Liebe Radelfreunde,

wenn der Tag sich dem Ende nähert und viele unserer Teilnehmer des World Naked Bike Ride nur noch einen Weg kennen, nämlich ins Bett, dann bricht für andere Teilnehmer erst der Tag an, denn jedes “Event” benötigt eine gewisse Nachbearbeitung – so auch dieses Mal. So entsteht nicht nur dieser Bericht, sondern ihr erhaltet auch Zugriff auf unsere NextCloud, um die entstandenen Bilder und Videos zu teilen …

Doch beginnen wir von Anfang an: Für Wolfgang, Andreas und mich ging es nicht erst in Dresden los, sondern schon in der Nähe zur Wostra am anderen Ende von Dresden. Im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren, war das Wetter dieses Jahr bedeutend besser und so erwartete uns schon in der Frühe strahlender Sonnenschein. Da wir allerdings durch die halbe Stadt mussten, war es klar, dass wir die Klamotten anbehielten.

Am Ostragehege bzw. der Schlachthofbrücke, welche zur Messe führt angekommen, waren auch bereits die ersten Nacktradler anwesend und mit der Zeit erschienen immer mehr der angemeldeten Teilnehmer aus vielen Teilen Deutschlands, so wie Uwe, Jürgen und Lutz. Darunter waren aber auch viele Bekannte, sowie große Teile unserer Wandergruppe. Viktor und Nina, welche bis vor wenigen Jahren die Radtour organisiert haben, waren ebenfalls mit von der Partie. Da dieses Jahr das zweite Mal sein sollte, in dem ich die WNBR initiiere, hielt ich es für eine gute Idee, allen Teilnehmern ein “Nimm 2” vor’m Start als kleine Stärkung anzubieten. Gut gestärkt, konnte es so kurz nach 11 Uhr los gehen.

Unser erstes Ziel erreichten wir bereits nach wenigen Minuten Fahrt: Die Gohliser Windmühle. Kurz vor diesem wunderschönen Ort “sprang” ich vom Rad, um ein Video der vorbeifahrenden Gruppe aufzunehmen. Da am Ende noch zwei Frauen mich freundlich grüßten, dachte ich zunächst, dass diese sich unserer Gruppe angeschlossen hätten, doch ihr Weg führte sie zurück nach Riesa, während unser Ziel wie all die Jahre Meißen sein sollte. Dennoch nutze ich die Chance, um ein paar Minuten mit ihnen zu quatschen und dabei auch Fragen ihrerseits zu beantworten …

Während dieses Gesprächs bekam ich mit, dass wir während der Fahrt Zuwachs erhielten: So war nicht nur Annabell an der ersten Pausenstelle, wenige Meter hinter dem kleinen Dorf Gohlis, zu uns gestoßen, sondern auf dem Weg zur Pause auch ein weiterer Radler, welcher zu Gast in Dresden ist. Er selbst traute es sich bisher nicht allein mit dem Rad zu fahren, doch in der Gruppe sind bekanntlich viele Dinge einfacher.

Vorbei am Pumpspeicherwerk Niederwartha – einem stillgelegten Wasserkraftwerk – ging es unter der Niederwarthaer Brücke entlang in Richtung Gauernitz, was gegenüber von Kötitz – einem Stadtteil von Coswig liegt. In Gauernitz angekommen, legten wir erneut eine kurze Pause ein, denn die zahlreichen Badestellen an der Elbe wollten genutzt werden und so hieß es in der Nähe zur Fähre: Badepause. Das Wasser an sich war – typisch für die Elbe nach einem leichten Hochwasser – durch reichlich Schwebeteilchen geprägt und so empfahl ich Matthias seine neu erworbene Apple Watch diesem Wasser lieber nicht auszusetzen.

Es ist verständlich, dass die Badestelle nicht von allen Mitradlern genutzt wurde, denn Schlamm ist auch nicht mein Ding und so fuhren wir einige Kilometer weiter in Richtung des Western Inn’s, einem Steak-Restaurant, mit nahegelegener Badestelle. So vergnügten wir uns hier erneut die Zeit und schwammen ein paar Meter durch die Elbe – alternativ auch zwischen den beiden zusammengehörenden Badestellen hin-und-her, so dass ich versuchte einige Meter gegen den Strom zu schwimmen. Während dies an einigen Stellen der Elbe möglich ist, war es an dieser Stelle nur mit großem Kraftaufwand möglich. Da ich aber niemanden etwas beweisen und die Gruppe nicht aufhalten wollte, sattelten wir wieder auf und es ging weiter in Richtung Meißen …

Auf unserem Weg nach Meißen entstanden so zahlreiche Fotos und Videos, darunter auch ein Panoramafoto mit Blick auf die Bosel und die Weinberge in Sörnewitz.

In Meißen angekommen, ging es für uns dann problemlos durch die Stadt, darunter auch einige Schaulustige, die ihre Smartphones zückten und uns auf Videos und Fotos festhielten. Fast am Ende von Meißen fuhren wir über die neue Brücke – was allerdings leichter als gedacht sein sollte, denn die Auffahrt zur Brücke war recht steil, so dass es beinahe zwischen Andreas und Uwe einen Unfall gegeben hätte, während es bei Andrea und Annabell zu einem Sturz kam. Da ich hinter Annabell war, ließ ich mein Rad fallen und half ihr sogleich auf – zunächst schien auch alles in Ordnung zu sein, so dass wir die Radtour nach wenigen Sekunden fortsetzten. Am Ende der neuen Brücke angekommen, bogen wir auf den Elberadweg ab und legten eine unplanmäßige Pause ein, um Annabell erstmal notdürftig zu verarzten. Praktisch, dass einer unserer Mitradler einen Verband dabei hatte und so wurde der Ellenbogen erstmal bandagiert, bevor wir uns vor der Silhouette der Albrechtsburg für ein Gruppenfoto positionierten …

Unsere Gruppe war dabei bedeutend größer, so starteten wir in Dresden mit 21 Radlern, bis Annabell und unser neuer Freund ( leider hab ich seinen Namen vergessen 😞 ) aus der Ferne hinzukamen. Beginnend von links nach Rechts: Andreas, Wolfgang, Uwe, Nina, Manne, Annabell, Jürgen, Jörg, Viktor, Andrea, Matthias, Roberto, M., Erik, Lutz, Siggi und – mit rot-weißem eisernen Hut – meine Wenigkeit.

Irgendwann wird es aber mal Zeit, dass auch andere Bedürfnisse gestillt werden, denn so schlug Andreas’ Unterhopfung wieder zu, ebenso wie bei Erik und einigen weiteren Mitradlern. So verließen wir Meißen und es ging zurück nach Dresden – nicht ohne zuvor bei einem gewissen “Schweizer” anzuhalten, bei dem wir als Nacktradler in den Biergarten eintreten durften. Wer will auch bei so einer großen Gruppe was sagen ? Aber keine Bange: Alles war mit dem “Schweizer” so abgesprochen …

So genoßen wir den Nachmittag bei leckerem Kaffee, Kuchen und sonstigen kleinen Speisen. Über die Jahre avancierten wir zu einer besonderen Gruppe, welche in Addor’s Schweizer Stübli einkehrt, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass uns eine Seite im Jahrbuch sicher ist.

Von nun an sollte alles recht einfach und schnell gehen: Nachdem wir den Schweizer verließen, wenige Meter später in kleiner Gruppe einen Geocache einsammelten, waren wir auch kurze Zeit später wieder in Kötitz, radelten mit dem Rad auf dem Radweg im Radebeuler Stadtteil Kötzschenbroda vorbei und als wir uns versahen, kamen wir auch schon an der Flutrinne in Dresden-Kaditz an. An der Flutrinne wurde es dann etwas “chaotisch”, denn einige Mitradler sind bereits einige Meter voraus gefahren, während sich Wolfgang und Annabell an der Niederwarthaer Brücke verabschiedeten, so dass wir getrennt durch die Flutrinne fuhren. Als die erste Gruppe bereits unter der zweiten Brücke angekommen war, entschied sich Manne mich anzurufen, so dass wir ab der zweiten Brücke wieder zusammen radelten. Unser Ziel war es, in Dresden zusammenzubleiben und so radelten wir das letzte Stück durch die Flutrinne, bahnten uns einen Weg durch die Baustelle in Mickten nach Pieschen, am Ballhaus Watzke entlang.

Wenige Augenblicke danach kamen wir auch schon an der Marienbrücke an, wo unsere Radtour endete. Wie jedes Jahr, sollte natürlich auch an der Marienbrücke ein Gruppenfoto entstehen, während sich der Rest der Gruppe unterhalb der Eisenbahnbrücke verabschiedete und die ein oder andere Mail-Adresse bzw. Telefonnummer ausgetauscht wurde …

Damit geht unser World-Naked-Bike-Ride zu Ende, mit durchaus sehr positiven Reaktionen, so bedankten sich viele Mitradler für die Orga, während ich mich bereits auf die Wanderwoche und den WNBR im nächsten Jahr freue 😃.

PS: Da Andreas wenige Tage zuvor Geburtstag hatte, gestaltete sich die Rückfahrt Richtung Wostra sehr unterhaltsam, so wurden Manne, Siggi und ich zuerst in den Radeberger Spezialitätenausschank, anschließend in den Fährgarten in Johannstadt, sowie – ohne Siggi – abschließend in das Fährhaus Kleinzschachwitz eingeladen. Dafür möchte ich Andreas an dieser Stelle noch einmal meinen Dank aussprechen und ich wünsche ihm für die nächsten Jahre viel Gesundheit und Spaß bei all unseren Wanderungen.

Doch was ist nun mit Annabell ? Es hat sich herausgestellt, dass ihr Radiusköpfchen im Ellenbogen angebrochen und der andere Arm geprellt ist. Wir wünschen ihr auf jeden Fall gute Besserung und hoffen, dass Wolfgang – als ihr Pfleger – dennoch in Österreich an der Naked European Walking Tour und unserer Wanderwoche teilnehmen kann 😉.

Ich hoffe, dass euch dieser Radelbericht gefallen hat,
euer Martin

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Über Martin

Natürlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg für mich geprägt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder Bekleidungsgeschäften zu finden, nur um sie nach meiner nächsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer Mütze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung während einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schützen. Für mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschützt wird …

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