Von Martin|7. Dezember 2017|NacktivitÀten|4 Kommentare

Liebe Mittelalterfreunde,

nachdem wir bereits am 28. November auf dem Weihnachtsmarkt in Pirna mit unserer Weihnachtsfeier starteten, sollte am 7. Dezember ein weiteres Highlight folgen: Das “Bad in der Hauffe” oder fĂŒr unsere Leser, denen die Sprache des Mittelalters nicht gelĂ€ufig ist, das “Bad in der Menge” â€Š

Doch bevor wir ein Bad in der Menge nehmen konnten, sollten wir uns erst einmal in Dresden vor’m Hauptbahnhof auf dem Wiener Platz treffen. Gar nicht so leicht, denn Uwe kam am Hauptbahnhof Nord mit der Straßenbahn an und Matthias, Wolfgang, Torsten und ich sollten mit unterschiedlichen ZĂŒgen anreisen. Letztendlich mussten wir uns nur auf die Suche nach Matthias und Uwe machen, aber auch dies sollte kein Problem sein.

Nach der ĂŒblichen BegrĂŒĂŸung ging es weiter in Richtung des ersten “Weihnachtsmarkts”, den Dresdner Winterlichtern, welche die Prager Straße mit noch mehr Leben als sonst fĂŒllten. Hier lud uns Uwe sogleich auf einen Eierpunsch ein. Doch wir wollten ja ein Bad nehmen und so zogen wir am Striezelmarkt vorbei und suchten nach einer Möglichkeit, um Marios Wunsch zu entsprechen mit einer WeihnachtsmĂŒtze das Bad in der Menge etwas aufzuheitern. Es gibt schließlich keine bessere Kopfbedeckung fĂŒr sechs “Nudisten”, die fĂŒr anderthalb Stunden zum Höhepunkt auf dem Stallhof avancierten â€Š

Doch bis wir am Stallhof ankommen sollten, mussten wir uns zunĂ€chst einen Weg entlang des FĂŒrstenzugs bahnen, denn Mario wollte am selben Tag noch eine kleine Radtour durch die Dresdner Heide unternehmen, so dass wir ihn erst am Eingang des Stallhofs begegnen wĂŒrden. Es stellte sich am Ende heraus, dass Mario bereits auf dem Weihnachtsmarkt im Stallhof war und wir ihn so einfach einsammeln konnten. So konnte unser Bad pĂŒnktlich beginnen.

Der Bademeister erklĂ€rte uns kurz, was wir beachten sollten, bevor wir in seinen heiligen Zuber steigen durften: Vor dem Bad hieß es erst einmal unter Dusche hĂŒpfen.

Als wir in den Zuber stiegen, begann plötzlich die Menge davor zu johlen und sich zu erfreuen, waren wir doch einige der wenigen BadegĂ€ste, die sich komplett nackt in den Zuber trauten – UnterwĂ€sche, Badehosen und Bikinis sind schließlich eine Erfindung der verklemmten Generationen der letzten Jahrzehnte und waren den Menschen im Mittelalter völlig fremd đŸ˜œ â€Š

Nach etwa einer halben Stunde ereignete sich dann noch ein ganz besonderer “Vorfall”, denn die Chefin eines Unternehmens wettete mit einem ihrer Mitarbeiter um 20€, dass er zu uns ins Fass steigen wĂŒrde. Letztendlich nahm er die Wette an und so hatten wir einen weiteren Mitbader – wenn auch fĂŒr wenige Minuten. Seine Chefin hatte auf jeden Fall ihren Spaß und so auch die Möglichkeit ihren Mitarbeiter einmal nackt zu sehen – wer weiß, was sie sich dabei gedacht hat. Nach kurzer Frage, ob wir auch etwas bekommen, entschied er sich uns die gewonnenen 20€ zu spenden.

Doch jedes Bad hat irgendwann mal ein Ende und nach reichlich vielen Fotos mit ebenso viel Applaus mussten wir wieder in unsere Klamotten schlĂŒpfen. Der Bademeister meinte anschließend, dass wir bestimmt “Nudisten” seien, da es uns ĂŒberhaupt nichts ausmachte, nackt in den Zuber zu steigen, sowie uns fĂŒr die Menge zur VerfĂŒgung zu stellen, wenn diese ein besonderes Foto von diesem einmaligen Event haben wollten. Torsten erklĂ€rte ihm, dass wir keine “Nudisten” seien, sondern Naturisten, so verwies er auch gleich auf unsere Webseite.

Zum Schluss lud uns Matthias noch zu einem Glas GlĂŒhbier von der Schmilkaer Braumanufaktur auf dem Neumarkt ein. Nicht ganz billig, allerdings hat es auch richtig gut geschmeckt, dafĂŒr möchten wir Matthias noch einmal ganz herzlich danken. Unser Dank geht aber auch ebenso an Uwe, der uns zu Beginn zu einem Glas Eierpunsch einlud â€Š

Mit einem weihnachtlichen Panorama des 583. Dresdner Striezelmarkts möchte ich diesen Bericht abschließen.

Ich hoffe, dass euch unser kleines Bad in der Menge gefallen hat,
euer Martin

Diesen Beitrag teilen:

Über Martin

NatĂŒrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg fĂŒr mich geprĂ€gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder BekleidungsgeschĂ€ften zu finden, nur um sie nach meiner nĂ€chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer MĂŒtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung wĂ€hrend einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schĂŒtzen. FĂŒr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschĂŒtzt wird 


4 Kommentare

  1. Allen “Mitbadenden” danke fĂŒrs mitmachen. Ich möchte dieses Jahr wieder dabei sein. Es war einfach herrlich.

  2. Da wÀre ich gern dabei gewesen. Sehr mutig.

  3. Danke Martin, fĂŒr den Bericht. Das war eine sehr schöne Zeit die wir auf jeden Fall nĂ€chstes Jahr wiederholen werden.

    1. Danke dir, Torsten. Das “Bad in der Menge” wird definitiv wie unsere Wanderwoche und die Weihnachtsfeier zum Pflichtprogramm des naturistischen Jahres erklĂ€rt 😊 â€Š

Kommentar verfassen