Liebe Wanderfreunde,

die Randgebiete des Nationalparks versprechen nicht minder interessant zu sein, wie die bekannten Wanderregionen: Diese Wanderung wird uns auf Teilen des Malerwegs zum Gro├čen Pohlshorn und den Br├╝dersteinen f├╝hren – zwei ( unserer Meinung nach ) versteckte Aussichten, denn wer Ruhe und Entspannung sucht und den Kl├Ąngen der Natur lauschen m├Âchte, ist im Gro├čen Zschand, sowie den umliegenden Wegen herzlich willkommen ÔÇŽ

Sammelparkplatz

Der Parkplatz unterhalb der Aussicht „Sturmbauers Eck“ bietet Platz f├╝r 25 Autos. Alternativ besteht auch – nach Absprache – die M├Âglichkeit, dass wir uns am Parkplatz vor dem Eingang des Waldcampingplatzes in Pirna-Copitz an der ├äu├čeren Pillnitzer Stra├če 18 in 01796 Pirna treffen.

Treffpunkt Parkplatz unterhalb von Sturmbauers Eck
Koordinaten N50.928277┬░ E14.315683┬░
  N50┬░ 55.696620′ E14┬░ 18.940980′
  N50┬░ 55′ 41.7972″ E14┬░ 18′ 56.4588″
Adresse Vorderes R├Ąumicht, 01855 Sebnitz
ÔÇî ÔÇî7:00 ÔÇî13,5 km ÔÇî623 m ÔÇî623 m

Verlauf der Wanderung

Startpunkt unserer Wanderung wird – wie immer – der Parkplatz sein. Von diesem begeben wir uns knapp 320 Meter die Stra├če entlang, bis wir auf einen Abzweig linker Hand in den Wald treffen. Es geht entlang des Saupsdorfer Bachs, welcher einige Meter unterhalb des Waldweges verl├Ąuft. Nach etwa 350 Metern verlassen wir den Nationalpark S├Ąchsische Schweiz und gelangen auf die Stra├če in Richtung Saupsdorf – vom Waldweg konnten wir diese schon die ganze Zeit aus sehen. Auf der anderen Stra├čenseite erblicken wir rechts einen Weg in den Wald hinein: Die M├╝hlschl├╝chte versprechen die ersten H├Âhenmeter des Tages.

├ťber gut 600 Meter nehmen wir so reichlich 100 H├Âhenmeter. Hin-und-wieder kann es erforderlich sein, dass wir den Kopf einziehen m├╝ssen, denn wie viele andere Waldwege, finden sich auch in den M├╝hlschl├╝chten Fichten, die dem Windbruch nicht standhalten konnten. Am Ende des Weges treffen wir auf eine Kreuzung und wir entscheiden uns f├╝r die Mitte – richtig, es geht weiter geradeaus, die H├╝tte rechter Hand lassen wir liegen, k├Ânnen sie aber auch f├╝r eine kurze Verschnaufpause nutzen ÔÇŽ

Die Ausschilderung verspricht uns einen Aussichtspunkt in nicht allzu weiter Entfernung – das Gro├če Pohlshorn. Auf unserem Weg, der mal feucht, mal trocken sein kann, begegnen uns keine sonderlichen Herausforderungen. Nach ungef├Ąhr 200 Metern treffen wir auf einen Wegweiser, der uns zum Kleinen Pohlshorn geleiten will, doch diesen ignorieren wir – die Aussicht ist in den vergangenen Jahrzehnten zugewachsen, so dass es nicht mehr viel zu sehen gibt. Nach rund 450 Metern wird der Weg etwas enger – wir kommen in Ber├╝hrung mit den ersten Steinen des Gro├čen Pohlshorns. F├╝r weitere reichliche 450 Meter wird dieser Weg so verbleiben, bis wir den Aussichtspunkt erreichen ÔÇŽ

Wir k├Ânnen hier nicht nur einen Blick auf den Gro├čen Teichstein, sondern auch das Massiv der Affensteine erhaschen. Von dieser ersten Aussicht des Tages f├╝hrt unser Weg wieder zur├╝ck – etwa 160 Meter, bis wir auf den Abzweig zum Dreisteigensteig treffen. Dieser wurde in Folge der St├╝rme in den vergangenen Jahren hart getroffen, so dass es noch Anfang 2021 schien, dass dieser Weg auf viele Jahre unbegehbar bliebe. Gl├╝cklicherweise konnte dank des Einsatzes vom Forst und Nationalparkmitarbeitern der Weg freigeschnitten werden, so dass er uns f├╝r gut 630 Meter reichlich 150 H├Âhenmeter hinab in Richtung Kirnitzsch f├╝hrt. Auch wenn der Weg freigeschnitten ist, sollten wir uns im Klaren sein, dass das Totholz links und rechts des Weges Gefahren bergen kann – so wird es durchaus geschehen, dass wir ein-ums-andere Mal die F├╝├če ein wenig mehr heben d├╝rfen.

An der Kirnitzsch, sowie zugeh├Âriger teilweise asphaltierter, geschotterter Stra├če angekommen, besteht die M├Âglichkeit, sich im Nass des Gebirgsflusses abzuk├╝hlen.

Im vorigen Absatz erw├Ąhnt – die Kirnitzschtalstra├če wird uns f├╝r einige Zeit begleiten, um genau zu sein f├╝r rund 1,6 Kilometer. Die Kirnitzsch bleibt uns erhalten und haben vielleicht die Chance, einen der vielen Bewohner des Tals zu sehen: Eisv├Âgel, Graureiher und sogar Schwarzst├Ârche leben im Kirnitzschtal. An der Kreuzung Kirnitzschtalstra├če / Dorfbachweg, k├Ânnen wir eine Pause am Ufer der Kirnitzsch einlegen. Heute ist das Baden in der Kirnitzsch m├Âglich, bis ins 20. Jahrhundert wurde hier Holz gefl├Â├čt – so wurde das Wasser nicht nur an der Oberen Schleuse, auf der heute die Kahnfahrt betrieben wird, sondern auch an der Niederen Schleuse angestaut. Ihr habt es erraten, es geht weiter. Wir folgen der Kirnitzschtalstra├če noch ein wenig und kommen so auch an der Niederen Schleuse vorbei ÔÇŽ

Zwei Informationstafeln bieten Einblick in die vergangene Fl├Â├čerzeit entlang der Kirnitzsch. Die Niedere Schleuse, konnte mit ihrer 32 Meter breiten Staumauer und ihrer ( mittlerweile versandeten ) Staul├Ąnge von 750 Metern etwa 28.000 Kubikmeter Wasser zur├╝ckhalten. Ihre Wasserpforte in der Schleusenmitte und das kleine Wehr sind heute noch funktionst├╝chtig und werden durch Einschieben von Versatzh├Âlzern vor allem beim Einsetzen der Schneeschmelze als Hochwasserschutz genutzt. In den Jahren 1985 bis 1993 rekonstruierten Waldarbeiter die zerfallene Anlage und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Denkmalpflege ÔÇŽ

Bereits im 16. Jahrhundert hatte der Landesherr das Hoheitsrecht auf die Kirnitzschfl├Â├čerei und erlie├č strenge Flo├č-Regeln. 1582 wurden dem s├Ąchsischen Kurf├╝rsten mit einem Abkommen erlaubt, 80 Jahre lang Holz aus der b├Âhmischen Herrschaft Hainspach abzuholzen und zu fl├Â├čen. So entstanden wahrscheinlich um 1567 die Obere Schleuse, vor 1612 die Niedere Schleuse und zahlreiche Flo├čteiche auf b├Âhmischer Seite. Im 19. Jahrhundert wurde die Fl├Â├čerei schlie├člich durch den Stra├čentransport verdr├Ąngt und auch das Fl├Â├čen auf der Kirnitzsch eingestellt.

Die Kirnitzsch galt als eine der wichtigsten Flo├čb├Ąche der S├Ąchsischen Schweiz und auf der 25 Kilometer langen Triftstrecke konnten gro├če Holzmengen aus nur schwer erschlie├čbaren Gebieten der hinteren S├Ąchsischen Schweiz kosteng├╝nstig und zeitsparend an das Elbufer in Bad Schandau gebracht werden.

Soviel zur Geschichte. Gut 570 Meter bleibt uns der asphaltierte bzw. geschotterte Untergrund der Kirnitzschtalstra├če erhalten, bis diese auf den letzten Metern in typischen Waldboden ├╝bergeht. Nach weiteren 320 Metern gelangen wir an die Kreuzung zum Lindigtgr├╝ndel. Dieser Waldweg f├╝hrt uns im ersten Abschnitt ├╝ber vereinzelte Sandsteine, nach knapp 790 Metern, in denen wir reichlich 90 H├Âhenmeter ├╝berwinden, treffen wir auf die geschotterte Lindigtstra├če. Hier k├Ânnen uns vereinzelte Radfahrer entgegenkommen, dies soll uns aber nicht beirren, so dass wir uns links halten und kommen auf unserem Weg unter anderem an der Lindigth├Âhle vorbei: Diese 10 Meter tiefe und drei Meter hohe Schichtfugenh├Âhle am Rande der Lindigtstra├če diente schon vor etwa 7500 Jahren Menschen als Unterschlupf, wie Arch├Ąologen durch die Untersuchung der tieferliegenden Bodenschichten der H├Âhle nachweisen konnten. Wir erklimmen die letzten H├Âhenmeter der Lindigtstra├če, bis diese auf den Abzweig zu den Br├╝dersteinen trifft.

Wir folgen der Ausschilderung zum Lindigtblick und den Br├╝dersteinen – es geht links weg, der Untergrund kommt auch Barfu├čl├Ąufern wieder entgegen. Nach knapp 300 Metern treffen wir auf das obere Ende des Pa├čgrunds – wir entscheiden uns jedoch f├╝r den Weg zu unserer Linken, und gelangen so zum Lindigtblick. Dieser Aussichtspunkt liegt etwas versteckt – wie gut, dass uns ein Wegweiser die Wegfindung erleichtert. Eine kurze Pause scheint angemessen, um die Aussicht zu genie├čen ÔÇŽ

Unser Weg f├╝hrt uns zur├╝ck, wie wir ihn gekommen sind, nur dass wir am Abzweig zum Lindigtblick den Pfad zu unserer Linken nehmen und so unaufh├Ârlich in Richtung der Br├╝dersteine gelangen. Diese liegen keine 530 Meter entfernt, der Weg zur Aussicht ist etwas „spektakul├Ąr“ und f├╝hrt uns direkt am Sandstein entlang – wichtig: Der Weg verl├Ąuft oben. Selbst wenn ihr bisher lediglich breite Wanderwege gewohnt ward: Es gibt genug Sicherungsm├Âglichkeiten, um diese kurze Passage zu bew├Ąltigen. Belohnt werdet ihr mit einer Aussicht auf den Gro├čen Teichstein, sowie den Pa├čgrund, der sich vor uns er├Âffnet.

Der Pa├čgrund wird auch sein, ├╝ber den wir den R├╝ckweg zur Kirnitzschtalstra├če antreten: Von der Aussicht kommend, folgen wir dem Weg geradeaus hinunter, es geht ein St├╝ckchen durch den Wald, bis wir uns nach rund 310 Metern an einer Kreuzung wiederfinden – auch wenn der obere H├Âlzigweg vielversprechend aussieht, nehmen wir dennoch den Pa├čgrund, der uns sicheren Fu├čes hinab f├╝hrt. Es kann vorkommen, dass uns vereinzelte umgest├╝rzte Fichten den Weg blockieren. Der Pa├čgrund endet unweit der Niederen Schleuse – f├╝r etwa 520 Meter wird die wohlbekannte Kirnitzschtalstra├če unser Begleiter sein, bevor wir an der Kreuzung zum Dorfbachweg in eben jenen abbiegen. „Im Zweifel bergan“, so lautet nicht nur das Motto unseres Wanderfreundes Andreas in Th├╝ringen, sondern auch w├Ąhrend dieser Wanderung, denn der Dorfbachweg verl├Ąuft ├╝ber gut 790 Meter etwa 40 Meter bergan. Nach reichlich 400 Metern treffen wir auf den Abzweig zum Niederen Hirschwaldweg, wir halten uns links und gelangen so auf den erw├Ąhnten Waldweg. An der Kreuzung zum Niederen Hirschwaldweg angekommen, blicken wir auf einen Teich und halten uns erneut links. Im Verlauf des Weges, welcher f├╝r rund 1,2 Kilometer unser Begleiter ist ( und den letzten Aufstieg des Tages beinhaltet ), kann es stellenweise vorkommen, dass uns kleinere B├╝sche und B├Ąumchen den Weg versperren – er ist auf der Karte eingetragen, z├Ąhlt aber zu den weniger frequentierten Wegen.

Wir erreichen eine wohlbekannte H├╝tte – und entscheiden uns f├╝r den Weg linker Hand, bis wir nach nichtmal 80 Metern erneut links abbiegen. Unser Ziel sind die Brandheideschl├╝chte, welche uns direkt zum Parkplatz f├╝hren. Der Weg enth├Ąlt keinen nennenswerten Herausforderungen, im Verlauf der Brandheideschl├╝chte kann es aber – je nach Witterung – etwas rutschig werden. Ein gro├čer Schritt ├╝ber den Saupsdorfer Bach trennt uns nun noch vom Parkplatz – eine Br├╝cke existiert ├╝brigens nicht ­čśë.

Besonderheiten

W├Ąhrend der Wanderung haben wir mehrfach die M├Âglichkeit, uns in der Kirnitzsch abzuk├╝hlen. Das Ufer an der Kirnitzsch ist gepr├Ągt von Sandstr├Ąnden, im Gegensatz zu anderen Wanderungen, finden sich hier keine Steine im Bereich der Badestellen.

Beschaffenheit der Wege

Die gesamte Route ist f├╝r Barfu├č-Wanderer nur geeignet, wenn diese einiges aushalten. Die Kirnitzschtalstra├če ist weitestgehend grob asphaltiert bzw. geschottert und auch vereinzelte Waldwege, wie die Lindigtstra├če weisen Schotter auf. Sobald wir uns auf den schmaleren Pfaden im Wald bewegen, wird der Untergrund besser. Den ersten Abschnitt der Wanderung legen wir ├╝ber das asphaltierte – verkehrsreiche – Vordere R├Ąumicht zur├╝ck.

Download der Routen

Wenn du ├╝ber ein GPS-Ger├Ąt oder eine App auf deinem Smartphone besitzt, kannst du dir die Route herunterladen und uns bei der Wanderung unterst├╝tzen. Je mehr Wanderer die Route besitzen, um so eher k├Ânnen die Fotografen unter uns sich die Zeit f├╝r ein perfektes Foto nehmen.

„Sachsen_H2-33.gpx“
Vorschau & Herunterladen

Download der Routenbeschreibung

Du m├Âchtest einmal unabh├Ąngig von uns diese Wanderung unternehmen ? Kein Problem, lade dir dazu einfach die Routenbeschreibung herunter, welche den obigen Text, sowie die Daten zu Parkm├Âglichkeiten, Dauer und L├Ąnge der Wanderung enth├Ąlt.

„Sachsen_H2-33.pdf“
Herunterladen

Hinweis: Wenn du die Routenbeschreibung auf deinen Computer herunterladen m├Âchtest, so klicke einfach mit der rechten Maustaste auf den Link und w├Ąhle „Verkn├╝pfte Datei laden“ bzw. einen vergleichbaren Eintrag aus.

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├ťber Martin

Nat├╝rlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg f├╝r mich gepr├Ągt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder Bekleidungsgesch├Ąften zu finden, nur um sie nach meiner n├Ąchsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu k├Ânnen. Der Bibel zufolge wurde der Mensch nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer M├╝tze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung w├Ąhrend einer Wanderung tragen ? Schlie├člich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu sch├╝tzen. F├╝r mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen K├Ârper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum gesch├╝tzt wird ÔÇŽ