Liebe Wanderfreunde,

wenn das Wetter schlechter wird und die Temperaturen bereits auf Winter eingestellt sind, dann ist es November. Es kommt die Zeit im Jahr in der das Nacktwandern sich dem Ende n√§hert und alte M√§nner mit wei√üen B√§rten und gro√üen S√§cken durch die Landschaft streifen. Ich m√∂chte dieses Wetter in den n√§chsten Tagen nutzen, um nicht nur ein selbstgestecktes Ziel zu erreichen, sondern auch um den Malerweg einmal komplett zu bewandern. Dies alles soll in f√ľnf Etappen geschehen ‚Ķ

Wie gewohnt, aber dennoch anders ‚Ķ

Wenn es meine Kr√§fte zulassen, werde ich euch jeden Abend auf dem Laufenden halten. Die einzelnen Etappen bewegen sich in einem Bereich von knapp 20 Kilometern, die dritte Etappe wird mich durch die Hintere S√§chsische Schweiz f√ľhren, mit knapp 30 Kilometern – ich hoffe, diese Herausforderung bew√§ltigen zu k√∂nnen. Start ist jeweils mit Sonnenaufgang und das Ende der Wanderung ist mit dem Sonnenuntergang geplant ‚Ķ

Inhaltsverzeichnis

1. Etappe: Vom Liebethaler Grund nach Kurort Rathen ‚Ķ
2. Etappe: Von Kurort Rathen √ľber Hohnstein nach Ostrau ?
3. Etappe: Vom Beuthenfall √ľber das Kirnitzschtal nach Schmilka ?
3. Etappe: Vom Beuthenfall √ľber das Kirnitzschtal nach Schmilka !
4. Etappe: Von Schmilka √ľber den Papststein nach K√∂nigstein ‚Ķ
5. Etappe: Von K√∂nigstein √ľber den Rauenstein nach Pirna ‚Ķ

Etappe 1: Vom Liebethaler Grund nach Kurort Rathen ‚Ķ

Heute sollte die erste Etappe gemeistert werden, meine Wanderung sollte mich vom Liebethaler Grund in Pirna √ľber 16,9 Kilometer, 382 Meter Aufstieg und 426 Meter Abstieg nach Kurort Rathen f√ľhren.

Doch beginnen wir von vorn: Nachdem meine ersten Erfahrungen mit dem Busverkehr in Pirna nicht die Besten waren, sollte heute erneut ein Anlauf folgen und siehe da, alles fuhr einwandfrei, so dass es 8:23 Uhr von der Haltestelle Liebethaler Grund in jenen Grund ging, der den Beginn des Malerweges markiert.

Einen Teil der heutigen Strecke kannte ich bereits, da ich vor vielen Jahren mit einem Kumpel aus Radebeul den Malerweg laufen wollte – das Wetter war damals allerdings bei Weitem schlechter, so dass wir im Regen starteten und irgendwann in Stadt Wehlen die Wanderung unfreiwillig beendeten. Jahre sp√§ter – also heute – sollte das Wetter allerdings bedeutend besser sein, die dichte Wolkendecke lies sogar am Mittag einige Sonnenstrahlen durch, so dass ein paar besondere Fotos entstehen w√ľrden. Meine erste Fotolocation fand sich nahe der ehemaligen Lochm√ľhle und hatte das Elektrizit√§tswerk im Liebethaler Grund zum Motiv ‚Ķ

Wie viele Lost Places in der Sächsischen Schweiz hat auch hier die Zeit ihre Spuren hinterlassen, doch eine Tafel erinnert nach wie vor an den alten Glanz und die Wichtigkeit dieses Bauwerks:

Unterhalb der Lochm√ľhle, in der sogenannten Rabenteufe ( sch√∂ner Wasserspiegel genannt ) erwirbt die Gemeinde Copitz 1890 das Areal zum Bau des Copitzer Elektrizit√§tswerkes, welches sich auf M√ľhlsdorfer Flur befindet. F√ľr die Wasserkraft werden 30.000 Mark gezahlt.

Im Jahre 1894 errichtet die Gemeinde Copitz hier eines der ersten Elektrizit√§tswerke in Sachsen mit 2 Turbinen von 80 und 150 PS, Generatoren von 220 V / 50 Hz – 100 kVA, als Einphasen- Wechselstrom.

Am 15. Dezember 1894 erhellten sich die Lichtspender in den Stra√üen, in den Gaststuben, in Privatwohnungen, in den H√∂fen, auf Treppen und sogar in St√§llen und Kellern ! Der aus der Wesenitz entsprungene Kraftstrom ist „geb√§ndigt und herein geleitet“. Die Leuchtkraft entspricht 128facher Kerzenst√§rke. Die Petroleumlampen haben vorerst ausgedient.

Mit der √úbernahme des E-Werkes 1922 durch die Pappenfabrik Liebethal wurde die Stromerzeugung zusammengeschaltet und etwa im Jahre 1970 eingestellt.

Eigentlich gilt die Wanderstrecke des Malerweges im Bereich des Liebethaler Grunds als gesperrt, da die Lochm√ľhle einsturzgef√§hrdet ist und sich ein Teil des Geb√§udes √ľber den Wanderweg erstreckt. Doch heute machen wir mal eine Ausnahme, schlie√ülich ist dies nicht meine erste Wanderung und ich kenne die Gefahren alter Geb√§ude nur zu gut ūüėČ. Bevor wir uns der bauf√§lligen Lochm√ľhle n√§hern, werfen wir noch einen Blick auf das Richard-Wagner-Denkmal ‚Ķ

Dass dieses Denkmal ausgerechnet im Liebethaler Grund steht, ist dem Dresdner Bildhauer Richard Guhr zu verdanken, welcher das Denkmal urspr√ľnglich im Gro√üen Garten und im Kurpark von Teplice aufstellen lassen wollte. Nachdem beide Vorhaben nicht realisiert wurden, entschied er sich dass der Ausstellungsort in Bezug zum Leben und Wirken Richard Wagners stehen m√ľsse. Das Denkmal wurde 1932 bis 1933 an jenem Ort errichtet, an dem auch die ersten Kompositionsskizzen f√ľr die Oper „Lohrengrin“ von 1846 entstanden.

Von der Lochm√ľhle f√ľhrte mich meine Wanderroute in Richtung M√ľhlsdorf. An der Lochm√ľhle kam ich noch mit einem Hundebesitzer ins Gespr√§ch, den ich zun√§chst fragte, ob ich eintreten d√ľrfe ( ich dachte es handelt sich hier um den Besitzer ), doch am Ende stellte es sich heraus, dass er nur eine Runde mit seinem Hund Gassi ging. Bedingt durch Matthias‘ Erfahrungen bin ich inzwischen auch etwas vorsichtiger im Umgang mit Hunden, der Besitzer gab jedoch recht schnell Entwarnung, denn zu oft ist er mit seinem Liebsten den Malerweg entlang gelaufen, so dass sein Hund an unterschiedlichste Menschen gew√∂hnt ist. Der beschauliche kleine Ort ist dabei einer von vielen weiteren, den ich auf meiner heutigen Wanderung queren sollte. Am Ende des Dorfes erwartete mich ein Feld, dass passiert werden wollte, bevor es entlang des Waldes in Richtung des M√ľhlsdorfer Koordinatensteins ging – dieser liegt genau auf 51¬į 00′ 00″ n√∂rdlicher Breite und 14¬į 00′ 00″ √∂stlicher L√§nge. Gut dreieinhalb Kilometer lagen bereits hinter mir, weitere 108,5 Kilometer sollten es noch bis Pirna sein. So wurde noch einmal die Wesenitz passiert, bevor es √ľber das Mei√üner Hochland bei Lohmen ging, um letztendlich die Stadt entlang der Basteistra√üe und der Uttewalder Stra√üe unter die Schuhe zu nehmen. Einen Stempel wollte ich mir nicht abholen, denn dazu h√§tte ich mir erst ein Stempelheft besorgen m√ľssen. Und sind wir doch mal ehrlich: Wer braucht eine Urkunde, wenn er daf√ľr eine Menge netter Leute kennenlernt ?

Am Eingang des Schleifgrunds fand sich eine S√§ule, die im Mai 1990 aufgestellt wurde, welche an die – zum Schutze der Felder – im Mai 1790 eingeleitete Vertreibung des Wilds aus den angrenzenden W√§ldern durch die Wehlener Bauern erinnert.

So ging es durch den Schleifgrund, den Uttewalder Grund entlang, bis ich ans Uttewalder Felsentor kam. Kurz den Kopf eingezogen und es konnte weiter Strecke gemacht werden, bis ich schlie√ülich in Stadt Wehlen ankam. Stadt Wehlen ist – wie viele andere Touristenmagnete in der S√§chsischen Schweiz – in einen Winterschlaf verfallen, so dass auch diverse B√§nke f√ľr rastende Wanderer demontiert wurden ūüėĮ. Also ging es den Schwarzberggrund hinauf, in Richtung der Schanzen, um an der Aussicht auf dem Schwarzberg eine erste Pause einzulegen. Gute 12,8 Kilometer lagen bereits hinter mir.

Auf meinem weiteren Weg die Schanzen entlang kam ich mit einer Gruppe Kletterer ins Gespr√§ch, die heute noch den Talw√§chter √ľber den Alten Weg und noch eine weitere Route erklimmen wollten. W√§hrend unseres gemeinsamen Weges bis zum Steinernen Tisch tauschten wir einiges an Erfahrung aus und ich erhielt eine Einladung mal in der Kletterhalle „XXL“ vorbeizuschauen und so meine Kletter-Kenntnisse etwas aufzuwerten ‚Ķ

Der Malerweg wurde nicht umsonst von Malern, Dichtern und Musikern genutzt, wenn er nicht auch an den Sch√∂nheiten der S√§chsischen Schweiz entlang f√ľhren w√ľrde. So kam ich kurz nach Mittag an der Bastei an. Da noch reichlich Zeit bis Sonnenuntergang war, beschloss ich es von nun an ruhiger anzugehen und widmete mich meiner fotografischen Leidenschaft, so dass obiges Foto vom Ferdinandturm entstand. Ebenfalls besuchte ich das Freilichtmuseum der Felsenburg Neurathen, bevor mich mein Weg in Richtung des Tiedgesteins f√ľhrte ‚Ķ

Am Tiedgestein spielte dann die Sonne mit und so konnte ich dieses atemberaubende Foto einfangen, welches den Lilienstein durch die Sonnenstrahlen hervorhebt. Auch wenn die Kraft der Sonne √ľber den ganzen Tag nicht stark genug war, um durch die Wolkendecke zu dringen, boten die wenigen Strahlen doch besondere Gelegenheit, f√ľr ein paar Fotos.

Vom Tiedgestein f√ľhrte mich mein Weg nach Kurort Rathen, wo ich 12:21 Uhr an der F√§hre eintraf. Die erste Etappe mit ihren 16,9 Kilometern gilt als die k√ľrzeste der vier verbleibenden und war ein erster Test meiner Geschwindigkeit, welche mit 4,7 km/h im Soll liegt, um die dritte Etappe bew√§ltigen zu k√∂nnen.

Es liegen noch 102,1 Kilometer vor mir.

Etappe 2: Von Kurort Rathen √ľber Hohnstein nach Ostrau ?

Zweiter Tag, zweite Etappe. √úber 24,6 Kilometer mit 920 Metern Aufstieg und 804 Metern Abstieg sollte zugleich die Route folgen, die im Verh√§ltnis mehr Aufstiegs-, als Abstiegsmeter inne hatte. Am Ende kam jedoch irgendwie alles anders als geplant – mit Folgen f√ľr die dritte Etappe.

Doch beginnen wir – wie gestern auch – von vorn: P√ľnktlich 7:43 Uhr stieg ich in Heidenau in den Zug, um diesen 8:02 Uhr in Kurort Rathen wieder zu verlassen. Anders, als am Ende der ersten Etappe, kam ich heute jedoch in den Genuss mit der Gierseilf√§hre zu fahren, welche bei zu viel Wind ihren Dienst versagt – der F√§hrmann erkl√§rte dies am Vortag damit, dass er auf der Bahnhofsseite nicht anlegen kann, da ihn der Wind vom Ufer wegdr√ľckt. Der Wind sollte heute keine gr√∂√üere Rolle spielen, so dass meine Wanderung genau Viertel Neun beginnen konnte. W√§hrend meinem Weg durch Rathen, entschied sich die Freiwillige Feuerwehr p√ľnktlich um 8:17 Uhr, der ganzen Rathener Bev√∂lkerung einen „Guten Morgen“ zu w√ľnschen und lies die Sirene dreimal kr√§ftig aufheulen – vielleicht wollten sie aber einfach auch nur ank√ľndigen, dass sich ein mutiger Wanderer in den Amselgrund begibt. Die erste Zeit meiner Wanderung war ich allein, so dass ich erneut zu Beginn der Wanderung wieder reichlich Strecke machen konnte. Erst an der Rathewalder M√ľhle legte ich einen Stop ein, diese steht seit vergangenem Jahr wieder unter Bewirtschaftung. Zeit f√ľr ein erstes Foto ‚Ķ

An der Rathewalder M√ľhle folgte auch der erste ordentliche Anstieg f√ľr den heutigen Tag, dieser sollte erst am Lindengarten – einem kleinen Biergarten mitten im Ort ein Ende finden, bevor es ein kurzes St√ľck durch den Ort ging, um anschlie√üend in Richtung der Hohnsteiner Stra√üe zu gelangen. Noch ehe ich am Ende von Rathewalde ankam, schienen sich einige Ziegen sehr f√ľr mich zu interessieren – oder besser gesagt eine Ziege schien dieses rote Spielzeug in meiner Hand zu faszinieren. Ein Foto sp√§ter war ich aber schon wieder des Weges gezogen, um in Richtung Hocksteinsch√§nke zu laufen. War ich w√§hrend der ersten Etappe kaum auf iPhone oder iPad angewiesen, wenn es um die Wegfindung ging, sollte sich das am heutigen Tage mehrfach √§ndern, das erste Mal stand ich an der Hocksteinsch√§nke und schaute nach einem weiteren Wegweiser – erst nach kurzem Rundumblick fand ich schlie√ülich auf der anderen Stra√üenseite ein Schild, welches mich in Richtung Hocksteinparkplatz leitete.

So folgte ich dem Hocksteinweg, welcher vom Parkplatz direkt zu jenem Stein f√ľhrte, auf den man einen wundersch√∂nen Blick auf Hohnstein hat. Die Wolkendecke war heute allerdings etwas dichter, so dass die Sonne √ľber den ganzen Tag keine Chance hatte, diese zu durchdringen – also wird einfach weiter fr√∂hlich im HDR-Modus fotografiert ‚Ķ

Von der Hocksteinaussicht ging es durch die Wolfsschlucht ins Polenztal. Da ich wieder etwas Zeit gewinnen wollte, ging es die Stufen schon beinahe im Galopp hinunter und ehe ich mich versah, war auch schon die Polenztalsch√§nke im Blick. Die n√§chsten gut 500 Meter sollten durch den Schindergraben verlaufen, welcher weitestgehend sich selbst √ľberlassen wird und nur einige ( falls notwendige ) Ber√§umungsarbeiten stattfinden – so stand es zumindest auf einem der Schilder des Lehrpfads Hohnstein, der mich eine Zeit lang begleitete. Am B√§rengarten vorbei, ging es in Richtung der Gautschgrotte, an der ich erneut eine kurze Fotopause einlegte. Der Halbenweg – auf welchem ich mich seit Verlassen des B√§rengartens befand – schl√§ngelte sich dabei immer an den Steinen entlang, zahlreiche Wurzeln s√§umten dabei seinen Weg, an der ich mir mindestens einmal auch ordentlich den Schuh anstie√ü ūüė£.

Jeder Schmerz geht irgendwann einmal vor√ľber und wie war das noch mit den echten Indianern ?

Vorbei an der R√§umichtwiese, begegnete mir auf dem Rundweg die zweite Person des Tages – nicht allein, f√ľhrte sie doch ihren halbj√§hrigen Nachwuchs im Kinderwagen spazieren. Einen kurzen Plausch sp√§ter, trennten sich unsere Wege: Auf geht’s √ľber die Brandstra√üe zum Brand. Die Brandstra√üe kann dabei durchaus als einer der sehr gut ausgebauten Waldwege verstanden werden, beim Schreiben des Berichts habe ich gerade festgestellt, dass auch irgendwo eine Bushaltestelle zu finden sein soll – zumindest ist diese auf der Karte verzeichnet. Nach gut einem Kilometer erreichte ich schlie√ülich den Brand, an dessen gastronomischen Einrichtungen einige Modernisierungsarbeiten stattfinden, weshalb ich mich entschied lieber die Aussicht nahe der Th√ľmmelgrotte zu besuchen.

Ab diesem Moment stand die Wanderung ganz im Zeichen des Liliensteins – warum, das werdet ihr sp√§ter noch erfahren ūüėČ.

Zur Wanderwoche ( und als regelm√§√üige Wanderer noch h√§ufiger ) hatten wir bereits das Vergn√ľgen, die Brandstufen hinauf zu laufen. Was sonst gut eine halbe Stunde dauert, ist im Abstieg ein Kinderspiel und so sah ich mich nach knapp 10 Minuten schon am Ende der Brandstufen – auch wenn mich diese ein wenig an die „7.000“ Stufen nach Hoch-Hrothgar erinnern. Im Tiefen Grund angekommen, f√ľhrte mich die Stra√üe im Tiefen Grund den Berg hinauf, um mich in den Dorfgrund zu leiten. Nach gut 13,7 Kilometern war ich schon etwas ersch√∂pft – nachdem mich die folgenden 440 Meter allerdings gute 100 H√∂henmeter nach Waitzdorf f√ľhrten, war ich im Dorf angekommen ‚Ķ etwas sehr ‚Ķ also wirklich sehr au√üer Atem.

Waitzdorf ist wirklich nur ein kleiner Ort, dennoch begegnete mir hier ein junger Mann, der sich wohl gerade auf zum Bouldern gemacht hat – seine Ausr√ľstung sah zumindest √§hnlich aus, wie sie auch mein Nachbar verwendet. Einen kurzen Moment sp√§ter verlie√ü ich Waitzdorf und erreichte erneut eine Aussicht mit Blick auf den Lilienstein ‚Ķ

Dies sollte nicht die letzte Aussicht sein, welche ich auf dem Rundweg um Waitzdorf zu Gesicht bekam, denn knapp 200 Meter sp√§ter offenbarte sich eine wundersch√∂ne Aussicht auf den Lilienstein. Es drehte sich somit die letzten Kilometer seit der Aussicht an der Th√ľmmelgrotte alles um des K√∂nigstein’s Nachbarn, dabei ist er √ľber den Malerweg nicht zu erreichen – au√üer man legt einen Umweg ein, was ich ( zeitlich bedingt ) nicht vorhabe.

√úber den M√ľhlweg gelangte ich in den Kohlichtgraben, auf dem es allm√§hlich wieder bergab ging. In jenem Graben stand auch einst die alte Kohlm√ľhle, 1585 als Mahlm√ľhle erbaut, wurde sie 1684 mit einer Schneidem√ľhle erweitert. Im Jahre 1755 wurde sie durch ein Unwetter zerst√∂rt und im Sebnitztal wiederaufgebaut. Die letzten √úberreste der M√ľhle beschr√§nken sich heute auf ein altes Wehr. Im Verlauf des Kohlichtgrabens beginnt auch irgendwann das kleine Dorf Kohlm√ľhle, welches ein sehr gut erhaltenes Dorfarchiv zu besitzen scheint, denn zu vielen Geb√§uden ist eine weitreichende Historie bekannt. Unter anderem fanden sich auch Relikte der Eisenbahngeschichte, die ein Sammler zusammengetragen hat und heute Fu√üg√§ngern den Zugang √ľber den Graben „erschwert“ ‚Ķ

Mein weiterer Weg f√ľhrte mich √ľber die heute noch genutzte Eisenbahnstrecke im Sebnitztal, den Adamsberg entlang – w√§ren es nur ein paar Grad w√§rmer gewesen, so h√§tte man jenem Berg ja mal zeigen k√∂nnen, wie Adam aussieht ūüėā. Aber so war es wohl auch besser, denn der Weg verlief die ganze Zeit an der Bahnstrecke, erstmals f√ľhlte ich mich w√§hrend meiner Wanderung √ľber den Malerweg etwas ‚Ķ einsam. Keine Menschenseele, nur ein paar V√∂gel und selbst diese hielten sich in Grenzen und konnten an einer Hand abgez√§hlt werden. Hier, im Sebnitztal, wo ich mir w√§hrend meiner vielen Zugfahrten dachte, dass es einen Wanderweg geben m√ľsse, f√ľhrte mich nun der Malerweg hin – nach gut 1,6 Kilometern sollte dieser Weg aber ein Ende finden und der Altendorfer Pinsenberg n√§herte sich.

Der Pinsenberg geh√∂rt – neben dem Gro√üen und Kleinen Winterberg – zu den Basaltdurchbr√ľchen:

Seit dem 19. Jh. wurde er zur Gewinnung von Stra√üenschotter f√ľr den Unterhalt der hier durchf√ľhrenden Staatsstra√üe gr√∂√ütenteils abgebaut, wobei sein Vulkanschlot freigelegt wurde. In den 80er Jahren des 20. Jh. wurde dieser wieder versch√ľttet.

Eine Informationstafel kl√§rte nicht nur mich, sondern auch viele weitere Wanderer, welche den beschwerlichen Aufstieg auf sich nahmen, auf. Vom Pinsenberg sollte es nur noch ein Katzensprung nach Altendorf sein. Altendorf haben wir schon h√§ufig w√§hrend unserer Wanderung √ľber den Panoramaweg gequert, dabei aber nie das Wohnviertel „Zum Hegebusch“ gesehen. So kl√§rt eine Informationstafel dr√ľber auf, dass von 1972 bis 1973 ‚Ķ

‚Ķ zwischen dem Dorf und dem Hegebusch 7 Neubau-Eigenheime f√ľr Besch√§ftigte des VEB Linoleumwerk Kohlm√ľhle und der ZBO Pirna aufgrund eines Beschlusses des VIII Parteitages der SED von 1971 errichtet, welcher neben dem Bau von Wohnhausbl√∂cken auch wieder den Bau von Einfamilienh√§usern zulie√ü.

Der Hegebusch f√ľhrte mich in Richtung des Altendorfer Bachs, von wo aus es die „Steinstufen“, so der Name jener Stufen, die von den Altendorfer Steinbrechern genutzt wurden, auf ihrem Weg zu den Postelwitzer Steinbr√ľchen, um ins Kirnitzschtal zu gelangen. W√§hrend meinem Weg entlang jener Stufen begegnete mir auch ein Paar aus Cambridge, die bereits mehrfach Gast in der S√§chsischen Schweiz waren und die Region aufgrund ihrer Vielfalt lieben – den Malerweg wollen sie allerdings nur Schritt f√ľr Schritt teilweise bewandern. Nach dieser kurzen Pause f√ľhrte mich mein Weg in Richtung des Fl√∂√üersteigs – etwa 22,8 Kilometer lagen bereits hinter mir.

Im Moment f√ľhlte ich mich recht fit, so kam das erste Mal die √úberlegung auf, eventuell weiter zu laufen, als es der Plan vorgab. Doch erst wollte ich den Ortsanfang von Ostrau erreichen – zumindest war dies der Name der Bushaltestelle, bis zum eigentlichen Ort sollte es noch etwas weiter sein. Daf√ľr war es jedoch zuerst n√∂tig, den Aufstieg zu den Gellchensteinen zu nehmen, √ľber gute 850 Meter f√ľhrte mich mein Weg etwa 120 H√∂henmeter hinauf. Am Oberen Liebenweg angekommen, war es kurz nach 14 Uhr – in zwei Stunden sollte die Sonne untergehen und gut 24,2 Kilometer lagen bereits hinter mir ‚Ķ ich war zu diesem Zeitpunkt echt fertig, der letzte Anstieg hatte mir eigentlich den Rest gegeben. So stand ich vor der Entscheidung: Weiterlaufen bis zum Beuthenfall oder doch lieber den Bus in Richtung Bad Schandau nehmen ?

Zu diesem Zeitpunkt lagen noch etwa 77,9 Kilometer vor mir.

Die Entscheidung stand nach kurzer App-Lekt√ľre des √ĖPNV Navigators fest und der in wenigen Minuten fahrende Bus wurde gegen die Ungewissheit eingetauscht, ob ich die Kirnitzschtalbahn oder den Bus am Beuthenfall erreichen w√ľrde ( ganz so schlimm war es nicht, klingt aber dramatischer ūüėĄ ). Somit waren weitere 10,9 Kilometer geplant. Dass diese Strecke allerdings nochmal eine Herausforderung der besonderen Art darstellen sollte, wurde mir erst klar, als sich die Sonne dem Untergang n√§herte.

So ging es den Steinbrecherweg hinauf in Richtung des Elbleitenweges, auf dem ich erneut einem Wanderer begegnete. Der Elbleitenweg f√ľhrte mich auf direktem Weg zum Schrammsteinweg, an dem ich zu Beginn das Schrammtor passierte und mir so den Eintritt in das Gebiet der Schrammsteine  verschaffte – eiligen Schrittes ging es in Richtung des J√§gersteigs ‚Ķ

Bereits die ersten Stufen des J√§gersteigs wurden zur Qual, doch ich hatte die Wahl: Umkehren oder weiterlaufen ? Ehrlich gesagt war ich nicht wirklich ein Freund der ersten Option und so kannte ich nur den Weg nach vorn. Weiterlaufen wurde fortan das Ziel, wollte ich doch p√ľnktlich zum Sonnenuntergang den Wald verlassen – ohne Taschenlampe und nur mit zwei iPhones ausgestattet, war dies wohl auch die sicherste L√∂sung, denn mein Weg f√ľhrte mich auch √ľber den Gratweg.

√úber den Gratweg erreichte ich letztendlich auch die Breite-Kluft-Aussicht, mit Blick auf die Kaiserkrone und den Zirkelstein – diesen w√ľrde ich auf der vierten Etappe n√§her kommen ‚Ķ

Doch erst einmal ging es weiter √ľber den Schrammsteinweg zum Zur√ľckesteig, wo die n√§chsten Stufen auf mich warteten – inzwischen wurde jede weitere Stufe oder Treppe zur Qual, aber Zeit f√ľr eine Pause war nicht drin, denn Bus und Bahn warten nur √§u√üerst ungern auf ihre Fahrg√§ste. Dem Zur√ľckesteig folgte ich bis zur Kreuzung Heilige Stiege, ehe es scharf nach links Richtung Kleines Prebischtor ging. √úber einen Teil der Oberen Affensteinpromenade erreichte ich nach insgesamt 31,2 Kilometern die kleine Domstiege und deren viele Stufen hinab zum Sandlochweg. Der Weg verdient wirklich seinen Namen, so war das vorankommen nicht einfach und es gab hier und da einige Stellen zum Klettern. √úber den Sandlochweg erreichte ich schlie√ülich den Zeughausweg, der in den Unteren Affensteinweg √ľberging – f√ľr die letzten Meter des Tages ( und laut MapOut ) sollten auch keine weiteren H√∂henmeter hinzukommen ‚Ķ die Realit√§t sah etwas anders aus und so verlief der Weg tendenziell zwar bergab, aber es gab immer wieder kleine Spitzen, die zur Belastungsprobe wurden – haupts√§chlich f√ľr die mentale St√§rke, weniger f√ľr das Material.

Am Vorderen Heideweg angekommen, entschied ich mich, Torsten anzurufen, ob er mich in Heidenau am Bahnhof abholen könne, da ich mir nicht mehr sicher war, ob ich den Weg nach Hause vom Bahnhof noch bewältige. Der Dietrichsgrund geleitete mich letztendlich kurz nach Sonnenuntergang und insgesamt 35,1 Kilometern zum Beuthenfall, von wo aus die dritte Etappe starten wird. Ankunft am Beuthenfall war 16:17 Uhr, nach 1.317 Metern Aufstieg und 1.243 Metern Abstieg, somit bin ich heute einmal den Fichtelberg hinaufgelaufen.

Ich wahr ehrlich gesagt froh unten zu sein ūüė©. Was mir w√§hrend der Wanderung auffiel war, dass sich kaum Wanderer oder Kletterer im Gebiet der Schrammsteine aufhielten, lediglich am Eingang zur Wilden H√∂lle sah ich noch ein P√§rchen, aber sonst war ich komplett allein unterwegs. Dies kannte ich – trotz des m√§√üigen Wetters – so auch noch nicht.

Es liegen noch 67 Kilometer vor mir.

Etappe 3: Vom Beuthenfall √ľber das Kirnitzschtal nach Schmilka ?

Eigentlich sollte mich meine heutige Route vom Beuthenfall √ľber das Zeughaus nach Schmilka f√ľhren und somit an den ersten Teil der dritten Etappe vom zweiten Tag ankn√ľpfen. 18,4 Kilometer sollten es werden und gegen 10 Uhr kam ich mit dem Bus am Beuthenfall an – hier verwies schon ein erstes Schild darauf, dass ein Teil des Waldes gesperrt sei. Mich sollte dies zun√§chst nicht k√ľmmern und so startete ich meine Wanderung in Richtung des Lichtenhainer Wasserfalls, diese wurde aber dann nach 1,3 Kilometern abrupt abgebrochen, nachdem sich die J√§ger der Region entschieden, am heutigen Tag eine gro√üe Treibjagd von 10 bis 12 Uhr abzuhalten ‚Ķ

So entschied ich mich, nach einem kurzem Telefonat mit Herrn Eibenstein vom Nationalpark, die heutige Wanderung zu verschieben und diese eventuell am Wochenende, sp√§testens aber n√§chste Woche nachzuholen. Es soll ja nicht so enden wie im Film „Hot Shots“: „Da dr√ľben steht ein Elch !“ ūüėā.

Es liegen weiterhin 67 Kilometer vor mir.

Etappe 3: Vom Beuthenfall √ľber das Kirnitzschtal nach Schmilka !

Nach gut vier Monaten Pause, wurde es Zeit, meine Wanderung √ľber den Malerweg fortzusetzen. Waren Anfangs die J√§ger und das Wetter dran Schuld, dass eine Wanderung nicht mehr stattfinden konnte, gesellte sich in den letzten Wochen reichlich Arbeit an unserer Webseite dazu. Doch nachdem diese ganzen Baustellen hinter mir liegen, blieb auch wieder Zeit f√ľr die ein oder andere Wanderung, so dass ich mich entschied, die „verordnete Freizeit“ zu nutzen und eine weitere Etappe des Malerwegs zu begehen. Geplant waren 18,4 Kilometer mit 862 Metern Aufstieg und 914 Metern Abstieg – also nicht ganz so extrem, wie zur zweiten Etappe.

Doch beginnen wir – wie bereits zuvor – von vorn: Mit etwas Versp√§tung ging es am Nationalparkbahnhof in Bad Schandau los, um dann doch noch p√ľnktlich 9:51 Uhr am Beuthenfall zu starten, denn am Start der Wanderung blieb zun√§chst die Unsicherheit, ob der letzte Zug vor Einbruch des Sonnenuntergangs noch erreicht werden konnte. So hie√ü es etwas Strecke zu machen, was bis zum Lichtenhainer Wasserfall auch gelang. Die ersten H√∂henmeter wollten nicht auf sich warten lassen und so f√ľhrte mich ein Teil des Fl√∂√üersteigs von gut 180 H√∂henmetern √ľber die Kuhstallstra√üe hinauf zum Kuhstall am Neuen Wildenstein, welcher auf knapp 350 H√∂henmetern zu finden ist ‚Ķ

Einst versteckte sich hier die Lichtenhainer Bev√∂lkerung vor den Schweden zu Zeiten des Drei√üigj√§hrigen Krieges. Gute 400 Jahre sp√§ter tummeln sich lediglich noch Wanderer hier, um die Aussicht zu genie√üen – in Zeiten einer globalen Pandemie, sind allerdings nicht mal diese vorzufinden, so dass ich ungest√∂rt fotografieren konnte. Nach diesem ersten Aufstieg entschied ich mich, √ľber die Himmelsleiter den Neuen Wildenstein zu erklimmen. Die Aussicht, welche sich mir bot, war atemberaubend, so dass neben einigen Panoramafotos auch ein paar Tests mit dem Portrait-Modus erfolgten ‚Ķ

Ziel dieser Wanderungen sollte es schlie√ülich sein, Kamera und Apps bis ans Maximum auszureizen. Manchmal spielte allerdings die Sonne nicht ganz so mit, wie ich wollte, so dass kleinere Nachbearbeitungen an obigem Portrait-Foto n√∂tig wurden ( speziell die Helligkeit im Gesicht war dann doch etwas zu dunkel, was auch am Bart liegen k√∂nnte ūüėĄ ).

Vom Neuen Wildenstein ging es die Stufen hinunter zum Malerweg, von dem es erneut einige Stufen hinab gehen sollte – dabei war auch die einzige Leiter des Tages. √úber den Haussteig erreichte ich nach kurzer Zeit die Ferkelschl√ľchte, allm√§hlich sp√ľrte ich auch, wie die Sonne den Wald aufw√§rmte und ich entschied mich, den Pullover in den Rucksack zu verstauen und mir die Jacke um die H√ľfte zu binden. Die Hose fand leider keinen Platz mehr im Rucksack, doch w√§re es daf√ľr sicherlich zu k√ľhl gewesen – die H√∂chsttemperaturen sollten die Marke von 12 Grad ohnehin nicht √ľberschreiten, wenn es nach dem Deutschen Wetterdienst geht. Am Ende der Ferkelschl√ľchte angekommen, fiel mir ein Schild auf, was darauf aufmerksam machen wollte, dass die Kirnitzschtalstra√üe im Bereich der Felsenm√ľhle bis zur Neumannm√ľhle aufgrund von Forstarbeiten gesperrt sei. Dies gelte auch f√ľr den angrenzenden Teil des Fl√∂√üersteigs.

„Na toll“, dachte ich mir, denn einen Umweg wollte ich nicht laufen, somit entschied ich mich zun√§chst einmal den Zustand des Weges anzusehen und anschlie√üend eine Entscheidung zu treffen. Dabei kamen mir auch zwei gut verpackte ‚Ķ oder eher eingepackte Textilwanderer entgegen, doch ehe wir in Gespr√§chsn√§he waren, f√ľhrte mich mein Weg auch schon in Richtung des gesperrten Bereichs des Fl√∂√üersteigs. Der Weg war, sowohl links, als auch rechts, von einigen gef√§llten B√§umen ges√§umt, aber dennoch war der Weg gut passierbar. Die Forstarbeiter lie√üen mich ohne Kommentar passieren, denn sie arbeiteten auf der anderen Seite des Hangs und f√§llten so weiter B√§ume, die vom Borkenk√§fer befallen waren. Es war schon erstaunlich, wie kahl so ein Hang aussehen kann, doch wo Leben ist, da gibt es auch Tod und dieser ist ja nun bekanntlich nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Neuem – in diesem Fall wohl von Laubb√§umen.

Gute 800 Meter sp√§ter erreichte ich auch schon die Neumannm√ľhle, wo es Zeit f√ľr ein Foto mit „Spectre“ wurde. Der Hang in Richtung Kirnitzsch war dabei nicht ohne und bestand eher aus losen √Ąsten und Nadeln, also galt es jeden Schritt mit Bedacht zu w√§hlen – ansonsten w√ľrde es ein unfreiwilliges Bad geben. Zum Gl√ľck begebe ich mich hin-und-wieder auf solche kleinen „Wagnisse“, so dass ich stets im Training bleibe, um euch solche au√üergew√∂hnlichen Fotos bieten zu k√∂nnen ‚Ķ

Ohne Bad ging es anschlie√üend in Richtung der Kirnitzschtalstra√üe, vorbei an der Buschm√ľhle, an der mich einer der Besitzer auf die „sommerliche Frische“ aufmerksam machte – ihm schien es wohl zu kalt zu sein, um Oberk√∂rperfrei wandern zu gehen. Ehrlich gesagt war diese Art von Bekleidung ok, solange ich in Bewegung blieb, denn der n√§chste Anstieg unterhalb des Arnsteins sollte schon folgen. So ging es √ľber 340 Meter etwa 45 H√∂henmeter hinauf, bevor ich am Abzweig Arnstein ankam. Ich entschied mich jedoch nicht daf√ľr die Aussicht zu besuchen, da ich hierf√ľr eine gute halbe Stunde h√§tte einplanen m√ľssen – und das nur f√ľr den Aufstieg, mit dem R√ľckweg h√§tte ich so eine knappe Stunde verloren, die am Ende gefehlt h√§tte.

√úber den „Neuen Weg“ ging es vorbei an einigen Klettersteinen und einigen Wanderern, welche das Wetter lieber in der Stille des Waldes nutzen wollten, anstatt dass ihnen Zuhause die Decke auf den Kopf f√§llt – verst√§ndlich. Darunter war auch ein √§lteres Ehepaar in der N√§he zum Goldbach, die es sich gerade auf einem Baumstamm gem√ľtlich machten, um ihr Mittag zu sich zu nehmen. Nach kurzem Plausch und einem „Bleibt gesund und passt auf euch auf“ f√ľhrte mich mein Weg aber auch schon weiter, vorbei an zwei Kletterern, welche sich gerade die Kleinsteinwand zu bezwingen wollten. Am Ende des „Neuen Weges“ kamen mir zahlreiche Wanderer entgegen, darunter auch eine Familie, samt Kindern.

Wieder auf der Kirnitzschtalstra√üe angekommen, fuhr ein Polizeiauto an mir vorbei, die sich aber wenig um mich k√ľmmerten, sie dachten wohl, dass ich die Wanderung sowieso nicht √ľberleben w√ľrde, so ganz ohne Pullover oder Jacke, wie der Rest, der mir entgegenkommenden Wanderer ūüėā.

Vorbei an „Sturmbauers Eck“, gelangte ich √ľber die Kirnitzschtalstra√üe zum Saupsdorfer Bach, der mich an den am weitesten entfernten Punkt meiner Wanderung f√ľhrte: Zur R√§umichtm√ľhle ( diese liegt sogar schon au√üerhalb des Nationalparks ). Wenige Meter vor der R√§umichtm√ľhle bog ich in die M√ľhlschl√ľchte ab, um wieder in den Nationalpark zu gelangen, dabei entdeckte ich auf meinem Weg den Hang hinauf auch etwas, was ich den ganzen Winter nicht gesehen habe: Eis ‚Ķ

Ein Foto sp√§ter, sollte es den Hang weiter hinauf gehen, um an einer kleinen Wanderh√ľtte anzugelangen. Auch dieser Berg hatte es wieder in sich, so dass ich wenige Meter vor dieser H√ľtte eine Pause einlegen musste, eine Banane und einen kr√§ftigen Schluck Zuckerwasser mit Zitronen-Limetten-Geschmack sp√§ter, ging es weiter in Richtung des Kleinen Pohlshorn. Dies lie√ü ich rechts liegen und entschied mich, dem Weg weiter in Richtung des „Gro√üen Bruders“ zu folgen, dem Gro√üen Pohlshorn. Nat√ľrlich entstand auch hier wieder das ein oder andere Foto, bevor es Zeit wurde, aufzubrechen.

√úber den Dreisteigensteig, gelangte ich wieder einmal zur Kirnitzsch, bevor es leicht bergauf gehen sollte. Ab hier kannte ich Teile des Weges, f√ľhrte mich diese doch „Auf Spuren des Rangers“ entlang in Richtung Zeughaus. Da ein Umweg nicht in Frage kam, hie√ü es also zun√§chst den Hang zu erklimmen, um ihn wenige Minuten sp√§ter wieder hinab zu laufen, doch bevor diese ‚Ķ Unsinnigkeit vonstatten gehen w√ľrde, entschied ich mich, dem Gro√üen Teichstein einen Besuch abzustatten. Der Wind meinte es hier sogar gut, so dass die B√§ume an der Aussicht gen√ľgend Schutz boten und ich in aller Ruhe f√ľr ein paar Minuten die Sonne genie√üen konnte ‚Ķ

Kurz vor 14 Uhr brach ich dann aber doch wieder auf – eine knappe viertel Stunde mussten als Erholung ausreichen, denn es gab noch eine gro√üe Herausforderung zu bew√§ltigen. Mein Weg f√ľhrte mich zum Zeughaus, vorbei am Rangerposten f√ľr die ARD-Filme „Der Ranger – Paradies Heimat„, in Richtung des Ro√üsteigs, welcher mich auf den Goldstein f√ľhren w√ľrde, auch hier waren wieder gute 180 H√∂henmeter √ľber fast einen Kilometer zu bew√§ltigen. Als ich oben ankam, war ich erneut etwas au√üer Puste, so dass ich mich fragte, ob ich den Aufstieg zum Gro√üen Winterberg noch schaffen w√ľrde ūü§Ē. Da ich w√§hrend der Wanderung versuchte, auf das iPad zu verzichten, wo alle Details zur Wanderung in „MapOut“ hinterlegt waren, lie√ü ich mich vom Wanderweg √ľberraschen, um nicht zu sehr in „Panik“ zu verfallen.

Vom Abzweig Goldsteinaussicht, begleitete mich der Ro√üsteig weitere 1,5 Kilometer, bevor ich am Katzenstein dem Fremdenweg f√ľr weitere 1,1 Kilometer folgte, um am Ende des Weges den Gro√üen Winterberg zu erreichen ‚Ķ

Auf dem gro√üen Winterberg war ich vorher noch nie – so kannte ich das Restaurant bisher nur aus Erz√§hlungen oder der Berichterstattung der vergangenen Jahre und die zugeh√∂rige Nationalparkinformationsstelle gar nicht. Als ich mir die Geb√§ude letztendlich etwas n√§her ansah, stellte ich fest, dass hier bereits seit einigen Jahren der Zahn der Zeit nagt.

Dabei erlebte das Haus in den letzten 200 Jahren einiges: Nachdem 1819 das erste Unterkunftshaus auf dem S√ľdhang errichtet und schon 1821 abbrannte, wurde es kurz darauf wieder aufgebaut. Eine erste Aussichtsplattform gab es seit 1835. Zwischen 1840 bis 1846 wurde das heute bestehende Berghotel im Schweizerhausstil mit dem Aussichtsturm auf dem Nordgipfel erbaut – heute steht es unter Denkmalschutz. Nach zahlreichen wechselnden Gastgebern, stand das Haus vom 1. Juli 1964 bis ins Jahr 1966 im Betrieb der HO. W√§hrend der Niederschlagung des Prager Fr√ľhlings, war das Gebiet vom August 1968 bis Mitte 1969 durch die Sowjetarmee besetzt. Sp√§ter diente es sowohl als Wohnheim f√ľr die Zollverwaltung, als auch ab Pfingsten 1973 der VEB Verkehrs- und Tiefbau Dresden als Betriebsferienheim. In den Jahren nach der politischen Wende stand das Haus bis 1994 leer und wurde ab Mai desselben Jahres wieder von Marc Henkenjohann und Marcus Ziegler aus Dresden in Pacht bewirtschaftet. Wegen fehlender Rentabilit√§t wurden Gastst√§tte, Hotel und Aussichtsturm zum Ende der Wandersaison im Oktober 2016 vor√ľbergehend geschlossen. Im Jahr 2017 √∂ffneten Gastst√§tte und Aussichtsturm, bis Ende 2018 der Betrieb g√§nzlich eingestellt wurde und zuletzt durch einen Imbiss Wanderer versorgt wurden.

Inzwischen steht das Geb√§ude „leer“, es finden sich allerdings zahlreiche Relikte aus l√§ngst vergangenen Tagen, so wirkt das Restaurant wie in einen Winterschlaf verfallen, dessen Spuren bereits zum Teil an der Bausubstanz sichtbar sind. Das Haus z√§hlt somit zu den neueren Lost-Places, also Orten bzw. Bauwerken, die ihre einstige Funktion heute nicht mehr erf√ľllen und in Vergessenheit geraten sind – letzteres kann man vom Gro√üen Winterberg nicht behaupten ‚Ķ noch nicht.

Das Gute, wenn man einmal ganz oben angekommen ist, dass es von da aus nur noch bergab geht, zumindest im Falle einer Wanderung ist es nicht verkehrt, denn ehrlich gesagt war ich etwas fertig. √úber die Winterbergstra√üe und den Bergsteig n√§herte ich mich so √ľber gut 2,4 Kilometer der Elbe – von 556 gelangte ich so auf etwa 122 Meter. Ich wahr ehrlich gesagt froh gegen 16:08 Uhr unten zu sein, denn am Ende sind es gut 22,5 Kilometer und 1.090 H√∂henmeter gewesen ūüė©.

Es liegen noch 48,6 Kilometer vor mir.

Etappe 4: Von Schmilka √ľber den Papststein nach K√∂nigstein ‚Ķ

Zweite H√§lfte des Jahres, inzwischen ist es schon September. Die vierte Etappe sollte zugleich als Gradmesser dienen, um eine noch viel schwierigere Tagestour zu meistern. √úber 26,3 Kilometer mit 965 Metern Aufstieg und 977 Metern Abstieg ging es an jenem Tag – nach den S√§chsischen Naturistentagen – von Schmilka, an der deutsch-tschechischen Grenze bis nach K√∂nigstein ‚Ķ

Doch wie so h√§ufig, sollte ich am Abend zuvor mit Rat zur Seite stehen, um zwischenmenschliche Probleme zu l√∂sen. Geplant war sp√§testens gegen 23 Uhr in der Falle zu liegen, doch leider ‚Ķ wurde es vor 1 Uhr nichts mit diesem Gedanken. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Apple Watch etwas schief angesehen wurde, als sie versuchte mich 6:30 Uhr zu wecken. Vergebens. So blieb ich noch gut eine halbe Stunde liegen, bis der innere Schweinehund √ľberwunden war – mit gut einer halben Stunde Versp√§tung konnte es 8:56 Uhr in Schmilka los gehen.

Bereits zu Beginn der Wanderung ging es ordentlich nach oben, der Aschersteig f√ľhrte √ľber 670 Meter etwa 170 H√∂henmeter hinauf – bereits von einer Erkundungswanderung war dieser Weg bekannt, so dass auch einige √§ltere Wanderer recht schnell √ľberholt werden konnten. Dennoch war am Ende des Aschersteigs mein Hemd – trotz knackigen 13 Grad – durchgeschwitzt. Ob w√§hrend der Wanderung √ľberhaupt die M√∂glichkeit bestehen w√ľrde, die √ľbliche Wanderbekleidung anzuziehen ? Warten wir es ab ‚Ķ

Vom Aschersteig ging es entlang eines Feldes unterhalb der Kaiserkrone an eben jenem Stein in der Gemarkung Sch√∂na vorbei, immer der Bahnhofstra√üe nach, wis ich irgendwann √ľber die Hauptstra√üe zum Markt gelangte. Ein wenig ausgestorben wirkte Sch√∂na um diese Zeit schon, nur einige wenige Wanderer lie√üen sich auf den Stra√üen blicken – waren sie doch zugleich auch die einzigen G√§ste des Grenzd√∂rfchens. √úber den Feldrain oberhalb des Ortes bekam ich dann auch die erste Aussicht des Tages vor die Linse – leider entschieden sich die Entwickler von ProCamera, die Funktionen der App auch f√ľr zahlende Kunden etwas zu „limitieren“, so dass ich auf meinen geliebten HDR-Modus verzichten musste.

Also wurde die Standard-Kamera-App gez√ľckt und das erste Panorama mit Blick auf den Gro√üen und Kleinen Zschirnstein landete auf dem digitalen Film. Der Gro√üe Zschirnstein ist mit 560,3 Metern √ľbrigens die h√∂chste Erhebung in der S√§chsischen Schweiz ‚Ķ

Der Weg „Am Feldrain“ f√ľhrte mich entlang von so manch interessantem Vorgarten, ein Besitzer seines Gartens entschied sich sogar den „Pleitegeier“ in den Garten zu stellen – alternativ kann es sich hier aber auch einfach nur um einen Adler gehandelt haben ūüėĄ. √úber den Grundweg, entlang am kleinen M√ľhlgrundbach entdeckte ich die Ruhe und Abgeschiedenheit mitten in Reinhardtsdorf-Sch√∂na. Immer wieder traf ich dabei auf Wanderer, die es etwas gem√ľtlicher angehen lie√üen und entlang des Malerwegs eine der vielen B√§nke f√ľr sich beanspruchten. Kurz bevor der Grundweg sich seinem Ende n√§herte und in den Wald √ľberging, bog der Teil des Caspar-David-Friedrich-Weges in den scheinbaren Wald ab – sollte jetzt die Chance kommen, die Klamotten im Rucksack zu verstauen ?

Leider nein, denn bereits nach nicht einmal 200 Metern ging es schon in die nächste Siedlung.

Wer Kostbarkeiten sucht wird erkennen das die Natur der größte Luxus ist.

Um eine Weisheit reicher, ging es einmal quer durch die Siedlung durch, bis ich mich am n√§chsten Feld wiederfand. Dabei fiel mir auch ein Geb√§ude auf dem Wolfberg auf – es sollte das Panoramahotel sein. Kurz vor 10 war es bereits, da erblickte ich einen gro√üen Baum und ‚Ķ sollten das B√§nke oder doch eher Bienenk√§sten sein ? Es war zum Gl√ľck Ersteres und so konnte die lange Hose in den Rucksack verstaut und gegen eine kurze Hose getauscht werden. Der angrenzende „Badeteich“ lud nicht wirklich zu einem Bad ein, zumal sich die Fische wohl auch etwas gest√∂rt gef√ľhlt h√§tten ‚Ķ

Vorbei am Wolfsberg ging es √ľber einen gut geschotterten Weg rein nach Reinhardtsdorf – mit Blick auf den Falkenstein, die Torsteine des Schrammsteinmassivs und die Affensteine. Sogar der Gro√üe Winterberg war noch erkennbar, wie der Zirkelstein, auf Sch√∂naer Seite. √úber den Viehbigt, vorbei an der evangelischen Kirche verlief mein Weg oberhalb des Dorfes, lediglich von zwei Pferden beobachtet. Der Weg „Am Krippenberg“ f√ľhrte mich letztendlich dann in den Wald und f√ľr gut 1,77 Kilometer sollte dieser mein Begleiter sein. Still war es hier, lediglich eine Kettens√§ge war aus weiter Entfernung zu vernehmen und am Ausblick auf dem Kanigstein sah ich dann schon die ersten Ausl√§ufer von Krippen, sowie meinen weiteren Weg auf der anderen Seite des H√ľgels.

So ging es runter nach Krippen und die am Aschersteig aufgestiegenen H√∂henmeter wurden fast egalisiert – knapp 120 Meter ging es hinab, bevor es √ľber die Friedrich-Gottlob-Keller-Stra√üe relativ eben wieder in den Wald ging. Und wer hat’s erraten ? Es ging wieder hinauf, diesmal lediglich 100 H√∂henmeter, doch etwas sollte sich am Eingang des Waldes √§ndern: Klamotten aus und ab damit in den Rucksack. Endlich ūüėĆ ‚Ķ

War es im M√§rz, w√§hrend der dritten Etappe noch zu kalt, um an eine Nacktwanderung zu denken, sollte dies zugleich meine erste Nacktwanderung ohne Begleitung sein. Wie w√ľrden die entgegenkommenden Textilwanderer wohl reagieren ? Viele oder auch wenige Fragen kreiselten im Kopf umher, zus√§tzlich zur typischen Gelassenheit ‚Ķ

Auch f√ľr jemanden, der die Pilze lieber im Wald stehen l√§sst, fand sich so manch sch√∂nes Exemplar, was auf Film festgehalten werden wollte. Gr√ľnde f√ľr’s Stehenlassen gibt es viele, zum Einen, da ich mich in diesem Metier nicht wirklich auskenne, zum anderen aber auch einfach, weil mir Pilze nicht schmecken.

F√ľr gute 1,5 Kilometer konnte ich so die Freiheit genie√üen, bis es wieder Zeit wurde, die Klamotten auszupacken, denn es sollte mitten durch einen Gasthof gehen, da ja niemand provoziert werden soll, und die Liethenh√§user von Kleinhennersdorf nicht mehr weit waren. Am Ende des verschlafenen D√∂rfchens waren gerade zwei Jungs und zwei M√§dels vom Team BrotZeitTour am Aufbauen f√ľr eine gr√∂√üere Gruppe Wanderer. Noch bevor der Tisch gedeckt wurde, nahm ich an jenem Platz, bis mich Kristin, die Inhaberin von BrotZeitTour darauf hinwies, dass die Gruppe in „etwa 30 Minuten“ da sein sollte, ich k√∂nne aber „gern an dem Mahl teilnehmen“. „Vielen Dank“, entgegnete ich, entschied mich aber dennoch – es war ja schon fast Mittagszeit – meinen Eisalat und ein Br√∂tchen zu essen. Sollte es Intuition sein, denn als eine Gruppe junger M√§nner erschien, erhielt Kristin einen Anruf und wurde von der Wandergruppe informiert, dass diese noch etwas l√§nger brauchen w√ľrde. Aus einer halben wurde so anderthalb Stunde. Ich entschied mich die Zelte abzubrechen und entgegnete den Vieren nur: „Nehmt doch diese Gruppe“, mit Hinweis auf die nahende 20-k√∂pfige Gruppe. Einem: „K√∂nnten wir eigentlich machen“, folgte ein „Viel Erfolg noch und hoffentlich m√ľsst ihr nicht zu lang warten“, bevor es in Richtung des Papststeins ging.

√úber den „Alten Schulweg“, erreichte ich schlie√ülich – vorbei an den letzten Ausl√§ufern Kleinhennersdorfs – den Weg Richtung Papststein. Und hier traute ich meinen Augen kaum: Pl√∂tzlich kamen mir Textilwanderer, Familien und so manche Jung- bzw. Alt-Herrengruppe entgegen, es war regelrecht voll. An eine Nacktwanderung war nicht mal im Traum zu denken, also ging es am Bergsteigergesangspunkt mit Blick auf den Falkenstein und das Schrammstein-Massiv vorbei, bis ich mich unweit des Rastplatz „An der Brennnesselecke“ entschied, die „Gr√ľne Idylle“ ( in Anlehnung an so manches Hintergrundbild ) auf digitalen Film zu bannen ‚Ķ

Die Wanderung √ľber den Papststein z√§hlt nicht nur wegen des Damwildgeheges zu einem echten Highlight, auch wenn Kinder dies ein wenig anders sehen ūüėČ. Mein Weg f√ľhrte mich hinauf zum Papststein und so wurden erneut gute 150 H√∂henmeter genommen. Keine leichte Aufgabe, denn mit einem Mal wurde es richtig schw√ľl und die Gefahr, dass Regen oder ein Gewitter aufzog, schien nicht abwegig zu sein. Aber so schnell der Spuk begann, so „schnell“ l√∂ste er sich auch wieder in Luft auf.

Auf dem Papststein angekommen, war von dicker Luft nicht mehr viel zu sp√ľren, die Aussichten wurden jedoch gemieden, denn am 20. September sollte mit der Globetrotter-Tour aus dem vergangenen Jahr der Papststein noch einmal besucht werden. Wichtige Erkenntnis der Wanderung: Treppen k√∂nnen im Galopp heruntergerannt werden, um Zeit zu sparen, die anschlie√üend beim n√§chsten Aufstieg zus√§tzlich ben√∂tigt wird.

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann.

√úber den vollen Parkplatz zwischen Gohrisch und Papststein, vorbei an einer Weissagung der Cree, einem nordamerikanischen Indianer-Stamm, ging es hinauf zum Gohrisch. Sp√§testens am Gohrisch wurde der Entschluss gef√§llt, von der Wanderroute etwas abzuweichen und vereinzelte Aussichten zu besuchen – so entstand auch folgendes Bild des Klettergipfel „Muselmann“, wenige Augenblicke vor seiner Besteigung durch eine junge Kletterin mit ihrem Vater ‚Ķ

Wenige Meter entfernt schauten zwei M√§dels – auf den ersten Blick f√ľr mich ratlos auf ihr iPhone und ich fragte sie, ob sie sich verlaufen h√§tten, doch sie erwiderten, dass sie nur eine Pause einlegen. „Na gut, dann noch viel Spa√ü“ und ich folgte dem Aufstieg in Richtung des Pavillons. An der ersten oberen Aussicht angekommen, traf ich eine junge Mutter, die ihren Spr√∂sslingen die Umgebung zu erkl√§ren versuchte, doch schon beim „Hohen Schneeberg“ auf tschechischer Seite war sie dankbar, dass ihr jemand helfen konnte, den Namen des „irgendwas mit Winter“-Berges zu korrigieren. Der „Gro√üe Winterberg“, liegt in Deutschland, zudem noch auf der anderen Elbseite.

Der Gohrischstein wurde erst 1886 als einer der letzten Tafelberge [‚Ķ] touristisch erschlossen.

Oberf√∂rster Emil Gr√ľnewald ( 1842 – 1892 ) aus Cunnersdorf lie√ü mit Unterst√ľtzung des Gebirgsvereins die drei noch heute genutzten Aufstiege und im Jahr 1888 eine ( nach 1950 verfallene ) Schutzh√ľtte errichten. Der Neubau erfolgte im Jahr 1998 durch den Heimatverein Gohrisch mit Unterst√ľtzung durch den Sachsenforst, die Gemeinde und vielen Einwohnern. Eine Wetterfahne auf der Nordwestaussicht gab es schon um 1900. Die jetzige wurde im Jahr 1983 errichtet und 1985 geweiht.

Noch um 1940 war der Tafelberg mit dichten Kiefernwald, Preisel- und Heidelbeerstr√§uchern bewachsen. Infolge von Erosion, Trittsch√§den, verst√§rktem Luftschadstoffeintrag und darauf folgendem Absterben der Kiefernbestockung kam es seither an vielen Stellen zu einem enormen Bodenabtrag, teilweise bis auf den nackten Felsen. Das ist besonders deutlich in Richtung Nord ( Wetterfahnenaussicht ) erkennbar. Um Erosion zu vermeiden und die Vielfalt des Gipfels auch f√ľr die Zukunft zu bewahren, bitten wir die Besucher des Gohrischsteins um besondere R√ľcksichtnahme.

Theoretisch w√ľrde mich ( kaum dass ich auf dem Gohrisch angekommen war ) der bequeme Abstieg schon wieder hinunter f√ľhren, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es nichtmal 13 Uhr war, entschied ich mich, der Wetterfahnenaussicht auf der Nordwestseite des Gohrisch einen Besuch abzustatten ‚Ķ

Das erste Panorama ging voll in die Hose, denn auf einmal tauchten mehrere Hundert bis Tausend Fliegen auf, woher diese kamen, wusste niemand so richtig von allen anwesenden Wanderern und sie schienen sich mit einer Vorliebe in der Nähe der Birke aufzuhalten. Erst der dritte Versuch gelang dann endlich, an eine Pause war ob der vielen Fliegen an dieser Stelle nicht zu denken.

Also ging es √ľber den bequemen Aufstieg in Richtung des Muselweges. Bevor es √ľber den Jagdsteig gehen w√ľrde, entschied ich mich, an „Onkel Paul’s Ruhe“ vorbeizuschauen, wollte ich doch wissen, was es damit auf sich hat. Auch hier fand sich eine Hinweistafel:

Paul Zahn, „Onkel Paul“ war ein wohlhabender Firmenbesitzer, der seinen Urlaub regelm√§√üig in Gohrisch verbrachte und dabei in „Annas Hof“ logierte. Der Gesangsverein ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Da er den Gebirgsverein unterst√ľtzte, legte man ihm zu Ehren Aussichtspunkt und Weg an. H√∂hepunkt war seinerzeit eine entsprechende Einweihungsfeier.

Ostern 1997 wurde die Anlage, welche in den dreißiger Jahren errichtet wurde, restauriert und dabei auch eine neue Weiß- bzw. Hainbuche gepflanzt.

Doch zur√ľck zum Jagdsteig. Nachdem ich an einem Schild mit Ziel „Queckenborn“ den Vermerk „Lohnend“ las, wurde auch dieser Abstecher noch vollzogen, doch etwas entt√§uscht kam ich zur√ľck, denn die Quelle am Queckenborn ist infolge des langen Sommers versiegt. Also ging es wieder zur√ľck zum Jagdsteig, vorbei am Heideberg in Richtung Pfaffendorf. Aus der Entfernung vernahm ich bereits reichlich Motorengeheul, und ich hoffte noch rechtzeitig etwas von diesem sehen zu k√∂nnen. Am Ende des „Alten Schulweg“ angekommen, fand ich mich mitten in einer Oldtimer-Rallye wieder und ich erinnerte mich, dass ein entfernter Nachbar mit seinem Moskwitsch vor zwei Tagen mit seiner Frau zum Startpunkt der Rallye aufgebrochen war.

Die Liebe zu Autos der ehemaligen Sowjetunion und anderer Ostblock-Staaten h√§lt sich bei mir in Grenzen, auch wenn es stets ein Genuss ist, Trabant, Wartburg und Co. auf unseren Stra√üen zu sehen. Viel interessanter ist es dann doch, wenn ein 1966er Ford Mustang √ľber unsere Stra√üen galoppiert ‚Ķ

Hörbar war er auf jeden Fall, ihm schlossen sich ein Chrysler, eine Corvette C2 aus dem Jahre 1965 und ein Nissan 240Z, der in den Jahren 1969 bis 1978 gebaut wurde, an.

Nach diesen besonderen Momenten, die wohl nur „Petrol-Heads“ wirklich nachvollziehen k√∂nnen, ging es √ľber den Pfaffensteinweg zum letzten echten Anstieg des Tages: Dem Pfaffenstein selbst. Durch das Nadel√∂hr, einer tschechischen Gruppe voraus, erreichte ich nach neuerlichen 150 H√∂henmetern die Bergastst√§tte auf dem Pfaffenstein. Gegessen wurde nat√ľrlich nichts, daf√ľr blieb auch keine Zeit und so f√ľhrte der „Bequeme Weg“ zur√ľck zum Kleinen Kuhstall. Ein Moment blieb aber dennoch Zeit, um einen Blick auf den „Lohn der Angst“ zu werfen, der 1983 nach mehrmaligen Versuchen von Bernd Arnold zuerst begangen wurde.

Das Ende der Wanderung vor Augen, sollte ich aber dann doch nochmal in den Genuss kommen, etwas unbeschwert wandern zu gehen: Am Quirl war ich pl√∂tzlich allein im Wald und schon waren die Klamotten wieder im Rucksack verschwunden. W√§hrend der ganzen Wanderung war ich gezwungen die Klamotten anzubehalten – bis auf ein kleines St√ľck, doch am Quirl konnte ich dann doch noch gute 3,1 Kilometer so zur√ľcklegen, wie es mir am liebsten gefiel. Bis K√∂nigstein konnte ich so echte Freiheit genie√üen und dabei alles rund um mich herum vergessen.

F√ľr die letzte Etappe steht auf jeden Fall fest: Es wird kein Sonntag, auch kein Wochenende. Vielleicht in der Woche werden so die letzten Kilometer des Malerweg zur√ľckgelegt. Wann, das entscheidet sich noch ūüėÉ.

Es liegen noch 22,3 Kilometer vor mir.

5. Etappe: Von K√∂nigstein √ľber den Rauenstein nach Pirna ‚Ķ

Ist es nicht schön, wenn man am Ende einer Wanderung ein Fazit zieht und beispielsweise folgende Worte fallen:

Es wird kein Sonntag, auch kein Wochenende. Vielleicht in der Woche werden so die letzten Kilometer des Malerweg zur√ľckgelegt.

Tja, wie sich diese Ansicht √ľber einen guten Monat doch √§ndern kann, denn am Sonntag, den 8. November 2020, stand die letzte Etappe meiner Wanderung √ľber den Malerweg an. Relativ kurz entschloss ich mich am Vorabend, nach einer Feier ( ūüáļūüáł + ūü•ā = ūü•≥ ) ganz im Sinne der Covid-19-Bestimmungen ( also allein ), am darauffolgenden Tag die letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Nicht wirklich gut ausgeschlafen, standen so 22,3 Kilometer auf dem Plan – am Ende gab es auch noch einen Bonus.

P√ľnktlich 08:07 Uhr fiel ich in K√∂nigstein aus dem Zug, vom Bahnhof sollte es zun√§chst zu jenem Ort gehen, an dem ich den Malerweg das letzte Mal verlie√ü – unweit der Tourist-Information im Treffpunkt K√∂nigstein.

Aus der Planung wusste ich, dass es grob an der Festung K√∂nigstein vorbeigehen w√ľrde, doch auch ein „vorbei“ bedeutet, dass einige H√∂henmeter folgen sollten. Nachdem ich einige Male den wolkenverhangenen Lilienstein w√§hrend meines Aufstiegs zu Gesicht bekam, fand ich mich am Ende der ersten 1,5 Kilometer und fast 280 H√∂henmeter am Parkplatz der Festung wieder. Das letzte Mal war ich vor mehr als 20 Jahren auf dem K√∂nigstein, es war also an der Zeit, der Festung einen Besuch abzustatten – was in Anbetracht der Schlie√üung von einem m√∂glichen „Superspreader“, wie einem Museum und der nahen Burggastronomie nicht einfach war ūüôĄ. Wenigstens entstand ein Foto zu Fu√üe der Festungsanlage, die auch ein Napoleon nicht erobern konnte, mit Blick Richtung Rauenstein ‚Ķ

Nach einem kurzen Ausflug in die Geschichte, wurde es Zeit f√ľr den Abstieg. Vorbei am Eingang des Patrouillenwegs, ging es hinab zur Alten Festungsstra√üe, um wenig sp√§ter unseren ( nach wie vor noch wolkenverhangenen ) Lilienstein auf Film zu bannen ‚Ķ

Nat√ľrlich wurde die ganze Wanderung √ľber mit dem Zoom des iPhone 12 Pro gespielt, nachdem ich es vor gut einer Woche, am Freitag, den 30. Oktober im Apple Store Dresden in Empfang nahm. Bereits obiges Panorama von der Festung K√∂nigstein entstand mit dem Ultraweitwinkelobjektiv, w√§hrend das Foto mit Blick auf den Lilienstein mit dem normalen Weitwinkel aufgenommen wurde. Doch ich spielte auch etwas mit den unterschiedlichen Zoomstufen und war beeindruckt.

Doch genug der technischen Spielereien ūüėĄ.

Durch einen Tunnel gelangte ich auf die andere Seite der B172 – auf diesem Abschnitt auch als „Burgstra√üe“ bekannt. Im Wald angekommen, ging es √ľber die Stra√üe, die nach Struppen f√ľhrt, um √ľber den Kanonenweg Th√ľrmsdorf zu erobern. Einige Male f√ľhlte ich mich w√§hrend dieser Wanderung von der Beschilderung etwas im Stich gelassen und so musste auch in Th√ľrmsdorf mehrfach das alte iPhone 8 gez√ľckt werden, um zu schauen, wo denn die Route hinf√ľhrt. Am Schloss Th√ľrmsdorf angekommen, erblickte ich auch die naheliegende Schokoladenmanufaktur. Ich erinnere mich da noch gut an eine Mail von Matthias, dessen Wunsch es f√ľr die diesj√§hrigen Naturistentage war, einmal eine Besichtigung im Anschluss einer Wanderung zu unternehmen. Leider l√§dt die Region um Th√ľrmsdorf auf den ersten Blick weniger zum Wandern ein, zu d√ľnn ist das Wegenetz, aber auch hier k√§me es eben auf eine Erkundungswanderung drauf an.

N√§chster Stop sollte das Biedermann-Mausoleum sein. Gern h√§tte ich anhand von Fotos den originalen Text der Geschichte dieses Mausoleums ver√∂ffentlicht, doch in Folge des Vandalismus ( ? ) aus vergangenen Zeiten, sind die Texte an manchen Stellen schwer zu erkennen, somit muss ein Auszug aus Wikipedia als Informationsquelle herhalten, es sei denn ihr besucht das Mausoleum einfach selbst ūüėČ :

Auf Wunsch von Helene Freifrau von Biedermann, der Gattin von Erich Moritz von Biedermann, entstand 1920 / 21 am √∂stlichen Rand der Gutsflur, [‚Ķ] ein Mausoleum f√ľr die Familie Biedermann. Unter der aus Sandstein und Ziegeln errichteten, halbs√§ulengegliederten Rotunde mit ihrem kuppelf√∂rmigen Dachaufbau befindet sich die Gruft. Darin wurden 1921 zun√§chst Helene sowie die Mutter des Freiherrn bestattet, 1931 schlie√ülich der Freiherr selbst und seine in jungen Jahren verstorbene Tochter Dominika. Nach mehreren Pl√ľnderungen des Mausoleums wurden die Gebeine der vier Familienmitglieder in den 1970er Jahren auf den K√∂nigsteiner Friedhof umgebettet. Infolge von Leerstand, Vandalismus und Sturmsch√§den verfiel das Geb√§ude. In den Jahren 1994 / 95 wurde es baulich gesichert.

Heute befindet sich eine kleine Kapelle im ehemaligen Mausoleum, g√ľnstig gelegen am Malerweg hei√üt sie deshalb auch „Malerweg-Kapelle“ und ist ab Th√ľrmsdorf ausgeschildert ‚Ķ

Direkt nebenan befindet sich die Johann-Alexander-Thiele-Aussicht, die einst vom jenem Maler genutzt wurde, um sein bekanntes Gem√§lde „Elblandschaft mit K√∂nigstein“ auf Leinwand zu verewigen.

Von der Thiele-Aussicht ging es √ľber Wiesen, Felder und W√§lder in Richtung der Eulensteine – zun√§chst wusste ich nicht, um was es sich hierbei handelt, au√üer dass das Gebiet als „Landschaftsnaturdenkmal“ ausgeschildert war. Erst beim Schreiben des Wanderberichts, erfuhr ich, dass dies die letzten √úberreste eines einstigen Tafelberges sind ‚Ķ

Im Hintergrund erkennbar ist √ľbrigens schon der Rauenstein, etwas mittig im Bild, aber auch die B√§rensteine auf der linken Seite. Von den Eulensteinen, war es nur noch ein Katzensprung, bis ich in Wei√üig ankam und lernte, dass es manche Besitzer eines Kamins sehr genau mit dem Stapeln ihres Holzes nahmen ‚Ķ

Generell begegnete ich w√§hrend meiner Wanderung √ľber den Malerweg relativ wenig Wanderern – so sollte es auch diesmal sein. Auch Wei√üig wirkte fast wie ausgestorben, w√§hrend da nicht hin-und-wieder Hunde, die ihr Revier verteidigten oder vereinzelte Kinder. An einer Garage musste ich dann aber doch einen kurzen Halt einlegen, als ich das Schild „Promille Weg“ la√ü. Wer stellt sich da jetzt keinen Hausherren vor, der regelm√§√üig nach diversen Stammtisch-Abenden die letzten Meter auf allen Vieren ins Bett zur√ľcklegt ūüėā ?

War Wei√üig noch fast wie ausgestorben, traf ich pl√∂tzlich zu F√ľ√üen des Rauensteins und dem Parkplatz des Dorfes auf dutzende Wanderer, die das sch√∂ne Wetter f√ľr eine Wanderung nutzten.

√úber knapp 200 Meter und nicht einmal 30 H√∂henmeter erklomm ich den Rauenstein, um mit Ankunft an der Berggastronomie und jener etwas vorgelagerten Aussicht, festzustellen, dass der Lilienstein nun komplett in den Wolken verschwunden war. Dem K√∂nigstein erging es nicht anders und so war ich froh, dass ich zu Beginn meiner Wanderung noch etwas mehr Gl√ľck mit meinen Fotos hatte.

Etwa 100 Meter entfernt, entschied ich mich ein kleines Video aufzunehmen – erstmals sollte ich die St√§rken der nochmals verbesserten optischen Bildstabilisierung des iPhone 12 Pro erkennen, denn obwohl ich bedingt durch die K√§lte eine gewisse Unruhe beim Filmen feststellte, ist davon im eigentlichen Video nix mehr zu sehen. Im Video seht ihr √ľbrigens im Hintergrund die B√§rensteine, aufgenommen mit 60 Bildern in 10-Bit-HDR. Soviel nochmal kurz zu den technischen Details ‚Ķ

War es auf dem Rauenstein noch ordentlich voll, so kamen mir bereits w√§hrend meines Abstiegs in Richtung Stadt Wehlen immer weniger Menschen entgegen. Ein Vorbote f√ľr die kommenden Kilometer ?

In P√∂tzscha, einem Teil von Stadt Wehlen, begegnete ich auf dem Bergweg einer kleinen Gruppe Wanderer und unterhielt mich kurz mit einer Frau aus jener Gruppe – Grund war ein Ton, der das Schlie√üen des Trainingsrings der Apple Watch signalisiert. Dachte ich zun√§chst, dass dieser von meiner Watch kam, so entgegnete mir die Frau, dass es ihre Uhr war. Konnte ja schlie√ülich nicht anders sein, denn von K√∂nigstein bis Stadt Wehlen sollte es etwas l√§nger als nur 30 Minuten dauern ūüėČ.

N√§chstes Ziel sollte Naundorf sein ‚Ķ und wie so h√§ufig bei einer Ortsdurchquerung war auch diesmal das iPhone 8 wieder behilflich.

Vom Ende des Dorfes k√∂nnte ich die Beschreibung der letzten 7,96 Kilometer ( ! ) nun – salopp gesagt – abk√ľrzen, denn √ľber fast acht Kilometer blieb mir nur die M√∂glichkeit Strecke zu machen. Nicht, dass ich in Zeitdruck geraten w√§re, doch verlief der Wanderweg mehr als unspektakul√§r durch den Wald, bis ich in Obervogelgesang ankam. Dabei g√§be es an der K√∂nigsnase oberhalb von Obervogelgesang eine sehr sch√∂ne Aussicht, doch Schutzh√ľtte und die Aussicht selbst, haben schon bessere Zeiten erlebt. Ab hier wurde es leider nicht mehr besser und so ging es √ľber den Elberadweg vorbei am Gasthof Obervogelgesang und den malerisch an der Elbe gelegenen H√§usern in Niedervogelgesang, bis ich unweit des alten Wasserwerks in Pirna den Elberadweg verlie√ü.

√úber die Stra√üe „Am Wasserwerk“ ging es in den Wald hinein, bis ich mich dann kurze Zeit sp√§ter auf dem Canalettoweg befand. Auf diesen letzten Metern, unweit des Schloss Sonnenstein wirkt es fast so, als ob der Malerweg hier einfach verl√§ngert wurde, um irgendwie noch in Pirna anzukommen. Ich stellte mir also die Frage, wann ich das letzte Schild des Malerwegs zu Gesicht bekommen w√ľrde ?

Obigem Schild schlossen sich am Ende noch zwei weitere Schilder an, bis ich mich auf dem Marktplatz in Pirna fand – bedingt durch die ganzen „Superspreader“ in der Umgebung, wirkte er Sonntagnachmittag wie ausgestorben ūüėí.

Ob ich nun das letzte Schild gefunden habe, kann ich nicht sagen. MapOut entschied sich bereits am Ende der Stufen des Schloss Sonnenstein den Malerweg enden zu lassen. Hier h√§tte ich mir eine √§hnlich gute Beschilderung gew√ľnscht, wie ich sie zu Beginn meiner Wanderung vergangenes Jahr im Liebethaler Grund sah.

Am Marktplatz in Pirna angekommen folgte der ungeplante Bonus: „Eine Fahrkarte f√ľr zwei Haltestellen ausgeben ? Neee komm, die 10 Kilometer nach Dohna kannst du auch noch laufen !“, so der Gedanke und ich war am Ende des Tages froh dann endlich irgendwann Zuhause zu sein ūüė©.

Abschließende Worte

Mein erster Fernwanderweg ‚Ķ und es wird sicherlich nicht der Letzte bleiben. 119 Kilometer sollten es laut Planung sein, welche ich mit den einzelnen Wegen von bzw. zu den Bahnh√∂fen zur√ľckgelegt hatte. Zu h√§ufig habe ich mich aber von diversen Aussichten verleiten lassen, so dass es schwierig ist, eine genaue Kilometerzahl zu nennen, aber um die 130 Kilometer werden es bestimmt gewesen sein. So oder so bleiben 119 davon ganz sicher in bleibender Erinnerung – schon allein, wenn ich einen Blick auf die entstandenen Fotos werfe.

Und genau aus diesem Grund hat sich die Wanderung √ľber den Malerweg richtig gelohnt: Fotografisch konnte ich an so mancher Stelle mal die Technik an ihre Grenzen bringen.

Stand zun√§chst nur fest, dass ich einfach mal abschalten wollte, ist diese Fernwanderung am Ende zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden, worauf ich gern zur√ľckblicke und solch ein Abenteuer jederzeit wieder wagen w√ľrde. Dann vielleicht auch mit noch besserem Training, denn gerade am Anfang diesen Jahres habe ich die dritte Etappe gesp√ľrt, hingegen verlief die vierte und f√ľnfte Etappe nahezu problemlos.

117.43 km549 m115 m5059 m5083 m

Ein bisschen kreativ wollte ich dann – auch abseits der Fotos – noch sein und biete euch an dieser Stelle den Download der Route inklusive zahlreicher Wegpunkte mit Sehensw√ľrdigkeiten an.

„Sachsen_Malerweg.gpx“
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Ich hoffe, dass euch dieser Erlebnisbericht gefallen hat,
euer Martin

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√úber Martin

Nat√ľrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg f√ľr mich gepr√§gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder Bekleidungsgesch√§ften zu finden, nur um sie nach meiner n√§chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu k√∂nnen. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer M√ľtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung w√§hrend einer Wanderung tragen ? Schlie√ülich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu sch√ľtzen. F√ľr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen K√∂rper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum gesch√ľtzt wird ‚Ķ

4 Kommentare

  1. Hallo Martin, sehr schön geschrieben die Etappe vom ersten Tag.
    Ich w√ľnsche dir viel Spa√ü und Erfolg f√ľr die weiteren Etappen.
    Nun sind wir auch alle gespannt auf die n√§chsten Berichte. ūüėÉ ūüĎć ūüĎć

  2. Und ob wir dir Gl√ľck w√ľnschen, viel Spa√ü und ordentliches Wanderwetter
    ! ūüĎć ūüėČ

    1. Ich w√ľnsche Dir ebenfalls viel Gl√ľck, super Wetter und komme bitte nicht vom Weg ab ūüėĀūüėĀ

    2. Hallo Torsten,

      danke dir, vom Weg werde ich hoffentlich nicht abkommen. Bisher war die Ausschilderung des Malerwegs jedenfalls erstklassig, das iPad war bei der ersten Etappe also umsonst dabei, mal schauen, wie es morgen wird, da geht es durchs Polenztal.

      Liebe Gr√ľ√üe,
      Martin

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