Liebe Besucher,

Freunde. Woran denkt man bei diesem Begriff am ehesten ? Sind es die vermeintlichen 300 Freunde in sozialen Netzwerken oder sind es die wenigen Freunde, die einem wirklich im Leben zur Seite stehen ? Ich denke, für mich ist diese Antwort klar und es kann sich nur um Letztere handeln – die wahren Freunde eben. Ich bin in diesem Jahr 31 Jahre jung geworden und möchte daher diesen Beitrag meinen besten Freunden widmen, die ich ohne unseren Freundeskreis, die damit verbundenen Nacktivitäten und die Sächsischen Naturistentage nie kennengelernt hätte …

Die, man nur einmal im Leben trifft …

Beginnen möchte ich natürlich bei den Freunden, die mir in den letzten zwei Jahren beim Aufbau meiner Wohnung geholfen haben oder mir immer zur Seite standen, wenn es einmal ( für mich ) unlösbare Probleme gab. Wir haben gemeinsam so viele unterschiedliche Wanderungen erlebt, sind dabei auch ganz gern mal an unsere Grenzen gegangen und trotz kleiner Meinungsverschiedenheiten ( wie es unter Freunden nun mal üblich ist ) halten wir dennoch zusammen …

Andreas – Jäger der verlorenen Schätze

Andreas habe ich das erste Mal während der Wanderwoche 2016 kennengelernt, da war er noch einer von vielen und leicht zu übersehen, denn Andreas hält sich wie Mario gern etwas bedeckt. Doch was Andreas in Thüringen – in Form der Thüringer Naturistentage – jedes Jahr auf die Beine stellt ist … unbeschreiblich … oder formulieren wir es mit „enorm“. Nachdem Torsten bereits 2016 von dieser „perfekt organisierten“ ( seine Worte ) Wanderwoche schwärmte, entschied ich mich, Andreas im vergangenen Jahr einen Besuch abzustatten und ich war … beeindruckt. Alles war klar geregelt, es gab kein Chaos, wie ich es die Jahre zuvor stets gewohnt war. Andreas wurde so mein Lehrer und trug somit viel zum Gelingen der Sächsischen Nacktwanderwoche in diesem Jahr bei …

Seine ruhige Art schätze ich dabei besonders an ihm, denn auch wenn es mal heißt, dass er mit 48 Nacktwanderern allein durch die Wälder Thüringens streift, verfällt er nicht in Hektik und zählt eben notfalls an jeder Kreuzung die Leute durch 😃. Dazu ist er immer für einen Spaß zu haben – so zum Beispiel, wenn er am „Tisch der Geselligkeit“ in der Kristalltherme Bad Klosterlausnitz mal einen Witz raushaut:

Läuft die Tochter nackt durch die Wohnung, fragt die Mutter sie: „Was machst du denn da ?“

Sagt die Tochter: „Mensch Mama, das ist das Kleid der Liebe.“

Denkt die Mutter: Das mach ich heute Abend auch mal, wenn der Papa da ist. Es wir Abend. Die Mutter läuft nackt durch die Wohnung und der Mann fragt: „Was machst du denn da ?“

„Mann, das ist das Kleid der Liebe“, sagt die Frau. „Hmmm naja, aber wenigstens bügeln hättest du es können.“

Was mich besonders an Andreas fasziniert ist seine geplante Spontanität, so kommt es auch mal vor, dass er an einem regnerischen Mittwoch einen Urlaubstag einlegt und zu einer Wanderung nach Oybin lädt, an deren Ende die Besteigung des Hochwaldturms bei bestem Wetter und etwas Wind steht. Auch wenn Andreas ganz gern nach der Arbeit allein loszieht und sich auf die Suche nach neuen Dosen begibt oder diese fleißig auslegt, begeben wir uns zusammen mit Erik auf die Jagd nach den verlorenen Schätzen, um unsere Namen in den Logbüchern verewigen.

Erik – Ich kann das nich …

Ja klar 😄. Als ich Erik das erste Mal kennenlernte, es muss irgendwann zur Wanderwoche 2016 gewesen sein, war ich nicht viel mehr als ein Fahrgast in seinem Auto. Über die Zeit entwickelte sich eine Freundschaft, so dass ich Erik – neben Torsten – zu den engsten Freunden zähle, die ich habe. Ich habe ihm auch eine ganze Menge zu verdanken, denn ohne ihn würde bis heute in meinem Schlafzimmer kein Doppelbett stehen und es wäre mehr ein Lager, als eine Übernachtungsmöglichkeit.

Seit 2018 intensivierte sich diese Freundschaft, so dass ich ein oft gesehener Übernachtungsgast wurde, wenn es auf zum Geocachen ging oder einfach die Thermen in Deutschland besucht werden wollten. Durch Erik’s Reiselust sah ich mehr von Deutschland und Tschechien, als ich es mir hätte träumen lassen …

Doch was ich an Erik besonders schätze, ist seine Gelassenheit – oft kommt es so rüber als wäre er immer etwas hektisch, doch was er nicht nach außen zeigt, bewahrt er in seinem Innersten. Ich erinnere mich nur zu gut, als er meinte, kein Englisch sprechen zu können und dies immer wieder mit seinem Standardsatz beantwortete: „Ich kann das nich“. Wahrscheinlich ist dies eine Abwehrhaltung von seiner Tätigkeit als Programmierer – ich kenne sie selber von früher.

Durch Erik’s Erfahrung und sein Wissen ( schließlich hat er mal Chemie studiert ), wurde er auch bei mir ein oft gesehener Übernachtungsgast, bevor die tschechischen Logbücher oder die Einkaufswagen gefüllt wurden. Ich würde Erik durchaus als Genießer bezeichnen, denn durch seine Empfehlungen hat sich auch die kulinarische Vielfalt in meiner Küche bedeutend erweitert. Doch nicht nur dafür bin ich ihm dankbar, sondern auch für die vielen Hilfestellungen, welche er in den letzten Monaten gegeben hat, um unsere Webseite und die Wanderwoche weiter zu entwickeln. Im kommenden Jahr wollen wir beide erstmal zu den Mecklenburgischen Naturistentagen laden, der im September diesen Jahres eine gemeinsame Erkundungstour am Rätzsee vorausging, nachdem Erik die Jahre zuvor stets allein an diesen wunderschönen FKK-Campingplatz fuhr.

Heute kann ich sagen, dass Erik einer der wenigen Menschen ist, bei denen ich mich wirklich freue, wenn ich diese sehe.

Torsten – Ich bin dein Vater …

… oder so ähnlich. Torsten lernte ich das erste Mal 2015 bei einer seiner ersten Nacktwanderungen kennen und bereits nach wenigen Minuten war klar, dass die Chemie stimmt. Inzwischen kann ich gar nicht mehr aufzählen, wieviel ich Torsten zu verdanken habe: Neben meiner eigenen Wohnung, welche nur wenige Meter von seinem Haus entfernt liegt, über das halbe Mobiliar, bis hin zu einer Freundschaft, wie ich sie so noch nicht kannte – dabei sind dies nur die wenigen Dinge, die mir gerade einfallen. Vorausgegangen war dem auch recht früh mein Angebot, ihm bei Arbeiten an seinem Haus zu helfen, was er dankend annahm und unsere Freundschaft so auch intensivierte …

Einige Wochen oder Monate später … ich weiß es nicht mehr genau … bat mir Torsten sogar an, mich in seine Familie aufzunehmen, so wurde ich sein zweiter „Sohn“ und Philip hat nun endlich einen großen Bruder 😃. Doch es gibt auch Schattenseiten: Torsten selbst ist ( auch wenn man es ihm äußerlich nicht ansieht ) schwer krank. 2014 hatte er – bedingt durch Arbeit und zum Teil auch der Familie – einen Burnout, der sein ganzes Leben auf den Kopf stellte. Daraufhin ging es für ihn 2015 zur Kur und bereits im September nahm er an einer unserer Wanderungen teil – ich hatte damals leider das „Pech“ zu meiner ( inzwischen ) Ex-Freundin zu fahren und konnte so nicht an dieser Wanderung teilnehmen.

Seit ich Torsten kennengelernt habe, möchten ich, Andreas, Erik und viele weitere Freunde unser Bestmögliches geben, damit es Torsten auf Dauer wieder besser geht. Dabei bringt er sich auch selbst – trotz seiner Vorgeschichte – in unseren Freundeskreis mit neuen Ideen ein ( so haben wir ihm die Idee zu Klaus Enders – Akt und Landschaft, der Radtour zum großen Stechlinsee, die Weihnachtsfeier oder das Bad in der Hauffe zu verdanken ). Wolfgang nannte dabei Torsten’s und mein Engagement für unseren Freundeskreis „eine Bereicherung“. Ich hoffe, dass er uns noch viele Jahrzehnte zu den verschiedensten Nacktivitäten begleiten wird.

Wolfgang – Glück und Leben

Was soll ich über Wolfgang sagen ? Schwer. Eigentlich nicht, denn Wolfgang ist für mich einer der Menschen, die dafür sorgen, dass in einem Raum voller Trübsal plötzlich die Sonne aufgeht ( jedenfalls geht es mir so, dass ich immer lächeln muss, wenn ich Wolfgang sehe 😉 ). Ich schätze an Wolfgang besonders seine ruhige und gelassene Art, denn selbst wenn es mal dazu führt, dass wir uns verlaufen, bleibt er dennoch ruhig – dabei ist Wolfgang auch zugleich unser Organisationstalent und plante bis 2017 jede Wanderwoche im Voraus, übernahm die E-Mail-Korrespondenz und arbeitete mit mir bis 2018 zusammen an der Webseite …

Aber auch Wolfgang hat seinen entscheidenden Anteil an meiner Wohnung, so war er es, der mir kurzerhand die Kaution auslegte, um besagte Wohnung wenige Meter von Torsten entfernt beziehen zu können. Ohne Wolfgang, Torsten und Mario wäre dieser Traum niemals in Erfüllung gegangen 😃.

Wolfgang war übrigens auch die erste Person, mit der ich 2015 Kontakt aufnahm: Wer meinen Beitrag „Natürlich. Nackt. Frei.“ gelesen hat, wird feststellen, dass Wolfgang bei mir einiges an Geduld aufwenden musste, später meinte er allerdings, dass es da „auch schon schlimmere Neulinge“ gab. Da bin ich ja echt beruhigt 😉. In diesen knapp drei Jahren ist Wolfgang – neben Torsten – zu meiner Vertrauensperson geworden und gerade durch die Wanderwoche im Jahr 2017 weiß ich, wieviel er mir als Freund bedeutet. Immerhin war es Wolfgang, der mir mit seinem Rat bei einigen schwierigen Gefühlslagen zur Seite stand, wofür ich ihm noch lange dankbar sein werde 😥.

Im Juni 2018 entschied sich Wolfgang etwas kürzer zu treten und Torsten und mir die Organisation der einzelnen Veranstaltungen unseres Freundeskreis zu übergeben – dazu zählt auch die Wanderwoche.

Freunde von nah und fern …

Bedingt durch unsere Wanderwochen sind auch viele Freunde von außerhalb hinzugekommen, die natürlich genauso viel Aufmerksamkeit verdienen, wie die Freunde aus unserem Freundeskreis. War ich 2015 nur für drei Tage an der Wanderwoche beteiligt, bin ich seit 2016 grundsätzlich von Anfang bis Ende dabei …

Horst – Ein echtes Vorbild

Horst habe ich zusammen mit Mic und Rainer das erste Mal 2016 während der Sächsischen Nacktwanderwoche kennengelernt. Bereits in den ersten Tagen ( oder eher Abenden ) fiel mir auf, dass Horst ein recht vielseitig interessierter Mensch ist, zum Einen hat er ein sehr hohes Allgemeinwissen, zum anderen findet er sich auch in den Gesetzestexten schnell zurecht. Gerade Letzteres ist unheimlich von Vorteil, sollte man doch einmal Probleme mit der Polizei bekommen – in Sachsen beim Nacktwandern undenkbar, in Münster allerdings kann dies ab und an mal vorkommen …

Im Jahr 2017 zur Wanderwoche lud er mich dann zusammen mit Mic und Rainer zu den Nachholtagen der Westfälischen Naturistentage ein, um mir das Münsterland näherzubringen. Horst bot mir auch an, dass er mich von seinem Wohnort mit nach Münster nehmen könne, damit er selbst nicht die ganze Fahrt allein unterwegs ist und sowieso nach Münster fahren wollte. Bereits 2016 habe ich mich nach der Wanderwoche bereit erklärt, den drei Freunden die sächsische Landeshauptstadt Dresden etwas näher zu bringen.

Horst kann man durchaus auch als echtes Vorbild bezeichnen, denn sein hohes Wissen gibt er gern an andere weiter und ist auch nie verlegen eine Anekdote aus seinem Leben zu erzählen – mag sie auch manchmal noch so „peinlich“ klingen. Wieso fällt mir da gerade nur die Sache mit dem Handballteam und dem Satz „Ach du, na sieh zu, dass du nach Hause kommst“ ein 😂 ?

Horst ist ein großer Fan von Heinz Ehrhardt, weshalb ich euch dieses Video von „Der Berg“ nicht vorenthalten möchte, das dieses Jahr im Rosengarten entstand.

Da gibt es noch einige mehr …

Dies waren bei Weitem nicht alle Freunde. Wenn ihr mehr von Horst, Martin, Mic und Rainer erfahren wollt, so müsst ihr euch bei uns nur registrieren bzw. anmelden.

Abschließende Worte

Tja das sind sie meine besten Freunde. Ich möchte mich abschließend noch einmal ganz herzlich bei euch bedanken, denn ohne euch stünde ich heute nicht da, wo ich jetzt bin. Habt ihr doch einen entscheidenden Anteil an meiner Wohnung, meinen Gefühlen oder meinem Verständnis von echter Freundschaft. Danke, dass ihr mich immer wieder aufheitert. Danke, dass ihr mich immer wieder unterstützt. Danke, dass ihr mir immer wieder zeigt, dass es im Leben nichts Wichtigeres als euch gibt: Echte Freunde.

Ich hoffe, dass euch dieser Einblick in meine Gedanken gefallen hat,
euer Martin

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Über Martin

Natürlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg für mich geprägt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder Bekleidungsgeschäften zu finden, nur um sie nach meiner nächsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer Mütze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung während einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schützen. Für mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschützt wird …