√ülich sei ja jedem Wanderer sein Spa√ü geg√∂nnt ūüėÉ.

In Folge der Covid-19-Bestimmungen und der damit verbundenen Reisewarnungen war es unseren G√§sten aus Singapur – Lim und Wee – leider nicht m√∂glich in diesem Jahr zu erscheinen, doch in Form eines Videos m√∂chten wir beide an unseren Erlebnissen teilhaben lassen. Eine erste Aufnahme landete w√§hrend der Kletterpassage unterhalb des Steins “D√§mon” im Kasten, unweit des oberen Endes der Zwillingsstiege.

Einen sehr guten Blick auf die Zwillingsstiege erh√§lt man unterhalb des Kletterfelsens Wotan, an dem wir uns f√ľr eine weitere Pause entschieden und den spektakul√§ren Ausblick in Richtung Bad Schandau genossen – trotz reichlich vorhandener Wolken bot sich eine interessante Stimmung. Wolfgang, der bis zu seinem R√ľckzug im Jahre 2018 Wanderleiter war, schien diese neugewonnene Freiheit auf jeden Fall zu genie√üen, denn lange habe ich ihn w√§hrend einer Wanderung nicht mehr so l√§cheln gesehen ūüėÉ ‚Ķ

Wie bereits erw√§hnt – die Obere Affensteinpromenade verspricht erst ab der Zwillingsstiege wirklich interessant zu werden, seien es nun die Aussichtspunkte entlang des schmalen Weges oder die immer wieder auftretenden kleinen Kletterpassagen, unser Wanderweg bot f√ľr die Gruppe reichlich Abwechslung und einen Einblick auf die n√§chsten Tage, was denn unter einer schwierigen Route zu verstehen sei.

So krochen wir durch die H√∂hle beim Bauerlochturm, um am Ende der Unteren H√§ntzschelstiege auf vereinzelte Textilwanderer zu treffen. W√§hrend unseres Weges zur n√§chsten Aussicht kam ich immer wieder ins Gespr√§ch mit unseren internationalen G√§sten – 11 sollten es an der Zahl sein. Dabei gefielen mir besonders die Gespr√§che mit Paul, einem Briten der in Frankreich lebt und w√§hrend unserer Wanderungen mit einem Schweizer-K√§ppi anzutreffen war. Von Helmut Zech, einem Wanderfreund, den ich w√§hrend der Westf√§lischen Naturistentage im vorigen Jahr kennenlernte, wusste ich bereits, dass Paul ein lustiger Typ sei, von Helmut wird er gern als “Old Chap” bezeichnet, was im Deutschen soviel wie “alter Knabe” bedeutet. Doch auch unsere deutschsprachigen G√§ste kamen nicht zu kurz.

Nach gut 430 Metern erreichten wir schlie√ülich die Aussicht zur Woflsnadel – sie gilt mit Abstand als meine liebste Aussicht, drum sollte es auch nicht verwunderlich sein, dass diese endlich in einem HDR-Panorama festgehalten werden sollte. 37 Einzelaufnahmen, dazu noch jeweils unterschiedliche Belichtungsergebnisse, bildeten die Grundlage f√ľr das folgende Foto, welches sp√§ter mit Affinity Photo am Mac zusammengesetzt wurde ‚Ķ

Von diesem kleinen Highlight, sollte es der Oberen Affensteinpromenade entlang bis zu ihrem “Ende” gehen, dabei schl√§ngelte sich unser Weg auch am Kletterfels Hentzschelturm vorbei. Aufgrund des einfacher zu nehmenden Weges, lie√üen wir die Kletterstelle jedoch aus und begaben uns √ľber den etwas weiter unten verlaufenden Weg zum noch etwa 400 Meter entfernten “Loch” in der Oberen Affensteinpromenade – das “Loch” war dabei nichts weiter als eine H√∂hle, die uns durch den ( namenlosen ? ) Stein f√ľhrte. Einige unserer Mitwanderer wollten sich die kleine Kletterstelle sparen und fragten, ob auch ein Weg um den Stein herum f√ľhrte ‚Ķ theoretisch gesehen ja, praktisch ebenfalls, aber dieser wurde von mir als zu gef√§hrlich und technisch anspruchsvoll gesehen, um ihn selbst mit einer Gruppe von wenigen Leuten zu begehen.

So kletterte jeder von uns – manchmal auf seine eigene Weise – durch besagtes Loch. Keine 30 Meter entfernt trafen wir schlie√ülich auf die Wanderer der Gruppe, welche sich f√ľr die etwas entspanntere Tour entschieden. Da ich anfangs nicht damit gerechnet habe, dass der K√∂nigsweg wieder begehbar w√§re ( Grund waren hier zahlreiche umgest√ľrzte B√§ume ) und somit annahm, dass ein Umweg die leichte Tour etwas verl√§ngern w√ľrde, mussten die vereinzelten Teilnehmer eine l√§ngere Pause in Kauf nehmen. Doch nach dem Aufstieg zum Frienstein, schien dieser wohl auch angebracht zu sein – w√§hrend wir uns von einer Aussicht zur n√§chsten begaben ūüėÉ.

Wieder vereint, entschlossen wir, erstmal bis zur Idagrotte zu laufen, um dort unsere gemeinsame Mittagspause einzulegen. Von Pascal wusste ich bereits zuvor, dass er unter einer etwas speziellen H√∂henangst litt – kein Problem dachte ich mir, so wurde er kurzerhand gefragt, ob er sich den Weg in Richtung der Idagrotte zutraut. Nach einem “Ja, aber ohne Gegenverkehr”, sperrten wir ( dank unserer gro√üen Gruppe recht einfach ) den Weg und Pascal konnte m√ľhelos zur Idagrotte, unterhalb des Friensteins gelangen.

Unser Wanderziel war damit erreicht – auch wenn es f√ľr uns leider keinen Weg auf den Frienstein selbst und dem Platz der alten Burgwarte gab.

W√§hrend unserer Mittagspause entstanden nat√ľrlich unz√§hlige Fotos, so auch von Andy oder eben Pascal. Aber es entstand auch ein Video f√ľr Lim, welches ebenfalls noch bearbeitet werden muss.

Irgendwann n√§hert sich jede Pause mal dem Ende und da ich ein Freund von runden Zahlen war, sollte es stets zu vollen f√ľnf Minuten weitergehen – praktisch f√ľr unsere Gruppe, so hatte jeder genug Zeit, da die Ank√ľndigung mindestens vier, maximal neun Minuten eher kam. W√§hrend unseres Abstiegs vom Frienstein, in Richtung des Friensteinfl√∂ssels wurde mir zum ersten Mal die schiere Gr√∂√üe unserer Gruppe mit 32 Wanderern bewusst, zog sich das Band der Nacktwanderer von den beginnenden Stufen am Abstieg bis hin zum Friensteinfl√∂ssel.

√úber den Aufstieg zum Reitsteig gelangten wir schlie√ülich zur Neuen Wenzelswand – oder um es pr√§ziser zu sagen zum Ausblick zu jener Wand, die auch gern als “Aussicht zu Hund und Marder” bezeichnet werden kann. Grund hierf√ľr sind die mit etwas Fantasie zu erkennenden Sandsteinformationen.

Der Reitsteig f√ľhrte uns in Richtung des Zur√ľckesteigs, bis wir an der Kreuzung zur Heiligen Stiege ankamen – der Weg ist, wenn man rein der Karte folgen will, etwas verwirrend, doch ein Verlaufen ist praktisch ausgeschlossen, da es nur einen Weg gibt, der in Richtung des Kleinen Doms zeigt und entlang der Oberen Affensteinpromenade verl√§uft. Ganz und gar nicht auf dem Schirm hatte ich das Kleine Prebischtor, an dem wir ebenfalls vorbeikamen – und nachdem sich unsere Gruppe etwas auseinander zog, blieb uns die M√∂glichkeit, eine Pause einzulegen und Kraft zu tanken ‚Ķ

Nachdem sich unsere Gruppe wieder zusammenfand, konnte es weiter gehen und nach guten 600 Metern erreichten wir den Abzweig zur kleinen Domstiege. Kurz vor unserem Abstieg trafen wir auf zwei M√§dels, Lea und ihre Freundin, die f√ľr einige Tage Urlaub in der S√§chsischen Schweiz machten und dabei von Boofe zu Boofe unterwegs waren. Wir kamen mit beiden ins Gespr√§ch und als Horst schlie√ülich sein T-Shirt auspackte, um “Werbung” f√ľr die Webseite “nacktwandern.de” zu machen, entgegnete Lea’s Freundin nur “Das ist ja mal ein cooles T-Shirt”. Kurzerhand wurden so Shirts getauscht – Horst kam dazu in den Genuss eines etwas j√ľngeren Kaffeeflecks, nachdem seiner schon einige Tage alt sei ūüėā ‚Ķ

Vielleicht sollten wir uns ja w√§hrend einer Wanderung wiedersehen, denn Lea’s Freundin war der Teilnahme an einer Nacktwanderung in internationaler Gruppe nicht abgeneigt, schon allein um die Geschlechterquote zu verbessern.

Der Rest der Wanderung verlief recht unspektakul√§r, dennoch blieb mir im Verlauf der kleinen Domstiege nichts anderes √ľbrig, als unser Restaurant “Zur Schlossbastei” in Bad Schandau anzurufen, da die geplante Einkehr gegen 17:30 Uhr nicht machbar w√§re. Bedingt durch den Start am Beuthenfall, sollte uns nun eine knappe halbe Stunde fehlen, doch das Restaurant nahm es gelassen und so gab es auch von dieser Seite keine Probleme.

√úber den Jordan ‚Ķ weg ging es zur√ľck in Richtung der Stra√üe Nasser Grund, von wo aus es noch knapp ein Kilometer bis zum Parkplatz sein sollte. Da Rainer’s Wasser sich allm√§hlich dem Ende neigte und es bis zum Beuthenfall noch eine knappe halbe Stunde dauerte, entschied ich mich einfach, ihm meine Reserven anzubieten, die auch innerhalb k√ľrzester Zeit geleert wurden. Mit Ankunft am Beuthenfall endete unsere zweite Wanderung.

Das Raubschloss zu Ottendorf ‚Ķ

Am dritten Tag unserer Entdeckungsreise auf Spuren der “Ritter, Raubritter und Wegelagerer der S√§chsischen Schweiz”, ging es auf die Felsenburg Arnstein. Am Vorabend der Wanderung weckte ich die Goldgr√§berstimmung unter unseren Wanderfreunden, denn der letzte Raubritter vom Arnsteyn soll hier seinen Schatz versteckt haben, der bis zum heut’gen Tage nicht gefunden ward ‚Ķ

Ich ward auf einem s√ľdlich vorgelagerten Felsen auf das Rad geflochten, doch auch wenn ich dabei zu Tode kam, dasVersteck meines Schatzes gab ich nie preis.

Ein Blick in die Geschichtsb√ľcher ‚Ķ

  • Erste urkundliche Erw√§hnung am 4. August 1436
  • Im selben Jahr erstmalige Belagerung durch das Kurf√ľrstentum und den Oberlausitzer Sechsst√§dtebund
  • Ein halbes Jahr sp√§ter, √ľberfiel ein Spie√ügeselle des Ritters sechs D√∂rfer der Region, 360 Rinder, 120 Pferde, 200 Schafe und die Dorfbewohner wurden auf den Arnstein verschleppt
  • 1437 wurde die Burg von den s√§chsischen F√ľrsten und Heinrich von der Dub√° belagert und brannte dabei ab, sp√§ter wurde die Burg nur notd√ľrftig wiederhergestellt

Hier gilt es noch eine kurze Bemerkung zum Oberlausitzer Sechsst√§dtebund zu machen: Die ( nicht im “common use” verwendete, aber wortw√∂rtlich korrekte ) √úbersetzung ins Englische lautet “Upper Lusatian League of Six Cities”. Im Englischen findet eher die Kurzform “League of Upper Lusatia” oder einfach nur “The Lusatian League” Verwendung ( danke an Milton aus den USA f√ľr die Recherche ). Ich kommentierte dies am Vorabend mit einem tiefen “I love this” ūüėĀ.

Von unserer Vermieterin Bea, die mit ihrem Mann Steffen die Ottendorfer H√ľtte betreibt, erfuhr ich bereits einige Wochen zuvor bei einer Besichtigung des Ferienhaus, dass die St√ľtzmauer an der Stra√üe unterhalb des Arnsteins gebaut wird und somit auch der Parkplatz gesperrt ist. Somit wurde die Wanderung umgeplant und wir konnten direkt von der Ottendorfer H√ľtte starten, um die Autos den ganzen Tag √ľber stehen zu lassen, wurde auch die Einkehr in Hertigswalde in die Ottendorfer H√ľtte verlegt.

Beim Fr√ľhst√ľck fand Bea einen kurzen Moment Zeit, ihren Wanderf√ľhrer aufzuschlagen, dieser sprach dabei in einem Absatz von “geheimnisvollen Felszeichnungen” am Arnstein:

Alte Stufen, viele Falze im Felsen, geheimnisvolle Felszeichnungen und die Zisterne sind Spuren der Geschichte dieser Burg, die im Bewußtsein der Menschen in den umliegenden Dörfern als Ottendorfer Raubschloß fortlebte.

So starteten wir direkt nach dem Fr√ľhst√ľck mit unserer Wanderung. Zun√§chst sollte es durch die letzten Ausl√§ufer von Ottendorf gehen, bis wir nach etwa 900 Metern den R√§umicht erreichten. Es wurde Zeit, die √ľbliche Wanderbekleidung anzulegen – bei gut 40 Wanderern dauert dies etwas l√§nger als √ľblich, doch nachdem unsere Einkehr f√ľr 18:30 Uhr geplant war, hatten wir alle Zeit der Welt.

√úber den Stellweg ging es vorbei an “Tr√§gers Wonne”, um auf die eigentliche Route der Wanderung zu gelangen. Belohnt wurden wir mit einem Ausblick ins Kirnitzschtal, den wir auch f√ľr eine erste Fotopause nutzten. Bis zum Arnstein-Aufstieg sollten es noch etwas mehr als 500 Meter sein, doch bevor wir zum Aufstieg gelangten, wurde es erst einmal Zeit, abzusteigen – vorbei an vielen Heidelbeerstr√§uchern und – f√ľrs Erste – Farnen ‚Ķ

Auf H√∂he des Arnsteinparkplatzes sahen wir dann die ersten Bauarbeiten an der St√ľtzmauer und jenen gesperrten Parkplatz. W√§hrend des Aufstiegs zum Arnsteinplateau, galt mein besonderes Augenmerk den – in Bea’s Wanderf√ľhrer erw√§hnten – Felszeichnungen, und so konnte die Kirche recht schnell w√§hrend des Aufstiegs entdeckt werden, auch wenn diese etwas versteckt war. Entlang unseres Weges in Richtung der Oberburg, wurde dann zuf√§llig die Fratze gefunden, welche kurz vor der zweiten Leiter am Stein zu finden ist. √úber vereinzelte alte Stufen erreichten wir schlie√ülich das Plateau, wo es an der Zeit war den Ritter zu finden – auch dieser wurde recht schnell am Standort des ehemaligen Bergfrieds entdeckt.

Wir entschlossen uns auf dem Arnstein eine l√§ngere Mittagspause einzulegen, f√ľr Andreas, Christian, Erik, Matthias und mich sollte die Pause etwas k√ľrzer sein, wollten Andreas, Christian und Erik doch noch einen Geocache heben – Matthias und ich hingegen wollten vielmehr die Zwillinge finden, die letzte Felszeichnung direkt am Arnstein. Doch nach minutenlanger Suche mussten wir uns geschlagen geben – erst am Abend erinnerte ich mich wieder, dass Bea zum Fr√ľhst√ľck entgegnete, dass die Zwillinge wohl nicht mehr auffindbar seien.

Wir stie√üen zur√ľck zur Gruppe, sollte doch noch ein Gruppenfoto auf dem Plateau entstehen. Bevor ich √ľberhaupt dazu kam, auf den Ausl√∂ser zu dr√ľcken, sprach mich eine textilwandernde Familie an und wollte etwas mehr √ľber die Geschichte des Arnsteins wissen, denn ihr Wanderf√ľhrer schien nicht so ausf√ľhrlich zu sein, wie der von Bea und meiner vorab erfolgten Recherche f√ľr die “Five Minutes”, welche am Vorabend jeder Wanderung folgten – w√§hrend dieser f√ľnf Minuten gab es einen kurzen geschichtlichen Einblick zur Wanderung ‚Ķ

Insgesamt 40 Wanderer waren wir w√§hrend dieser Wanderung – nicht alle wollten aufs Foto, doch die 50 Wanderer ( Torsten’s Wunsch ) sind zumindest in greifbare N√§he ger√ľckt.

Nach diesem Foto entschieden wir uns f√ľr den Abstieg – keine leichte Sache, denn in so gro√üer Gruppe zieht es sich schnell auseinander, doch am Ende des Aufstiegs vom Arnstein fand sich unsere Gruppe wieder zusammen und es ging √ľber den Neuen Weg in Richtung des Malerweg. Vorbei am Gr√ľnling und dem Kletterfels Stadelschl√ľchteturm, verlief unser Weg, bis wir am Goldbach ankamen. Von Zeit zu Zeit war es n√∂tig die Spitzengruppe etwas einzubremsen, daher entschieden wir uns zu einer neuerlichen Rast im Goldbachtal, unweit des Zugangs zu den Kleinsteinschl√ľchten.

Entlang des Neuen Wegs sollten wir schlie√ülich zum Aufstieg des Kleinsteins gelangen, auf dem uns einige Textilwanderer und ein “B√§rwolf” die Treppen hinab begegneten. Doch Moment ‚Ķ B√§rwolf ? Diese Wortsch√∂pfung stammt von Andy, der beim Anblick des Hundes zun√§chst an einen kleinen B√§ren dachte, wohl seines √ľppigen Fells und seiner b√§renartigen Schnauze. Knuddelig sah er auf jeden Fall aus ūüźĽ. Die Aussicht des Kleinsteins konnte dann auch recht schnell erobert werden ‚Ķ

‚Ķ oder auch nicht, denn bevor wir zur unteren Kleinsteinaussicht kamen, entschieden wir uns zun√§chst die Kleinsteinh√∂hle zu besuchen und legten spontan eine weitere Pause ein. Auch wenn dies einigen Kletterern vielleicht nicht ganz gefiel, boten wir ihnen dennoch an, f√ľr sie Platz zu machen, was die kleine Gruppe aber dankend ablehnte. W√§hrend unserer Pause sahen wir erneut jene Familie, die bereits am Arnstein ihr Geschichtswissen erweitern wollte.

In der Kleinsteinh√∂hle entschied sich Erik ein Foto auf digitalen Film zu bannen, kurz bevor die arbeitssamen Wespen in einem Video festgehalten wurden ‚Ķ

Interessant fand ich w√§hrend dieser Pause das Gespr√§ch mit Jane aus Gro√übritannien, ging es doch um das Thema Freundin und meine W√ľnsche f√ľr eine Beziehung ( also nicht mit Jane ūüėĄ ). Dabei bemerkte ich auch, dass Sebnitz, Ottendorf und Umgebung f√ľr mich eine gewisse Geborgenheit und N√§he bedeuteten, kam doch meine Ex-Freundin aus Sebnitz, mit der ich bisher die l√§ngste Beziehung f√ľhren durfte – soviel aber zum Liebesleben ūüėČ.

Nach gut einer halben Stunde brachen wir wieder auf, denn es ging auf den Kleinstein. Der erste Teil unserer Gruppe genoss bereits bei Ankunft der unteren Aussicht den Ausblick, w√§hrend der gr√∂√üere Teil sich entschloss, √ľber zahlreiche Stufen und Leitern, sowie eine kleine H√∂hle, hoch hinauf zu steigen.

Vom Kleinstein und dessen Aussichten n√§herten wir uns den Feldern rund um Saupsdorf. Und ehrlich gesagt stockte wohl allen Fotografen hier der Atem, denn die sonst hier anzutreffenden Monokulturen wichen einer riesigen Bl√ľhwiese, gespickt mit Wildblumen, die nicht nur einzeln gute Motive abgaben, sondern auch in ihrer Gesamtheit. Da war es wohl nicht verwunderlich, dass w√§hrend dieser gut 850 Meter zahllose Motive von allen Wanderern auf Foto festgehalten wurden – am Ende entstand ein neuerliches HDR-Panorama, bestehend aus 15 Einzelbildern ‚Ķ

Die aufziehenden Wolken sollten bereits den Regen des n√§chsten Tages ank√ľndigen. Zum Gl√ľck wurde es f√ľr die aktuelle Wanderung nicht zu schw√ľl, so dass wir frohen Mutes weiterziehen konnten – doch wie an jeder Kreuzung wurde es noch an der Zeit, auf die Nachz√ľgler zu warten. Die Felder rund um Saupsdorf blieben noch f√ľr eine Weile unser Begleiter, bevor es nach gut einem Kilometer wieder in den Wald ging – doch einen Augenblick ! In so einer Bl√ľhwiese finden sich nicht nur zahllose Wildblumen, sondern auch so manche Pilze und so entdeckten wir am Wegesrand einen Parasolpilz, den Mic aus Westfalen zun√§chst nicht mitnehmen konnte, da er keinen Platz in seiner Tasche hatte – schade, auch wenn Pilze nach mehreren Anl√§ufen nicht meinem Geschmack entsprechen.

Im Wald angekommen, f√ľhrte uns das letzte St√ľck der Wanderung √ľber den R√§umichtweg und einen namenlosen Waldweg in Richtung des Stellwegs zur√ľck. Die letzten Hundert Meter der Wanderung waren nochmal von einigen H√∂henmetern gepr√§gt, so dass auch die Knie von so manchem Wanderer am Abend zu sp√ľren waren. Nicht mal eine halbe Stunde sp√§ter sahen wir uns auch schon wieder am R√§umicht und der Buswendestelle – es wurde an der Zeit, die √ľbliche Wanderbekleidung gegen die l√§stigen Klamotten zu tauschen.

Da uns noch einiges an Zeit bis zur Einkehr blieb, konnten wir so gem√ľtlich die letzten Reserven des Lunch-Pakets verzehren, bevor es √ľber den Loch-R√§umicht zur√ľck zur Ottendorfer H√ľtte ging – w√§hrend des Weges sah ich pl√∂tzlich Wolfgang, wie er freudestrahlend den Parasolpilz in der Hand hielt ‚Ķ

Gut 890 Meter und knapp 60 H√∂henmeter sp√§ter fanden wir uns an der Ottendorfer H√ľtte wieder – es wurde Zeit f√ľr eine weitere St√§rkung und so genossen wir den Abend zusammen mit Bea, Steffen und ihrem leckeren Ottendorfer Heedebraten. Nebenbei entschieden wir uns – bevor es Bea √ľber den Dorffunk erf√§hrt – ihr mitzuteilen, dass wir Nacktwanderer sind. Zu meiner Erleichterung nahm sie dies vollkommen locker auf, da bereits ein Textilwanderer ihr berichtete, dass da “ein paar Nackte” unterwegs seien.

Wenig sp√§ter fiel Bea dann auch ein, dass sie mich schon einmal gesehen hat – es war im Mai in der S√§chsischen Zeitung ūüėä.

Von Raubrittern und Wegelagerern ?

Am vierten Tag unserer Entdeckungsreise auf Spuren der “Ritter, Raubritter und Wegelagerer der S√§chsischen Schweiz”, entschied ich mich, das Gelernte der Th√ľringer Naturistentage ’18 anzuwenden und plante bereits vorab mit einem Regentag – oder wie Erik es nannte: “In Th√ľringen ist immer ein Regentag eingeplant”. So sollte der Sonntag, zum Regentag werden, er versprach aber auch im Verlauf des Tages ein echtes D√©j√†-vu zu beinhalten.

Ein Blick in die Geschichtsb√ľcher ‚Ķ

  • Wahrscheinlich im 13. Jhd. errichtet und 1379 erstmals urkundlich erw√§hnt
  • Eine markgr√§flich-mei√ünerische Besatzung lag auf dem Winterstein zwischen 1406 und 1408
  • 1451 gelangte der Winterstein, nach Jahren unklarer Besitzverh√§ltnisse an Sachsen
  • Bev√∂lkerung bezeichnete den Winterstein an die angeblich dort lebenden Raubritter als ‚ÄěHinteres Raubschloss‚Äú

Ziel unserer Wanderung war der Winterstein – auch bekannt als das Hintere Raubschloss. Doch zun√§chst einmal wurden wir von einem ordentlichen Regenschauer am Parkplatz an der Neumannm√ľhle empfangen – sollten wir bei dem Wetter wirklich starten ?

Zun√§chst einmal wurde ( √úberlegungen gab es dazu bereits am Vortag ) die schwierige Tour gestrichen, denn f√ľr diese sollte es √ľber den B√§renfangw√§ndesteig zur Goldsteinaussicht gehen. Nachdem die Parktickets gel√∂st wurden, erklommen wir die Spitzsteinschl√ľchte – zum Teil in typischer Wanderbekleidung, zum Teil auch textil – am Ende des Aufstiegs angekommen und zu F√ľ√üen des Gro√üen Lorenzsteins befreiten sich dann aber auch die letzten Wanderer von ihren l√§stigen Klamotten.

Die kleine Pause konnte so ideal genutzt werden, um unsere Gruppe zu fotografieren – wie in den vergangenen Tagen sollten wir die “gr√∂√üte Wandergruppe der S√§chsischen Schweiz” stellen und trotz des schlechten Wetters kamen wieder gut 39 Wanderer zusammen. Nach kurzer Pause und den ersten Fotos von J√ľrgen’s Schirm ging es weiter.

√úber die Knorre zog sich unsere Gruppe erneut etwas auseinander, so dass wir uns entschieden, an der ersten Abzweigung eine kurze Pause einzulegen. Dar√ľberhinaus beantwortete ich vereinzelten Teilnehmern die Frage, warum wir ein kurzes St√ľck bergab gehen w√ľrden, um diese H√∂henmeter dann gleich darauf wieder zu egalisieren. Tjaaa ‚Ķ das Wunder der S√§chsischen Schweiz ūüėČ.

So begaben wir uns √ľber die Zeughausstra√üe, um wenige Augenblicke sp√§ter in die Buchschl√ľchte abzubiegen, √ľber die es dann gute 60 H√∂henmeter hinauf ging – bei 520 Metern ergibt sich so eine Steigung von etwas mehr als 11,5%. W√§hrend des Weges nutzte ich die Zeit, um mit Andreas, aber auch Pascal ins Gespr√§ch zu kommen, wir beratschlagten √ľber eine m√∂gliche √Ąnderung der Route, aber auch, ob wir f√ľr so eine gro√üe Gruppe einen entsprechenden Unterschlupf finden sollten, denn in gut einer halben Stunde sollte der Regen wieder einsetzen. Ich entschied mich, in der gro√üen H√∂hle unterhalb der Aussicht eine Pause einzulegen – im Nachhinein galt dies als Gl√ľcksgriff, denn gerade in so einer gro√üen Gruppe galt es auch auf einzelne W√ľnsche einzugehen, damit diese nicht die Stimmung der ganzen Gruppe beeintr√§chtigen. So war es zum Beispiel Martin von der schw√§bischen Alb, der sich bedankte, dass wir etwas windgesch√ľtzt waren, damit er und viele weitere Wanderer nicht ausk√ľhlen.

J√ľrgen indes avancierte immer mehr zum Fotomodell – Grund war sein roter Schirm, zu genial war der Kontrast zwischen der teils grauen bzw. farblosen und tristen Landschaft, im Gegensatz dazu die leuchtende Farbe, die fast schon befremdlich wirkt. W√§hrend der Pause in der H√∂hle entstanden so schon mal 32 Fotos, in unterschiedlichsten Modi und Belichtungszeiten, um sich auf die Aussicht drauf “einzuschie√üen”. Nach gut einer halben Stunde wagten wir den Aufstieg, da der Regen wieder etwas nachlie√ü – in Gruppen von ca. 15 Personen ging es so die gro√üe Treppe, gefolgt von einer Schl√§ngelpartie durch den Sandstein hinauf zur Aussicht. Kurz nachdem wir oben waren, bat ich J√ľrgen auch schon, einmal Modell zu stehen, etwas Nachbearbeitung in Darkroom und sein leuchtender Schirm kommt voll zur Geltung ‚Ķ

Das Wichtigste war, dass J√ľrgen sich nicht bewegen durfte, was √ľber 10 Einzelfotos sicherlich keine einfache Aufgabe war, immerhin dauerte es auch eine knappe halbe Minute, alle Fotos im virtuellen Kasten zu haben. Nach dieser Serie sollte noch ein weiteres Panorama entstehen – diesmal mit etwas mehr Farbe und weniger Eye-Catchern ‚Ķ

Nachdem J√ľrgen sich noch einige Male als Motiv anbot, entstanden auch einige Fotos von Horst und Erik, sowie der umgebenden Landschaft – mal ganz nah, als auch ganz weit entfernt. Als wir irgendwann Gefahr liefen, die Zeit zu vergessen, entschieden wir uns f√ľr den Abstieg, da der Regen allm√§hlich aufh√∂rte.

Nachdem wir wieder am Aufgang des Wintersteins ankamen, erkl√§rte ich unserer Wandergruppe kurz den Weg der schwierigen Variante, da diese aber ausfiel, lohnte es sich nur kurz zu erw√§hnen, dass hierf√ľr einige Steine erklommen werden mussten und dies aufgrund des nassen Untergrunds als zu gef√§hrlich von mir eingestuft wurde – wie Recht ich damit hatte, dazu sp√§ter mehr.

√úber die Raubsteiner Schl√ľchte gelangten wir zum K√∂nigsweg, vorbei am Himbeergr√ľndel und Kletterfelsen, wie dem Vorderen Pechofenhorn oder der Fr√ľhlingswand, um unweit der B√§rf√§ngkanzel in das Hintergr√ľndel abzubiegen. Das Hintergr√ľndel ist etwas versteckt, wurde jedoch dank der gezeichneten Routen ohne Probleme gefunden. Es erwies sich als Vorteil, die Routen seit Monaten in MapOut vorzubereiten und anschlie√üend zu zeichnen – “unwichtige” Dinge, wie Zeit und Geschwindigkeit gingen bei den gezeichneten Routen zwar verloren, doch daf√ľr konnte eine akkurate Route angeboten werden, die √ľber dem Wegenetz liegt. Ein Verlaufen ist somit fast ausgeschlossen – den n√∂tigen Orientierungssinn ben√∂tigt man aber schon, denn daf√ľr ist das Wegenetz in der S√§chsischen Schweiz ( gerade auf Online-Karten ) zu umfangreich.

√úber das Hintergr√ľndel erreichten wir nach gut 250 Metern und fast 80 H√∂henmetern die Marienh√∂hle – dazu gelobte auch das Wetter Besserung, die Chance f√ľr eine weitere Pause war also gegeben. Auf der einen Seite m√∂gen die zahlreichen Pausen f√ľr euch Leser vielleicht seltsam erscheinen, aber diese sind auch aus der Not heraus entstanden, dass zwischen Ende der Wanderung und der Einkehr teilweise zu viel Spielraum entstand. Ein Durchschnittstempo zu finden, stellt eben immer wieder bei der Planung eine gewisse Schwierigkeit dar, doch die Erfahrungen im vergangenen Jahr zeigten, dass Restaurants keine Probleme damit haben, wenn man etwas eher aufschl√§gt.

So konnten wir an der Marienh√∂hle eine gen√ľssliche Pause einlegen, um unsere ganze Aufmerksamkeit einem Grash√ľpfer zu widmen, den Horst als Sandsteinschl√§fer bezeichnete, da er sich von den anr√ľckenden Kameras √ľberhaupt nicht irritieren lie√ü ‚Ķ

Reichlich Fotos waren bereits im Kasten, da dachte sich der Grash√ľpfer aber doch irgendwann, dass nun genug sei und er erweckte zum Leben und sprang von dannen. F√ľr uns der ideale Anlass, ebenfalls von dannen zu springen ‚Ķ wobei laufen tut es ja auch. Die n√§chsten H√∂henmeter lagen bereits vor uns und √ľber den Gehackten Weg verlief unser Weg bis zur n√§chsten Abzweigung.

Keine 130 Meter entfernt, unternahmen wir einen Abstecher zu den B√§renfangw√§nden – Zeit hatten wir schlie√ülich noch reichlich und der aufklarende Himmel tat sein √úbriges, um f√ľr wesentlich bessere Fotos zu sorgen. √úber das letzte St√ľck der schwierigen Variante erreichten wir so das obere Ende des B√§renfangw√§ndesteigs, um anschlie√üend dem B√§rfangkegel einen Besuch abzustatten – die Wege hier sind etwas verwirrend und auch wenn man meint auf der richtigen Aussicht zu stehen, so findet sich immer noch ein besserer Blick auf den Winterstein und die rund um ihm liegende Landschaft. Da einige Wanderer es vorzogen, ihren eigenen Weg zu suchen und ich warten wollte, bis der letzte an den zwei eisernen Klammern unten angekommen ist, schien es vorprogrammiert zu sein, dass man sich verl√§uft. Andy meinte dies auch in einem leicht “aggressiven” Unterton mitteilen zu m√ľssen, was mich jedoch kalt lie√ü ūüėČ. Zu sch√∂n sollte die vor uns liegende Aussicht sein ‚Ķ

Der Blick auf den Winterstein, dazu rechts von ihm der Gro√üe Lorenzstein, der Kuhstall dahinter und ganz links die Affensteine, versprachen einige gute Fotos auf den Speicherkarten unserer Wanderfreunde. Christian und Ines aus Kamenz, aber auch Robert aus der Schweiz waren echt beeindruckt von der Aussicht und ich erkl√§rte ihnen, dass wir noch vor gut einer Stunde auf dem benachbarten Winterstein bei reichlich Regen zu Gast waren. Mit etwas Gl√ľck lie√üen sich auch die wenigen Textilwanderer entdecken, die sich den Aufstieg auf den Winterstein zutrauten.

Christian aus Dresden ( langsam wird es interessant die ganzen Leute auseinander zu halten, wenn man immer nur den Wohnort als Anhaltspunkt hat; zumindest ihr als Leser; aber wir sind ja noch lang nicht bei Issac Asimov’s “Foundation-Zyklus” ūü§™ ) hingegen wollte wissen, ob er es sich diesmal traut den kleinen Sprung zu vollziehen, den er bei der letzten Erkundungswanderung noch auslie√ü. Unter den Augen seines Stammtischmitgliedes Roberto ( ebenfalls aus Dresden ) wuchs er √ľber sich hinaus und konnte so einen weiteren Teil der Aussicht genie√üen – speziell auch mit Blick auf die B√§rfangwarte. Unsere beiden “Schwergewichte” ( so hat zumindest Martin Erik und sich bezeichnet ), nahmen unterdes Platz auf einem Stein und prompt waren die beiden auf digitalen Film gebannt. Das nennt sich dann wohl “Best Buddies” und Erik wurde kurzerhand zu Martin’s 50. Geburtstag Ende September eingeladen ‚Ķ

Ich erinnere mich da noch an die Radtour im Jahre 2018, als die beiden etwas aneinander gerieten – wie sich Zeiten √§ndern k√∂nnen. Allm√§hlich wurde es aber auch an der Zeit, dass wir zur√ľck zum Rest der Gruppe gingen, denn ein Teil entschied sich beim Anblick der Eisenklammern lieber auf uns zu warten. Wie wichtig es war, die schwierige Variante an diesem Tag fallen zu lassen, bekam ich kurze Zeit sp√§ter beim Aufstieg an den Eisenklammern selbst zu sp√ľren: Man k√∂nnte ja denken, dass nasses Metall rutschiger sei, als der Sandstein, doch ein falscher Schritt und es ging einen halben Schritt abw√§rts – gut, dass der Sauerbraten und die Kl√∂√üe der vergangenen Tage Schlimmeres verhinderten ūüėā. Nein, es war gut zu wissen, dass der dritte Punkt reichlich Halt versprach, an dem ich mich festhielt und die Reaktion schnell genug war, um aus dieser kleinen Spalte mit dem linken Fu√ü wieder rauszukommen. Eine kleine Blessur blieb aber dann doch und sofort waren Jane, Nick, Paul und etliche weitere Wanderer f√ľr mich da, um mich zu verarzten. Ich entgegnete, dass es ja nur ein kleiner Kratzer sei, doch da hatte Paul schon sein Desinfektionsmittel drauf gespr√ľht – das brannte dann doch etwas mehr, als der eigentliche leichte Schmerz. Dennoch war ich Paul, sowie allen anderen dankbar.

Als wir wieder am Gehackten Weg ankamen und diesen auch schon einige Meter beschritten, fiel mir pl√∂tzlich ein, dass mein Handtuch verschwunden ist. Ich erinnerte mich schon an Clarisse’ Worte, als ich w√§hrend der Naked European Walking Tour letztes Jahr meine Hose verlor. Zun√§chst fand ich mich damit ab, dass das Handtuch verloren sei, doch dann fragte ich Andreas, ob er den Track habe und die Gruppe zur Goldsteinaussicht f√ľhren k√∂nne, w√§hrend ich mich auf die Suche nach meinem Handtuch an der Marienh√∂hle begab.

Nach kurzer Suche ward das Handtuch gefunden und ich konnte zur√ľck zur Gruppe gelangen. Nachdem jenes Handtuch schon einmal w√§hrend der Tour am Malerweg verloren ging, entwickelte sich allm√§hlich eine “emotionale Bindung” zu diesem, da es bei jeder Wanderung dabei ist.

Etwa 100 Meter vor der Goldsteinaussicht holte ich unsere Gruppe wieder ein und obwohl ich mich eigentlich etwas ausruhen wollte, entschied ich mich Andreas und Erik bei der Suche nach ihren Geocache zu helfen. Als wir eigentlich schon aufgeben wollten, h√∂rten wir pl√∂tzlich Andreas’ frohe Kunde, dass er den goldenen Stein gefunden hat. Wieder ein Cache mehr und zur Belohnung durfte Erik sogar auf der Aussicht Modell stehen. W√§hrend anfangs noch Bilder entstanden, auf dem man Erik’s L√§cheln suchen musste und sich vielleicht der Verfl√ľssigen-Filter in Photoshop einsetzen lie√ü, entschied ich mich alles zu geben und nach mehrmaligen Anfeuern mit “Ja Baby, gib mir alles”, “Genau so”  und so weiter begann nicht nur Erik zu grinsen, sondern die ganze Gruppe ūüėĄ ‚Ķ

Geht doch ūüėÉ. Horst bewies sich in der Zwischenzeit als “absturzgef√§hrdeter” Kletterer – mit sicherem Stand auf einem Stein. Manchmal kann das Motiv eben doch einiges ausmachen.

W√§hrend an der Goldsteinaussicht das Wetter Besserung gelobte, schien es beim Abstieg √ľber den Goldsteig eher danach auszusehen, dass nochmal ein ordentliches Regengebiet √ľber uns hinwegziehen w√ľrde. Als wir am Zeughaus ankamen, versprach der Deutsche Wetterdienst in gut 30 Minuten reichlich Regen – es weckt Erinnerungen an die Wanderung vom 2. Mai 2020, zu der wir ein √§hnliches Wetter vorfanden: Den Winterstein im Regen bestiegen, oben auf der Aussicht, kein Tropfen mehr, an der Goldsteinaussicht Sonne, unten am Zeughaus angekommen gab es einen Wolkenbruch.

Letzterer sollte uns diesmal zumindest am Zeughaus erspart bleiben, daf√ľr fand sich jedoch ein Auto mit dem Nummernschild “M-DR 72”. Interessant zu wissen, dass der MDR seine Autos in M√ľnchen zul√§sst, denn ich erkannte sofort, dass dieses Auto zur Requisite des Heimatfilms “Der Ranger – Paradies Heimat” z√§hlt ‚Ķ

So bat ich Horst schnell noch ein Foto von mir zu machen, bevor wir z√ľgigen Schrittes am Zeughaus vorbeizogen, um dem Regen zu entgehen. P√ľnktlich wie die Feuerwehr, sollte der Deutsche Wetterdienst Recht behalten ( danke f√ľr die pr√§zise Vorhersage, Andr√© ūüėČ ) und es begann wenige hundert Meter vor dem Parkplatz Neumannm√ľhle zu regnen ‚Ķ wobei das noch milde formuliert war. Gut durchn√§sst erreichten wir so unsere Autos und damit das Ende der Wanderung.

Nach kurzer Anfrage in der Neumannm√ľhle nahmen wir einige Minuten eher Platz und genossen so nach Jane’s Aussage das beste Essen der Woche. Die Roulade war auf jeden Fall gr√∂√üer, als ich es bisher gewohnt war und dementsprechend zufrieden fiel auch mein Urteil aus. Leider aber mussten wir feststellen, dass die Organisation mit so einer gro√üen Gruppe sp√§testens im Restaurant ihre Grenzen kannte – f√ľr n√§chstes Jahr haben wir hier schon eine Verbesserung parat, die Andr√© uns aufzeigte.

Da Andr√© seinem Fu√ü eine kleine Pause g√∂nnte, entschied er sich lediglich von Ottendorf zur Neumannm√ľhle zu laufen, er begab sich somit schon mal auf Erkundungswanderung f√ľr die n√§chstj√§hrigen Naturistentage.

Zu Wasser oder zu Land ?

Der f√ľnfte Tag sollte von unserer Kanu‚Ķ √§hhh Schlauchboottour gepr√§gt sein. Nachdem wir in den vorangegangenen zwei Jahren bereits einen ordentlichen Zuwachs an Teilnehmern verbuchten ( 2018 waren wir noch mit einem Zehner-Schlauchboot unterwegs, 2019 schon zus√§tzlich mit einem Kajak ), fanden sich diesmal keine Teilnehmer, die unbedingt an der Wanderung teilnehmen wollten. Rainer aus H√ľnfeld entschied sich Albert zu besuchen und Marek aus der Slowakei wusste noch nicht so genau, ob er “Hike or Bike” – Wandern oder Radfahren sollte. 28 Paddler sollten wir an jenem Tag sein.

Start unserer Paddeltour war Bad Schandau, dies war etwas g√ľnstiger zu erreichen als K√∂nigstein und auch jene Leute, die auf dem Campingplatz √ľbernachteten, fanden schnell einen Parkplatz. Bevor unsere Paddeltour √ľberhaupt starten konnte, hie√ü es zun√§chst etwas warten, denn die Anbindung Ottendorfs an den √∂ffentlichen Nahverkehr ist etwas umst√§ndlich gel√∂st – statt wenige Minuten mit dem Auto zu fahren, waren wir gute 65 Minuten mit dem Bus unterwegs ( sahen aber so noch Hinterhermsdorf und das Panorama entlang der Stra√üe durch die D√∂rfer Lichtenhain, Mittelndorf und Altendorf ).

Wir waren nicht die Einzigen, die an jenem Tag das Paddel in die Hand nahmen, so verging erneut etwas Zeit, bis ich gute 510 ‚ā¨ loswerden durfte.

Zwei Zehner-Schlauchboote und ein Achter gingen so nach einigen Minuten zu Wasser, da wir gro√üen Wert auf trockene Klamotten legten, war es nicht verwunderlich, dass diese gleich als Erstes in den Sees√§cken verschwanden ‚Ķ

Die Strecke Bad Schandau – Stadt Wehlen sollte f√ľr uns ganz neu sein ( auch wenn im Programm noch etwas von K√∂nigstein – Pirna stand ), doch nach Auskunft ben√∂tigten wir f√ľr die Strecke in etwa genauso lang, wie die Jahre zuvor. Martin legte schon zu Beginn ordentliches Tempo vor, so dass nach gut einer Stunde bereits ein Viertel der Strecke hinter uns lag.

Dies wurde auch in K√∂nigstein nicht besser, war aber Anlass genug, schnell das iPhone zu z√ľcken, um die aufziehenden Wolken im HDR-Modus festzuhalten ‚Ķ

Nach einer weiteren halben Stunde – inzwischen waren wir gute 90 Minuten unterwegs – entschieden wir uns zur ersten Pause, Die Str√∂mung unterhalb der Festung K√∂nigstein verlangte uns dabei einiges ab ‚Ķ nicht beim paddeln, eher beim “gegen den Strom schwimmen”. Einzig Iza√§k aus den Niederlanden konnte der Str√∂mung mit seinen 1,94 Metern trotzen.

Vor dem Start unserer Paddeltour erblickten wir bereits den Personendampfer “Kurort Rathen”, in K√∂nigstein kam uns dann ihre Schwester, die “Pirna”, entgegen.

Unser Weg nach Kurort Rathen, musste nun etwas weniger schnell verlaufen, zu viel Strecke wurde bereits am Anfang der Tour zur√ľckgelegt – warum Martin so viel Gas gab, war uns ein bisschen unverst√§ndlich. Vielleicht lag es am Versprechen, das “letzte Spitzeneis vor Italien” in Rathen genie√üen zu k√∂nnen ? Jedenfalls wurde es Zeit etwas auszuspannen und die Sonne zu genie√üen, doch bevor wir richtig dazu kamen, √ľberholte uns auch schon Horst im zweiten Zehner und wir waren mit unserem kleineren Achter hinten. Also entschieden wir uns etwas im Tempo anzuziehen und so einige hundert Meter sp√§ter in Rathen “vor Anker zu gehen”.

Im letzten Jahr hatten wir w√§hrend unserer Paddeltour etwas Pech und standen vor verschlossener T√ľr, doch der entgangene Umsatz sollte am heutigen Tag wieder in die Kasse gesp√ľlt werden. So gab es zun√§chst ein Eis, sp√§ter noch ein Softeis und manch einer bestellte sich ein Buttermilch-Holunder-Drink. Doch nicht nur der Eisverk√§ufer lud ein, auch das Panorama der Elbe mit Blick auf Kurort Rathen und das Basteigebiet boten eine beeindruckende Kulisse.

Die Zeit verging und wir entschieden uns irgendwann wieder aufzubrechen, doch zuerst mussten wir warten, bis die Gierseilf√§hre in Altrathen ( alternativ der rechten Elbseite ) anlegte, um nicht von deren Seil unfreiwillig vom Boot geholt zu werden, einige Paddler dachten sich dieses Jahr, dass diese Regel f√ľr sie nicht z√§hlt und fuhren so einfach unter dem Seil durch, als die F√§hre noch auf linkselbischer Seite anlegte ūüôĄ.

Bis zur Bootsabgabe sollten wir noch reichlich Zeit haben und so entschieden wir uns ein St√ľck elbabw√§rts, vorbei an den Basteifelsen, dem Wartturm und der Rahmhanke zu fahren. Eine Kommunikation √ľber mehrere Boote war f√ľr mich nicht m√∂glich und so gab es ein kleines Kulturprogramm f√ľr die Paddler in unserem Boot. Einige Meter vor Stadt Wehlen legten wir ein letztes Mal linkselbisch an, um die Sonne ( oder auch den Schatten ) zu genie√üen, bevor es am Imbiss “Zur Habe” auf der anderen Elbseite ein k√ľhles Radler, Eis und eine Kleinigkeit zu essen gab.

Einmal quer √ľber die Elbe gepaddelt und wir konnten schlie√ülich auch unsere Boote abgeben – zeitlich viel zu fr√ľh, dennoch stand so einem Bad in der Elbe nichts im Weg ( wir kamen ja w√§hrend der ganzen Paddeltour nicht dazu ūüėā ). Der Zug brachte uns dann mit einem Umstieg und nach kurzem Fu√üweg zum Brauhaus “Zum Gie√üer” in Pirna, das unseren G√§sten bereits im vergangenen Jahr richtig gut gefiel. Verantwortlich daf√ľr ist wohl auch Michal, der Kellner, denn seine gepflegte Selbstironie kommt bei den G√§sten unserer Wandergruppe sehr gut an. So erinnerte sich beispielsweise Rainer aus Dortmund, dass er schon letztes Jahr sagte, dass er nur noch “ein Jahr hier arbeiten” w√ľrde, aber auch dieses Jahr sahen wir ihn wieder.

Mit dem gemieteten Bus des Regionalverkehrs S√§chsische Schweiz-Osterzgebirge ging es dann am sp√§teren Abend zur√ľck in unser Ferienhaus.

Kletterliebe an den Schrammsteinen ‚Ķ

Tag Sechs. Wie jedes Jahr sollten auch die Schrammsteine besucht werden, damit wir aber nicht immer die gleichen Routen laufen, wurde der Falkenstein durch die Hohe Liebe ersetzt und die Route einfach mal umgedreht. Sprich: Wir sollten zuerst die Hohe Liebe erkunden und später die Schrammsteine erklimmen.

Ein Blick in die Geschichtsb√ľcher ‚Ķ

  • Auf dem Vorderen Torstein befand sich im Mittelalter die Burgwarte Schramensteyn
  • Diente als Beobachtungsstand auf das Elbtal der Herrschaft Wildenstein
  • 1451 gelangtedie Burgwarte an Sachsen, galt jedoch bereits 1456 als verfallen
  • 1993 entdeckten Bergsteiger Reste in Form einer Herdstelle, Holzkohlenresten, einer Pfeilspitze und Keramikresten

Start war – wie die Jahre zuvor – der Parkplatz vor Ostrau und erneut sollten wir √ľber die Ausf√§lle der Parkautomaten staunen, die St√§dte Bad Schandau und Sebnitz scheinen offenbar nicht interessiert, in einer Zeit von Sonderausgaben die leeren Stadtkassen zu f√ľllen ūü§Ē. Wie dem auch sei, vom Parkplatz starteten wir mit 31 Wanderern und begaben uns √ľber die Falkensteinstra√üe, vorbei an den Falkenstein-H√ľtten in den Wald hinein. Die G√§ste des Feriendomizils staunten nicht schlecht, als wir in unserer traditionellen Wanderbekleidung erschienen. Da J√ľrgen uns um einige Meter voraus war, sollte er entscheiden, welchen Weg wir nehmen w√ľrden – der Obere Liebenweg war das Ziel, doch wie zur Erkundungswanderung, verlief unser Weg etwas abseits und so fanden wir uns kurze Zeit sp√§ter auf dem f√ľr Barfu√üwanderer freundlicheren Steinbrecherweg wieder. √úber diesen ging es f√ľr etwas mehr als 600 Meter, bis wir uns am Liebentor befanden – zugleich auch Chance, dass die Letzten der Gruppe etwas aufschlie√üen konnten. Andreas wollte die Route nun etwas ab√§ndern, um an einem nahegelegenen Geocache vorbeizuschauen, auch Erik stimmte f√ľr diese Routen√§nderung, doch da mir die Beschaffenheit des Weges unbekannt war, sollten wir uns – nach kurzem Aufstieg – links in Richtung des Oberen Liebenweges halten, w√§hrend Andreas nach rechts abbog, um seinen Cache zu finden.

√úber ein kurzes St√ľck Betonstra√üe, n√§herten wir uns so unaufh√∂rlich der Hohen Liebe und die folgenden 460 Meter durch den Wald f√ľhrten uns √ľber gut 60 H√∂henmeter zum Aufstieg des Tafelberges, von dem es dann nochmals ungef√§hr 20 H√∂henmeter waren ‚Ķ

Das Bergsteigerehrenmal, auf dem Gipfel der Hohen Liebe wurde kurz nach dem Ersten Weltkrieg in Erinnerung der gefallenen Bergsteiger des S√§chsischen Bergsteigerbundes errichtet. Von den rund 800 Mitgliedern, fiel ungef√§hr die H√§lfte w√§hrend des Krieges von 1914-18. Heute tr√§gt das aus Sandstein gefertigte Ehrenmal zwei Bronzetafeln, mit den Inschriften “Den gefallenen Bergsteigern 1914 bis 1918” und “Unseren toten Bergfreunden”, welche als Erinnerung an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges angebracht wurde. Jedes Jahr zum Totensonntag treffen sich Bergsteiger, um an ihre Toten zu erinnern – darunter nicht nur gefallenen Bergsteigern, sondern auch all jenen, die bei Bergunf√§llen ums Leben gekommen sind. Dieses Treffen geh√∂rt zum traditionellen Kalender des Bergsteigerjahrs im Klettergebiet S√§chsische Schweiz.

Nach einigen Minuten erschien auch Andreas freudestrahlend, dass er seinen Cache in einen Smiley verwandeln konnte.

Kurze Zeit sp√§ter wurde es jedoch schon wieder Zeit zum Aufbrechen, nicht ohne Andreas vorher eine Pause zu g√∂nnen. √úber den Oberen Liebenweg begaben wir uns zur Kreuzung Unterer Liebenweg, um anschlie√üend weiter in Richtung Wildwiese zu laufen. Ich nutzte diesen Weg, um mich ein wenig mit Marek zu unterhalten, wollte ich doch wissen, ob es ihm gef√§llt, ob der Tatsache, dass er mit relativ wenig Leuten ins Gespr√§ch kommt. Dabei erfuhr ich, dass er aktuell an einer Programmier-Challenge, initiiert von Facebook, teilnimmt und die Wanderungen nutzt, um in sich zu kehren und √ľber so manche knifflige Aufgabenstellungen nachzudenken. Ich erz√§hlte ihm, dass ich bis vor einigen Jahren selber Programmierer war und einige Projekte auf die Beine stellte – letztendlich sollte mein Weg mich jedoch zu einem anderen Ziel f√ľhren, an dem ich heute stehe.

An der Wildwiese fiel dann die Entscheidung, wer alles ander schwierigen Variante der Tour teilnehmen sollte. Ich erl√§uterte dabei – mit Hilfe von Ed – kurz die Route und nachdem gut sechs Wanderer ihre Hand hoben ( und ich Andrea empfahl lieber die leichte Variante zu nutzen, um ihr Knie nicht √ľberzustrapazieren ), folgten mir schlie√ülich 21 Wanderer – inklusive Andrea ‚Ķ

F√ľr den ersten Moment dachte ich nur: “Passt schon”, aber als wir am Mittelwinkel ankamen, wurde mir erstmal die Gr√∂√üe der Gruppe bewusst. Zum Gl√ľck konnte ich auf Wolfgang bauen, denn am Mittelwinkel sollte nochmals die Frage folgen, wer denn jetzt immer noch Lust auf die schwierige Variante h√§tte. Nachdem es nur Zustimmung gab, war es Wolfgang, der sich bereit erkl√§rte, am oberen Ende des Wildsch√ľtzensteiges auf unsere Rucks√§cke aufzupassen. Ohne gr√∂√üere Pause – Zeit f√ľr einen kleinen Schluck Wasser sollte bleiben – lie√üen wir den Aufstieg zur Schrammsteinaussicht rechts liegen, begaben uns einiges an H√∂henmetern hinab, um unterhalb des Kletterfelsens “Onkel” die erste Kletterpassage zu bew√§ltigen.

W√§hrend die ersten unserer Gruppe noch vom Anblick √ľberw√§ltigt waren, war Roberto aus Dresden schon einen Schritt weiter und bot sich als Fotomotiv an ‚Ķ

Es erwies sich als Vorteil, dieses Foto gleich im HDR-Modus aufzunehmen, dazu kam noch ein eigens erstellter Filter in Darkroom zum Einsatz und das Endergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

Begr√ľ√üt wurden wir mit einem Ausblick zur “versteckten Schrammsteinaussicht”, auf der die Teilnehmer der leichten Variante den Inhalt ihrer Rucks√§cke ausbreiteten und es sich gem√ľtlich machten.

Die Tante – auf obigen Foto bereits als aufragender Stein im Hintergrund zu sehen – war das n√§chste Ziel und auch hier gab es nochmal zwei Kletterstellen: Die erste f√ľhrte uns hinauf, w√§hrend es dann auf verschiedenen Wegen hinab auf den schmalen Weg entlang am Fels ging. Niemand von unserer Gruppe kehrte bis zu diesem Punkt um, es sollte auch mit Ankunft am Fr√ľhst√ľcksplatz dabei bleiben, denn niemand wollte sich diese einzigartige Aussicht entgehen lassen ‚Ķ

Nach diesem HDR-Panorama, zusammengesetzt aus 15 Einzelbildern, was einiges an Retusche bedurfte ( man beachte den herrenlosen Rucksack ), entstand nat√ľrlich auch noch ein Gruppenfoto. Schlie√ülich war jeder ein wenig stolz auf das Erreichte und erstaunt von der Aussicht ‚Ķ

Das Gruppenfoto im Kasten, erkl√§rte ich unseren Freunden noch die umliegenden Steine und gab einen Ausblick auf einige Wanderungen im kommenden Jahr. Dazu half auch das Gespr√§ch mit Marek, der f√ľr uns die rechtliche Lage im benachbarten b√∂hmischen Ausland kl√§ren will.

√úber den gleichen Weg, wie wir ihn gekommen waren, ging es auch wieder zur√ľck, im Gespr√§ch mit Roberto aus dem Haselbachtal erfuhr ich, dass ihm diese Art des Wanderns wesentlich besser gef√§llt. So kann er seinen pers√∂nlichen Freiheiten nachgehen, w√§hrend der Rest der Wandergruppe den von mir vorgeschlagenen Weg folgt. Auch Marek bewies sich schon als Kletterer in den vergangenen Tagen – somit half es, meinem Motto treu zu bleiben, pers√∂nliche Freiheiten zu akzeptieren, aber dennoch ein Auge auf jene freiheitsliebenden Wanderer zu werfen, falls diese nun doch einmal Hilfe ben√∂tigen sollten. Oder um es kurz mit einer alten Weisheit von Kletterern und Bergsteigern zu sagen: “Am Berg entscheidet sich, wer dein Freund ist”.

Am Ende unserer schwierigen Variante angekommen, kamen uns schon die ersten Wanderer der leichten Variante von der “versteckten Aussicht” entgegen – diese ist bewusst nicht in unseren Routen eingezeichnet, um ihre Nat√ľrlichkeit zu wahren, denn bereits w√§hrend der letztj√§hrigen NEWT lernten wir am Dachstein, dass es hilfreich sein kann, bestimmte Fl√§chen der Natur f√ľr die touristischen Wanderer zu opfern, um benachbarte Fl√§chen zu erhalten.

Mit Ankunft auf der Schrammsteinaussicht entstand nat√ľrlich ein weiteres HDR-Panorama, diesmal aus lediglich 13 Einzelbildern bestehend ‚Ķ

Neben diesem Foto entstanden nat√ľrlich noch unz√§hlige weitere – wer Pascal kennt, der weis auch, dass er hier gern Freunde mit aufs Bild nimmt, so zum Beispiel Andrea und Roberto aus dem Haselbachtal. Nach einigen Minuten verlie√üen wir die Schrammsteinaussicht und begaben uns zu jenem lang versprochenen Geheimtipp. Horst erw√§hnte einige Tage zuvor, dass die Aussicht von den Schrammsteinen f√ľr ihn zu einer der Sch√∂nsten z√§hlt, die er je gesehen hat – nachdem er in seinem Leben schon einiges von der Welt sehen durfte, macht einen das ein klein wenig stolz, ihm nun diese Aussicht zu pr√§sentieren ūüėÉ.

Zur√ľck von den Ausblicken und mit reichlich gef√ľlltem Speicher, wurde es an der Zeit eine St√§rkung zu uns zu nehmen.

Nach gut einer viertel Stunde, brachen wir dann aber doch wieder auf, um vorbei am Mittelwinkel zum Gratweg zu gelangen, bevor wir nach etwas mehr als hundert Metern jenen Weg auch schon wieder mit Ziel des J√§gersteigs verlie√üen. √úber jenen Steig, der wohl sicherlich unserem Gr√ľnder Albert aus Oberposta gewidmet ist und auf dem schon der damalige Bundespr√§sident Horst K√∂hler am 5. Oktober 2007 die Schrammsteine erklomm, begaben wir uns in Richtung des Wildsch√ľtzensteig.

Bedingt der vielen Treppen und Leitern sollte es einige Zeit dauern, bis unsere Gruppe wieder vereint war und so legte ein Teil eine Pause ein, bis wir wieder vereint waren. √úber den Schrammsteinweg, verlief unser Weg, vorbei an etlichen Textilwanderern, bis wir am Schrammtor ankamen und dabei einer jungen Studentin aus Leipzig zusahen, wie diese den Wind f√ľr sich nutzte um einiges an Ballast abzuwerfen, der sich in ihrem Kopf angesammelt hatte. Verwundert von ihrer Art der Meditation, kamen wir ins Gespr√§ch und sie √ľberlegte sich, ob sie sich nicht doch einmal unserer Gruppe anschlie√üen m√∂chte – einen ruhigen Platz zum meditieren findet sich auf unseren Routen allemal, wie der Ausflug zum Fr√ľhst√ľcksplatz bewies ūüėä.

An der Kreuzung zum Obrigensteig trennten sich unsere Weg und wir w√ľnschten ihr noch einen sch√∂nen Tag. Uns begleitete der Obrigensteig f√ľr gut 900 Meter, bis wir an der Aussicht zur K√∂nigsnase ankamen – die Aussicht selbst ist etwas versteckt, doch selbst Rainer aus Dortmund lie√ü es sich nicht nehmen, zwei Meter hinab zu klettern, um einen wesentlich besseren Ausblick zu erhalten, der nicht von B√§umen versperrt wurde ‚Ķ

Bevor Matthias und Philipp in Szene gesetzt wurden, stand ich erstmal Modell – nat√ľrlich wurden auch von den Beiden reichlich Fotos in den Speicher geschrieben.

√úber den Obrigensteig begaben wir uns hinab in den Zahnsgrund – dem letzte Abstieg des Tages sollte noch ein Aufstieg folgen, doch daf√ľr mussten wir uns erstmal neben der Stra√üe durch den Zahnsgrund begeben, bis es etwas oberhalb der Schrammsteinbaude Zeit f√ľr jenen Aufstieg wurde. √úber rund 200 Meter √ľberwanden wir so gut 40 H√∂henmeter, am Ende der “Strapazen” stand nicht nur der Eintrag im Logbuch eines weiteren Geocaches, sondern auch eine Aussicht zu den Zschirnsteinen. Wenig sp√§ter erreichten wir den Parkplatz und somit das Ende unserer Wanderung.

Eingekehrt wurde √ľbrigens nochmal im Restaurant Lichtenhainer Wasserfall – doch zuvor wurde noch ein Bad in der Kirnitzsch genommen, wof√ľr ich einen Teil der Gruppe zur nahegelegenen Badestelle f√ľhrte.

Mit der IV K durch‚Äôs Schwarzbachtal ‚Ķ

Vor zwei Jahren – 2018 – unternahmen wir einen ersten Versuch ein neues Wandergebiet zu erschlie√üen – damals ging es ins Elbtal. Der Aufbruch in dieses Wandergebiet scheiterte damals, dazu gab es unterschiedliche Gr√ľnde, Hauptgrund sollten aber die vielen Orte sein, durch die wir uns bei der ausgesuchten Wanderung begeben mussten. Die weite Anreise stellte ebenfalls ein Problem dar.

Mit diesem Jahr starteten wir einen erneuten Anlauf: “Sebnitz und Umgebung” sollte das neue Wandergebiet lauten und ein erstes pers√∂nliches Fazit nach der Erkundungswanderung versprach ein wahres Highlight zu werden. Doch seht selbst, wohin uns der letzte Wandertag f√ľhrte.

Ein Blick in die Geschichtsb√ľcher ‚Ķ

  • 1372 erstmals urkundlich erw√§hnt
  • Diente zur Sicherung der Verbindung zwischen den Hauptburgen Hohnstein und Wildenstein
  • Wahrscheinlich lebte Heinrich von der Dub√° in den Mauern der Burg
  • 1443 ging die Burg an Sachsen, diente in der Zeit vermehrt Raubgesindel als Unterkunft, so am 20. Februar 1475 60 berittenen Raubgesellen aus B√∂hmen
  • 1858 lie√ü der Ulbersdorfer Rittergutsbesitzer eine k√ľnstliche Ruine mit Zubauten eines Rundturms errichten

Starten sollten wir in Altendorf und nach dem √ľblichen Check der Anwesenheitsliste ging es auch schon los. √úber die Rathmannsdorfer Stra√üe – vorbei an den Sportanlagen des Dorfes – begaben wir uns in Richtung des Adamsberges, welcher gern von den Kurg√§sten Bad Schandaus besucht wird ‚Ķ

Da wir w√§hrend dieser Wanderung in ein neues Wandergebiet aufbrachen, war diese Wanderung auch f√ľr Pascal und Clarisse, sowie Hans-Peter unbekannt – Grund genug, mit denjenigen ein Foto zu machen, die vor gut zwei Jahren den ausschlaggebenden Satz pr√§gten: “Ihr m√ľsst euch mal was Neues einfallen lassen”, denn f√ľr h√§ufig erscheinende G√§ste wird es irgendwann langweilig immer die selben Routen zu laufen. Mit Blick auf die Schrammsteine, die Affensteine, den Papststein, den Gohrisch oder auch den Rauenstein – von dieser Aussicht l√§sst sich nahezu die gesamte S√§chsische Schweiz in einem Panorama festhalten.

F√ľr eine erste wirkliche Pause war es noch zu fr√ľh – drum sammelten wir Andreas schnell wieder ein, der sich derweil auf die Suche nach einem Cache begab.

√úber einen recht gut ausgebauten Feldweg n√§herten wir uns dem Wald – von nun an folgten wir der Beschilderung zum Bahnhof Kohlm√ľhle und so ging es zun√§chst einmal ordentliche 140 H√∂henmeter bergab, verteilt √ľber gut 900 Meter. Am Ende des Abstiegs fanden wir uns im Sebnitztal, direkt vor den Gleisen der Bahnstrecke Bad Schandau – Sebnitz. Durch den erfolgten Abstieg, zog sich unsere Gruppe von 31 Wanderern etwas auseinander, so dass wir uns entschieden, bevor sich jemand verl√§uft lieber auf den Rest der Gruppe zu warten. Ich nutzt die Zeit, um unsere Gruppe √ľber die vor uns liegende Bahnstrecke aufzukl√§ren, auch wenn es hier relativ viel zur Geschichte zu erz√§hlen gibt, ersparte ich mir diesen Teil und ging lieber darauf ein, dass man √ľber sieben Br√ľcken und durch sieben Tunnel fahren m√ľsse, um von Bad Schandau nach Sebnitz zu gelangen.

Nachdem wir wieder vereint waren, ging es √ľber die erste Br√ľcke, vorbei an den Relikten der einstigen Schmalspurbahn. Unser steter Begleiter blieb dabei die Normalspurstrecke – auf der heute Z√ľge im Stundentakt fahren ‚Ķ

“Beworben” wurde die Wanderung unteranderem mit mindestens drei Badestellen, abwechselnd in der Sebnitz und im Schwarzbach, was diese Wanderung ideal f√ľr hei√üe Tage macht. Es war somit nicht verwunderlich, dass wir nach etwas mehr als 400 Metern, schon auf die erste Badestelle an der Sebnitz trafen.

Auch wenn es noch etwas fr√ľh war, entschieden wir uns die erste Pause – zugleich unsere vorgezogene Mittagspause, erster Teil, einzulegen. Im Beisein zweier Textilwanderer, stiegen wir so in die angenehm frische Sebnitz.

Wenig sp√§ter vernahmen wir das Ger√§usch eines herannahenden Zuges, es war die U28 – heute auch als Nationalparkbahn bekannt – mit Ziel Rumburk in der Tschechischen Republik. Interessanter Fakt nebenbei: Um schnellstm√∂glich von Dńõńć√≠n nach Rumburk zu gelangen, f√§hrt die U28 ( Zuglauf: Rumburk – Sebnitz – Bad Schandau – Sch√∂na – Dńõńć√≠n hl.n. ) ein St√ľck √ľber deutsches Gebiet und ist damit schneller, als wenn ein vergleichbarer Zug √ľber tschechisches Gebiet f√§hrt. Heute wird die Bahn von tschechischem Personal betrieben, der Fuhrpark besteht rein aus diesel-hydraulisch getriebenen Siemens Desiro ( Baureihe 642 ) der Deutschen Bahn – soviel aber zu den Fakten, wir befinden uns schlie√ülich auf Spuren s√§chsischer Eisenbahngeschichte ‚Ķ

Jede Pause kennt ein Ende und so brachen wir auf, um in jene Eisenbahngeschichte einzutauchen. Rund 250 Meter blieben uns, bis wir am alten Bahnw√§rterh√§uschen auf die ehemalige Strecke Go√üdorf-Kohlm√ľhle – Hohnstein abbogen, hierf√ľr war es n√∂tig den alten Bahndamm zu erklimmen.

Diese nur 12 Kilometer lange Strecke wurde zwischen 1892 und 1897 gebaut und am 1. Mai 1897 von den K√∂niglich S√§chsischen Staatseisenbahnen in Betrieb genommen. Der erste Fahrplan der Schmalspurbahn wies insgesamt vier Zugpaare aus, die f√ľr die Gesamtstrecke etwa eine Stunde ben√∂tigten. Die Schwarzbachbahn teilte sich, wie andere Schmalspurbahnen in Sachsen ein √§hnliches Schicksal, denn ein gr√∂√üeres Verkehrsaufkommen erlangte die Bahn nie, ebenso war auch das G√ľteraufkommen – entgegen den Erwartungen – nur m√§√üig. Die Bahn war in der Folgezeit auf Zusch√ľsse angewiesen und diente vielmehr zur An- und Abfuhr von Produkten der Landwirtschaft und Kleinindustrie. Erst Mitte der 1920er Jahre konnte durch den Umbau der Burg Hohnstein zur Jugendherberge ein starker Reisendenandrang erreicht werden, der jedoch kaum zu bew√§ltigen war – 1930 z√§hlte die damals gr√∂√üte Jugendherberge Deutschlands bereits 57.000 G√§ste. Ein Gro√üteil nutzte die Schmalspurbahn f√ľr die Anreise. Dennoch blieb die Bahn unrentabel, einer der Gr√ľnde war die seit Ende der 1920er Jahre bestehende Linienbusverbindung zwischen Pirna und Hohnstein. Die Strecke √ľberstand den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Zerst√∂rungen und erfuhr nach Kriegsende einen kurzen Aufschwung.

Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens entschied die Reichsbahndirektion Dresden am 25. Mai 1951, die Strecke zur Gewinnung von Oberbaustoffen abzubauen. Der v√∂llig √ľberraschten Bev√∂lkerung gab man bekannt, dass die Schienen “dringend f√ľr den Aufbau des S√ľdringes in Berlin zur Durchf√ľhrung der Weltjugendfestspiele ben√∂tigt werden”. Zwei Tage sp√§ter – am 27. Mai 1951 – fand letztmals ein planm√§√üiger Zugverkehr statt.

Heute bem√ľht sich der Verein Schwarzbachbahn e.V. um den Wiederaufbau der Strecke, doch das wesentliche Vereinsziel, der definierte Wiederaufbau des landschaftlich reizvollen und touristisch bedeutsamen Abschnittes zwischen Go√üdorf-Kohlm√ľhle und Lohsdorf wurde im November 2019 von der zust√§ndigen Landesdirektion Sachsen aus naturschutzrechtlichen Gr√ľnden mit folgender Begr√ľndung endg√ľltig abgelehnt:

Der vorgesehene Bauabschnitt liegt im Landschaftsschutzgebiet S√§chsische Schweiz und zugleich in dem nach europ√§ischem Recht gesch√ľtzten Fauna-Flora-Habitat “Sebnitz- und Lachsbachtal”. Der ausgepr√§gte Ruhecharakter, die St√∂rungsarmut sowie die Unzerschnittenheit des Schwarzbachtals gingen absehbar verloren.

Somit bleibt uns zumindest die M√∂glichkeit, entlang dieser Strecke zu wandern. Kurz nach dem Aufstieg zum Bahndamm ging es √ľber die aus Stampfbeton gefertigte Bogenbr√ľcke √ľber die Sebnitz, bevor wir uns dem ersten von zwei Tunneln n√§herten. Mit 63 Metern war dies der l√§ngste Tunnel der Strecke ‚Ķ

Dass unseren Wanderern die Tour gefiel, wusste ich sp√§testens ab diesem Moment, denn im Tunnel schien der Geist einer alten Dampflokomotive zu wohnen, anders lie√üen sich die pfeifenden und schnaufenden T√∂ne nicht erkl√§ren ūüėĄ.

Am Ende des Tunnels wurden wir vom Schwarzbachtal und einigen Brennnesseln am Wegesrand empfangen. Vorbei ging es am alten Haltepunkt “Go√üdorf-Raubschloss”, immer entlang des Schwarzbaches, bis wir am zweiten Tunnel mit einer L√§nge von 38 Metern angelangten. Die Schwarzbachbahn √ľberwand auf diesen 1,2 Kilometern einen H√∂henunterschied von gut 45 Metern, in Anbetracht, dass hier zeitweilig sogar eine I K eingesetzt wurde, keine leichte Herausforderung. F√ľr uns sollte dieser H√∂henunterschied gerade so zu bew√§ltigen sein ūüėā – belohnt wurden wir am Ende des Tunnels mit einer zweiten Mittagspause und einem Bad im Schwarzbach.

Gute 640 Meter sp√§ter – auch diese Pause endete nach einer knappen halben Stunde – verlie√üen wir den Bahndamm der ehemaligen Schmalspurbahn, Grund hierf√ľr war eine Br√ľcke √ľber den Schwarzbach, die zwar noch existiert, aber nicht als Wanderweg ausgewiesen ist. Wer wagemutig genug ist, kann alternativ √ľber die Br√ľcke balancieren, wir entschieden uns jedoch die Br√ľcke aus gut 10 Metern zu bewundern und den nahegelegenen Waldweg zu nutzen. Entlang des Schwarzbaches n√§herten wir uns dem Abzweig nach Ulbersdorf – da ein Teil unserer Gruppe vorauslief, entschieden wir uns dem Bahnhof Lohsdorf einen Besuch abzustatten. Diese Entscheidung hatte jedoch gravierende Folgen, denn ein kleiner Teil unserer Gruppe hing etwas zur√ľck – da Wolfgang, als “Funkoffizier” in meiner N√§he war und kein Signal erhielt, dass ein Teil unserer Gruppe zur√ľck lag, dachten wir, dass unsere Gruppe vollst√§ndig sei ( irgendwann wird es auch schwer, den letzten Wanderer auszumachen ). Entlang des alten Bahndamms und erneuter Passage √ľber den Schwarzbach gelangten wir zum wieder aufgebauten Bahnhof Lohsdorf ‚Ķ

Unser kleiner Abstecher hatte am Ende noch “Konsequenzen”, denn Erik, Rainer aus H√ľnfeld und Andreas lagen etwas zur√ľck und fanden sich nun schon auf dem Langen Weg in Richtung Ulbersdorf wieder ( wie es in der zweiten Version des Tracks eingezeichnet war, w√§hrend ich eine Mischung aus erster und zweiter Version auf dem iPhone hatte ) – der gr√∂√üte Teil der Wandergruppe war unauffindbar gewesen. Einige Funkversuche sp√§ter, griff ich zum Telefon und rief Erik an – keine Reaktion, also wurde Andreas angerufen und wir einigten uns, in Ulbersdorf zu warten. So begaben wir uns nach kurzer Fotosession unter “kurf√ľrstlichen Augen” ( Grund waren zwei Schauspieler, die in k√∂niglich-s√§chsischen Gew√§ndern in Lohsdorf unter einem Pavillon Platz nahmen ) zur√ľck in Richtung des Abzweig nach Ulbersdorf.

In Ulbersdorf angekommen, sahen wir allerdings immer noch nichts von den Nachz√ľglern, also wurde erneut angerufen und wir erfuhren, dass diese bereits au√üerhalb des Ortes an der n√§chsten Abzweigung seien.

Entlang des Hutbergweges in Ulbersdorf, vorbei an unz√§hligen Ferienwohnungen, kreuzten wir den Abzweig zum M√§rchenturm, der gesamte Weg bot uns ein wundersch√∂nes Panorama auf die umliegenden D√∂rfer von Sebnitz ‚Ķ

Wie abgesprochen trafen wir die Nachz√ľgler – zwischenzeitlich waren es die Vorreiter – an der Abzweigung zum Sebnitztal. Nach reichlich Diskussionen mit Andreas und Erik, sprang Horst mir zur Seite und erw√§hnte, dass “fr√ľher bei der Bundeswehr, diejenigen, die an der Kreuzung eine Motorpanne hatten, den vorausfahrenden Fahrzeugen eine Meldung √ľber Funk gaben, damit diese warteten”. Klingt f√ľr mich plausibel, da Rainer sich den Zeh verletzt hatte und somit eine Pause zur Folge hatte – wir wussten davon nichts, da keine Meldung √ľber Funk erfolgte. Doch beenden wir dieses Thema.

Der Weg zur√ľck ins Sebnitztal verlief √ľber gut 2,3 Kilometer durch den Wald – landschaftlich bereits ein guter Einstieg f√ľr die Th√ľringer Naturistentage, die am 14. August starten, erinnern doch das Gestein und die Waldwege ein wenig an den Th√ľringer Wald. W√§hrend dieser knappen Stunde √ľberwanden wir so 160 H√∂henmeter – bergab sicherlich leichter, denn jene Meter lagen bei Ankunft am Zustieg zum Go√üdorfer Raubschloss wieder vor uns. Na gut, ganz 160 H√∂henmeter waren es nicht, eher um die 30, verteilt √ľber reichlich Stufen, war dies f√ľr manchen Wanderer zu viel und so entschied sich ein Teil der Gruppe am Schwarzbach zu warten und ein weiteres Bad zu nehmen.

F√ľr den anderen Teil unserer Gruppe ging es hinauf zur “Burg Schwarzberg”, wie das Go√üdorfer Raubschloss auch genannt wird. Hier lauschten wir nicht nur den Legenden um die Berken von der Dub√°, sondern auch Heinz Ehrhardts Gedicht von Ritter Fips, in der Interpretation von Horst ‚Ķ

Ritter Fips, st√ľrzte von seines Schlosses Br√ľstung, ob sich dies auf der Burg Schwarzberg am Ende zutrug, kann wohl niemand sagen. Eine weitere Legende, m√∂chten wir euch pr√§sentieren, denn sie handelt von einem Schatz am Go√üdorfer Raubschloss:

In dem sch√∂nen Ochelgrunde, wo die Schwarzbach in die Sebnitz f√§llt, liegt auf einer ziemlich steilen Anh√∂he die sp√§rlichenTr√ľmmer einer kleinen Burg, des sogenannten Go√üdorfer Raubschlo√ües, des alten Schwarzberges.

Von ihren Rittern erzählt uns die Sage, daß ein wildes, raublustiges Geschlecht gewesen sei, das deshalb weit und breit verhaßt war. Diese adligen Strauchdiebe waren sogar genötigt, ihren Pferden die Hufeisen verkehrt aufschlagen zu lassen, um den Feinden den Zugang zu ihrem Raubneste zu verbergen.

Endlich gelang es aber doch, ihnen das schmähliche Handwerk zu legen und die Burg von Grund aus zu zerstören. Nur den großen Schatz gestohlenen Goldes vermochte niemand aufzufinden.

Deshalb machten sich einst zwei Ulbersdorfer Bauern, Friedemann und Matzen Töffel, zur Mitternacht auf nach dem Raubschloße. Das Zauberwort kannten sie und gruben wacker drauflos.

Da auf einmal blendete sie ein helles Licht.

Voller Freuden rufen sie: “Der Schatz, der Schatz !”

Doch zu ihrem Schrecken gewahren sie gleich einen hohen Galgen √ľber ihren H√§uptern, auf dem ein Hahn laut zu kr√§hen beginnt, neben ihnen aber meckert ein schwarzer Ziegenbock.

Da graust es ihnen, und die fliehen zum Dorfe, immer verfolgt von dem w√ľtenten Bocke.

Ganz braun und blau gesto√üen langen sie zu Hause an. – Die Tiere aber sollen die Geister eines Juden und dessen Tochter sein, die von dem letzten Ritter erschlagen wurden und in solcher Gestalt den ihnen geraubten Schatz bewahren.

– Die Schatzgr√§ber am Go√üdorfer Raubschlo√ü –

Somit schlie√üt sich der Kreis zu den Berken von der Dub√°, die uns w√§hrend der gesamten Woche begleiteten. Nach zahlreichen Fotos, begaben wir uns hinab zu den √ľbrigen Wanderern, die am Fu√üe der Burg verblieben. Vorbei an der Buttermilchm√ľhle, welche 1845 durch Carl Gottlob Michel errichtet, 1985 durch einen Blitzschlag abbrannte und deren restlicher Brandschutt 1989 nach der Wende entfernt wurde, erblickten wir das Rad am Kohlbach ‚Ķ

Was es genau damit auf sich hat, konnten wir nicht herausfinden, doch fand sich ein B√ľchlein, in dem wir unseren Besuch vermerkten:

Von weit kamen sie her, die 31 Nacktwanderer. Ihre Klamotten lie√üen sie liegen, um sich in der Sonne zu vergn√ľgen.

Viel Spaß hatten wir, die 31 Nacktwanderer aus allen Ländern dieser Welt.

Es gr√ľ√üen die S√§chsischen Naturisten und ihre G√§ste.

Unterhalb des Pinsenberges – ich kannte ihn bereits von meiner Wanderung entlang des Malerweges – sollte der letzte Aufstieg folgen. √úber gut 1,2 Kilometer und 120 H√∂henmeter erreichten wir letztendlich Altendorf. Da wir w√§hrend unserer Wanderung entlang des Panoramaweges das beschauliche √Ėrtchen stets in typischer Wanderbekleidung kreuzen, sollte es diesmal auch nicht anders sein. Als wir am Schaukasten des Heimatverein Altendorf vorbeikamen, erblickte ich unseren Artikel der S√§chsischen Zeitung, mit dem Untertitel: “Endlich mal was los”. Am Ende des Aushangs fand sich neben einem Leserbrief auch der Kommentar:

Hoffentlich kommen die auch in Altendorf vorbei, wir gehörten ja schließlich auch zum Kirnitzschtal.

Gern erf√ľllten wir diesen Wunsch, um Altendorf zu zeigen, dass es keiner Blitzer bedarf, um die Geschwindigkeit der Autos, von Bad Schandau oder Sebnitz kommend, zu reduzieren ūüėČ ‚Ķ

Zum Abschluss der Wanderung kehrten wir noch in das Landgasthaus “Heiterer Blick” in Altendorf ein, deren leicht schwarzer Humor, kann vielleicht auch missverstanden werden, doch auf meine Frage, ob der “Sauerbraten den gut sei”, erwiderte der Kellner: “Nein”. Ok, ich entschied mich dennoch f√ľr diesen und als er den Teller mitnehmen wollte, entgegnete ich ihm: “Stimmt, der Sauerbraten im Lichtenhainer Wasserfall vor einigen Tagen war besser” ūüėŹ. Sorry, aber nachdem uns einige G√§ste ein hervorragendes Restaurant versprachen und Schulnoten von Eins oder Zwei vergaben, wurden unsere Erwartungen nicht erf√ľllt. Wir erhielten den Anschein, dass das Personal leicht √ľberfordert sei – vielleicht bessert sich dies in der Zukunft, denn wir w√ľrden gern auch mal auf der viel beworbenen Panoramaterrasse sitzen.

Abschließende Worte

Es mag immer etwas befremdlich wirken, wenn man als Initiator der Wanderwoche die abschlie√üenden Worte formuliert, doch unsere Freunde aus nah und fern, waren mir am letzten Wandertag einen Schritt voraus und √§u√üerten sich sehr positiv w√§hrend der Einkehr im “Heiteren Blick” in Altendorf. Zu gegebener Zeit werden wir sicherlich auch ausgew√§hlte Kommentare ver√∂ffentlichen.

Besonders stolz bin ich auf das folgende Foto, das auf dem Adamsberg zu Beginn der Wanderung des letzten Tages entstand: Mit den “R√ľckkehrern”, Pascal und Clarisse, als auch Hans Peter, die 2017 bzw. 2018 den Anstoss gaben f√ľr eine Ver√§nderung. Alle drei sagten erst kurz vor den Naturistentagen zu, so dass Hans Peter im Wohnmobil schlief und Pascal und Clarisse einen Platz in der H√ľtte erhielten. Demonstrativ wurde den beiden Els√§ssern das Programm im Juni zugesendet, in der Hoffnung, dass Clarisse den Sachsen noch eine Chance gibt – ihre Worte im “Heiteren Blick” bedeuteten uns auf jeden Fall sehr viel und erf√ľllten mich mit Stolz ‚Ķ

Christian, Erik und ich m√∂chten euch von ganzem Herzen danken, dass ihr Teil dieser einzigartigen Naturistentage ward. Nach knapp 64 Kilometern in sieben Tagen, fast 1.200 Fotos, unz√§hligen Videos und erstaunlichen 12.818 W√∂rtern in dem l√§ngsten Wanderbericht, welche ich je f√ľr unsere Webseite geschrieben habe, kann ich nur sagen, dass uns jeder einzelne Moment auf ewig in Erinnerung bleiben wird, war sie doch aufgrund eures Feedbacks nach jeder Wanderung eine der besten Wanderwochen, wie wir sie je erlebt haben ūüėÉ .

Wir sind stolz auf diese Arbeit und freuen uns, euch im kommenden Jahr wieder zu sehen, denn die ersten W√ľnsche und Ideen geistern bereits in unseren K√∂pfen ūüėČ.

Wir danken allen Freunden, die zum Erfolg der diesjährigen Wanderwoche beigetragen haben,
euer Christian, Erik und Martin

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√úber Martin

Nat√ľrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg f√ľr mich gepr√§gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder Bekleidungsgesch√§ften zu finden, nur um sie nach meiner n√§chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu k√∂nnen. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer M√ľtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung w√§hrend einer Wanderung tragen ? Schlie√ülich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu sch√ľtzen. F√ľr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen K√∂rper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum gesch√ľtzt wird ‚Ķ

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