Von Martin|10. Februar 2018|NacktivitÀten|5 Kommentare

Liebe Spreewaldfreunde,

da uns der Winter dieses Jahr ein wenig im Stich gelassen hat – wobei unsere französischen Freunde sicher Schmunzeln oder mit den Augen rollen werden – fiel unsere geplante Winterwanderung in Altenberg bisher aus. Nichtsdestotrotz wollten wir den Winter nicht verstreichen lassen, ohne eine NacktivitĂ€t der besonderen Art zu unternehmen. Was passt da besser, als einmal nackt ins Museum zu gehen ?

Inspiriert wurden wir hier durch mic und Rainer, welche bereits 2015 das LWL-Museum in MĂŒnster nackt besuchten. So kam auch in uns die Idee zum keimen, eine Ausstellung zu suchen, wo Nacktheit fast selbstverstĂ€ndlich ist – fĂŒndig wurden wir im Spreewaldmuseum in LĂŒbbenau, die gerade eine Sonderausstellung zu Klaus Ender’s “Akt und Landschaft” zeigten. Klaus Ender ist dabei kein Unbekannter – mit seinen Aktfotografien rĂŒttelte er die DDR-Obersten wach und zeigte gleichzeitig den jungen BĂŒrgern des sozialistischen Staates, dass jeder Körper schön sein kann â€Š

Klaus Ender gilt mit seinen Aktfotografien, welche in dieser Ausstellung zu sehen sind, als einer der Wegbereiter des Naturismus – immerhin wurden hier Menschen ( vornehmlich Frauen ) in der Natur und nicht im Studio abgelichtet. FĂŒr die damalige Zeit sicher eine kleine Revolution, wofĂŒr wir ihm heute, wie gestern sehr dankbar sind.

Doch kommen wir zu unserem Museumsbesuch in LĂŒbbenau â€Š

Nachdem wir uns wenige Minuten vor 10:30 Uhr am Museumsshop einfanden, begrĂŒĂŸte uns die Mitarbeiterin freundlich und klĂ€rte uns kurz auf, was wir beachten sollten, wo wir unsere Klamotten ablegen konnten und dass wir das ganze Museum fĂŒr eine Stunde nackt erkunden können. Dies ließen wir uns nicht zweimal sagen, also Klamotten runter und auf geht es – schließlich wollten Klaus Ender’s Meisterwerke bewundert werden.

Insgesamt erstreckte sich die Ausstellung ĂŒber die gesamte obere Etage des Spreewaldmuseums, so gab es hunderte Aktfotografien zu sehen – zu viele, um innerhalb einer Stunde jedes Foto zu betrachten. Dies dachte sich wohl auch Matthias und entschied sich fĂŒr mich Modell zu stehen â€Š


 doch ich bin auch wegen der vielen Fotos gekommen, erreichte mich doch wenige Tage vor unserem Museumsbesuch eine Mail, die Klaus Ender’s gesundheitlichen Zustand beschrieb. Inzwischen ist Klaus fast 79 Jahre jung und leidet seit 15 Jahren an der Krankheit Parkinson.

Daher kam mir die Idee, eine kleine Spende fĂŒr Herrn Ender – als Dank zu sammeln, bis dann unser Freundeskreis eine weit aus bessere Idee hatte: Wir möchten Klaus Ender einmal zu unserer Wanderwoche einladen – mit etwas GlĂŒck schaffen wir es dieses Jahr, denn M. wies mich wenige Tage nach unserem Museumsbesuch drauf hin, dass im Kunstkeller Dresden vom 24. April bis 9. August die nĂ€chste Ausstellung mit Namen “Akt mit Takt” von Klaus Ender prĂ€sentiert wird. Somit möchte ich Herrn Ender anbieten, dass wir die Fahrtkosten ĂŒbernehmen, damit wir ihm einmal persönlich fĂŒr seine Arbeit und seine Meisterwerke danken können.

Nachtrag: Wir haben uns am 24. April 2018 die Vernissage zu “Akt mit Takt” angesehen und mit Klaus Ender persönlich gesprochen. Leider mĂŒssen wir euch nun mitteilen, dass es sein Gesundheitszustand nicht zulĂ€sst, dass er uns wĂ€hrend der Wanderwoche besuchen wird.

In der Zwischenzeit verteilten sich unsere Freunde im ganzen Museum, Matthias zum Beispiel war in der NĂ€he des Museumsshops anzutreffen und bat mich erneut ein Foto vom ihm mit seinem “Kollegen” zu machen â€Š

Wenige Augenblicke spĂ€ter sahen wir uns schon im Anbau, in der die letzten Reste der Spreewaldbahn stehen. Andreas musste sich dabei natĂŒrlich neben eins von “Jungfrau Andrea’s Kreuzen” stellen ( ja die Hommage an den Film “Traumschiff Surprise” musste jetzt sein 😂 ) â€Š

Doch im Spreewaldmuseum gab es noch viel mehr zu erkunden, denn neben der Spreewaldbahn, mit ihren 1.000 Millimeter Spurweite gab es noch einen vollstĂ€ndig eingerichteten Tante-Emma-Laden, den Andreas noch aus seiner Kindheit kannte. Da er einer Familie von HĂ€ndlern entstammt, sammelte er selbst bereits in frĂŒhester Kindheit Erfahrungen mit dem Verkauf von Kartoffeln. Zumindest war er der kleine Steppke, der die Kartoffeln wog, damit sie dann von seinen Verwandten verkauft werden konnten.

Soviel zu den Anekdoten, doch lassen wir lieber die Bilder sprechen â€Š

Passt doch irgendwie, oder ? Manche Dinge gehen eben in Fleisch und Blut ĂŒber und man verlernt nix. Dies war wahrscheinlich der ausschlaggebende Punkt, warum Andreas spĂ€ter einen GemĂŒseladen fĂŒhrte und AntiquitĂ€tenhĂ€ndler wurde.

Die Bank ( auf der zuvor bereits Matthias posierte ) verleitete mich am Ende noch ein wenig Julius CĂ€sar zu spielen. Anfangs fehlten hierfĂŒr noch die Trauben, doch auch dies sollte nach einem kurzen Spurt in den Tante-Emma-Laden kein Problem darstellen â€Š


 verfĂŒhrerisch, oder ? Wolfgang nahm dies auch zum Anlass ein paar Fotos von mir zu machen. Vielleicht hĂ€ngen diese ja auch bald in einer Ausstellung đŸ˜‰.

Zum Schluss möchte ich im Namen des Freundeskreis SĂ€chsischer Naturisten und unseren GĂ€sten dem Spreewaldmuseum LĂŒbbenau und Klaus Ender fĂŒr diesen einmaligen Museumsbesuch danken. Ohne Klaus Ender’s Werke und die offenen Ohren im Spreewaldmuseum bzw. deren Verwaltung wĂ€re dieser Museumsbesuch nie möglich gewesen. Wenn ihr mehr ĂŒber Klaus Ender und seine Werke erfahren möchtet, dann besucht doch einfach mal seine Webseite, auf der ihr auch das ein oder andere Buch von ihm erwerben und ihm damit ein klein wenig den Lebensabend versĂŒĂŸen könnt.

Ich hoffe, dass euch dieser Museumsbesuch gefallen hat,
euer Martin

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Über Martin

NatĂŒrlich. Nackt. Frei. Seit Sommer 2015 haben diese drei Worte einen neuen Lebensweg fĂŒr mich geprĂ€gt. Ich war es leid, immer wieder die richtigen Klamotten in Schuh- oder BekleidungsgeschĂ€ften zu finden, nur um sie nach meiner nĂ€chsten Wanderung in die Waschmaschine werfen zu können. Der Bibel zufolge wurde der Mann nackt von Gott erschaffen - wir sehen dies sogar heute bei jeder Geburt, dass niemand mit einer MĂŒtze geboren wird. Aber warum sollten wir Kleidung wĂ€hrend einer Wanderung tragen ? Schließlich sind wir ein Teil der Natur und je mehr wir den Kontakt mit dieser erfahren, um so eher sind wir gewillt diese zu schĂŒtzen. FĂŒr mich ist es daher wichtig, dass ich nicht nur meinen eigenen Körper der Natur aussetze, sondern dass meine Umwelt um mich herum geschĂŒtzt wird 


5 Kommentare

  1. Nachtrag: Wir haben uns am 24. April 2018 die Vernissage zu “Akt mit Takt” angesehen und mit Klaus Ender persönlich gesprochen. Leider mĂŒssen wir euch nun mitteilen, dass es sein Gesundheitszustand nicht zulĂ€sst, dass er uns wĂ€hrend der Wanderwoche besuchen wird.

  2. Hallo, da habt Ihr einen schönen interessanten Tag im Museum verbracht und uns Wessis durch den Bericht noch teilhaben lassen. Ich freue mich schon auf unsere nÀchsten gemeinsamen Wanderungen. Hans Peter

    1. Hallo Hans-Peter, es wird nicht der letzte Besuch dieser Art gewesen sein. Warte lass mich noch schnell die Wessi-Blockade aktivieren, die habe ich vergessen 😂 


      Mein Ziel ist es ja auch, dass auch die nicht dabei waren etwas davon haben – und es sich das nĂ€chste Mal vielleicht anders ĂŒberlegen. Gerade so ein nackter Museumsbesuch geschieht nicht alle Tage und da muss man das schon genießen 


  3. Martin mir hat dein Bericht sehr gut gefallen. Mit schönen Bildern und sehr gut geschrieben.
    Mfg Gerhard Göttler Gunzenhausen

    1. Hallo Gerhard, danke dir fĂŒr deine lobenden Worte. Vielleicht klappt ja alles zur Wanderwoche, so dass wir da auch mit Klaus Ender persönlich sprechen und ihm danken können. Ich bleib da auf jeden Fall am Ball 


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