Von Martin|29. August 2017|NacktivitÀten|2 Kommentare

Liebe Wanderfreunde,

in den letzten Tagen der SĂ€chsischen Nacktwanderwoche wurde ich von Horst, Rainer und Mic eingeladen, an den Nachholtagen der WestfĂ€lischen Naturistentage teilzunehmen. Diese fanden ursprĂŒnglich im Juni statt, mussten allerdings aufgrund des schlechten Wetters abgebrochen werden, so dass noch vier Wanderungen zu absolvieren waren.

Am Donnerstag, den 24. August hieß es dann schließlich: „Lasst die Wanderungen beginnen“. Dieser Beitrag wird allerdings nicht die Wanderwoche im Fokus haben, sondern vielmehr ein Kunstprojekt, bei dem ich mich glĂŒcklich schĂ€tzen kann, ein Teil davon gewesen zu sein â€Š

Im Rahmen der Skulpturen-Projekte MĂŒnster wurde die Plattform „On Water“ von AyƟe Erkmen errichtet – eine Gitterrostkonstruktion, bei der man durch das Wasser schreiten kann. Was diesem Kunstwerk allerdings fehlte, war die entsprechende Aufmerksamkeit von 11 Naturisten, welche sich an jenem Tag den Körper mit den Buchstaben fĂŒr die Wörter „NatĂŒrlich“, „Lebenswert“, zwei Punkten und dem Logo der Stadt MĂŒnster verzierten.

Nach entsprechender Vorbereitung auf einem Parkplatz in der NĂ€he von MĂŒnster, liefen wir in Richtung des „On Water“ und zogen uns am Rande des MĂŒnsteraner Hafenbeckens aus – unter verwunderten Blicken und anfĂ€nglicher Ignoranz aller Anwesenden verteilten wir uns ĂŒber gut 10 Meter des Kunstwerkes und vollfĂŒhrten unsere einstudierte Choreographie â€Š

Einer Drehung nach rechts folgte ein Wechsel der Beteiligten, gefolgt von einer weiteren Drehung nach Rechts – so konnten alle Besucher der angrenzenden CafĂ©s unsere Botschaft erkennen. Rainer und Mic war es hier wichtig, sich mit MĂŒnster zu identifizieren, so trugen wir das Wort „Lebenswert“ auf unserem RĂŒcken – dem Motto der Stadt MĂŒnster. Als kleine Randnotiz möchte ich hier erwĂ€hnen, dass die Stadt 2004 den Titel als „Lebenswerteste Stadt der Welt“ gewonnen hat – ein Titel auf den die MĂŒnsteraner immer noch sehr stolz sind.

Innerhalb weniger Augenblicke nahmen immer mehr Menschen unsere Performance wahr – ebenso einige Sicherheitsleute, welchen unsere Aktion missfiel und uns unter Androhung der Polizei vom Steg entfernen wollten. Wir entschieden uns jedoch unsere Performance fortzufĂŒhren und Rainer versuchte die Sicherheitsleute am Ufer mit dem Argument „Das ist ein Kunstprojekt“ zu beruhigen – auf die Frage, ob die drei Kinder einer der Anwesenden ein Problem mit unserer Aktion haben, antworteten diese mit: „Nö“ â€Š

Unter immer grĂ¶ĂŸer werdendem Applaus von etwa 3.000 MĂŒnsteranern zogen wir nach wenigen Minuten von dannen und kehrten anschließend noch im „CafĂ© Sieben“ ein.

Unser Freund Helmut Schultze Ă€ußerte sich in einer Mail gegenĂŒber der Presse wie folgt:

Unsere Aktion war ein spontaner Beschluss innerhalb der WestfĂ€lischen Naturisten-Tage, und einige der 11 Aktiven haben sich erst am Samstag dieser Aktion angeschlossen. Unser Ansatz ist nicht politisch sondern eher gesellschaftlich einzuordnen: Wir leben den Naturismus und erkennen diese Geisteshaltung als zutiefst menschlich und natĂŒrlich – im Gegensatz zu Konsumorientiertheit, Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung, womit die gegenwĂ€rtige Menschheit unseren Planeten in KĂŒrze unbewohnbar zu machen im Begriff ist.

Eine zuvor ausgearbeitete Pressemitteilung, sowie weitere Hintergrundinformationen, wurden wenig spĂ€ter an die WestfĂ€lischen Nachrichten und die MĂŒnstersche Volkszeitung gesendet, welche diese fĂŒr ihre BeitrĂ€ge als Grundlage nutzten.

Ich danke Rainer und Mic fĂŒr die Idee zu diesem Projekt,
euer Martin

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Über Martin

NatĂŒrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg fĂŒr mich geprĂ€gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder BekleidungsgeschĂ€ften zu finden, nur um sie nach meiner nĂ€chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer MĂŒtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung wĂ€hrend einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schĂŒtzen. FĂŒr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschĂŒtzt wird 


2 Kommentare

  1. Danke Martin fĂŒr den schönen Bericht. Solche Aktionen mĂŒssten auch bei uns spontan stattfinden. Auch einen Dank an Helmut fĂŒr die hervorragende E-Mail an die Presse.

    1. Hallo Torsten, schön wĂ€re es auf jeden Fall. FĂŒr nĂ€chstes Jahr wird sowas schonmal ins Auge gefasst – mal sehen, wann und wo unsere Performance stattfinden wird â€Š

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