Liebe Wanderfreunde,

viel habe ich bereits vom Campingplatz am R√§tzsee geh√∂rt, seien es Geschichten von gef√ľhrten Nacktwanderungen, den beiden freundlichen Besitzern oder von Erik, der jedes Jahr √ľber Christi Himmelfahrt seinen Urlaub auf dem FKK-Campingplatz verbringt und dieses Jahr davon schw√§rmte, sich erst nach mehreren Tagen wieder in die viel zu engen Klamotten zw√§ngen zu m√ľssen.

Es wird Zeit, dem auf den Grund zu gehen und einmal selbst die Erfahrung “Camping am R√§tzsee” zu machen – dies sollte auch zugleich mein erster Campingausflug mit Zelt, Isomatte und Schlafsack sein ūüŹē ‚Ķ

Inhaltsverzeichnis

Anreise: Die, in der es mein erstes Mal sein wird ‚Ķ
1. Tag: Die, in der ich eine Frierkatze bin ‚Ķ
2. Tag: Die, in der ich ein Held bin ‚Ķ
3. Tag: Die, in der es echt st√ľrmisch wird ‚Ķ
Abreise: Die, vor dem n√§chsten Mal ?

Die, in der es mein erstes Mal sein wird ‚Ķ

Erik entschied sich bereits ein paar Tage zuvor nach Dohna zu fahren, so dass wir vor unserem Campingurlaub noch die Praga Astronomica besuchen konnten, ein Geocaching-Mega-Event, welches sich ganz der Astronomie widmete. Am Montag, den 2. September 2019 sollte es dann in Richtung Campingplatz, mit einem kleinen Umweg √ľber Leipzig gehen, da Erik noch einige Kleinigkeiten ben√∂tigte. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Netto konnte unsere Reise endlich starten – n√§chstes Ziel: R√§tzsee ‚Ķ

Auf dem Weg kamen wir nat√ľrlich an etlichen Geocaches vorbei, weshalb es nicht verwunderlich war, dass wir einen kurzen Zwischenstopp einlegten ( die Beine muss man sich sowieso ab und an vertreten ), bevor wir nach gut sechs Stunden Fahrt unser Ziel erreichten. Bei der Ankunft am Tor meinte Erik, dass es einfacher w√§re, wenn ich die Anmeldung vorzeigen w√ľrde – die versammelten Mitarbeiter am Haupteingang staunten nicht schlecht, als ich einfach nackt aus dem Auto sprang. Als sie mich versuchten in die “Irre” zu f√ľhren, wo denn unser Stellplatz sei, erwiderte ich einfach, dass “ich einen Stammgast dabei habe, der wei√ü, wo er hin muss”. Nachdem die Mitarbeiter Erik sahen, meinten sie nur spa√üig: “Ach der, na da ist gut” ūüėĄ.

Da Erik die unz√§hligen Male zuvor allein an den R√§tzsee fuhr und mich bereits vor der S√§chsischen Nacktwanderwoche fragte, ob ich einmal mitkommen w√ľrde, entschied er sich nicht nur mich ins Boot zu holen, sondern auch Andr√©, den ich ebenfalls in Sachsen das erste Mal kennenlernte. Nat√ľrlich ist er – wie Erik – passionierter Geocacher. Als wir am Stellplatz ankamen sahen wir, dass Andr√©’s Zelt bereits aufgebaut war ‚Ķ

Kurze Zeit sp√§ter stand auch Erik’s Dachzelt, so dass ich mir nur noch einen Kopf machen musste, wie ich mein ‚Ķ √§hhh Erik’s geliehenes Zelt aufgebaut bekomme. Wenige Minuten sp√§ter stand auch dieses und wir konnten den Grill anfeuern und den Grillmeister bei der Arbeit beobachten ūü•©.

Praktisch war, dass Erik nicht nur ein Dachzelt, sondern auch diverse Planen und eine Markise sein Eigen nennt, so dass in Windeseile das Vorzelt aufgebaut werden konnte ‚Ķ

Bei angenehmen knapp 15 Grad genossen wir so den Abend und die sternenklare Nacht – sie sollte f√ľr einige Probleme sorgen, denn mein Schlafsack wies lediglich eine Komforttemperatur von 10 Grad auf. Schlafen bei k√ľhlen Temperaturen ist da eher unangebracht und so entschied ich mich, in der zweiten Nacht zum erstem Mal seit langem wieder Klamotten anzuziehen. Die erste Nacht ohne Klamotten war einfach zu kalt und zwang mich zu oft in Richtung Toilettenh√§uschen ūü•∂.

Die, in der ich eine Frierkatze bin ‚Ķ

F√ľr den ersten Tag versprach uns Erik eine Wanderung um den See – gute 25 Kilometer sollten es am Ende werden. Leider blieb die Temperatur dabei h√§ufig im Bereich von knapp 17 Grad, bei leichtem Wind, so dass es mir lange Zeit w√§hrend der Wanderung zu kalt war. Andr√© und Erik schien dies weniger zu st√∂ren und am Ende des Campingplatzes war auch Andr√© bereit f√ľr eine Nacktwanderung, welche uns zun√§chst √ľber eine feuchte Wiese entlang vereinzelter B√§ume f√ľhrte, die den See umschlossen. Wenige Minuten sp√§ter erreichten wir den Wald, bei nach wie vor bew√∂lktem Himmel – dies sollte auch am Peetscher Teerofen so bleiben.

Der Peetscher Teerofen lockte uns nat√ľrlich wegen seines Caches an diesen Ort, bevor es in Richtung der Fleether M√ľhler zur Wanderpause ging. Zun√§chst entschieden wir uns, unter freiem Himmel jene Wanderpause zu vollziehen, doch Petrus schien etwas dagegen zu haben und zwang uns mit dem einsetzenden Regen unter dem Dach Platz zu nehmen. Da Erik dieses kleine Event organisierte, war nat√ľrlich auch Stephan, der Rucksackwanderer wieder mit von der Partie. Wie wir es von ihm gewohnt sind, wollte er sich nat√ľrlich nicht von seinen Klamotten befreien – er ist eben in einem schwierigen Alter ūüėā ‚Ķ

Jede Wanderpause kennt einmal ihr Ende und nach einer deftigen Mahlzeit und dem Besuch aus Bayern entschieden wir uns unsere Wanderung fortzusetzen – fehlten doch noch einige Kilometer, bis wir wieder am Campingplatz ankommen sollten. Knapp zwei Stunden nach unserer Wanderpause gingen wir am alten Campingplatz “C26” auf Spurensuche, welcher Anfang der 1990er Jahre nach einer bewegten Geschichte aufgegeben wurde. Heute finden sich nur mehr Erinnerungen, wie zum Beispiel der MDR-Reportage “Der sch√∂nste Sommer meiner Kindheit” zu entnehmen ist:

Nackt, ungezwungen und frei ‚Äď so f√ľhlte sich Volker Zottmann als 15 J√§hriger auf dem FKK Campingplatz C26 am R√§tzsee. 1966 verbrachte er dort den sch√∂nsten Sommer seiner Kindheit. Die Ferien damals beeindruckten ihn so sehr, dass er immer wieder kam ‚Äď mindestens jeden Sommer – fast 40 Jahre lang ‚Äď erst mit seinen Eltern, dann mit seiner Freundin und sp√§teren Frau Reimonde ‚Äď sogar noch mit seinen Kindern und Enkelkindern. Heute ist er zur√ľckgekehrt an den Ort, an dem er so gl√ľcklich war !

Der FKK Campingplatz C26 am Rätzsee war ein echter Geheimtipp. Wasserwanderer entdeckten Ende der 50 Jahre das versteckte Ufer und schlugen dort ihr Zelt auf. Nach und nach kamen immer mehr FKK-Fans wie die Zottmanns.
Der FKK Campingplatz C26 wurde von der Gemeinde Waren nur geduldet. So waren die Camper ganz auf sich allein gestellt. Es gab keinerlei Infrastruktur ‚Äď nicht mal richtige sanit√§re Anlagen. Diese Umst√§nde aber lie√üen die Gemeinschaft eng zusammenwachsen. Ein Campertraum ‚Äď ganz pur, in der Natur, ungest√∂rt und ungezwungen.

Obwohl die Idylle auch ihre T√ľcken hatte: vor allem in der Versorgung. Schon Wochen vor dem Urlaub wurden Gulasch und Rouladen, Marmelade und Obst in Gl√§ser eingekocht, haltbare und hitzebest√§ndige Lebensmittel gehamstert. So viel, wie m√∂glich, wurde im Trabi mitgenommen. Denn vor Ort war es nicht so einfach, Lebensmittel zu ergattern. Nur in Mirow, etwa 10 Kilometer vom Campingplatz entfernt, gab es den kleinen Laden von Kaufmann Dinse. F√ľr die Camper war er immer der Retter in der Not.

Heute gibt es den C26 nicht mehr. Was bleibt sind die Erinnerungen und die Reste alter Geb√§ude, welche nun der rauen Natur ausgesetzt sind ‚Ķ

Vom C26 dauerte es noch knapp eine Stunde, bis wir endlich unseren Zeltplatz erreichten, doch zuvor erkundeten wir noch das Ziel des kommenden Tages: Eine Br√ľcke, die √ľber einen Kanal f√ľhrte und an der einst ein Geocache festgemacht war. Erik erkl√§rte uns, dass der folgende Weg durch ein Moor f√ľhren w√ľrde, welches auch Teil der gef√ľhrten Nacktwanderungen vom R√§tzsee ist. Da das Wetter allm√§hlich besser wurde ( alternativ der Wind auch nur etwas nachlie√ü ) entschied ich mich w√§hrend des Weges zur Br√ľcke die Klamotten in den Rucksack zu verstauen ‚Ķ

Es zeigte sich, dass es doch nicht so verkehrt war, das gro√üe Stativ zur Wanderung mitzunehmen, denn so konnte ich ein wesentlich besseres Foto auf den digitalen Film bannen. Von der Br√ľcke √ľber den Kanal, sollte uns ein Holzweg durch das – bereits erw√§hnte – Moor f√ľhren, ehe wir an einer Wiese ankamen, von wo aus es nur noch weniger als einen Kilometer bis zum Campingplatz am R√§tzsee war.

Die, in der ich ein Held bin ‚Ķ

Am zweiten Tag wagten wir uns aufs Wasser, daf√ľr entschied sich Erik, sein Stand-Up-Paddle, sowie sein Sit-On-Top einzupacken, die am Vormittag sogleich aufgeblasen wurden. Da wir allerdings noch einige Lebensmittel ben√∂tigten, entschieden sich Andr√© und Erik einkaufen zu fahren, w√§hrend ich die Zeit auf dem Campingplatz verbrachte und etwas mit der App “Skyflow” experimentierte ‚Ķ

Herausgekommen ist eine halbst√ľndige Zeitrafferaufnahme vom Pier, welche aus Vorbereitung f√ľr den Abend dienen sollte, denn Ziel war es, einen Sonnenuntergang in vielen tausenden Einzelbildern festzuhalten.

Nach diesen ersten Erkenntnissen, vergingen nur wenige Minuten, bis Andr√© und Erik vom Einkaufen zur√ľckkamen und wir uns so mit dem Aufblasen der Boote besch√§ftigen konnten. Dabei gab es einiges zu beachten, da ich Erik’s Sit-On-Top bekam, w√§hrend er mit seinem SUP unterwegs sein w√ľrde. Doch zuerst wollte Erik sehen, wie ich ins Wasser falle, denn ich wollte auch einmal SUP fahren und sehen, wie oft ich mich ( unfreiwillig ) ins Wasser begebe, nachdem er erz√§hlte, dass es besser w√§re, etwas in Richtung des tieferen Gew√§ssers zu gehen, da dem ersten Aufstieg ein Fall ins Wasser folgen w√ľrde ‚Ķ

Nun ja ‚Ķ ich sollte Eriks Wunsch erf√ľllen, doch erst nachdem ich aufgestiegen war, eine kleine Runde auf dem See drehte und irgendwie ein paar Probleme beim Wenden hatte. Also kurz aufs SUP gekniet und eine Kehrtwende vollzogen, bevor ich mich wieder aufrichtete, um die letzten Meter zur√ľck zu Erik und Andr√© zu fahren – ich kann somit sagen, dass ich trockenen Oberk√∂rpers gestartet bin und genauso wieder ankam. Ich bin eben ein Held, wie Erik meinte ūüėĄ.

Andr√© wollte zun√§chst nicht aufs SUP aufsteigen, so dass wir uns entschieden, bis zur Br√ľcke vom Vortag zu paddeln, welche in der N√§he des Campingplatzes war. So stiegen wir in unser SUP, SOT und ins Schlauchboot und starteten unsere Paddeltour – Andr√© schien allerdings einige Probleme zu haben, so dass er regelm√§√üig Zick-Zack fuhr. Auf dem See sollte dies kein Problem darstellen, doch im engen Verbindungskanal entschieden wir uns Andr√© zu lotsen, bevor Erik meinte, es w√§re besser, wenn ich ihn ins Schlepptau nehme – so wurde sein Seil vom Schlauchboot an mein SOT angebunden und es konnte weiter gehen. Nun allerdings auch f√ľr mich im Zick-Zack, was Andr√© versuchte zu korrigieren.

An der Br√ľcke angekommen, legten wir eine kurze Pause ein, bevor es zur√ľck ging. Diesmal sollte Erik der “Gl√ľckliche” sein und Andr√© an sein SUP ankoppeln, w√§hrend ich den Auftrag bekam mit etwas Tempo in Richtung des Campingplatzes zu paddeln, um diese Abschleppaktion festzuhalten ‚Ķ

Sch√∂n, wie Andr√© sich entspannen konnte – was ihn allerdings nicht von Erik’s SUP fern hielt. Andr√© war allerdings nicht ganz so mutig wie ich und blieb lieber auf allen Vieren. So durfte ich es nochmal versuchen und blieb auch diesmal wieder trocken. Spa√ü gemacht hat es auf jeden Fall ūüėÉ.

Inzwischen wurde es Nachmittag und Zeit f√ľr ein kurzes Vesper, bei Pfannkuchen, Tee und hei√üer Schokolade. f√ľr mich zus√§tzlich die Gelegenheit, das Stativ noch einmal aufzustellen und den Verlauf der Wolken festzuhalten – die n√§chste Zeitrafferaufnahme wurde f√§llig, mit einer Dauer von gut zweieinhalb Stunden ‚Ķ

Mit dieser Aufnahme näherte sich auch der zweite Tag dem Ende, denn wir entschieden uns, es nach dem ausgedehnten Vesper etwas ruhiger angehen zu lassen.

Die, in der es echt st√ľrmisch wird ‚Ķ

Tag 3. Nach dem Fr√ľhst√ľck hie√ü es f√ľr Andr√© die Zelte abbrechen, denn sein Urlaub sollte heute ein Ende finden – dennoch war es sehr sch√∂n, dass er uns die Tage Gesellschaft leistete.

F√ľr Erik und mich sollte es nach dem Fr√ľhst√ľck zu einer Wanderung mit Ziel Wesenberg gehen, bei anfangs recht gutem Wetter, entschied ich mich die Klamotten komplett im Rucksack zu verstauen. So schritten wir mutig die Waldwege entlang, bei Temperaturen knapp um die 20 Grad, hin-und-wieder trauten wir uns dabei auch zu, einige Wege barfu√ü zu erkunden – der Waldboden und die vielen sandigen Waldwege boten sich daf√ľr auch bestens an ( besser als eine Runde mit dem Rad zu drehen ). So entstand auch folgendes Foto von Erik ‚Ķ

Der wundersch√∂ne Kiefernwald tat sein √úbriges, um zu diesem besonderen Foto beizutragen. Je weiter wir in Richtung Wesenberg kamen, um so st√§rker wurde auch der Wind – schlecht f√ľr mich, bin ich doch seit dem ersten Tag eine kleine “Frierkatze”, wie Erik mich humorvoll bezeichnete. Erik schien der Wind weniger zu st√∂ren, so dass wir uns unaufhaltsam in Richtung der Kleinstadt mit einer langen Geschichte begaben.

W√§hrend dieser Wanderung kamen uns auch erste Ideen, ob man nicht einmal am R√§tzsee ein paar Naturistentage veranstalten k√∂nnte. Als m√∂glicher Termin wurde das Pfingstwochenende im Kalender vorgemerkt. Als m√∂gliches Programm wurden die beiden Wanderungen auserkoren, sowie eine Paddelrunde auf dem See – alles ohne Probleme machbar, bietet doch der R√§tzsee auch Kanus und SUPs zur Ausleihe an. Das Gebiet ist – wie bereits erw√§hnt – ideal f√ľr Barfu√ül√§ufer, also st√ľnde auch dem nichts im Weg. Ich werde mich Erik sicherlich wieder anschlie√üen, wenn er n√§chstes Jahr zu Pfingsten den R√§tzsee als Reiseziel festlegt.

Wenn ihr dabei sein wollt, so haltet euch einfach mal Pfingsten frei und organisiert euch in der Zwischenzeit ein Zelt, Isomatte und Schlafsack. N√§here Informationen ( und ob das Event stattfindet ) werden wir euch rechtzeitig mitteilen und in unserem Nacktivit√§ten-Kalender ver√∂ffentlichen. Wenn ihr euch den Link zu den einzelnen Bildern anseht, werdet ihr feststellen, dass wir uns auch schon eine Abk√ľrzung √ľberlegt haben ūüėČ.

Wenige Augenblicke vor Wesenberg entstand dann noch ein Foto der beiden Wanderer – gut, dass ich w√§hrend dieser Wanderung mein gro√ües Stativ im Equipment hatte ‚Ķ

Kurz vor Wesenberg hie√ü es dann die Klamotten aus dem Rucksack zu holen, wollten doch einige kleinere Besorgungen f√ľr die R√ľckkehr und einige Geocaches gehoben werden. In Wesenberg wurde der Wind dann allm√§hlich etwas st√§rker und dazu gesellte sich noch ein leichter Niederschlag – also begaben wir uns mit einem Eis in der Hand in ein nahes Wohngebiet und warteten die kleine Laune von Petrus ab, bevor wir unsere Wanderung fortsetzten.

Von Wesenberg waren es noch einige Kilometer bis zum Campingplatz, dazu mussten wir zun√§chst einen H√ľgel hinauf, auf dem wir die volle K√§lte des Windes zu sp√ľren bekamen. Selbst mit Klamotten war es anfangs zu kalt, doch auf der Spitze angekommen, ging es zur√ľck in den Wald, wo die vielen B√§ume uns ausreichend Schutz boten, so dass wir die Klamotten wieder fallen lassen konnten.

Nach gut einer Stunde erreichten wir schlie√ülich den Haupteingang des Campingplatz, an dem wir von einem abreisenden Camper begr√ľ√üt wurden. Nach kurzem Plausch und – f√ľr ihn – um eine Erfahrung reicher, dass man am Campingplatz auch nacktwandern kann, w√ľnschten wir ihm eine gute Heimreise. Am Anmeldeh√§uschen sorgten wir wieder f√ľr einige fr√∂hliche Blicke unter den Mitarbeitern – zeigten wir ihnen doch, dass es keines gesonderten Nacktwanderpfades bedarf ūüėČ.

Da das Wetter gegen Abend zusehends schlechter wurde, entschieden wir uns, das Vorzelt, sowie weitestgehend alle Aufbauten abzubauen, um am n√§chsten Tag fr√ľhestm√∂glich zu starten. Einige andere Camper zogen es da lieber vor ihre Zelte sofort abzubrechen und die Campingsaison f√ľr dieses Jahr als beendet zu erkl√§ren.

Die, vor dem n√§chsten Mal ?

Der vierte Tag sollte zugleich der Tag unserer Abreise sein. Somit gingen drei unvergesslich sch√∂ne Tage zu Ende, auch wenn das Wetter an manchen Tagen etwas “eigensinnig” war. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, nachts auch einmal Kompromisse einzugehen und nicht um jeden Preis nackt zu schlafen – alternativ k√∂nnte ich mir auch eine zus√§tzliche Decke einpacken, welche √ľber den Schlafsack gelegt wird.

Auf dem R√ľckweg wurde nat√ľrlich nochmal in der N√§he von Wesenberg angehalten, um IDentity in einen Smiley zu verwandeln, dabei entstand auch folgendes Foto von Stephan, mit der gefundenen Dose “in seinen H√§nden” ‚Ķ

Die letzte Nacht, bevor es f√ľr mich wieder nach Hause ging, sollte ich in Th√ľringen verbringen – um genau zu sein bei Erik’s Mutter. Auch an jenem Freitag wurde nochmal der Grill angeworfen und Erik durfte den Grillmeister spielen ūüćó. Dazu gab es leckeren Kartoffelsalat von seiner Mutter, sowie einen kleinen gr√ľnen Salat ūü•ó.

Abschließende Worte

Mein erstes Mal Camping und mit einem Stand-Up-Paddle unterwegs. Mein erster Ausflug an den R√§tzsee hat mir richtig gut gefallen, so dass ich gern wieder dabei sein werde, wenn Erik mich fragt, ob ich mit an einen der besten FKK-Campingpl√§tze Deutschlands kommen m√∂chte. Ich kann nur so viel sagen: Kommt einfach mal vorbei und schaut euch den wundersch√∂nen Campingplatz an, die Dauercamper sind, wie die Mitarbeiter allesamt freundlich, ebenso haben die Besitzer stets ein offenes Ohr – daran k√∂nnen sich einige Campingpl√§tze eine Scheibe abschneiden.

Unsere Idee, eine kleine Ausgabe der Naturistentage zu veranstalten, werden wir auf jeden Fall weiterverfolgen und uns hierf√ľr auch mit den Besitzern absprechen. Was kann es besseres geben, als die Landschaft um den See herum zu erkunden, ganz ohne auf feste Wege fixiert zu sein ? Nat√ľrlich sollte jeder Naturist immer eine Notbekleidung im Rucksack mit sich f√ľhren, denn auch in dieser Region l√§sst es sich nicht vermeiden, durch kleinere D√∂rfer oder St√§dte zu laufen. Wer allerdings nur eine kleine Runde im Wald wandern m√∂chte, der kann es – Erik gleichtun – und jeden Morgen eine kleine f√ľnf Kilometer Runde durch den Wald laufen um etwas warm zu werden.

Was die fotografische Sicht der Dinge angeht: Schaut selbst, denn am Ende des zweiten Tages entstand diese Zeitrafferaufnahme vom Sonnenuntergang am See ‚Ķ

Ich kann Erik nur vielmals danken, dass er mich mitgenommen hat und hoffe, dass wir auch in Zukunft an den Rätzsee fahren werden.

Wir danken Erik f√ľr diese au√üergew√∂hnlichen Tage,
dein André und dein Martin

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√úber Martin

Nat√ľrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg f√ľr mich gepr√§gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder Bekleidungsgesch√§ften zu finden, nur um sie nach meiner n√§chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu k√∂nnen. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer M√ľtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung w√§hrend einer Wanderung tragen ? Schlie√ülich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu sch√ľtzen. F√ľr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen K√∂rper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum gesch√ľtzt wird ‚Ķ

3 Kommentare

  1. Sehr schön geschrieben. Man könnte glatt meinen, man war dabei

    ūüėĀ

    Gruß André

  2. Martin, das hat Du sch√∂n geschrieben. Ich war auf dem CP an der Fleether M√ľhle und bin auch da nackt durch den Wald geradelt und gewandert. Mit dem Paddelboot habe ich eine Runde von ca. 15 km gefahren. Teilweise dachte ich, ich fahre durch den Urwald und bin ganz alleine, was echt sch√∂n war. Nat√ľrlich bin ich das ganze nackt gefahren auch durch die Schleuse. Dein Bericht hat mir Lust gemacht zu Pfingsten am R√§tzsee aufzutauchen. Gru√ü Hans Peter

  3. Danke Martin f√ľr diesen tollen Bericht. Aufgrund dessen hab ich einen Aufenthalt da gebucht Juli August. Uch hoffe ihr versteht das ich dann nicht auch bei euch mitkann.
    Aber der Bericht hat mich richtig gut gefallen wandern baden sup will ich auch machen.
    Evtl bin ich auch pfingsten dabei. Auf jeden fall hat mir dein Bericht tolle Anregungen gebracht. Lg gerhard

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